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	<title>IFPI Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>IFPI Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Richard Kummerfeldt &#8211; An den Rändern der Traumfabrik (10)</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Oct 2019 10:53:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Fortsetzung vom 28.9.2019 Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/10/06/richard-kummerfeldt-an-den-raendern-der-traumfabrik-10/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Fortsetzung vom 28.9.2019</em></p>
<p><em>Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt der käuflichen Filmmusik, die Seele des Sammlers (heute „Nerd“), die Finessen des sich wandelnden Urheberrechts und erzählt von der Arbeit mit schwierigen Bürohengsten und Künstlerpersönlichkeiten in den 90er Jahren.</em></p>
<p><strong>Eine Lücke im Urheberrecht</strong></p>
<p>Mit Ingo hatte ich vor dem anstehenden <strong>WEA</strong>-Termin kurz über die Strategie gesprochen. Eigentlich einfach: sich dumm stellen, Bedauern zum Ausdruck bringen und eine mögliche Straflizenz akzeptieren. Bloß keine Klage riskieren! Einen Prozess hätte Ingo mit Pauken und Trompeten verloren, und das Ganze hätte auch Auswirkungen auf den Verlag gehabt, wäre im <strong>„Musikmarkt“</strong>* breitgetreten worden und Ingo (und vielleicht auch ich) wären zu <em>personae non grata</em> erklärt worden. Die Anwältin &#8211; ihr Name war übrigens Christina Haralambidis, eine griechische Schönheit &#8211; zeigte sich weniger rabiat, als ihr Schreiben an Ingo vermuten ließ, und wir kamen vergleichsweise glimpflich aus der Nummer raus. Ingo musste eine Straf-Lizenz von etwa 10 Mark je verkaufter CD zahlen, der Rest sollte vernichtet und die Überbleibsel bei der WEA abgegeben werden. Das war´s dann. <span id="more-14545"></span><br />
Am Abend taten uns die Hände weh, denn es ist gar nicht so einfach, ein paar hundert CDs mit der bloßen Hand zu zerbrechen.<br />
Ingo versuchte sich danach nicht weiter an internationalen Titeln, bis … ja bis ich mit Tsunami auf den Markt kam. Aber bis dahin sollten noch zwei Jahre ins Land gehen. Und Frau Haralambidis sollte ich nach der Cannes-Episode eine nicht mehr wiedersehen &#8211; wohl aber rund zwölf Jahre später noch einmal mit ihrem Namen konfrontiert werden. Und der gute Herr Kukuk hat niemals ein Wort darüber verloren, dass ich seinerzeit unter fremden Namen bei der WEA gesegelt bin.</p>
<p>Wie aber kam ich nun zu meinem tüchtigen Anwalt? Nach meinem Besuch bei der IFPI war ich der festen Überzeugung, von Herrn Kukuk nie mehr etwas zu hören. Im Frühjahr 1992 erhielt ich zu Hause einen Anruf von ihm. Wenn ich noch Interesse daran hätte, wie die „Wanderers“-CD entstanden sei, könnten wir uns auf eine Tasse Kaffee treffen. Inzwischen könne er mir mehr zu dem Thema sagen. Und ich hatte Interesse!<br />
Wir trafen uns also im Mövenpick im Hanseviertel, und er wusste ganz Erstaunliches zu berichten. &#8211; Für alle diejenigen, die die große Diskussion seinerzeit nicht mitbekommen haben, hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung: zum damaligen Zeitpunkt (und so ist es auch noch heute, nur wurde die Frist verlängert), unterteilte sich das Urheberrecht in zwei Kategorien: Das Recht des Autors (also des Komponisten) war 70 Jahre über den Zeitpunkt seines Todes hinaus geschützt (ein Privileg, von dem auch heute noch die Kinder und Kindeskinder der Komponisten gut leben können). Das Recht des Produzenten der fertigen Musik erlosch nach 25 Jahren. Um es leicht verständlich zu machen: Anfang der 90ger Jahren wurden die ersten Beatles-Titel frei, ein Millionengeschäft (oder –verlust) für die EMI, bzw. für die unabhängigen kleinen Plattenfirmen, die nun diese Titel nutzen konnten. Und in den USA stand der Disney-Konzern vor dem Problem, dass Donald Duck und Micky Maus frei wurden. Die Branche lief Sturm, um nicht zu sagen: Amok! Aber es sollte noch bis zum 1. Juli 1995 dauern, bis das Urheberrecht in Deutschland geändert wurde. Eine Zeit, die es zu nutzen galt.</p>
<p>Herr Kukuk klärte mich auch darüber auf, dass die Lüneburger Firma Jahre vorher in Abstimmung mit den großen deutschen Schallplattenfirmen einen Musterprozess geführt hatte, um die Rechtslage ein für alle Mal zu klären. Welch faszinierender Ausblick! Und Herr Kukuk, der seinen Job bei der IFPI aufgegeben hatte, würde also mein Anwalt werden.<br />
_____________<br />
* Wichtiges Fachmagazin für die Tonträgerbranche<br />
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		<title>Richard Kummerfeldt &#8211; An den Rändern der Traumfabrik (6)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Sep 2019 13:58:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
