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	<title>Edgar Allan Poe Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Edgar Allan Poe Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Unfug ist Fantasie am falschen Platz</title>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2026 06:31:50 +0000</pubDate>
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<p>betr.: <strong>Was ist Science Fiction? (3)</strong></p>



<p><em>Fortsetzung vom 4.5.2026</em><br><br>Heute (da ich dies schreibe) ist <strong>Fantasy</strong> eines der beliebtesten Genres der Literatur, und das <strong>Computerspiel</strong> (auch dieses eine zumeist fantastische Angelegenheit) die am raschsten wachsende Sparte der<strong> Popkultur</strong>. Außerdem wird unsere Weltwahrnehmung mehr und mehr von jenen „alternativen Fakten“ durchseucht, die wir eigentlich den genannten und anderen Schönen Künsten überlassen sollten.<br>Vor diesem Hintergrund hat der Hinweis seine Berechtigung, dass es Zeiten gab, in denen alles Phantastische selbst in der höheren Literatur (abseits von Märchen, Religion und Aberglauben) verpönt war. Das Nicht-Reale musste erst etabliert, die Bahnen, in denen es verlaufen konnte, mussten definiert und ausgetüftelt werden. <strong>Jule Verne</strong>s oben zitierte Kritik an Poe ist Ausdruck dieses Haderns und Herausfindens unter der Generation von Erzählerinnen und Erzählern, die die Gattung formten.</p>



<p>Für Dietmar Daths „Niegeschichte“, aus der wir in dieser Reihe zitieren, ist die <strong>„Aufhebung des Unglaubens“</strong> beim damaligen wie beim heutigen Publikum ein so bestimmender Faktor für die Rezeption der SF an sich, dass er dafür eine eigene Sprachregelung mit dem Leser vereinbart.<br><br>»Die literarische Kernkonvention der Fantastik nenne ich den (oder einen: es gibt mehrere) <em>Aufhebungsfunktor</em>.<br>Das Wort “Aufhebung” nehme ich mir von [<strong>Samuel Taylor</strong>] <strong>Coleridge</strong> (…): Man glaubt zwar, während man eine Werwolfsgeschichte genießt, nicht an Werwölfe, aber man hebt den Unglauben willentlich auf, man klammert ihn ein, man tut ihn beiseite. Ich betrachte diese Aufhebung als einen Funktor (…)[=] eine Abbildung (eine Funktion, ein Morphismus) zwischen Kategorien.«<br>Während wir uns darauf einlassen, behalten gewisse Alltagserfahrungen ihre Gültigkeit.<br>Beispiel: das Loslassen und seine Folgen. Ein Beispiel bildet der Blickwechsel »ein intaktes rohes Ei in der Hand auf ein zerstörtes rohes Ei auf dem Fußboden ab. Dieser Schritt, diese Funktion gehört zur Kategorie “<strong>Welterfahrungserwartung</strong>en” (wenn wir das Ei loslassen, können wir uns aus Erfahrung denken, was passiert.«<br>Das gilt bis auf Widerruf. Wie das Auflösungszeichen in der Notenschrift, kann das hier wirksame Naturgesetz (Schwerkraft) aufgehoben werden, wenn etwa ein Telekinet das Ei fallen lässt.<br>Der Aufhebungsfaktor ist nach dieser Definition »das, was zum Beispiel Coleridge benutzt, um die Leute für die Dauer der Lektüre von<strong> “Rime Of The Ancient Mariner”</strong> vergessen zu lassen, dass es keine verwunschenen Seevögel gibt. (…) [Unser Realitätssinn kann] deshalb durch etwas anderes (hier: die Logik des Fluchs) ersetzt werden«, während vieles von dem, was wir Landratten über Meer und Seefahrt wissen, seine Gültigkeit behält.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-16433" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=768%2C50&amp;ssl=1 768w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>
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		<title>Bescheidenheit als alter Hut: Autofiktion (2)</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jan 2026 18:16:13 +0000</pubDate>
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<p><em>Fortsetzung vom 13.1.2026<br></em><br>Ohne dass ein Aufhebens gemacht wurde, war bis Mitte des 20. Jahrhunderts die fiktionale Erzählkunst a priori reich an gelebtem Leben und gemachten Erfahrungen. Dann brach eine längere Periode des Friedens in der Westlichen Welt an (die eben im Begriff ist, zuende zu gehen); sie war bequem und schadete gleichwohl der Inspiration. Die Jahre auf See etwa haben die Werke von <strong>Herman Melville </strong>(siehe unten) und <strong>Joseph Conrad</strong> geprägt. Solche Erfahrungen wurden umgekehrt – falls sie in der jeweiligen Biographie nicht vorkamen – von einem Autor wie <strong>Edgar Allan Poe</strong> als entsetzliche Lücke empfunden. Sein einziger Roman <strong>„Die Abenteuer des Arthur Gordon Pym aus Nantucket“ </strong>ist auch Nicht-Seefahrern leicht als Prosa eines Erzählers erkennbar, dem es an einschlägiger Erfahrung fehlt. Kurioserweise kommt ausgerechnet dieses phantastische Werk als Erlebnisbericht daher, als (restlos fiktive) Autofiktion auf hoher See. Conrad, Melville und Co. hingegen verzichteten darauf, sich selbst zum Teil ihrer Erzählung zu machen. Ebenso <strong>Truman Capote</strong> (siehe wiederum unten), der zum Ende seiner tatsachenbasierten Erzählung hin tatsächlich so sehr Teil derselben war, dass die strikte Auslassung seiner Person zu erzählerischen Verrenkungen führte.<br>Die Besessenheit, sich selbst wichtig, zum Thema und zum Wahrheits-Gütesiegel des eigenen Textes zu machen, ist in ihrer heutigen Form etwas Neues.<br>In seinem Nachwort zur Neuübersetzung von <strong>Upton Sinclair</strong>s Tatsachenroman<strong> „Boston“ </strong>über den Justizskandal um<strong> Sacco und Vanzetti</strong>* schreibt <strong>Dietmar Dath</strong>:<br><br>»Kann ein Roman wahr sein? In welcher Gebrauchsweise des Wortes „Wahrheit“ steckt die Möglichkeit, ein Erzählwerk an diesem Wort zu messen? Wer so fragt, weiß wohl schon, dass da ein anderer Wahrheitsbegriff gesucht werden muss als der, an dem man die Gattung einer naturwissenschaftlichen oder mathematisch-logischen Aussage eicht. Der gesuchte Wahrheitsbegriff ist frech unsachlich, es geht nicht um Sachen, man will damit von Menschen geschaffene Sachverhalte zu fassen kriegen, soziale, speziell: literarisch-ästhetische.<br>In den Vereinigten Staaten von Amerika ist man das Ineinandergreifen von Recherche und Erzählkunst seit einiger Zeit gewohnt. Herman Melvilles<strong> „Moby Dick“</strong> (1851) zum Beispiel hat ein langes Vorspiel voller Expositionsmaterial, das dann im Roman auf der Jagd nach dem weißen Wal untergeht wie ein vollbeladenes Schiff im Meer. Truman Capotes <strong>„In Cold Blood“ </strong>(1965) ist eine Kriminalreportage und zugleich vollkommene Prosa. <strong>Norman Mailer</strong>s <strong>„The Executioner’s Song“ </strong>(1979) schließlich, das großartige Buch über den Fall <strong>Gary Gilmore</strong>, die wahre Geschichte eines Mannes, der gegen alle humanitären Initiativen, die ihm zur Hilfe kommen wollten, darauf bestand, für Verbrechen, die er begangen hatte, hingerichtet zu werden, vereint die vorzüglichsten Eigenschaften von Melvilles und Capotes Arbeit. Denn Mailers Text ist sowohl Ergebnis von umfangreichen Recherchen, Interviews und Dokumentenlektüre als auch die überwältigende Texterfahrung einer mit Beobachtungen nicht zu zähmenden Ereignismonstrosität, die wiederum für einen ganzen historisch-gesellschaftlichen Gesamtzustand steht.«<br><br>_____________<br>* <strong>Menasse Verlag</strong> Zürich 2017<br><br></p>
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		<title>Raben und kleine Fische</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Oct 2025 05:46:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 176. Todestag von Edgar Allan Poe Edgar Allan Poe erklärte in seinem Essay „Die Methode der Komposition“ anhand des Beispiels „Der Rabe“ – seines berühmtesten Gedichtes -, die Verfassung eines künstlerischen Textes sei eine zuallererst handwerkliche Angelegenheit. Sie folge &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/10/08/edgar-allan-poe-3/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>betr.: 176. Todestag von <strong>Edgar Allan Poe</strong></p>



