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	<title>Dr. Erika Fuchs Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Dr. Erika Fuchs Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Die schönsten Comics, die ich kenne (32): &#8222;Der Haarkünstler&#8220;</title>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2020 21:32:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Comic]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Der Haarkünstler“ &#8211; Text und Zeichnungen von Carl Barks, deutsch von Dr. Erika Fuchs, US-Original: &#8222;Spare That Hair&#8220; in „Walt Disney Comics &#38; Stories“ 272, Vol. 23, No. 8&#160; vom Mai 1963 (Storycode: W WDC 272-01), Deutsche Veröffentlichungen: MM 14/64, &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/05/05/donald-duck-der-haarkuenstler/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/05/05/donald-duck-der-haarkuenstler/">Die schönsten Comics, die ich kenne (32): &#8222;Der Haarkünstler&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p> „Der Haarkünstler“ &#8211; Text und Zeichnungen von <strong>Carl Barks</strong>, deutsch von <strong>Dr. Erika Fuchs</strong>, US-Original: &#8222;Spare That Hair&#8220; in „Walt Disney Comics &amp; Stories“ 272, Vol. 23, No. 8&nbsp; vom Mai 1963 (Storycode: W WDC 272-01), Deutsche Veröffentlichungen: MM 14/64, TGDDSH 36, &#8222;Donald Duck – 50 Jahre und kein bisschen leise&#8220;, MM 34/85, MM 28/94, Klassik-Album 48, BL 47, BCS 16, CBC 24, Carl Barks Entenhausen-Edition Nr. 47<br><br> Ein „<strong>Donald Duck</strong>“-Comic von Carl Barks gehört eigentlich nicht in diese Reihe (da automatisch Teil des Kanons und daher meiner Fürsprache nicht bedürftig). Doch ich kann es mir nicht verkneifen, diesen unauffälligen Zehnseiter zu preisen. <br><br> Donald Duck ist der hingebungsvolle Friseur im eigenen Salon, dem sowohl eine ergebene Stammkundschaft als auch viel herausforderndes Laufpublikum förmlich die Bude einrennt. Jeden noch so verwegenen Wunsch erfüllt er mit einer Mischung aus schamanischem Fachwissen und kindlichem Improvisationstalent. Nach einer handlungslosen (aber ergiebig verkalauerten) Sketchparade zu Ehren des Berufsbildes wird Donald in einen Fall um einen ausgebrochenen Zirkusgorilla verwickelt. <span id="more-15887"></span>Er erwehrt sich der Angriffe seines stolzen Besitzers, des Zirkusdirektors, nachdem er den Affen arglos mit einem Haarschnitt und einer Rasur verschandelt hat, da er ihn für einen Kunden hielt. <br><br> Die üblichen glanzvollen Barks-Features fehlen – weite Reisen unter dem Regime des charismatischen Onkel Dagobert, finstere Mythen und malerische Fremdlinge. Weder die drei Neffen spielen eine Rolle, noch treten die Panzerknacker auf. Ungewöhnlicherweise erleben wir den notorisch klammen und erfolglosen Enterich als Meister eines anspruchsvollen Handwerks, das er beherrscht, als ob er es in vielen Jahren immer weiter verfeinert hätte.<br> Zwar kommt es in seinem Spätwerk ab und an vor, dass Barks seinen Helden als „Meister aller Klassen“ auftreten lässt, doch meistens sorgt ein grimmes Naturgesetz dafür, dass am Ende der Geschichte alles futsch und der traurige Normalzustand wieder hergestellt ist. Nicht so in diesem Fall. Der Traum darf Donald und uns erhalten bleiben. <br><br> Ich liebe die Variationen eines (letztlich beliebigen) Themas, den Goldenen Boden von Donalds Fleiß und den Sieg, den er dadurch einfährt. Und natürlich die Dinge, die an Carl Barks immer unwiderstehlich sind, selbst in einem Kammerspiel. Aber darüber wurde nun wirklich schon genug geschrieben.<br> „Der Haarkünstler“ gewinnt zusätzliche Aktualität in einer Zeit, da die Barbiere wie Pilze aus dem hippen Innenstadtboden schießen. </p>


<p><img decoding="async" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/5aece3f338554a9dbbea590bbceec21e" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/05/05/donald-duck-der-haarkuenstler/">Die schönsten Comics, die ich kenne (32): &#8222;Der Haarkünstler&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Die schönsten Comics, die ich kenne (27): &#8222;Medizinische Missverständnisse&#8220;</title>
		<link>https://blog.montyarnold.com/2019/04/04/medizinische-missverstaendnisse/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Apr 2019 15:47:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA["Walt Disneys Lustige Taschenbücher"]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Zio Paperone e la &#8218;triàca veneziana'&#8220;, erstmals in „Topolino“ Nr. 802 / 11.4.1971, Story: Abramo und Giampaolo Barosso, Zeichnungen: Massimo De Vita, deutsch in „Micky Maus“ 8 – 11/1974 sowie im „Donald Duck Sonderheft“ Nr. 103 / 1989, übersetzt von &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/04/04/medizinische-missverstaendnisse/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/04/04/medizinische-missverstaendnisse/">Die schönsten Comics, die ich kenne (27): &#8222;Medizinische Missverständnisse&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Zio Paperone e la &#8218;triàca veneziana'&#8220;, erstmals in <strong>„Topolino“</strong> Nr. 802 / 11.4.1971, Story: Abramo und Giampaolo Barosso, Zeichnungen: <strong>Massimo De Vita</strong>, deutsch in<em> „Micky Maus“</em> 8 – 11/1974 sowie im „Donald Duck Sonderheft“ Nr. 103 / 1989, übersetzt von<strong> Dr. Erika Fuchs</strong> und (um eine Szene gekürzt und von 3 auf 4 Zeilen ummontiert, mit geänderter Pointe) als „Das Allheilmittel“ in<strong> LTB</strong> 33 <strong>„Ein Milliardär hat’s schwer“</strong> vom 14.4.1975, übersetzt von <strong>Gudrun Penndorf</strong>.</p>
<p>Onkel Dagobert ist entsetzt, als man ihm nach einem Gesundheitscheck eine Unmenge Medikamente verschreibt. Der Arzt erzählt ihm von einem antiken Allheilmittel – und Dagobert hört die Kasse klingeln. Er besucht Onkel Primus, den Gelehrten der Familie, der tatsächlich das Rezept für dieses Wundermittel in seinen Unterlagen findet. Doch Dagoberts Freude währt nur kurz: die Liste verlangt nach haarsträubenden Zutaten wie Drachenblut, Wolfsmilch und zerstoßenen Schusternägeln. Er lässt seine Neffen Gustav und Donald in einen Wettbewerb treten: wer die geheimnisvollen Zutaten als erster auftreibt, dem winkt eine Belohnung.<span id="more-13022"></span><br />
