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	<title>Franz von Suppé Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Franz von Suppé Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Berliner Luftikus</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Sep 2017 17:43:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 71. Todestag von Paul Lincke Fast alle klassischen Berliner Waldbühnen-Konzerte enden mit dem Marsch von der „Berliner Luft“. Er entstand 1904 für eine gleichnamige Apollo-Revue und wurde später in Paul Linckes heute bekannteste Operette „Frau Luna“ umgebettet. In diesem &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/09/03/berliner-luftikus/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 71. Todestag von <strong>Paul Lincke</strong></p>
<p>Fast alle klassischen Berliner Waldbühnen-Konzerte enden mit dem Marsch von der <strong>„Berliner Luft“</strong>. Er entstand 1904 für eine gleichnamige Apollo-Revue und wurde später in Paul Linckes heute bekannteste Operette <strong>„Frau Luna“</strong> umgebettet. In diesem Marsch – und nicht nur dort – gelingt es dem Komponisten, dem notorischen preußischen Gloria einen kosigen, ironischen Anstrich zu geben. <strong>John F. Kennedy</strong> wünschte sich diesen Titel bei seinem Besuch der geteilten Stadt und erklärte sich dann prompt zum Beeer-liner.</p>
<p>Lincke nimmt eine Ausnahmestellung unter den Operettenkomponisten ein. Trotz seines Ranges als Vater der Berlin-Operette wird er selten gespielt &#8211; und fast nie werkgetreu. Das hat Gründe.<br />
Drei Viertel seiner auf Tonträger eingespielten Titel wurden nett gesagt „neu eingerichtet“ (weniger nett gesagt: ihr Arrangement wurde verfälscht). Gäbe es nicht einige wenige Aufnahmen, auf denen Lincke seine Arbeiten selbst dirigiert, ginge er als Schlager- und Partymusiker durch. Zu den Liebhabern des Meisters, die sich vereinzelt um angemessene Wiederherstellung bemüht haben, gehört immerhin<strong> Christian Thielemann</strong>, ein Star der Hochkultur.<span id="more-8667"></span><br />
Weiterhin gibt es wenige aufführbare abendfüllende Werke von Paul Lincke. Seine Musik erklang häufig als Einlage in geschwätzigen Schwänken oder Einaktern. Damit hatte er den Wünschen des Publikums entsprochen, und als er 1911 mit „Grigri“ endlich eine Operette klassischen Zuschnitts vorlegte (sein 30. Bühnenwerk), erlebte er einen Misserfolg. Diese Pleite hat ihn so demoralisiert, dass er in den ihm noch bleibenden 35 Jahren nur noch 7 weitere Operetten komponierte.<br />
Auch Linckes häufiges Verschieben der Hits von einem Werk in ein anderes erleichtert die heutige Rezeption nicht.</p>
<p>Was ist von seinen 37 Arbeiten heute noch spielenswert? Der systematische Versuch, dies durch die Auswertung verstaubten Materials herauszufinden, steht noch aus. Titel wie „Ihr Sechs-Uhr-Onkel“, „Die gelbe Gefahr“ oder „Stahl und Gold“ (ein Kriegsspektakel) wirken auf die Fachwelt offenbar wenig einladend, zumal das einschlägige Publikum ja seit Jahren mit dem immer wieder durchs Dorf gerittenen „Weißen Rößl“* vollauf zufrieden ist.<br />
Linckes erster großer Erfolg, der Einakter „Venus auf Erden“, enthält zumindest genügend Glanzlichter, um in der Fachliteratur immer wieder erwähnt zu werden; es handelt sich hier um eine Art Gegenstück zu Franz von Suppés „Die schöne Galathée“. Von 1902 stammt Linckes zweiter großer Welthit, das „Glühwürmchen-Idyll“. Eine Reihe von Querschnitten, die uns davon vorliegt, klingt vielversprechend. Der Klavierauszug ist unter http://imslp.org/ einzusehen und herunterzuladen*. Schließlich ist noch „Im Reiche des Indra“ von 1899 zu nennen, von dem zu Linckes 100. Geburtstag ein kleiner Querschnitt vorgelegt wurde.</p>
<p>„Frau Luna“ (ebenfalls 1899 entstanden) durchlief eine Reihe von Umarbeitungen, um den Einakter zur abendfüllenden Revue-Operette aufzublähen. Eine wichtige Station war die Fassung von 1922, denn neben der schon erwähnten „Berliner Luft“ wurde in diesem Jahr auch „Schenk mir doch ein kleines Bisschen Liebe“ ins Repertoire eingefügt. Doch der Erfolg kam erst 1935 mit der bis heutige gültigen Form des Werkes. 1976 entstand im Auftrag des ZDF eine „Frau Luna“-Filmversion in Stereo und Agfacolor, die nicht nur wegen ihrer Besetzung mit den damaligen Berliner Boulevardgrößen sehenswert ist (Ingeborg Hallstein sorgt für den guten Ton). Sie sticht mit ihrem Witz und der originellen Inszenierung angenehm aus der Miefigkeit der damaligen TV-Operettenverfilmungen heraus, die zum heutigen schlechten Ruf des Genres ganz wesentlich beigetragen haben.</p>
<p>Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs war Paul Lincke auch deshalb so wenig produktiv, weil sein radikal unsentimentaler Berliner Possenhumor aus der Mode kam. Der aufkommende große Operngestus lag ihm nicht. In Linckes nun folgender 23jähriger Schaffenspause verstrich die große Ära der Berliner Revuen und Amüsierpaläste, in der Fritzi Massary der größte Star gewesen ist, und die mit der Machtergreifung der Nazis zuendeging. 1940 leistete sich der Komponist eine allerletzte verzweifelte Übung im modernen Stil. Doch „Ein Liebestraum“ kam auch dafür zu spät: die Ära der Operette war längst zuende.</p>