<p>Edgar Allan Poe erklärte in seinem Essay <strong>„Die Methode der Komposition“</strong> anhand des Beispiels <strong>„Der Rabe“ </strong>– seines berühmtesten Gedichtes -, die Verfassung eines künstlerischen Textes sei eine zuallererst handwerkliche Angelegenheit. Sie folge klaren Regeln, und schon die Veränderung eines Punktes könne alles ruinieren. Gleich zu Beginn räumt er ein, dass die Einfälle „in wirrem Durcheinander“ aufträten und ebenso wieder vergessen zu werden drohen, womit er durchaus die Wichtigkeit der Inspiration zur Grundlage machte.<br>Es ist eine aufregende, bereichernde Lektüre.<br>Aber ist ein solches Regelwerk nicht verdächtig? Kann man Kunst in Regeln fassen?<br><br>Wer schreibt – auch, wenn es sich nur um bescheidene künstlerisch-handwerkliche Dinge wie das Schreiben für Medien handelt – kennt dieses unentwegte Wechselspiel von unkontrollierbarer Eingebung und dem Befolgen dessen, was sich längst als zielführend herausgestellt hat. Ohne Erfahrung und Organisation geht es nicht.<br>Aber Poes Text macht mir auch besser als jedes andere Beispiel bewusst, dass es noch lange nicht gleich richtig ist, wenn zwei das gleiche sagen.</p>