Gustav kommt sein unverschämtes Glück zu Hilfe, Donald hofft auf ein paar kluge Ratschläge aus dem Pfadfinderhandbuch, doch Tick, Trick und Track sind ins Skilager gefahren. Donald macht sich auf den Weg in die Berge, wo er in eine Lawine gerät …</p>
<p>„Medizinische Missverständnisse“ stammt aus der italienischen Produktion, mit der wir deutschen Leser durch die Taschenbücher besonders gut vertraut sind, ohne sie übermäßig zu schätzen; sie steht immer im Schatten des amerikanischen Repertoires, vor allem der Arbeiten von Carl Barks, des wichtigsten und erfindungsreichsten Donald-Duck-Zeichners. Diese Geschichte wurde von Massimo De Vita (*29.5.1941) gezeichnet, dessen eleganter und lebendiger Strich der Könnerschaft des großen Vorbildes (zumindest in seinen besten Zeiten) in vielerlei Hinsicht am ebenbürtigsten ist. (Was den stilistischen Wagemut betrifft, wird er von Kollegen wie Scarpa* oder Bottaro** durchaus noch übertroffen.) Inhaltlich wird das Konzept der großen Barks’schen Reiseabenteuer variiert: allerdings schlagen sich die Helden getrennt durch, und wo es sonst hinaus geht auf hohe See, wird Donald hier vom alpinen Pauschaltourismus herausgefordert.</p>
<p>„Medizinische Missverständnisse“ macht Lust (aber wenig Hoffnung) auf die Veröffentlichung einer systematischen Buchreihe mit den italienischen Großmeistern wie es sie bei Carl Barks schon in verschiedenen Variationen gegeben hat. Ein solches Unterfangen scheitert bereits daran, dass man sich auf die Auswahl der gewürdigten Zeichner (und deren bester Geschichten) schwerlich einigen könnte. Und dass niemand zugeben würde, dass die besten Zeiten zwischen 40 und 60 Jahre zurückliegen.<br />
___________________<br />
* Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/02/21/26-donald-und-die-krebse-in-burgunder/">https://blog.montyarnold.com/2019/02/21/26-donald-und-die-krebse-in-burgunder/</a><br />
** Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/02/06/die-schoensten-comics-die-ich-kenne-20-stadt-in-hypnose/">https://blog.montyarnold.com/2018/02/06/die-schoensten-comics-die-ich-kenne-20-stadt-in-hypnose/</a><img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/1a00b12cb6984efeac8e1d8bde3bf915" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/04/04/medizinische-missverstaendnisse/">Die schönsten Comics, die ich kenne (27): &#8222;Medizinische Missverständnisse&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Literarische Emigration &#8211; Wie übersetzt man &#8222;knig und knag&#8220;?</title>
		<link>https://blog.montyarnold.com/2019/03/31/literarische-emigration-wie-uebersetzt-man-knig-und-knag-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Mar 2019 15:16:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<category><![CDATA[Übersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[A. E. W. Eitzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 105. Todestag von Christian Morgenstern Im Zusammenhang mit Dr. Erika Fuchs und ihrer Übertragung wichtiger Disney-Eigennamen in unsere Popkultur sind uns Vokabeln wie Uncle Scrooge = Onkel Dagobert oder Duckburg = Entenhausen geläufig. Am Beispiel von Christian Morgenstern (der seinerseits &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/03/31/literarische-emigration-wie-uebersetzt-man-knig-und-knag-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/03/31/literarische-emigration-wie-uebersetzt-man-knig-und-knag-2/">Literarische Emigration &#8211; Wie übersetzt man &#8222;knig und knag&#8220;?</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 105. Todestag von <strong>Christian Morgenstern</strong></p>
<p>Im Zusammenhang mit<strong> Dr. Erika Fuchs</strong> und ihrer Übertragung wichtiger Disney-Eigennamen in unsere Popkultur sind uns Vokabeln wie <strong>Uncle Scrooge = Onkel Dagobert</strong> oder <strong>Duckburg </strong>=<strong> Entenhausen</strong> geläufig. Am Beispiel von Christian Morgenstern (der seinerseits den <strong>„Peer Gynt“</strong> ins Deutsche übersetzt hatte) wollen uns einmal die umgekehrte Richtung anschauen. 1953 erschien im Insel-Verlag eine englische Übersetzung von dessen<strong> „Galgenliedern“</strong>, die <strong>A. E. W. Eitzen</strong> zu <strong>„The Gallows Songs“</strong> umdichtete.<br />
Ehe Eitzen an die Lyrik herangehen konnte, musste oder wollte er sich anglophone Namen für die Figuren, Örtlichkeiten und Verschiedenes ausdenken:<span id="more-12981"></span></p>
<p>Emma wurde zu Mabel, Cäcilie zu Harriet, Theobald zu Theodorand, Heilbronn zu Kentucky, der Gingganz zum Wentquite, Knickebühl zu Wolverham, Entenbrecht zu Killycrack, Amerikano zu Amerikanoff, Kohlhasficht zu Coney-Flurson, der Bauer Anton Metzger zum Farmer Thomas Hoover, Dalldorf zu Bedlam, die Herren Borowski und Heck zu Thomas Blix und G. B. S. Bland, der 17. April zum 17. Mai, knig und knag zu criff und cruff. „Fischers Nachtgesang“ blieb unangetastet.</p>
<p>Drei &#8222;Galgenlieder&#8220; seien hier als Beispiele seiner Bemühungen wiedergegeben:</p>
<p><u>Die beiden Esel</u><u><br />
</u><br />
Ein finstrer Esel sprach einmal<br />
zu seinem ehlichen Gemahl:</p>
<p>„Ich bin so dumm, du bist so dumm,<br />
wir wollen sterben gehen, kumm!“</p>
<p>Doch wie es kommt so öfter eben:<br />
Die beiden blieben fröhlich leben.</p>
<p style="padding-left: 300px;"><span style="text-decoration: underline;">A Pair Of Donkeys</span></p>
<p style="padding-left: 300px;">A gloomy ass, fed up with life,<br />
said to his true and lawful wife:</p>
<p style="padding-left: 300px;">„I am so dull, you are so dull,<br />
what shall we do? Let’s die, old gal!“</p>
<p style="padding-left: 300px;">But such is life, and so’t will be:<br />
the two lived on quiet merrily.</p>
<p><u>Das Wasser</u><u><br />
</u><br />
Ohne Wort, ohne Wort<br />
rinnt das Wasser immerfort;<br />
andernfalls, andernfalls<br />
spräch es doch nichts andres als:</p>
<p>Bier und Brot, Lieb und Treu, –<br />
und das wäre auch nicht neu.<br />
Dieses zeigt, dieses zeigt,<br />
daß das Wasser besser schweigt.</p>
<p style="padding-left: 300px;"><u>The Water</u></p>
<p style="padding-left: 300px;">Not a word, not a word<br />
oft he running brook is herad.<br />
Otherwise, otherwise<br />
it would only sermonize:</p>
<p style="padding-left: 300px;">beer and bread, love and spite,<br />
and that would be rather trite.<br />
This shows well, this shows well,<br />
why the brook will nothing tell.</p>