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		<category><![CDATA[Urheberrecht - Filmmusik (90er Jahre)]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fortsetzung vom 30.8.2019 Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/09/06/richard-kummerfeldt-an-den-raendern-der-traumfabrik-6/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Fortsetzung vom 30.8.2019</em></p>
<p><em>Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt der käuflichen Filmmusik, die Seele des Sammlers (heute „Nerd“), die Finessen des sich wandelnden Urheberrechts und erzählt von der Arbeit mit schwierigen Bürohengsten und Künstlerpersönlichkeiten in den 90er Jahren.<br />
</em></p>
<p><strong>Ein Loch im Lattenzaum<br />
</strong><br />
Nach diesem Schnellschuss machte ich mich an die nächsten Titel von General Music. Das Weihnachtsgeschäft beginnt halt schon im September.<br />
„The Wanderers“ hatte ich zuletzt erfolgreich verdrängt und das Projekt nach der letzten Absage von Warner Bros. USA im Grunde auch abgeschrieben, als mir Peter Kiefer, seinerseits Leiter des Außendienstes, an einem verregneten Herbsttag freundlich lächelnd die CD auf den Tisch legte. Ein Billiglabel aus Lüneburg hatte die CD gerade auf den Markt gebracht. Was konnten die, was ich nicht konnte? <span id="more-14332"></span><br />
Etwas ratlos suchte ich die CD nach der obligatorischen Zeile „Manufactured under licence from …“ ab. Aber da war nichts. Absolut nichts. Sollte ich ein Bootleg in meinen Händen halten? Meine Nachfrage bei Proton wurde mit einem Schulterzucken beantwortet. Ich schaute mir daraufhin andere Produkte aus diesem Hause an und stellte fest, dass nicht ein Produkt einen Hinweis auf den Lizenzgeber trug.<br />
Sehr merkwürdig. Was war das Geheimnis dahinter?<br />
Da ich an meinem Arbeitsplatz keine Antwort bekam, wandte ich mich an die IFPI. (Das ist die „Spitzenorganisation der Phonographischen Wirtschaft“ die mit Argusaugen darüber wacht, dass in Deutschland keine „schwarz“-gepressten Tonträger in den Handel kommen. Die sollten mal nach Ecuador kommen, sie könnten hier locker an einem einzigen Tag hunderte von Existenzen vernichten!) Ohne mein Anliegen zu verraten, besorgte ich mir einen Termin bei deren Anwalt. Bewaffnet mit meinem ganzen Schriftverkehr bezüglich des Titels und der CD, machte ich mich auf den Weg. Freundlich empfing mich der Rechtsanwalt, ein Dr. Gerd Kukuk. Geduldig hörte er sich meine Geschichte an, um dann anschließend zu erklären, er kenne diese Firma in Lüneburg, und wenn sie die CD veröffentlicht hat, wird sie schon entsprechende Verträge haben – eine erstaunlich gelassene Reaktion. Wir waren schon bei der Verabschiedung, als er meine Büro- und auch meine Privattelefonnummer haben wollte. Ich gab ich ihm beides, und der Herr Dr. Kukuk meinte, wenn er irgendetwas in Erfahrung brächte, würde er mich anrufen. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass ich von Herrn Kukuk nie wieder etwas hören würde. So kann man sich irren.</p>
<p>Ich machte also weiter, wo ich aufgehört hatte. Von Edition Dreyfus lizensierte ich noch „Der Mann, der aus dem Regen kam“ und  das Hossein-Epos „Ich tötete Rasputin“, ein genialer Flop übrigens.<br />
Ich hätte lieber „Sheherazade“ gemacht, eine wirklich farbenprächtige Musik. Aber den Lizenzinhaber konnte ich niemals ausfindig machen. Die Nürnberger Symphoniker hatten übrigens Jahre vorher eine Konzertfassung dieser Musik eingespielt. Im Auftrag des Schahs von Persien. Aber bevor der Schah sein Auftragswerk entgegennehmen konnte, musste er ins Asyl flüchten und hatte fortan andere Probleme. Colosseum veröffentlichte „Sheherazade“ mit den anderen Schah-Titeln in einer Box. Der mäßige Verkaufserfolg dieser Box machte dem Verantwortlichen Armin Luther wenig Appetit, diese Musik als Einzel-CD zu veröffentlichen. Vermutlich hatte er Recht. Wem wollte man diesen Tonträger mit einem in Deutschland weitgehend unbekannten Komponisten und der Musik zu einem längst vergessenen Film schon verkaufen? Der Sammler – das unbekannte Wesen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4804" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="Forts. folgt" width="640" height="42" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<p><em> </em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/09/06/richard-kummerfeldt-an-den-raendern-der-traumfabrik-6/">Richard Kummerfeldt &#8211; An den Rändern der Traumfabrik (6)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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