<p>Als Mitarbeiter der <strong>„Stage School Of Music, Dance And Drama“</strong>, wie sie damals noch hieß, durfte ich einst einer internen Veranstaltung beiwohnen, einem Vortrag von <strong>Michael Kunze</strong> in einem großen Theatersaal. Deutschlands bei Fachwelt und Publikum populärster Liedtexter hätte unzweifelhaft viel Erhellendes zu berichten gehabt. Leider unterließ er es. Er diskreditierte seine Darlegungen bereits dadurch, dass er die Musicalgeschichte ausdrücklich mit <strong>Stephen Sondheim </strong>beginnen ließ (Sondheim wurde 1930, zwei Jahre nach <strong>„Show Boat“ </strong>geboren) und ihn dann als seinen Lehrer bezeichnete (Kunze ist sein gelegentlicher Übersetzer). Andere Personennamen kamen in der präsentierten Zeittafel gar nicht vor. Es folgte noch mehr objektiv Angreifbares.<br><br>Poes handwerklicher Haupt-Einwand gegen Kunzes Monolog hätte vielleicht darin bestanden, dass dieser sich keineswegs damit zufrieden gab, der wichtigste deutsche Schlagertexter in der Blütezeit des Deutschen Schlagers gewesen zu sein und davon zu erzählen. Er wollte von uns als Erfinder einer neuen Theatergattung wahrgenommen werden. Er nannte sie „DramaMusical“.<br>Nie gehört?<br>Eben.</p>


<p><img decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/6a1c3236dacb4793a9d45c5c904776c3" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/10/08/edgar-allan-poe-3/">Raben und kleine Fische</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Prima vista 0,5: &#8222;The System Of Dr. Tarr and Prof. Fether&#8220;</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jul 2025 15:20:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Lesen vom Blatt / Übung Eine Prima Vista Lesung in abgemilderter Form lässt sich durchführen, wenn man sich verschiedene Übersetzungen der selben Textpassage vornimmt: die erste wird still gelesen, die zweite laut.Der Inhalt ist bekannt, der Wortlaut ändert sich. &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/07/21/28381/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/07/21/28381/">Prima vista 0,5: &#8222;The System Of Dr. Tarr and Prof. Fether&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>betr.: Lesen vom Blatt / Übung</p>



<p><em>Eine Prima Vista Lesung in abgemilderter Form lässt sich durchführen, wenn man sich verschiedene Übersetzungen der selben Textpassage vornimmt: die erste wird still gelesen, die zweite laut.<br>Der Inhalt ist bekannt, der Wortlaut ändert sich.</em></p>



<p><em>Die erste der beiden Übersetzungen <em>vom Anfang einer der berühmtesten Erzählungen des <strong>Edgar Allan Poe</strong></em> leistet sich am Ende unserer Textprobe eine kühne Interpretation (&#8222;ich sah ihn nie wieder&#8220;), die sowohl in den folgenden Fassungen als auch im Poe&#8217;schen Urtext fehlt. Dort heißt es über den Freund des Erzählers, er &#8222;now took leave, and I saw him no more.&#8220; &#8211; Was lediglich bedeutet, er habe sich entfernt wie besprochen. </em></p>



<p>1. &#8222;Edgar Allan Poe: Erzählungen in zwei Bänden&#8220;, Band 2<br>Übersetzt von Hedda Eulenberg für <strong>Büchergilde Gutenberg</strong> 1965</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" width="500" height="1024" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Seite-1_BG.jpg?resize=500%2C1024&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-28390" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Seite-1_BG.jpg?resize=500%2C1024&amp;ssl=1 500w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Seite-1_BG.jpg?resize=147%2C300&amp;ssl=1 147w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Seite-1_BG.jpg?resize=768%2C1572&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Seite-1_BG.jpg?resize=750%2C1536&amp;ssl=1 750w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Seite-1_BG.jpg?resize=1001%2C2048&amp;ssl=1 1001w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Seite-1_BG.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></figure>



<p>2. &#8222;Edgar Allan Poe &#8211; Das gesamte Werk in zehn Bänden&#8220;, Band 1<br>Deutsch von<strong> Arno Schmidt</strong> und Hans Wollschläger für Walter-Verlag AG Olten 1966</p>


<p><span id="more-28381"></span></p>


<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="590" height="1024" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Poe_WV1.jpg?resize=590%2C1024&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-28393" style="width:670px;height:auto" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Poe_WV1.jpg?resize=590%2C1024&amp;ssl=1 590w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Poe_WV1.jpg?resize=173%2C300&amp;ssl=1 173w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Poe_WV1.jpg?resize=768%2C1333&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Poe_WV1.jpg?resize=885%2C1536&amp;ssl=1 885w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Poe_WV1.jpg?resize=1180%2C2048&amp;ssl=1 1180w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Poe_WV1.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w" sizes="auto, (max-width: 590px) 100vw, 590px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="661" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Poe_WV2c.jpg?resize=640%2C661&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-28398" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Poe_WV2c.jpg?resize=992%2C1024&amp;ssl=1 992w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Poe_WV2c.jpg?resize=291%2C300&amp;ssl=1 291w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Poe_WV2c.jpg?resize=768%2C793&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/Poe_WV2c.jpg?w=1181&amp;ssl=1 1181w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>