<p><u>Vice versa</u></p>
<p>Ein Hase sitzt auf einer Wiese,<br />
des Glaubens, niemand sähe diese.<br />
Doch, im Besitze eines Zeißes,<br />
betrachtet voll gehaltnen Fleißes<br />
vom vis-à-vis gelegnen Berg<br />
ein Mensch den kleinen Löffelzwerg.</p>
<p>Ihn aber blickt hinwiederum<br />
ein Gott von fern an, mild und stumm.</p>
<p style="padding-left: 300px;"><u>Vice versa</u></p>
<p style="padding-left: 300px;">A hare is sitting on the lea,<br />
which, he feels certain, none can see.<br />
But, armed with glasses of great strength,<br />
assidously and some length<br />
a man, from a commanding height,<br />
surveys the tiny spoon-eared wight.</p>
<p style="padding-left: 300px;">Quite anaware that, from on high<br />
a God serenely vews the spy.</p>
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		<title>Die schönsten Comics, die ich kenne (20): „Stadt in Hypnose“</title>
		<link>https://blog.montyarnold.com/2018/02/06/die-schoensten-comics-die-ich-kenne-20-stadt-in-hypnose/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Feb 2018 19:17:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medienphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Popkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[„Stadt in Hypnose“]]></category>
		<category><![CDATA[„Walt Disneys lustige Taschenbücher“ Nr. 34: „Supermicky“]]></category>
		<category><![CDATA[Carl Barks]]></category>
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		<category><![CDATA[Dr. Erika Fuchs]]></category>
		<category><![CDATA[Egmont Ehapa Verlag Stuttgart]]></category>
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		<category><![CDATA[Gudrun Penndorf]]></category>
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		<category><![CDATA[Luciano Bottaro]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Stadt in Hypnose“ von Michele Gazzarri (Szenario) und Luciano Bottaro* (Zeichnungen), veröffentlicht am 1.5.1975 in „Walt Disneys lustige Taschenbücher“ Nr. 34: „Supermicky“, Egmont Ehapa Verlag Stuttgart, Übersetzung: Gudrun Penndorf Luciano Bottaro gehört zum harten Kern jener italienischen Comic-Künstler, die wir &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/02/06/die-schoensten-comics-die-ich-kenne-20-stadt-in-hypnose/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Stadt in Hypnose“ von Michele Gazzarri (Szenario) und<strong> Luciano Bottaro*</strong> (Zeichnungen), veröffentlicht am 1.5.1975 in „Walt Disneys lustige Taschenbücher“ Nr. 34:<strong> „Supermicky“</strong>, Egmont Ehapa Verlag Stuttgart, Übersetzung: <strong>Gudrun Penndorf</strong></p>
<p>Luciano Bottaro gehört zum harten Kern jener italienischen Comic-Künstler, die wir seit 1967 in „Walt Disneys lustige Taschenbücher“ zu lesen bekamen. In dieser Gruppe fanden sich viele solide, einige grandiose und ein zum Händefalten kläglicher Zeichner. Sie alle werden von Publikum und Fachpresse weitgehend missachtet, seit <strong>Carl Barks</strong> namentlich enthüllt und als einziger <strong>Disney-Comic-Zeichner</strong> von Relevanz betrachtet wird. (Strafverschärfend kommt hinzu, dass diese Taschenbücher <em>nicht </em>von <strong>Dr. Erika Fuchs</strong> – hier lediglich die Chefredakteurin &#8211; übersetzt worden sind.) Bei Bottaro ist diese Herabsetzung besonders unangemessen. Er zeichnete – genau wie seine Landsleute – sowohl die Mickymaus- als auch die <strong>Donald-Duck-Geschichten</strong> und war ein Spezialist für die historische und literarische Parodie. „Stadt in Hypnose“ ist die dunkelste seiner Mediensatiren.</p>
<p>Micky Maus hat zwei Monate im Ausland verbracht. Schon beim Verlassen des heimatlichen Bahnhofs fällt ihm auf, dass sämtliche Bürger die gleiche Kleidung tragen und identische Autos fahren. Alle Kinder (auch sie uniformiert) spielen nur noch mit Jojos. Auch Freundin Minnie ist von etwas erfasst worden, was Herr Maus zunächst für eine besonders aggressive Modewelle hält.<span id="more-9743"></span><br />
Am nächsten Morgen setzen auch bei ihm erste Symptome ein: seine Gier nach einer bestimmten Zahnpasta übermannt ihn bei der Morgentoilette derart, dass er sie &#8211; noch im Schlafanzug &#8211; unverzüglich kaufen muss. Nur Goofy &#8211; der letzte wirkliche Freigeist der Stadt – macht den Trend nicht mit.<br />
Was niemand ahnt: hinter diesem Phänomen steckt ein Industrieller, der in einer festungsartigen Fabrik residiert und der es geschafft hat, über sämtliche Medien – auch über das Telefon (!) – per Hypnotelesteuerung ganz Entenhausen eine Gehirnwäsche zu verpassen und zum Kauf seiner Produkte zu treiben. Das ist nur ein Testlauf, denn: „Bald beherrsche ich die ganze Welt!“<br />
Besagter Professor Unrath, ein bulliger Widerling mit Hunnenbärtchen, stellt fest, dass einer der 140.627 Haushalte der Stadt nicht mitspielt. Es ist die unverkabelte Junggesellenbruchbude des ökohaft-verlotterten Goofy. Als Dr. Unraths Schergen ihn unaufgefordert besuchen, um ihn gratis mit neuer Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik auszurüsten, beginnt Micky etwas zu ahnen …</p>
<p>Die 30 Taschenbuchseiten, die dieser Parabel zur Verfügung stehen, sind viel zu eng (im selben Band findet sich auch eine 60seitige Geschichte). So fehlt der 2. Akt, in dem Micky Maus dahinterkommt, wo der irre Erfinder seine Zentrale hat. (Dass er eine halbe Stunde nach dessen Abfahrt „den Spuren des Lastwagens“ der Monteure folgt, ist selbst für eine Superspürnase wie ihn ein bisschen viel verlangt.) Auch Mickys Flucht aus der Schurkenfestung fällt recht knapp und reibungslos aus. Dennoch trieb mich diese Geschichte als Achtjährigen tagelang um. Ich dachte viel über die Sehnsucht des Menschen nach, einer Masse anzugehören – und hatte noch gar keine Ahnung, wie viel mehr sie mir im digitalen Zeitalter zu denken geben würde.<br />
In einem anderen Lustigen Taschenbuch wird einmal die Frage gestellt: „Wenn er die Welt erobert hat, was fängt er dann mit ihr an?“ Der Bösewicht dieses Abenteuers ist der Antwort näher als er selber ahnt. Sein Super-Warenhaus betrachtet er nur als Probelauf für den wahren Griff nach der Weltherrschaft. Seit Jeff Bezos wissen wir, näher könnte der böse Professor der Macht über die Erde gar nicht kommen.</p>
<p>________________<br />
