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	<title>Christian Bienert Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Christian Bienert Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Die schönsten Filme, die ich kenne (74): &#8222;Kulenkampffs Schuhe&#8220;</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Aug 2018 13:58:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Die ARD-Dokumentation &#8222;Kulenkampffs Schuhe&#8220; von Regina Schilling Der Titel dieser autobiografischen Collage von Regina Schilling lässt eine Würdigung des großen Showmasters Hans Joachim Kulenkampff erwarten. Sie liefert darüberhinaus ein Sittengemälde der frühen BRD, ein packendes Familienportrait und – auch wenn &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/08/20/die-schoensten-filme-die-ich-kenne-74-kulenkampffs-schuhe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: Die <strong>ARD</strong>-Dokumentation <strong>&#8222;Kulenkampffs Schuhe&#8220;</strong> von <strong>Regina Schilling</strong></p>
<p>Der Titel dieser autobiografischen Collage von Regina Schilling lässt eine Würdigung des großen Showmasters <strong>Hans Joachim Kulenkampff</strong> erwarten. Sie liefert darüberhinaus ein Sittengemälde der frühen BRD, ein packendes Familienportrait und – auch wenn man ein paar Jahre jünger ist – das eigene Leben in anderen Bildern.<br />
In „Kulenkampffs Schuhe“ verwebt die Autorin die Biographien vier etwa gleichaltriger Männer: die der TV-Stars Hans Joachim Kulenkampff,<strong> Peter Alexander </strong>und<strong> Hans Rosenthal</strong> sowie ihres Vaters, der am Niederrhein eine Drogerie führte. Ihre Leben werden mit einer beeindruckend stimmig komponierten Auswahl von Showmomenten (die zudem wie neu aus dem Archiv kommen und nicht aus dem Youtube-Pixelsalat), Familienfotos und Super-8-Filmen bebildert. Als zusätzliche Illustration der väterlichen Firmengeschichte wird ein altes Fernsehspiel mit eingeflochten, in dem <strong>Horst Tappert</strong> einen Drogisten spielt. (Selbst dieser damals mehr als passable Schauspieler scheitert an der Unsprechbarkeit der Dialoge.) Wie Vater Schilling profitiert dieser Geschäftsmann zunächst vom Wirtschaftswunder, wird aber dann von einigen Gesetzesnovellen in die Verschuldung getrieben. Wir erleben die Entstehung der heutigen Leistungs- und Ellenbogengesellschaft<span id="more-11133"></span> und bekommen ungewöhnlicherweise die Kehrseite des westlichen Aufschwungs nach dem Krieg präsentiert. Vater Schilling ist nicht allein: auch Hans Rosenthal wird an Überarbeitung sterben. Das Publicity-Foto, das den überaus erfolgreichen Medienmacher an seinem Schreibtisch im RIAS zeigt, ist – wie alles, was wir hier sehen und hören – perfekt ausgewählt.</p>
<audio class="wp-audio-shortcode" id="audio-11133-1" preload="none" style="width: 100%;" controls="controls"><source type="audio/mpeg" src="https://blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/08/Rosenthal-20_Christian-Bienert.mp3?_=1" /><a href="https://blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/08/Rosenthal-20_Christian-Bienert.mp3">https://blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/08/Rosenthal-20_Christian-Bienert.mp3</a></audio>
<p><em>Christian Bienert, der Rosenthal-Assistent und langjährige Nachfolger in dessen bis heute laufender Radioshow „Sonntagsrätsel“, erzählte 2004 dem </em>hr<em> vom Arbeitsalltag des beliebten Showmasters.<br />
</em><br />
Naturgemäß haben die vier ungleichen Männer alle den Zweiten Weltkrieg überlebt, und der Film handelt auch davon, wie man mit dieser Bürde weiterlebt. Der frühe Herztod ihres Vaters hat die Autorin um die Möglichkeit gebracht, mit ihm über Krieg und Nationalsozialismus zu sprechen. Die drei Stars gehen sehr unterschiedlich mit dem Thema um. In den legendären Samstagabendshows*, die Regina Schilling in ihren Kindertagen begeistert verfolgte, finden sich ein paar – mitunter versehentliche – Hinweise darauf. Der Ex-Soldat Hans Joachim Kulenkampff erlaubt sich hie und da einen Anti-Militärwitz oder überspielt den antisemitischen Ausrutscher eines Kandidaten. Peter Alexander legt seine übliche selbstbesoffene Rührseligkeit ausgerechnet in dem Moment ab, da er Krieg und Kriegsende eine behutsame Shownummer widmet. Der Holocaust-Überlebende Hans Rosenthal hat es stets abgelehnt, sich bei seiner Arbeit auch nur entfernt auf dieses Thema einzulassen**, erzählt jedoch im Interview sowie in seiner Biographie ganz offen vom ersten seiner „Zwei Leben in Deutschland“. Seine Show-Devise fasst er in einer Anmoderation seines größten Erfolges „Dalli Dalli“ zusammen: &#8222;Tempo ist unsere Devise, das heißt, Sie haben Zeit! Lassen Sie sich durch uns nicht anstecken!&#8220; Es ist das Credo der versunkenen deutschen Samstagabendshow.</p>