<p>3. &#8222;Books On Demand&#8220; &#8211; Übersetzung unter dem Titel <strong>&#8222;Das System des Dr. Teer und Prof Feder&#8220;</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="897" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/PoeBod1.jpg?resize=640%2C897&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-28395" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/PoeBod1.jpg?resize=731%2C1024&amp;ssl=1 731w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/PoeBod1.jpg?resize=214%2C300&amp;ssl=1 214w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/PoeBod1.jpg?resize=768%2C1075&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/PoeBod1.jpg?w=1064&amp;ssl=1 1064w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="508" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/PoeBod2.jpg?resize=640%2C508&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-28396" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/PoeBod2.jpg?resize=1024%2C812&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/PoeBod2.jpg?resize=300%2C238&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/PoeBod2.jpg?resize=768%2C609&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2025/07/PoeBod2.jpg?w=1082&amp;ssl=1 1082w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>
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		<title>Novel ist nicht gleich Novelle</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Feb 2025 12:11:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ähnlich wie das Wort „Chanson“, das im Französischen eine allgemeinere Bedeutung hat als im Deutschen, hat auch der Begriff „Novelle“ hat eine andere Bedeutung als die angelsächsische Entsprechung „Novel“ für „Erzählung“. Mir wurde im Deutschunterricht erklärt, eine Novelle sei eine &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/26/27468/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>Ähnlich wie das Wort „Chanson“, das im Französischen eine allgemeinere Bedeutung hat als im Deutschen, hat auch der Begriff „Novelle“ hat eine andere Bedeutung als die angelsächsische Entsprechung „Novel“ für „Erzählung“. Mir wurde im Deutschunterricht erklärt, eine Novelle sei eine nicht übermäßig lange Erzählung, bei der es kurz vor Schluss zu einer Wende kommt, die buchstäblich alles über den Haufen wirft (- die Neuigkeit, die in der Bezeichnung angelegt ist). Tatsächlich konnte ich diese Definition bei meinen literarischen Erlebnissen seither gut nachvollziehen.<br>Offiziell sei eine Novelle „eine sich ereignete unerhörte Begebenheit nach <strong>Goethe</strong>, straff komponiert und dicht“. Als Schwester des Dramas wird sie auch bezeichnet, als Geschichte, die einen &#8222;Falken&#8220; braucht.<br><strong>Stephanie Ahrens</strong> in einem <strong>BR</strong>-Feature der Reihe<strong> „radioWissen“: „</strong>Als Goethe 1828 einer kurzen Erzählung den Namen ‘Novelle‘ gibt, knüpft er an eine literarische Tradition an, die von<strong> Giovanni Boccaccio</strong> mit seinem <strong>&#8218;Decameron</strong>&#8218;, einem Zyklus von Geschichten, im 14. Jh. begründet wird. Boccaccio, der neben dem Spanier <strong>Cervantes</strong> (<strong>&#8218;Exemplarische Novellen&#8216;</strong>, 1613) als Vater der Novelle gilt, bettet seine Erzählungen in eine Rahmenhandlung ein: Edle Florentiner flüchten vor der Pest in ein Landhaus, wo sie einander Geschichten vortragen, um sich zu unterhalten und die Zeit zu vertreiben. Es sind anregende, überraschende und kurze Texte, die die eingeschlossene adlige Gesellschaft amüsieren und von der drohenden Pestgefahr ablenken. Das italienische novella für &#8218;kleine Neuigkeit&#8216; spiegelt die Vorstellung von der kurzen, hörens- und erzählenswerten Angelegenheit wider, die sich damit nicht für den langen epischen Text, den Roman eignet. Die Kürze bedient gleichzeitig eine im 14. Jh. neue Leserschaft: die der aufsteigenden Mittelschicht, wohlhabende, geschäftige Händler und Kaufleute.“ <strong>  <br></strong>Nach Goethe entdeckten im Laufe des 19. Jahrhundert immer mehr Schriftsteller diese kurze Prosaform für sich. Nachdem <strong>Anton Tschechow</strong> um die Jahrhundertwende eine Reihe von Beispielen vorgelegt hat, die bis heute als Klassiker gelten, waren es im 20. Jahrhundert vor allem US-amerikanische Schriftsteller, die sich als Meister und Vorbilder herausstellten: Popstars wie wie <strong>Ernest Hemingway</strong> und der längst verstorbene <strong>Edgar Allan Poe</strong>, ewige Geheimtipps wie John Cheever und Richard Matheson – die Verlängerung dieser kurzen, willkürlichen Liste ist ein Vergnügen, das man sich jederzeit bereiten kann: „Eine Novelle lässt sich sozusagen ‘zwischendrin‘ mal lesen.“ (Stephanie Ahrens).</p>


<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/9ce97c5d37e0442d9f95097d6807a45a" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/26/27468/">Novel ist nicht gleich Novelle</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Lesen vom Blatt: Lange Sätze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Feb 2024 15:21:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Mikrofonarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Arthur Rackham]]></category>
		<category><![CDATA[Edgar Allan Poe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung Fortsetzung vom 21. Dezember 2023 Doch obwohl Froschhüpfer sich zu ebener Erde nur mit großer Mühe und Schwierigkeit fortbewegen konnte, befähigte ihn die wunderbare Muskelkraft, mit der die Natur, gleichsam als Entschädigung für die &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/02/08/hop-frog-edgar-allan-poe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung</p>