* Zu Bottaro siehe auch <a href="http://www.duckipedia.de/Luciano_Bottaro">http://www.duckipedia.de/Luciano_Bottaro</a>.<img decoding="async" src="http://vg02.met.vgwort.de/na/00d05c8893f34f3a90ffccd9a2c2d7a2" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/02/06/die-schoensten-comics-die-ich-kenne-20-stadt-in-hypnose/">Die schönsten Comics, die ich kenne (20): „Stadt in Hypnose“</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Kennen Sie Onkel Walt?</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Dec 2017 21:37:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Quiz zum 101. Todestag von Walt Disney 1. Welches ist der zweite Vorname von Donald Duck? A   Fauntleroy B   Marmaduke C   Mortimer D   Zachary 2. Wo entstehen die Comics für die „Lustigen Taschenbücher“? A   USA B   Holland C   Belgien D   &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/12/15/kennen-sie-onkel-walt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/12/15/kennen-sie-onkel-walt/">Kennen Sie Onkel Walt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Quiz zum 101. Todestag von Walt Disney</p>
<p>1. Welches ist der zweite Vorname von <strong>Donald Duck</strong>?</p>
<p>A   Fauntleroy<br />
B   Marmaduke<br />
C   Mortimer<br />
D   Zachary</p>
<p>2. Wo entstehen die Comics für die <strong>„Lustigen Taschenbücher“</strong>?<span id="more-9313"></span></p>
<p>A   USA<br />
B   Holland<br />
C   Belgien<br />
D   Italien</p>
<p>3. Welches ist der letzte abendfüllende Disney-Film, dessen Premiere Walt Disney noch miterlebte?</p>
<p>A   „Mary Poppins“<br />
B   „The Happiest Miilionaire“<br />
C   „Half A Sixpence“<br />
D   „The Jungle Book“</p>
<p>4. Wer lieh der Mickymaus in der Originalfassung die Stimme?</p>
<p>A   Mel Blanc<br />
B   Pinto Colvig<br />
C   Clarence Nash<br />
D   Walt Disney</p>
<p>5. Wer zeichnete die erste Mickymaus?</p>
<p>A   Floyd Gottfredson<br />
B   Dick Huemer<br />
C   Ub Iwerks<br />
D   Walt Disney</p>
<p>6. Welches war der erste große Film- und Gesangsstar, der einem Cartoon-Charakter bei Disney seine Stimme lieh?</p>
<p>A   Nelson Eddy<br />
B   Al Jolson<br />
C   Dick Powell<br />
D   Louis Armstrong</p>
<p>7. Wer hatte als erste(r) regulär die Funktion inne, die „Lustigen Taschenbücher“ zu übersetzen?</p>
<p>A   Dr. Erika Fuchs<br />
B   Wolfgang J. Fuchs<br />
C   Hartmut Huff<br />
D   Gudrun Penndorf</p>
<p>8. Welcher Mythos rankte sich lange um den verstorbenen Walt Disney?</p>
<p>A   Er habe unter Disneyland ein geheimes Tunnelsystem angelegt.<br />
B   Er wäre ein KGB-Spion gewesen.<br />
C   Er hätte sich einfrieren lassen.<br />
D   Er sei gar nicht tot.</p>
<p>9. In welchen Film, der NICHT von Walt Disney stammt, tritt die echte und leibhaftige Mickymaus auf?</p>
<p>A   &#8222;Pick A Star&#8220;<br />
B   &#8222;Hollywood Party&#8220;<br />
C   &#8222;Hellzapoppin&#8220;<br />
D   &#8222;Steamboat Bill, jr.&#8220;</p>
<p><em>Auflösung im morgigen Blog</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>„Ich war das Funkemariechen des Medienbetriebs“</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Mar 2017 16:55:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 84. Geburtstag von Eberhard Storeck* Die „Muppet Show“ war feuchter Traum und (aussichtslose) Inspirationsquelle praktisch aller TV-Redakteure, mit denen ich in den 80er und 90er Jahren in Sitzungen zusammentraf. Diese Sendung heute wiederzusehen, ist ein zweischneidiges Vergnügen. Sieht man &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/03/13/ich-war-das-funkemariechen-des-medienbetriebs/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 84. Geburtstag von <strong>Eberhard Storeck*</strong></p>
<p>Die <strong>„Muppet Show“</strong> war feuchter Traum und (aussichtslose) Inspirationsquelle praktisch aller TV-Redakteure, mit denen ich in den 80er und 90er Jahren in Sitzungen zusammentraf. Diese Sendung heute wiederzusehen, ist ein zweischneidiges Vergnügen. Sieht man sie auf Deutsch, vermisst man (zumindest in den Sketchen und Dialogen) die berühmten Originalstimmen der Gaststars. Sieht man das Original, fehlt die köstliche Bearbeitung von Eberhard Storeck. Ein Purist könnte nun einwenden, die Muppets (eigentlich ein Programm für Erwachsene mit einem männlichen Sprecher für Miss Piggy), könnten doch in einer kindgerechten deutschen Fassung unmöglich funktionieren. Wer so argumentiert, ist zu jung, um mit diesen Dingen aufgewachsen zu sein. (Und analysiert sie lieber, als sie tatsächlich anzuschauen.) (Und übersieht, dass die besagte Männerstimme kein subversiver Scherz war, sondern eine Miterledigung durch einen der Puppenspieler, die von Haus aus eben keine Sprecher waren).<br />
Eberhard Storeck hat sich auf solche Diskussionen ohnehin nicht eingelassen. Wie sich das für die Synchronschaffenden seiner Generation gehört, hatte er andere Pläne gehabt, als deutsche Tonspuren zu schaffen bzw. Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. Er ließ sich lange Zeit nur ungern zu seiner Arbeit interviewen.<span id="more-7572"></span><br />
Als es noch Vorspänne gab, konnte man im Vorabendprogramm häufig die Zeile lesen: „Buch und Dialogregie: Eberhard Storeck“. Ich erinnere mich, dass ich von irgendwoher sogar wusste, dass Storeck der Sprecher vieler Figuren war &#8211; der dicken Biene Willi, des Zwergs Snorre und des dänischen Kochs. Jedenfalls verehrte ich ihn – wie auch den Autor / Sprecher Hanns Dieter Hüsch, der den freitäglichen Stummfilm-Vorabend bertreute – für seine Neuerfindung der amerikanischen Trickfilmware und liebte sein markantes Sprecher-Ensemble, besonders Marianne Wischmann, die Miss Piggy und die blaue Elise synchronisierte.</p>
<p>Storeck ist ein protestantischer Ossi, preußisch erzogen und zunächst überzeugter Sozialist. Schon mit Mitte zwanzig kommen ihm Zweifel am Arbeiter- und Bauerstaat. Nach dem Studium von Theaterwissenschaften und Germanistik muss er zunächst Lehrer werden – denn die werden gebraucht. Zwei Jahre unterrichtet er in einer Blindenschule. Dann flieht er sowohl diesen Beruf als auch das naturgemäß heterosexuelle Familienleben. Er geht zur DEFA nach Ost-Berlin und wird in den dortigen Synchron-Ateliers zum Dialogbuchautor für russische Filme. Als er den Auftrag erhält, einem rübergemachten Kollegen in den Westen nachzureisen, um ihn zurückzuholen, weigert er sich, und die Stasi schikaniert ihn mit Drohungen und regelmäßigenVerhören. Er verliert seinen Job und den noch ausstehenden Lohn. 1957 fährt er mit der S-Bahn nach Tempelhof und fliegt in den Westen – unter Tränen, denn er verachtet das westliche System.</p>