<p>Das Kriegsende erlebte Paul Lincke in Marienbad. Als er 1946 nach Berlin zurückkehren wollte, war seine Wohnung niedergebrannt und ihm fehlten die nötigen Zuzugspapiere für eine Rückkehr in die Stadt. Dass er überhaupt nach Deutschland ausreisen durfte, verdankte er einem amerikanischen Panzergeneral, der sich noch dankbar an den „Glow Worm“ erinnerte. Paul Lincke starb heimwehgeplagt in Hahnenklee im Harz – immerhin in einer Villa.</p>
<p>_____________________<br />
* … eine Datenbank für Noten, deren Urheberrechte abgelaufen sind, eine fabelhafte Sache!<br />
** Eine späte Berlin-Operette von Ralph Benatzky und Kollegen, die unsere Operetten-Spielpläne überwuchert wie ein Brombeergestrüpp.<strong><img decoding="async" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/d131848361d348b1b49679c138a2af75" alt="" width="1" height="1" /></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Broadway&#8217;s Like That (33): Die Leute vom Theater</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2016 18:06:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>9. Cole Porter &#8211; Der spitzfindige Gentleman (3) Gut ein halbes Dutzend erfolgreicher Musicals, die meisten mit Ethel Merman, ließ Porter noch auf „Anything Goes“ folgen. Mitte der 40er Jahre riß die Erfolgssträhne ab. Seine Musiktheaterkarriere schien beendet. Kein Wunder, &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/11/14/broadways-like-that-33-die-leute-vom-theater/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>9. Cole Porter &#8211; Der spitzfindige Gentleman</strong> (3)</p>
<p>Gut ein halbes Dutzend erfolgreicher Musicals, die meisten mit <strong>Ethel Merman</strong>, ließ Porter noch auf <strong>„Anything Goes“</strong> folgen. Mitte der 40er Jahre riß die Erfolgssträhne ab. Seine Musiktheaterkarriere schien beendet. Kein Wunder, dass er zunächst zögerte, als er für ein Musical nach Shakespeares <strong>„Der Widerspenstigen Zähmung“</strong> gewonnen werden sollte, zumal die Anforderungen an einen Musical-Autoren inzwischen gewachsen waren. „Die Libretti sind viel besser, und die Musik steht in viel engerer Verbindung zum Libretto als früher“, erkannte Porter. Durch das Beispiel seines Freundes und Bewunderers <strong>Irving Berlin</strong> ermutigt &#8211; der sich ja auch zuerst hatte nicht so recht an <strong>„Annie Get Your Gun“</strong> wagen wollen &#8211; schrieb Porter 1948 sein <strong>Shakespeare-Musical</strong>:<strong> „Kiss Me Kate“</strong> natürlich, das sein Meisterwerk und ein Welterfolg wurde.<br />
Patricia Morrison, die „Kate“ der Uraufführung, war nicht die erste Wahl. Porters letzte Misserfolge hatten die Broadway-Diven zögern lassen. Sowohl <strong>Jarmila Novotna</strong> als auch <strong>Mary Martin</strong> waren vergeblich für diese Hauptrolle angefragt worden – und werden sich hinterher geärgert haben.<br />
<span id="more-6520"></span></p>
<p>Sein Libretto von Sam &amp; Bella Spewack bedient sich des Kunstgriffs des Theaters auf dem Theater. Es handelt von einer Theatertruppe, die Shakespeares musikalisiertes Stück im Baltimore der Gegenwart von 1948 aufführt. Den Geschlechterkampf bei Shakespeare setzen die beiden Hauptdarsteller dann auch in ihrem Privatleben fort. Es wird also auf zwei Ebenen gestritten: in Baltimore und in Shakespeares Padua. Für Porter eröffnete sich damit die Möglichkeit, musikalisch und sprachlich auf verschiedenen Stilebenen operieren zu können, sie zu kontrastieren oder ironisch zu vermischen.<br />
Das bluesgefärbte „Why Can’t You Behave“ etwa gehört ganz zur Broadwaysphäre. Ins Shakespeare-Stück führt uns Petruchio, der davon singt, dass er sich in Padua reich verheiraten will: „I’ve Come To Wive It Wealthily In Padua”. Durch einen Pavan-Rhythmus antiquisiert Porter hier auch musikalisch.<br />
Tom, Dick Or Harry &#8211; Hinz und Kunz also &#8211; als die Shakespeares Bianca ihre drei Bewerber spielerisch betitelt, gehören natürlich in die Alltagssprache der Gegenwart. Sprachlich wie musikalisch pendelt Porter hier amüsant zwischen Padua und Baltimore, zwischen Madrigal und Foxtrot.<br />
„Wunderbar“, die brillante Parodie eines schmalzigen Walzers, passt wohl weder nach Baltimore noch nach Padua.<br />
„Wunderbar“, der berühmteste amerikanische Wiener Walzer überhaupt, deutet an, dass wir mit „Kiss Me Kate“ im Spätwerk Cole Porters angekommen sind. Trotz einiger heißer Jazz-Nummern wendet sich der Meister hier vom klassischen Musical-Sound ab und der Operette à la Strauß, Suppé und Offenbach zu.<br />
Dabei war dieser Stil nach dem Kriege soeben aus der Mode gekommen – sogar in Europa, seiner Heimatregion.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4804" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="Forts. folgt" width="640" height="42" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/11/14/broadways-like-that-33-die-leute-vom-theater/">Broadway&#8217;s Like That (33): Die Leute vom Theater</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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