<p><em>Fortsetzung vom 21. Dezember 2023</em></p>



<p>Doch obwohl Froschhüpfer sich zu ebener Erde nur mit großer Mühe und Schwierigkeit fortbewegen konnte, befähigte ihn die wunderbare Muskelkraft, mit der die Natur, gleichsam als Entschädigung für die Gebrechlichkeit seiner unteren Gliedmaßen, seine Arme ausgestattet hatte, wahre Wunderwerke der Geschicklichkeit zu vollbringen, sobald es sich darum handelte, einen Baum oder dergleichen zu erklimmen oder sich an einem Seil hinaufzuziehen.</p>



<p><em>Aus &#8222;Froschhüpfer&#8220; von Edgar Allan Poe</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="930" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2024/02/Hop-Frog_Arthur-Rackham.jpg?resize=640%2C930&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-24544" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2024/02/Hop-Frog_Arthur-Rackham.jpg?resize=705%2C1024&amp;ssl=1 705w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2024/02/Hop-Frog_Arthur-Rackham.jpg?resize=206%2C300&amp;ssl=1 206w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2024/02/Hop-Frog_Arthur-Rackham.jpg?resize=768%2C1116&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2024/02/Hop-Frog_Arthur-Rackham.jpg?resize=1057%2C1536&amp;ssl=1 1057w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2024/02/Hop-Frog_Arthur-Rackham.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>



<p><em>Historische Illustration von Arthur Rackham</em></p>
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		<title>Poe und wie er die Welt sah</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jan 2024 17:37:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienphilosophie]]></category>
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		<category><![CDATA[Das Parfum]]></category>
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		<category><![CDATA[Hop Frog]]></category>
		<category><![CDATA[Monty Python]]></category>
		<category><![CDATA[Monty Python and the Holy Grail]]></category>
		<category><![CDATA[Patrick Süskind]]></category>
		<category><![CDATA[The Angel Of The Odd]]></category>
		<category><![CDATA[William Shakespeare]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 215. Geburtstag von Edgar Allan Poe Wer den exotischen Wunsch verspürt, sich ein Bild von den Unbequemlichkeiten zu machen, die den ganz gewöhnlichen Alltag unserer Urahnen bestimmten (sogar den der wenigen Wohlhabenden unter ihnen), dem hilft ein Blick auf &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/01/19/edgar-allan-poe-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>betr.: 215. Geburtstag von <strong>Edgar Allan Poe</strong></p>



<p>Wer den exotischen Wunsch verspürt, sich ein Bild von den Unbequemlichkeiten zu machen, die den ganz gewöhnlichen Alltag unserer Urahnen bestimmten (sogar den der wenigen Wohlhabenden unter ihnen), dem hilft ein Blick auf ihren Eskapismus, auf das Entertainment, dem sich diese Leute hingaben, wenn es ihre Zeit erlaubte. In der Kunst, die von diesem Alltag ablenken sollte, werden Geschütze aufgefahren, die das ganz gewöhnliche Grauen erahnen lassen, mit dem sie konkurrierte. Die Theaterstücke <strong>William Shakespeare</strong>s sind ja vor allem deshalb so blutrünstig, weil die Zuschauer auf dem Weg zum Theater an Freakshows, Bärenhatzen, Hinrichtungen vorbeispazierten, von all dem Dreck und Elend einmal abgesehen, das das Straßenbild sonst bestimmte.<br>Edgar Allen Poe lebte in vergleichsweise zivilisierten Zeiten, gut 200 Jahre später an der amerikanischen Ostküste. Doch selbst in dieser Umgebung würden die Geschöpfe unserer Handy-Wellness-Work-Life-Balance-Instagram-Fuzzi-Gesellschaft keine 30 Minuten durchhalten, ohne gleich anschließend ein Burn-Out für sich geltend zu machen und sich nach Möglichkeit in ein Sabbatical zu verabschieden. Selbst die drastische archaische Verhältnisse heraufbeschwörenden Erzeugnisse unserer modernen Serienkultur – etwa <strong>„Game Of Thrones“ </strong>&#8211; kommen vergleichsweise säuberlich daher. Wer einen flüchtigen Eindruck von den tatsächlichen hygienischen Aspekten der Prä-Deodorant-Ära erhaschen will, ist bei <strong>Monty Python</strong>s <strong>„Ritter der Kokosnuss“</strong> besser aufgehoben. Oder er lese <strong>Patrick Süskind</strong>, der sich in <strong>„Das Parfum“ </strong>viele Seiten Zeit nimmt, die haarsträubenden Verhältnisse klarzustellen, unter denen der folgende Roman ablaufen wird.<br><br>Dass wir einen Autor wie Edgar Allan Poe heute mit Vergnügen lesen können, ist nur möglich, weil wir uns unter einer Stadt, einem Raum, einem menschlichen Körper etwas vorstellen, was unseren Erfahrungen und Gewohnheiten entspricht. Und das ist gut so, denn jede Erzählung braucht eine vertraute emotionale Grundierung des lesenden Gemüts.  </p>



