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	<title>Kitschfarben Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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		<title>Geometrie bei Gilbert Keith Chesterton</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 19:25:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Schreiben für Film, Funk und Fernsehen Was dem breiten Publikum des Filmregisseurs Wes Anderson als simples Wiedererkennungsmerkmal genügt, um großes Entzücken auszulösen („Hui, einen Film dieses Regisseurs erkenne ich auf den ersten Blick!“), setzte der verstorbene Krimiautor Gilbert Keith &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/07/23/30714/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>betr.: Schreiben für Film, Funk und Fernsehen<br><br><em>Was dem breiten Publikum des Filmregisseurs <strong>Wes Anderson</strong> als simples Wiedererkennungsmerkmal genügt, um großes Entzücken auszulösen („Hui, einen Film dieses Regisseurs erkenne ich auf den ersten Blick!“), setzte der verstorbene Krimiautor Gilbert Keith Chesterton als raffiniertes Stilmittel ein: Geometrie. Das Raffinement des Zweiteren besteht in der Wichtigkeit dieser Strukturen für das Werk. Während die Geometrie bei Anderson (im Verein mit einer Palette kitschiger Sepiatöne) eine reine Blendgrante ist, hat sie bei Chesterton zumeist große Wichtigkeit für die Handlung, die sich innerhalb dieser Linien und Perspektiven abspielt.<br>Selten sind sie lediglich reiner Zierrat, um den Text zu eröffnen, etwa hier:</em><br><br>Zwischen dem Silberstreifen des morgendlichen Himmels und dem grünen, glänzenden Streifen des Meeres legte der Dampfer in Harwich an.<br><em> &#8222;Das blaue Kreuz&#8220;</em><br><br><em>Diesen Ort der Ankunft werden wir gleich wieder verlassen, um die Charaktere anderswo zu treffen. Doch spätestens diese Begegnung geschieht in einem Ambiente, dessen Beschreibung der Autor eine Präzision angedeihen lässt, die er sonst nur auf das Erscheinungsbild seiner Charaktere verwendet.*<br></em><br>Das Dörfchen Bohun Beacon lag auf einem so steilen Hügel, daß sein hoher Kirchturm nur eine Bergspitze zu sein schien. Am Fuß der Kirche stand eine Schmiede, die gewöhnlich von rotem Feuerschein erleuchtet und immer mit Hämmern und Eisenstücken übersät war; ihr gegenüber, jenseits einer Kreuzung holpriger Wege, befand sich „Der blaue Eber“, das einzige Wirtshaus des Ortes. An diesem Kreuzweg trafen sich beim ersten Schimmer eines bleiernen und silbernen Tages zwei Brüder …<br><em>„Der Hammer Gottes“<br></em><br>Irgendwo in Brompton oder Kensington draußen gibt es eine unendlich lange Straße, auf deren Seite sich je eine Reihe großer und stattlicher, aber meist unbewohnter Häuser hinzieht, Häuser, die aussehen wie Grabkammern. Sogar die Treppen, die zu den dunklen Eingangstüren hinaufführen, gleichen denen, wie man sie an Pyramiden findet; und wenn man schließlich vor einer dieser Türen steht, zögert man anzuklopfen, denn man hat das dunkle Gefühl, als müsse einem von einer Mumie geöffnet werden. Noch deprimierender an dieser Straße aber ist ihre unendliche Länge und das monotone Aufeinanderfolgen der grauen Fassaden. Wenn man die Straße so durchwandert, hat man den Eindruck, als komme nie eine Unterbrechung in der langen Reihe der Häuser, nie eine Ecke. Und doch – eine einzige Ausnahme gibt es, und der bedrückte Straßenwanderer begrüßt sie mit erleichtertem Aufatmen. Zwischen zweien dieser Häuser gibt es eine Lücke; sie ist im Vergleich zur Länge der Straße nur ein Spalt, eine Türritze, aber doch groß genug für ein winziges Gasthaus, das die Reichen dieser Straße ihren Stallburschen gerade noch genehmigen. (…) Zu den Füßen der grauen Steinriesen sieht die Schenke wie ein hellerleuchtetes Zwergenhäuschen aus.