<p>„Kulenkampffs Schuhe“ erzählt auch von der spät enthüllten Verstrickung einiger seiner Mitspieler in das Dritte Reich. Und von unzähligen anderen Dingen.<br />
Es spricht einiges dafür, dass unsere heutige Republik ebenso skurril ist die damalige. Was wir bei dieser Rückschau empfinden, dürfte dem Eindruck entsprechen, den wir heute auf unsere europäischen Nachbarn machen.</p>
<p>_____________<br />
* „Dalli Dalli“ mit Hans Rosenthal lief nur kurzzeitig am Samstag und war eigentlich eine Donnerstagabendshow.<br />
** Siehe dazu auch <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/05/06/bin-so-germanisch-depressiv/">https://blog.montyarnold.com/2015/05/06/bin-so-germanisch-depressiv/</a><img decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/63d8b9cbbb0b40789d68364e0a4307ef" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Die große Leichtigkeit</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2017 14:02:08 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/02/10/die-grosse-leichtigkeit/">Die große Leichtigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 30. Todestag von <strong>Hans Rosenthal</strong></p>
<p>Mochte Fuchsberger auch schlagfertiger sein, Kulenkampff jovialer, Elstner herzlicher, Carrell mehr Glamour vortäuschen &#8211; Hans Rosenthal war unbestritten der fröhlichste <strong>Moderator der Bonner Republik</strong> und vermutlich derjenige, dessen scheinbare Mühelosigkeit den Normalverbraucher im Fernsehsessel zu der Überzeugung verleitete: Moderieren könnte ich eigentlich auch, ich komm nur nicht dazu.<br />
Unsere entzauberte Moderne bringt es mit sich, dass sich die Mühsal solcher Medienberufe inzwischen herumgesprochen hat (bei fast allen über 22). Rosenthal war ein besonderer Workaholic, denn er machte ja – vom <strong>„Dalli Dalli“</strong>-Publikum weitgehend unbemerkt – auch noch Radio beim <strong>RIAS Berlin</strong>. Dort kannte man sie umso besser: seine Arbeitswut und Strenge. Unpünktlichkeit hasste er, denn sein Terminkalender ließ keinen Raum für solche Nachlässigkeiten. Er war immer in Eile, und wer mit ihm arbeitete, lernte seine Intensität zu bewundern und zu fürchten.<br />
<strong>Christian Bienert</strong>, der (leider nur) bis zum Dezember 2012 das Rosenthal’sche <strong>„Sonntagsrätsel“</strong> im Radio moderierte, nannte diesen Wesenszug „erbarmungslose Zuverlässigkeit“<span id="more-7315"></span>: „Ich sagte zu ihm, wir müssen die nächste Sendung noch besprechen. – Na, dann komm mit! Sein Taxi wartete bereits, er musste aber noch zum Programmdirektor, zur Intendanz, zu irgendeinem Verwaltungsdirektor und und und. Ich musste diesen ganzen Weg mit ihm mitjapsen. Ich hielt einen kleinen Zettel in der Hand, und wir besprachen das gesamte Rätsel inklusive sämtlicher Musiken und Alternativmusiken im Sauseschritt. Dann wollte er sich die Hände waschen. Er sagte, komm mit  rein. Ich sagte: danke, ich muss mir nicht die Hände waschen. Sagt er, aber ich &#8211; wir sparen Zeit, du kannst inzwischen reden. Dann waren wir vorm Haus angekommen. Die Zettel flogen mir fast weg, und es waren noch zwei Sachen offen. In dem Moment rollte der Wagen an. Er sagte, ruf mich heute abend an zwischen acht und zehn nach acht. Aber pünktlich, denn Viertel nach acht telefoniere ich mit dem ZDF!“</p>
<p>Das Publikum erlebte Hans Rosenthal  natürlich nur in einer Laune, die nahtlos zum Feierabend passte, und in keinem überlieferten Fall hatte sich jemand zu beklagen.<br />
Wirklich in keinem? Der „St. George Herald“ hat tatsächlichen einen unzufriedenen Zuschauer gefunden: im Saarland, wo Hans Rosenthal einst im regionalen Vorabendprogramm die Quizsendung „Bitte zur Kasse“ moderierte.<br />
In diesem knapp viertelstündigen Format wurde ein Kandidat (anscheinend spontan) aus dem Studiopublikum herausgesucht, hatte ein Startkapital von hundertfünfzig Mark, und wann immer er eine der gestellten (eingesandten) Fragen nicht oder falsch beantwortete, wurde ihm davon etwas abgezogen (- aber erst ab der zweiten Fehlleistung. „Einmal ist keinmal“, pflegte Hans Rosenthal immer zu sagen).<br />
Das restliche Geld wurde dem Kandidaten in einem Sparschwein von der unvermeidlichen Assistentin überreicht. &#8211; Zumindest dachten wir das immer alle.<br />
Ein bis heute tödlich beleidigter regionaler Gewinner von immerhin 120 Mark enthüllte mir erregt die Wahrheit: das Sparschwein wurde ihm nämlich nach dem Ende der Aufzeichnung von einem Handlanger des Senders gleich wieder abgenommen, und er bekam das Geld stattdessen in einem Gips-Rollschuh überreicht.<br />
Der Mann schied reich beschenkt, aber mit dem nie versiegenden Gefühl, übervorteilt worden zu sein!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/02/10/die-grosse-leichtigkeit/">Die große Leichtigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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