<p>Storeck landet zunächst bei der Internationalen Film Union in Remagen, dann bei Beta-Film in München. Der enigmatische Filmrechtemogul Leo Kirch ist noch in seinem Frühstadium, ein hemdsärmeliger Selfmademan, der das Geld in einer schrabbeligen Aktentasche dabeihat. Die ersten Filme, die Kirch in verbeulten Filmdosen vor allem aus Frankreich und Italien mitbringt, sind die Frühwerke heutiger Klassiker: Pasolini oder Godard, außerdem Buñuel und Agnès Varda. Eberhard Storeck hat zunächst viel Hochkultur zu übersetzen, doch Leo Kirch strebt eine Rundumversorgung des deutschen Publikums an. Er kauft auch Serien fürs Fernsehen, und die sind „Leichte Muse“ und kommen aus Amerika.<br />
Der linksintellektuelle Storeck überwindet sich. Dinge wie die zweihundert Folgen „Abenteuer Wildnis“ gehen ihm so gut von der Hand, dass er für die Neorealisten und die Nouvelle Vague bald keine Zeit mehr hat. Er bemüht sich auch um Hörspiele, doch in diese Kreise vermag er nicht vorzudringen.<br />
Da er auch Komödie kann – er hat einige Filme der „Marx Brothers“ übersetzt &#8211; legt man ihm Ende der 60er Jahre „Bugs Bunny“ vor. Storeck wehrt sich mit Händen, Füßen und dem Hinweis: „Ich habe Bergman und Godard übersetzt, und ihr kommt mir mit so einem Pipifax!“ Sein Lebensgefährte überredet ihn, sich zu fügen: „Du kommst mir vor wie einer, der unbedingt den Hamlet spielen will und nicht wahrhaben will, dass er in Wirklichkeit ein Komiker ist.“</p>
<p>Gleich als zweiten derartigen Auftrag bearbeitet Eberhard Storeck die Cartoons um einen rosaroten Panther, die mit der Trickfilm-Version des Kinohelden Inspektor Clouseau und den Abenteuern eines blauen Ameisenbären zu einer Show fürs ZDF-Kinderprogramm zusammengefügt werden. Er macht aus dem Ameisenbär ein Weibchen, wodurch die Sache erheblich komischer wird, montiert einen Abspann zusammen, textet dafür das Schlusslied „Wer hat an der Uhr gedreht?“ und unterlegt die stummen Panther-Filme mit gereimten Texten, die der Sean Connery- und Captain Kirk-Synchronsprecher Gert Günther Hoffman zu lesen bekommt.<br />
Hier finden sich Reime von bleibender Gültigkeit: „Es pflegt der Mensch beim Wüten oder Hassen / wenn möglich Wut und Hass an Dingen auszulassen“ oder „Denn wer randvoll des süßen Weins / dem ist es wurscht, wenn’s schon halb eins“. Storeck spuckte solche Kleinodien aus wie eine Kette von Würstchen. Im kollektiven Gedächtnis werden jene bleiben, die Woche für Woche wiederholt werden, etwa: „Heute ist nicht alle Tage / Ich komm wieder, keine Frage!“ aus dem Abspann. Er ahnt es noch nicht, aber schon jetzt hat er seinen ersten Klassiker geschaffen und sich die Rückkehr in die Hochkultur zugemauert.</p>
<p>Mitte der 70er Jahre folgen “Die Biene Maja“ und „Wickie und die starken Männer“, die ersten jener ZDF-Koproduktionen, die mit reduzierten Mitteln in Japan gezeichnet werden. Jede davon hat 52 Folgen, was ihnen beim jugendlichen Publikum den Eindruck einbringt, endlos zu laufen. Noch immer ist Storecks Widerwille groß, obwohl ihm der weitsichtige Hinweis bereits dargetan wird, dieses Zeug könnte seine Altersversorgung sein.</p>
<p>Für den besten Freund der goldigen Biene Maja (die zu unrecht im Vorspannlied als „frech“ bezeichnet wird) wird ein Junge ins Studio gebeten, der beim Casting noch als Idealbesetzung erschienen war. Bei den Aufnahmen versagt er, so dass Storeck sporadisch einspringt, um die Dispo zu retten. Diese Zwischenlösung erregt bei allen (außer ihm selbst) großes Gelächter, und die Redakteurin sagt den seltenen Satz: „Prima, das isses!“<em><br />
</em>Die faule, ängstliche, verfressene Drohne Willi wird zum großen Sympathieträger, heimlichen Star und Geldverdiener der Serie.<br />
Eberhard Storecks Verschmelzung mit der ungeliebten Wundertat ist perfekt, als er im Willi-Kostüm eine Auftrittsserie hinlegen muss. (Ich erinnere mich an eine Übertragung von der Berliner Funkausstellung, bei der er einen seiner Flügel unterm Arm hatte. Die Dinger brachen ständig ab, wie er mir erzählte.) Das Lied hat er natürlich selbst geschrieben: „Ich bin der faule Willi / Ein jeder Mann mich kennt / Der superfaule Willi / der so gerne pennt.“ Er erntet dafür eine Goldene Schallplatte.<br />
Es ist sicher nicht überraschend: Eberhard Storeck brauchte seine Stimme für diesen Part nur unwesentlich zu verstellen. Angeblich hat er – als Regisseur durfte er das – einige der Willi-Texte sogar Mikrofon improvisiert.</p>
<p>Die Arbeit wird Eberhard Storeck zumindest dadurch erleichtert, dass er seiner Fantasie freien Lauf lassen darf. Einiges davon &#8211; „Larry’s Showtime“ mit den TV-Sketchen von Jerry Lewis, “Trickfilmzeit mit Adelheid“ oder der abendfüllende Cartoon „Die Dschungel-Olympiade“ &#8211; ist heute vollständig vergessen, aber der Autor wird zu einem derartigen Spezialisten dieses Fachs, dass alle damit zu ihm kommen. Für einen reinen Gedichtband, wie ihn sich etwa der Diogenes Verlag gewünscht hat, fehlt ihm die Zeit.<br />
Bei der „Muppet Show“ ist er zumindest regelmäßig als Songtexter gefordert. Das Repertoire besteht aus den berühmten Nummern des „Great American Songbook“, und während die Gesangseinlagen der Stars im O-Ton zu hören sind, singen die Puppen auf Deutsch. Muppet-Vater Jim Henson ist vom Ergebnis so angetan, dass er auch die Folgeformate „Muppet Babies“, „Die Fraggles“ sowie die Kinofilme mit den Muppets von Storeck bearbeiten lässt.<br />
Dass er die Zeit nach den Muppets gern als „das Ende meiner ernstzunehmenden Karriere“ bezeichnet, lässt darauf schließen, dass er mit der Kinderstunde nach amerikanischer Vorlage zumindest seinen Frieden geschlossen hat.</p>
<p>Doch das Niveau des Kinderfernsehens sinkt, und der Meister  betreut Live-Action wie „Magnum“ und „Golden Girls&#8220;. Reine Actionserien lehnt er ab. Von &#8222;Baywatch&#8220;, wo er &#8222;schwachsinnige Dialoge in gutes Deutsch übertragen&#8220; muss, erholt er sich mit der Lektüre von Theodor Fontane. &#8222;Das ist für mich wie Händewaschen&#8220;. Ausserdem wird er als Pächter des traditionsreichen Feriendomizils „Haus Ahrenshoop“ auf Sylt zum Hotelier. Ende der 80er Jahre zieht er in ein kleines Dorf bei Flensburg und bewirtschaftet einen alten Friesenhof.<br />