<br><em>„Cäsars Kopf“<br></em><br>„ … Da durchblitzte mich die Vorstellung, ein Unbekannter würde mich von den Dünen her anstarren. Eine Sekunde später glaubte ich doch eher an einen Streich meiner Nerven, denn der Mann war nur als ein kleiner schwarzer Punkt am Horizont zu erkennen, und es war kaum anzunehmen, daß er mich deutlicher sehen konnte. Was ich sicher erkennen konnte, war eine unbewegte Gestalt, die mit schräg geneigtem Kopf in die Gegend schaute. Es gab keinen logischen Beweis, dass er nach mir ausschaute &#8211; vielleicht betrachtete er ein Schiff, das Spiel der Möwen, erfreute sich am Sonnenuntergang oder beobachtete einen der anderen Menschen, die sich am Strand aufhielten. Aber meine Befürchtung erwies sich als richtig, denn als ich nun genauer hinsah, bewegte er sich weit ausschreitend über den nassen Sand geradewegs in meine Richtung. Als er näher kam, konnte ich erkennen, dass er dunkelhaarig und bärtig war und die Augen mit einer dunklen Brille verdeckte. Er war ärmlich aber recht ordentlich ganz in Schwarz gekleidet, angefangen beim alten Zylinder auf seinem Kopf bis zu den festen Stiefeln an seinen Füßen. Ohne auf dieses Schuhwerk zu achten, marschierte er in das Wasser hinein und kam mit der Gleichmäßigkeit eines abgefeuerten Geschosses auf mich zu …“<br><em>„Cäsars Kopf“<br></em><br>In dem kühlen, blauen Zwielicht zweier steiler Straßen in Camden Town glühte die Konditorei an der Ecke wie das Ende einer Zigarre.<br><em>&#8222;Der Unsichtbare&#8220;<br></em><br>Das Auto des Mannes war klein und flink, genau wie er. (…) Das Gefühl von etwas Kleinem, Dahinfliegendem wurde besonders deutlich, als sie so in dem ersterbenden, aber klaren Abendlicht die langen weißen Straßenwindungen entlangschwebten. Bald wurden die weißen Kurven schärfer und schwindelerregend. Sie bewegten sich in aufsteigenden Spiralen, wie es in den modernen Religionen heißt. Denn nun waren die beiden wirklich auf dem Gipfel eines Teiles von London, der ebenso steil abfällt wie Edinburgh, wenn er auch nicht ganz so malerisch ist. Terrasse erhob sich über Terrasse, und der Wohnblock, dem sie zustrebten, stieg – von der Abendsonne vergoldet – zu fast ägyptischer Höhe an.<br>Doch als sie um die Ecke bogen und in das Häuser-Halbrund fuhren, das den Namen „Hymalaiah Mansion“ trägt, änderte sich das Bild so jäh wie wenn sich plötzlich ein Fenster auftut, denn dieser Haufen Mietshäuser lag über London wie über einem grünen Schiefersee. Die buschige Umzäunung auf der anderen Seite des Kies-Halbrunds gegenüber dem Häuserblock glich eher einer Hecke oder einem Damm als einem Garten, und etwas tiefer floss ein künstlich angelegter Wasserstreifen, eine Art Kanal, sozusagen der Wallgraben dieser verborgenen Festung.<br><em>&#8222;Der Unsichtbare&#8220;<br></em><br><em>Bis in die Auslösung des Rätsels hinein wichtig ist die Topografie des Schauplatzes dieses Abenteuers:<br></em><br>Die beiden Männer tauchten gleichzeitig an den gegenüberliegenden Enden einer Art Galerie auf, die an einem Seitenflügel des Apollo-Theaters in Adelphi entlangführte. Das Licht der hereinbrechenden Dämmerung fiel satt und leuchtend in die Straßen. Im Vergleich dazu war die Galerie dunkel, so daß einer den anderen in der Entfernung nur als schemenhaften Umriß ausmachen konnte.<br><em>„Der Mann auf der Galerie“.<br><br></em>_____________<br>* siehe auch die Reihen „Wohnwelten“ und „So siehst Du aus!“betr.: Schreiben für Film, Funk und Fernsehen</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/07/23/30714/">Geometrie bei Gilbert Keith Chesterton</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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