<p>Na also: einer (neuerlichen) Lektüre von Edgar Allan Poe steht nichts im Wege! Dabei wollen wir nicht vergessen, dass die Einordnung des Autors als Meister der Gruselgeschichte eine Verengung darstellt. Sieht man von seiner journalistischen Tätigkeit, seiner Arbeit als Sachbuch- und Theaterautor ab, der außerdem Gedichte, Essays und eine Vielzahl von Briefen geschrieben hat, bietet Poes erzählerisches Werk ein Spektrum, in dem sein Übersetzer <strong>Arno Schmidt </strong>sich über eine Vielzahl von „Eigenwilligkeiten und Kühnheiten“ freuen konnte.<br>Nach Poes eigenen Kategorien sind die Stories seiner hauptsächlichen Schaffensphase Grotesken und Arabesken &#8211; grotesk nannte er ein Werk, wenn ein burleskes oder satirisches Moment vorherrschte, arabesk dagegen, wenn es ganz von der Imagination bestimmt war. Und natürlich: Detektivgeschichten.<br>Seine deutschen Verleger im 20. Jahrhundert nahmen – wenn sie sich nicht ohnehin auf die „Hits“ beschränkten – zusätzlich eine thematische Gliederung vor, als „Ordnungshilfe“. So kamen neue Rubriken zustande: „Phantastische Fahrten“, „Faszination des Bösen“, „Mesmerismus und Hypnose“ oder „Der Kosmos und die Letzten Dinge“, weiterhin die erwähnten Kriminalgeschichten, die Poe nicht als erster betrieben, jedoch in ihrer heutigen Form ausdefiniert und der er den ersten richtigen Ermittler erfunden hat.<br>In der einen oder anderen mehrbändigen Ausgabe wird noch ein Aspekt gewürdigt, der es Deutschland naturgemäß schwer hat. Texte wie<strong> „Froschhüpfer</strong>“ („Hop Frog“) oder <strong>„Der Engel des Wunderlichen“</strong> („The Angel Of The Odd“) werden unter „humoristische Erzählungen“ zusammengefasst.</p>