Als ich ihn im Studio Hamburg als Regisseur erleben darf, ist ihm auch das schon zu mühsam geworden. „Ich sehe zwar aus wie Anfang 60, aber ich bin‘s nun mal nicht“, meint er. Ich weiche in den Pausen nicht von seiner Seite, um Kabinettstückchen wie „Die Bürgschaft auf die Melodie An der schönen blauen Donau“ nicht zu verpassen. Oder Anekdoten aus seiner Synchronarbeit.</p>
<p>Meine Generation hat unendlich davon profitiert, dass man die mediale Kinderbetreuung jener Jahre so gern in die Hände humanistisch gebildeter Schöngeister legte. (Ich danke Gott, dass Eberhard Storeck nicht im Regietheater gelandet ist!) Die Karriere der „Micky Maus“-Übersetzerin Dr. Erika Fuchs ist ein weiteres Beispiel dafür, es gibt noch viele andere.<br />
Und welch ein Glück, dass uns kein Smartphone den Blick für all die Wonne versprerren konnte.</p>
<p>Nachträge:</p>
<p>Auf den untenstehenden freundlichen Hinweis eines Lesers antwortet die<strong> &#8222;F. A. Z.&#8220;</strong> in einem Artikel vom 25.9.2018 mit der Hoffnung, es könnte sich bei dem Verstorbenen um einen anderen Eberhard Storeck handeln. Mein Facebook-Faksimile dieses Artikels wurde von meiner Kollegin<strong> Tanja Dohse</strong> mit einer Erinnerung beantwortet:</p>
<p>Facebook</p>
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<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
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<td colspan="3"><span class="mb_text" style="font-size: 16px; font-family: Helvetica Neue,Helvetica,Lucida Grande,tahoma,verdana,arial,sans-serif; color: #141823; line-height: 21px;">Ich hab ihn vor vielen Jahren im Studio Hamburg erlebt , da führte er Regie bei einer Serie in der die Hauptrollen von Kindern gesprochen wurden und er hat in fast jeder Mittagspause für sie alle gekocht. Das hat mich schwer beeindruckt! Ich selbst hatte nur eine kleine Rolle und durfte leider nicht mitessen. So sind mir Eberhards Kochkünste verwehrt geblieben. Schade! </span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>_________________<br />
* Eine Kostprobe seiner Reime für den &#8222;Rosaroten Panther&#8220; findet sich unter <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/06/14/the-hippest-cat/">https://blog.montyarnold.com/2016/06/14/the-hippest-cat/</a>.<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg05.met.vgwort.de/na/144d52678e03465899e1dfbee3fa667c" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/03/13/ich-war-das-funkemariechen-des-medienbetriebs/">„Ich war das Funkemariechen des Medienbetriebs“</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>„Ich las genug!“ &#8211; Übersetzungen aus der Negativ-Zone</title>
		<link>https://blog.montyarnold.com/2017/03/08/ich-las-genug-uebersetzungen-aus-der-negativ-zone/</link>
					<comments>https://blog.montyarnold.com/2017/03/08/ich-las-genug-uebersetzungen-aus-der-negativ-zone/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 18:15:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Marvel Comic Collection Nr. 109: „Die Inhumans“ (Panini / Hachette) / Comic-Übersetzungen Wenn es um Comic-Übersetzungen geht, wird gern das löbliche Beispiel bemüht &#8211; also fast immer Dr. Erika Fuchs, manchmal auch die fabelhafte Gudrun Penndorf. Die HIT-Comics des &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/03/08/ich-las-genug-uebersetzungen-aus-der-negativ-zone/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/03/08/ich-las-genug-uebersetzungen-aus-der-negativ-zone/">„Ich las genug!“ &#8211; Übersetzungen aus der Negativ-Zone</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: <strong>Marvel Comic Collection Nr. 109</strong>: <strong>„Die Inhumans“</strong> (Panini / Hachette) / <strong>Comic-Übersetzungen</strong></p>
<p><em>Wenn es um Comic-Übersetzungen geht, wird gern das löbliche Beispiel bemüht &#8211; also fast immer <strong>Dr. Erika Fuchs</strong>, manchmal auch die fabelhafte Gudrun Penndorf. Die HIT-Comics des BSV-Verlags, die mitunter vom Druckerei-Personal nebenbei übersetzt werden mussten, oder Rolf Kaukas berühmter Sündenfall mit <strong>&#8222;Siggi und Babarras&#8220;</strong> sind umgekehrt viel beschmunzelt und getadelt worden. Der folgende Beitrag nähert sich diesem insgesamt unterschätzten Beruf mittels einer weiteren skeptischen Würdigung. Anlass ist eine heute erscheinende neue Vergleichsmöglichkeit.</em></p>
<p>Seit ihrem ersten Auftauchen bei den „Fantastischen Vier“* sind die „Nichtmenschen“ eine Art erzählerische Schlagader im Marvel-Universum. Ihre Entstehungsgeschichte wurde kurz nach ihrem Debüt von Jack Kirby in einigen Fünfseitern erzählt. Hierin wird die irdische Existenz dieser Außenseiter auf das kosmische Volk der Kree zurückgeführt und so mit unzähligen Serien und Heldenschicksalen verknüpft. Seit heute kann man diese Vorgeschichte endlich umfassend und bibliophil nachlesen.</p>
<p><em><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7526" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz1980.jpg?resize=640%2C484&#038;ssl=1" alt="Inhu_exz1980" width="640" height="484" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz1980.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz1980.jpg?resize=300%2C227&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz1980.jpg?resize=1024%2C774&amp;ssl=1 1024w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" />Ein prähistorisches Marvel-Ereignis, übermittelt von Hajo F. Breuer, Condor Verlag 1980 (oben) und fabelhaft neu übersetzt von Horus W. Odenthal im besprochenen Band (unten)</em>. <em>Die ersten vier Kapitel, bei denen Zeichner Kirby auch als Autor fungierte, erschienen sporadisch bei Condor.</em><br />
<em><span style="color: #000000; font-family: Comic Sans MS;">ALL IMAGES AND CHARACTERS  TM &amp; © MARVEL ENTERTAINMENT, LLC<br />
<img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7527" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz2017.jpg?resize=640%2C470&#038;ssl=1" alt="Inhu_exz2017" width="640" height="470" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz2017.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz2017.jpg?resize=300%2C220&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz2017.jpg?resize=1024%2C751&amp;ssl=1 1024w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></span></em></p>
<p>Hajo F. Breuer durfte etwas erleben, was mir als jugendlichem Heftchenleser wie ein Traum erscheinen musste: er wuchs nicht nur mit den Williams-Marvelheften auf und schrieb Leserbriefe, die abgedruckt und ausdrücklich gelobt wurden. Als wenige Jahre später der Williams Verlag sein Superhelden-Programm nach schrittweisem Abbau endgültig einstellte, konnte er ab 1979 an der unmittelbar einsetzenden Fortführung des deutschen Marvel-Angebots im Condor-Verlag mitwirken, fachliche Artikel schreiben (die nunmehr in allen Publikationen obligatorisch waren) und sogar als Übersetzer arbeiten.<span id="more-7401"></span><br />
Nun war der Condor das Gegenteil von Williams: bis auf den zuletzt erfolgreichsten Titel „Die Spinne“ („Spider-Man“), der ein eigenes Magazin bekam, wurde das Programm denkbar leserunfreundlich verabreicht: in zahllosen Sonderheften, Alben und einer Vielzahl ununterscheidbarer Anthologien, die „Marvel Universe-Comic“ oder „Marvel Top Classics – Super-Album“ hießen und in denen die Serien in unerfindlicher Mischung und Reihenfolge verabreicht wurden. Hinzu kamen die Taschenbuchreihen, die zwar einzelnen Protagonisten viel Raum geben, aber das Format um fast ein Drittel verkleinerten, so dass die Sprechblasen nur noch stichwortartige Hinweise fassten.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7402" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer1.jpg?resize=640%2C286&#038;ssl=1" alt="Breuer1" width="640" height="286" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer1.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer1.jpg?resize=300%2C134&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer1.jpg?resize=1024%2C457&amp;ssl=1 1024w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<p><em>Kein Platz für Heldenworte: Szene aus „The Avengers“ #12: &#8222;This Hostage Earth!&#8220; (Januar 1965) bei Williams in der Übersetzung von Boris Vladov (November 1974) und im Condor-Taschenbuch „Die Rächer“ Nr. 2 (1979), verkleinert von 15 auf 11 cm Satzspiegelbreite &#8211; und entsprechend knapp formuliert von Hajo F. Breuer. Die gelegentlichen Nachdrucke von Silver Age-Marvels bei Condor ermöglichen den direkten Vergleich.<br />
<span style="color: #000000; font-family: Comic Sans MS;">ALL IMAGES AND CHARACTERS  TM &amp; © MARVEL ENTERTAINMENT, LLC</span><br />
</em></p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7403" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-2.jpg?resize=640%2C294&#038;ssl=1" alt="Breuer 2" width="640" height="294" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-2.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-2.jpg?resize=300%2C138&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-2.jpg?resize=1024%2C471&amp;ssl=1 1024w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<p>Die Cover dieser Produkte zierten krude Collagen, die in der Regel nachgezeichnet waren, in den Sprechblasen erschien nicht länger das stilechte Handlettering, sondern der billigere Maschinensatz, und wie zum Hohn entschied sich der Verlag für einen besonders engen, mickrigen Schrifttyp (siehe unten). Einzig die Colorierung der Condor-Publikationen konnte sich meistens sehen lassen.</p>
<p>In dieser schweren Zeit hätte Hajo F. Breuer auf seinem Posten zumindest kleine Wunder bewirken können; auf die Auswahl der Geschichten hatte er freilich keinen Einfluss. Doch seine Leistungen als Übersetzer fallen noch hinter die problematischen Bearbeitungen des BSV-Verlags zurück, in deren Marvel-Heften neben legendären Stilblüten zumindest von Zeit zu Zeit anständige Übersetzungen geboten wurden. Breuer hatte Germanistik, Anglistik und Philosophie studiert, doch obwohl er als Williams-Leser von den Eindeutschungen des hochgebildeten Scherzbolds Hartmut Huff geprägt war und ihm zuweilen dank des größeren Album-Formats mehr Platz zur Verfügung stand, sind seine Übertragungen bürokratisch und ungelenk. Breuer hatte eine Vorliebe für das Präteritum, eine Vergangenheitsform, die in Sprechblasen fast nie funktioniert. Wenn es im Original z.B. heißt „I killed him“, sollte es im Deutschen etwa heißen: „Ich habe ihn umgebracht“ und nicht „Ich tötete ihn“, weil so einfach kein Mensch redet. (Der Satz: „Schweig! Ich hörte genug!“ klingt selbst aus dem Munde eines Raum-Androiden etwas geschraubt.) Wo es die Höflichkeit des Texters und Übersetzers allgemein gebietet, die unvermeidlichen Funktionstexte (im Dialog versteckte Erklärungen oder Hinweise auf ein früheres Ereignis) diskret zu einzubinden, wirft Breuer diese dem Leser geflissentlich vor die Füße („Zeit, unseren Sohn zu besuchen. Wir veränderten seine Genstruktur. Was ist das Ergebnis?“ sagt der Forscher zu seiner Frau).</p>
<p><em><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7405" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-3b.jpg?resize=640%2C315&#038;ssl=1" alt="Breuer 3b" width="640" height="315" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-3b.jpg?w=1803&amp;ssl=1 1803w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-3b.jpg?resize=300%2C148&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-3b.jpg?resize=1024%2C504&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-3b.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></em></p>
<p><em>Das Finale aus dem „Silver Surfer“ #15, „The Flame And The Fury“ (April 1970): einmal in der Condor-Version von Hajo F. Breuer (1980) und einmal in der bibliophilen „Marvel Klassik“ des Panini Verlags, übersetzt von Mike Strittmatter (September 1999).</em><br />