<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/28c04e0004034ef4a3e2b5adcca35fb2" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/01/19/edgar-allan-poe-2/">Poe und wie er die Welt sah</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Ein verkapptes Loblied auf den Kunstsinn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Nov 2021 21:07:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<category><![CDATA[„Blutschweiß“]]></category>
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		<category><![CDATA[Das Haus des Teufels]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch-französischer Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Edgar Allan Poe]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leon Bloy]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 104. Todestag von Leon Bloy Leon Bloy ist ein Autor, der mit dem (selbst erlebten) Entsetzen seinen Schabernack treibt – die sind mir am liebsten. In seiner Kurzgeschichtensammlung „Blutschweiß“ sind die Gräuel des Deutsch-Französischen Krieges, in dessen Verlauf die &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/11/03/leon-bloy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/11/03/leon-bloy/">Ein verkapptes Loblied auf den Kunstsinn</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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<p>betr.: 104. Todestag von <strong>Leon Bloy </strong><br><br>Leon Bloy ist ein Autor, der mit dem (selbst erlebten) Entsetzen seinen Schabernack treibt – die sind mir am liebsten. In seiner Kurzgeschichtensammlung<strong> „Blutschweiß“ </strong>sind die Gräuel des Deutsch-Französischen Krieges, in dessen Verlauf die Texte entstanden, allzeit gegenwärtig. Aber oftmals vernehmen wir sie nur als Grollen oder Knattern im Hintergrund, treffen wir nur einzelne versprengte Individuen – Zivilisten wie Soldaten -, die diese barbarischen Verhältnisse innerlich oder äußerlich deformiert haben.<br>Besonders amüsant finde ich<strong> „Das Haus des Teufels“</strong>. Dieses vereinzelt stehende Gebäude („Edgar Poe hätte kein düstereres Haus ersinnen können.“) wird „Selbst am hellichten Tag“ von den Menschen gemieden und sogar von den Holzfällern seit Generationen respektiert. Zwei Frauen leben darin, eine alte und eine junge. Es sind die Hinterbliebenen eines Malers („ein selbstbewusster, aufrührerischer und unerschütterlicher Versager“), dessen Werk sorgsam bewahrt wird. Die Wände des Speisesaals sind „von oben bis unten mit einer unendlichen Zahl kleiner, entsetzlicher Bilder“ des verstorbenen Künstlers geschmückt, „in der die Natur auf eine Weise beleidigt wurde, die den Dämon, der sie inspiriert hatte, charakterisierte“. Eines der Bilder, auf dem zwei weinende Frauen einander anschauen, „hätte sogar Dante entmutigt“ und wird als der Gipfel des Abscheulichen beschrieben. Wann immer deutsche Soldaten an die Tür des Hauses klopfen, werden sie scheinheilig hereingebeten und – umgeben von dieser Ausstellung – bewirtet. Zu Dutzenden verlieren sie daraufhin den Verstand, fliehen aus dem Haus und stürzen in einen schlecht abgesicherten Brunnenschacht auf dem Grundstück.<br><br>Was mich an dieser Geschichte geradezu zärtlich anweht, ist die heftige Reaktion der Menschen auf eine beklagenswerte künstlerische Leistung. Der Autor gesteht damit sogar dem Feind eine Wertschätzung der Kunst an sich und also eine Sensibilität zu, wie sie heute restlos ausgestorben ist.<br>Ich möchte in den Brunnen hinabsteigen und die Verdammten trösten, die da hinuntergefallen sind.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/11/03/leon-bloy/">Ein verkapptes Loblied auf den Kunstsinn</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Edgar Allan Poe &#8211; frisch und unbenutzt</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Oct 2021 14:02:07 +0000</pubDate>
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<p>betr.: 172. Todestag von Edgar Allan Poe<br><br>Edgar Allan Poes Erzählungen sind so häufig verfilmt worden, dass sie ein eigenes Genre bilden (in der Fachliteratur werden sie häufig unter diesem Kriterium zusammengefasst). Und doch ist ihre grundlegende Qualität kaum berührt worden. Häufig wurde unter ihren populären Überschriften etwas völlig anderes erzählt – und wie wollte man seine Kurzgeschichten oder das Gedicht<strong> „The Raven“ </strong>auch zu einem abendfüllenden Film machen? Dass Poe schon in den frühen Tagen des Kinos rechtefrei war, hat ihn seit jeher zu einem Autor gemacht, dessen Sujets sich gut ausplündern ließen. Einige der besten Filme nach Poe entstanden in der Stummfilmzeit, wo das Fehlen des Tons zur Surrealität der Atmosphäre beitrug und die Autoren sich vielleicht noch einen letzten Rest von Achtung vor dem Schöpfer der Urtexte bewahrt hatten. <strong>„La Chute de Maison Usher“ </strong>(1928) von Jean Epstein gilt als eines der gelungensten Beispiele.<br>Als im frühen Tonfilm die zweite Horror-Welle durch das Kino rollte, war Poe nur mehr Stichwortgeber. Die frühesten „Adaptionen“, die dem heutigen Publikum noch halbwegs zugänglich sind, dürfte die Reihe von <strong>Roger Corman </strong>sein. Die Filme entstanden in den frühen 60er Jahren, sind aber weniger Literaturverfilmungen, sondern in erster Linie Horrorfilme, in zweiter Vincent Price-Vehikel und in dritter typische Beispiele für die effektive, preisgünstige Arbeitsweise des Produzenten Roger Corman. Der bearbeitende Drehbuchautor war <strong>Richard Matheson</strong>, ein Vollprofi des Phantastischen. Obwohl er seinen Dienst mit der üblichen Sorgfalt versah, entlockte ihm viele Jahre später ein Interviewer das Geständnis, Edgar Allan Poe überhaupt nicht zu mögen. Noch größer sind seine Vorbehalte gegen dessen jüngeren Kollegen <strong>H. P. Lovecraft</strong>: „Ich habe ihn nicht gelesen … erst recht spät, nachdem man mir immer wieder von ihm erzählt hat. Ich fand seine Sachen einfach schwülstig, zu dick aufgetragen. Er redet von Scheußlichkeiten, die einfach zu schlimm sind, um sie zu beschreiben, und fünfzig Seiten später beschreibt er sie dann doch.“ Matheson kritisiert Lovecrafts altmodisch-gruselige Settings, und die dürften ihm auch bei Poe nicht gefallen haben.<br><br>H. P. Lovecraft wurde seltener (und niemals überzeugend) verfilmt*, und wenn, dann wurde sich – wie bei Poe &#8211; unnötig weit von den Vorlagen entfernt. Bei <strong>Bram Stoker</strong> beschränkte sich die Filmwelt bisher auf <strong>„Dracula“ </strong>&#8211; dessen unzählige Bearbeitungen den Stil der Originalerzählung verschmähen – während Stokers restliches Werk noch gar nicht angerührt wurde. Dabei hat sich die Formulierung „… vom Autor von …“ auf Filmplakaten ja offensichtlich bewährt.<br>Tief unten in der Gruft gibt es noch einiges auszugraben.<br>_________________<br>* Eine Ausnahme bilden zwei kurze Episoden der Reihe „Night Gallery“. Mehr zu dieser Serie unter <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/04/28/class-of-99/">https://blog.montyarnold.com/2020/04/28/class-of-99/</a></p>