<span style="color: #000000; font-family: Comic Sans MS;">ALL IMAGES AND CHARACTERS  TM &amp; © MARVEL ENTERTAINMENT, LLC</span></p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7404" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-4.jpg?resize=640%2C311&#038;ssl=1" alt="Breuer 4" width="640" height="311" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-4.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-4.jpg?resize=300%2C146&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-4.jpg?resize=1024%2C497&amp;ssl=1 1024w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<p>Es mag den Liebhaber trösten, dass Breuers Versäumnis in eine Zeit fällt, in der auch die Originale aus den USA merklich nachließen. (Kann man bei den Zeichnungen noch von einer Weiterentwicklung sprechen, so ließ sich die Qualität der früheren Dramaturgie über einen so langen Zeitraum und nach dem Abgang der alten Garde einfach nicht mehr aufrecht erhalten.) Sie waren andererseits besonders bedauerlich, weil wir heute annehmen dürfen, dass Breuer bei Condor einer der wenigen wirklichen Fans der Marvel-Comics war. Sein Chef Wolfgang M. Biehler betonte im Interview mit Daniel Wamsler* mehrfach, er habe sich für die Inhalte persönlich nicht interessiert und nur den kaufmännischen Aspekt im Auge gehabt. Das ist begreiflich, aber aus Sicht des Käufers nicht voneinander zu trennen. Die Condor-Marvels ließen diese lebenssatte Poesie so gründlich vermissen, dass sich der Qualitätsvorsprung zu DC auflöste und ich einmal verstört das Heft zuklappte, um mich zu vergewissern, dass ich nicht aus Versehen ein „Superman“-Comic in der Hand habe. Ich hörte auf, diese Sachen zu lesen, und bald auch, sie zu sammeln (- gerade weil meine Marvel-Begeisterung <em>nicht</em> nachgelassen hatte). Das taten auch andere Leser &#8211; soviel zum Thema „kaufmännischer Aspekt“.</p>
<p>1983 endete Hajo F. Breuers Zeit bei Condor. Er schilderte die Gründe so: „Die Artikel wurden pro Manuskriptseite à 2.000 Anschläge mit 40 D-Mark bezahlt. Nach Einführung der Künstlersozialkasse wollte Herr Biehler diesen Satz auf 20 D-Mark kürzen. Das habe ich dann nicht mehr mitgemacht.“*<br />
Diese Arbeitsbedingungen erklären die Redundanz von Breuers Artikeln, nicht aber die drangvolle Ökonomie seines Wortschatzes, welche auch die Übersetzungen kennzeichnet.<br />
Nach seinem Ausscheiden bei Condor betreute er als Chefredakteur einige DC-Comics und gab eine Science-Fiction-Buchreihe heraus. Kurz vor seinem frühen Tod im Jahre 2014 trat er für die AfD bei Kommunalwahlen in Mönchengladbach an. Das ist nicht ohne Ironie, hatte sich doch einst der streitbare Comic-Fachautor Andreas C. Knigge juristisch mit ihm balgen müssen, nachdem er Hajo F. Breuer in seinem Fanzine als „Comic-Rechtsaußen“ beschimpft hatte.</p>
<p>____________________<br />
* Nachzulesen in Daniel Wamslers Fanzine &#8222;Das sagte Nuff&#8220; Nr. 7.<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg05.met.vgwort.de/na/8107319c001d40aa9f16bc0c9fae389e" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>&#8222;Leckerschlumpf bitte nicht mehr verwenden!&#8220;</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Oct 2016 22:20:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 58. Jahrestag des 1. Auftritts der Schlümpfe im Album „La Flûte à six schtroumpfs“ Machen wir uns nichts vor &#8211; manche Berufe sind lustiger als andere. Das Übersetzen von Comics gehört nicht unbedingt dazu, weil Comic-ÜbersetzerInnen &#8211; wenn sie &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/10/23/leckerschlumpf-bitte-nicht-mehr-verwenden/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/10/23/leckerschlumpf-bitte-nicht-mehr-verwenden/">&#8222;Leckerschlumpf bitte nicht mehr verwenden!&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 58. Jahrestag des 1. Auftritts der <strong>Schlümpfe</strong> im Album <strong>„La Flûte à six schtroumpfs“<br />
</strong><br />
Machen wir uns nichts vor &#8211; manche Berufe sind lustiger als andere. Das Übersetzen von Comics gehört nicht unbedingt dazu, weil Comic-ÜbersetzerInnen &#8211; wenn sie nicht Erika Fuchs heißen &#8211; stets unbesungen und wenig geachtet sind. (Schlimmer noch, als das bei Übersetzern im Allgemeinen der Fall ist.)  Der Hamburger Marcel Le Comte, der seit vielen Jahren Comics aus dem Französischen ins Deutsche überträgt, hatte vor gut zwanzig Jahren (er weiß es nicht mehr so genau) zumindest eine skurrile Aufgabe: er sollte Ordnung bringen in die vielen Namen, die bestimmte Bewohner von Schlumpfhausen im Laufe der Jahre im Carlsen Verlag getragen hatten. Um die Dinge zu vereinheitlichen, die verschiedene Übersetzer getan hatten, stellte er eine Liste zusammen, die fortan für geregelte Verhältnisse sorgte.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6463" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/10/schlu1.jpg?resize=640%2C804&#038;ssl=1" alt="schlu1" width="640" height="804" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/10/schlu1.jpg?w=1231&amp;ssl=1 1231w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/10/schlu1.jpg?resize=239%2C300&amp;ssl=1 239w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/10/schlu1.jpg?resize=815%2C1024&amp;ssl=1 815w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><br />
<em>Wer findet den Schreibfehler? &#8211; Die unentbehrliche Übersicht für den Schlumpfophilen. Sie muss noch unvollständig sein, da es ja bekanntlich genau einhundert Schlümpfe gibt.<br />
</em><span id="more-6462"></span><em><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-6464" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/10/schlu2.jpg?resize=640%2C545&#038;ssl=1" alt="schlu2" width="640" height="545" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/10/schlu2.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/10/schlu2.jpg?resize=300%2C255&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/10/schlu2.jpg?resize=1024%2C872&amp;ssl=1 1024w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></em></p>
<p>Namens-Unwuchten erlebte ich vor allem bei den Abenteuern von &#8222;Micky Maus&#8220; &#8211; die bekanntlich von unterschiedlichen Übersetzerinnen betreut wurden, je nachdem, ob es sich um die Hefte oder die Taschenbücher handelte. So hieß zum Beispiel der selbe unangenehme Mensch manchmal Nikodemus Nippel, manchmal Rudi Rohrbruch &#8211; um nur ein Beispiel zu nennen. Das musste aber nicht das immer Werk mehrerer Autoren sein. Wer über einen längeren Zeitraum fleißig ist, der verliert irgendwann den Überblick.</p>
<p>_________________________<br />
* Lesen sie dazu auch den Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/01/10/rolf-kaukas-suendenfall/">https://blog.montyarnold.com/2015/01/10/rolf-kaukas-suendenfall/</a><img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg05.met.vgwort.de/na/01c1026ac3c1496980906254c24c6f04" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/10/23/leckerschlumpf-bitte-nicht-mehr-verwenden/">&#8222;Leckerschlumpf bitte nicht mehr verwenden!&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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