<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg09.met.vgwort.de/na/4f6e53c21eb54f089f4fbd1596ee4a9f" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/10/07/edgar-allan-poe/">Edgar Allan Poe &#8211; frisch und unbenutzt</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Wie man anzündet</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2020 21:29:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: „Feuer der Freiheit“ von Wolfram EilenbergerEs wird eng im Bücherregal!Erst vor wenigen Jahren geschah die Aufnahme von H. P. Lovecraft in den Kanon der Klassiker der phantastischen Literatur, und seither kann man ihn ganz normal im Buchladen kaufen – &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/10/15/ayn-rand-feuer-der-freiheit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/10/15/ayn-rand-feuer-der-freiheit/">Wie man anzündet</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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<p>betr.: <strong>„Feuer der Freiheit“</strong> von <strong>Wolfram Eilenberger<br></strong><br>Es wird eng im Bücherregal!<br>Erst vor wenigen Jahren geschah die Aufnahme von <strong>H. P. Lovecraft</strong> in den Kanon der Klassiker der phantastischen Literatur, und seither kann man ihn ganz normal im Buchladen kaufen – sogar in guter Übersetzung! Die benachbarte Popkultur plündert ihn so fröhlich wie nie. (Es gibt sogar einen exzellenten Lovecraft-Comic!*) Das war überfällig! Auf Lovecraft hingewiesen haben mich Ende der 70er die <strong>Marvel-Comics</strong>. Da galt er noch als Schund. Heute stellt ihn die Fachwelt mit <strong>E. A. Poe</strong> in eine Reihe.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="360" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/10/RAND122249184_2549816901975973_8909469861587969776_o.jpg?resize=640%2C360&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-16866" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/10/RAND122249184_2549816901975973_8909469861587969776_o.jpg?w=960&amp;ssl=1 960w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/10/RAND122249184_2549816901975973_8909469861587969776_o.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/10/RAND122249184_2549816901975973_8909469861587969776_o.jpg?resize=768%2C432&amp;ssl=1 768w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption>&#8230; und ihr Wiederhall in der Comic-Kunst &#8230;</figcaption></figure>



<p>Ähnlich verhält es sich mit einer russisch-jüdisch-amerikanischen Autorin (auch sie ein alter Marvel-Lesetipp), die  langsam aber sicher bei uns entdeckt und gedruckt wird.<br>In den USA gilt <strong>Ayn Rand</strong> als relevanteste Denkerin der Jahrhundertmitte, hierzulande ist sie bisher bedeutungslos. Im Internet wird sie zumeist als sektiererische raubtierkapitalistische Schwätzerin abgetan.<br>Endlich kann man sie auch auf deutsch lesen (was ich immer hilfreich finde). Das werden ihre Gegner weiterhin unterlassen, denn unter 1000 Seiten macht sie’s nicht.  Ihren Roman „Atlas wirft die Welt ab“ (1600 Seiten, neuer deutscher Titel: „Der Streik“) habe ich erst zur Hälfte durch, trotzdem freue ich mich, dass auch „Der ewige Quell“ (neuer deutscher Titel: „Der Ursprung“) wieder aufgelegt wurde. Zuletzt war er nur als abgegrabbeltes Taschenbuch antiquarisch für einen Mondpreis zu haben. Voriges Jahr brachte das Thalia Theater eine leider völlig überladene Adaption dieses Romans auf die Bühne. In der Einführung entschuldigte sich die Dramaturgin dafür, dass hier einer solchen Fanatikerin ein Forum gegeben werde, aber es handele sich ja immerhin um ein gemäßigtes Frühwerk.<br>Nun wird Rand zusammen mit drei anderen Philosophinnen in einem Buch näher beleuchtet: „Feuer der Freiheit“. Es geht vorwärts.<br><br>Es stimmt schon: Ayn Rand befürwortet den Kapitalismus. Dabei sollte man allerdings bedenken, dass die 1982 verstorbene Erzählerin und Philosophin die Auswüchse nicht vorhergesehen hat, die dieser annehmen würde, wenn er jahrzehntelang keinerlei Zügelung durch den Gesetzgeber erfährt. Stellt man dies in Rechnung, hat Rand mit vielem recht, z.B. damit, dass die real existierenden bzw. demokratisch durchführbaren Alternativen Faschismus und Kommunismus heißen. Dass Rand nicht hellsehen konnte, ist schade aber nicht unehrenhaft. (Okay – Marshall McLuhan, ihr kanadischer Kollege und Zeitgenosse, konnte hellsehen. Aber deswegen wird er hierzulande auch nicht viel häufiger gelesen.) Ayn Rand, diese streitbare lesbische Dame, war offensichtlich eine Romantikerin (was ihr vermutlich selbst nicht bewusst gewesen ist.)<br>Außerdem jedoch und zuallererst ist sie eine tolle Erzählerin! Sie ist keine Meisterin der Verknappung, und das steht ihrer Rezeption etwas im Wege. Die Story, die „Atlas wirft die Welt ab“ antreibt, ist ein wirklicher Thriller, dessen Figuren sich allerdings immer viel Zeit nehmen, miteinander – und mit uns – zu debattieren.<br>Dieser Streit kann jetzt auch im wirklichen Leben losgehen. Und es wäre zur Abwechslung mal einer, der sich lohnen würde.<br><br>______________________<br>* Es gibt inzwischen mehrere Lovecraft-Comics, aber wirklich <em>exzellent </em>ist dieser: <a rel="noreferrer noopener" href="https://blog.montyarnold.com/2015/08/20/o-schrecken-schrecken/" target="_blank">https://blog.montyarnold.com/2015/08/20/o-schrecken-schrecken/</a></p>


<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/f7da96866e86471bb331ad67d9ccb0e0" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/10/15/ayn-rand-feuer-der-freiheit/">Wie man anzündet</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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