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	<title>Kunstkopf-Stereophonie Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Kunstkopf-Stereophonie Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Technicolor für die Ohren – Die Kunstkopf-Stereophonie (3/3)</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2021 19:22:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Fortsetzung vom 5.9.2021 Ein anderer Mangel ist inzwischen längst überwunden. Die frühen Kunstkopf-Aufnahmen klingen mangelhaft, wenn man sie am Lautsprecher hört („sub-optimal“, wie man heute sagen würde): ihr Klang ist hohl, und sie wirken untersteuert. Man vergleiche „Demolition“ oder diese &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/09/06/kunstkopf-stereophonie-3-3/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p><em>Fortsetzung vom 5.9.2021</em><br><br>Ein anderer Mangel ist inzwischen längst überwunden. Die frühen Kunstkopf-Aufnahmen klingen mangelhaft, wenn man sie am Lautsprecher hört („sub-optimal“, wie man heute sagen würde): ihr Klang ist hohl, und sie wirken untersteuert. Man vergleiche „Demolition“ oder diese Aufnahme von einem Kunstkopf-Live-Album des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch …</p>


<audio class="wp-audio-shortcode" id="audio-18864-1" preload="none" style="width: 100%;" controls="controls"><source type="audio/mpeg" src="https://blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2021/09/Nicht-Kindskopf-sondern-Kunstkopf.mp3?_=1" /><a href="https://blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2021/09/Nicht-Kindskopf-sondern-Kunstkopf.mp3">https://blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2021/09/Nicht-Kindskopf-sondern-Kunstkopf.mp3</a></audio>


<p><em>„Kunstkopf, nicht Kindskopf“ aus „Nachtvorstellung“, Hamburger Schauspielhaus 1976</em></p>



<p>… mit diesem Trailer zu einem erratischen Beitrag von 2013.</p>



<p></p>


<audio class="wp-audio-shortcode" id="audio-18864-2" preload="none" style="width: 100%;" controls="controls"><source type="audio/mpeg" src="https://blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2021/09/Kauf_Trailer.mp3?_=2" /><a href="https://blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2021/09/Kauf_Trailer.mp3">https://blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2021/09/Kauf_Trailer.mp3</a></audio>


<p><em>Radiotrailer für das Kunstkopf-Hörspiel „Der Kauf“ von Paul Plamper.*</em><br><br>Wer eines der späten Kunstkopf-Hörspiele am Lautsprecher verfolgt, verpasst zwar den grandiosen Effekt, hat aber darüberhinaus ein ungetrübtes Hörerlebnis.<br><br>Die Kunstkopf-Produktionen gingen mehr und mehr zurück. Heute kann mit dem Begriff, selbst auf den Fluren der Funkhäuser, kaum noch jemand etwas anfangen.<br>In den 90er Jahren entstanden so viele Titel wie im ersten Jahr nach der Einführung. Die letzten versprengten Produktionen hatten häufig Performancecharakter, es war viel vom „Stadtraum“ die Rede, in den etwas gesetzt werde, von „Aktionen“, von Projekten mit gesellschaftspoltischer Relevanz. Dabei würde jede Erzählung vom klassisch erzählten Kammerspiel bis zur phantastischen Geschichte von diesen klanglichen Vorzügen profitieren.  Dann verschwand der „augenlose Kopf“ vollständig aus den Hörspielstudios. Zum Glück wurde er nicht verschrottet wie die die Bandmaschinen und die alten Mikrofone. Es ist theoretisch möglich, ihn wieder herauszusuchen.  <br>Zumal sich die Rezeptionsbedingungen in den letzten 50 Jahren gewaltig verändert haben. Die Nutzung von Kopfhörern ist in unserer Zeit der mobilen Abspielgeräte, die auch auf Mediatheken zugreifen können, nicht mehr die Ausnahme, sondern der Regelfall.<br>Andererseits ist unsere Produktionsmentalität heute von jenem frühen Morgen in Zehlendorf denkbar weit entfernt. An eine „ökonomische“ Arbeitsweise wie sie mittlerweile bei Hörspiel-Aufnahmen für Tonträger üblich ist – das auch im Synchron geläufige „Ixen“ einzelner Sprecher, die erst später zusammengemischt werden, die Möglichkeit, einzelne Sprecher auszutauschen weil einer der zahlreichen Mitverantwortlichen es wünscht, das Mogeln, um einzelne Fehlleistungen zu retuschieren … – ist bei einer Kunstkopf-Produktion von vorneherein ausgeschlossen.<br>____________________________<br>* Siehe dazu auch <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/06/30/paul-plamper-der-kauf/">https://blog.montyarnold.com/2021/06/30/paul-plamper-der-kauf/</a></p>


<p><img decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/720d58863f174310a7339c6c38626899" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/09/06/kunstkopf-stereophonie-3-3/">Technicolor für die Ohren – Die Kunstkopf-Stereophonie (3/3)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Technicolor für die Ohren – Die Kunstkopf-Stereophonie (2/3)</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2021 19:24:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Fortsetzung vom 3.9.2021 In den Hörspielredaktionen war man Anfang der 70er Jahre von diesem Qualitätssprung hellauf begeistert, der vom Konsumenten mit gewöhnlichen Kopfhörern genossen werden konnte. Der Hörspielregisseur Ulrich Gerhardt (Leiter der Abteilung Wortproduktion beim RIAS Berlin 1970-80) war es, &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/09/05/kunstkopf-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/09/05/kunstkopf-2/">Technicolor für die Ohren – Die Kunstkopf-Stereophonie (2/3)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><p><em>Fortsetzung vom 3.9.2021</em><br><br>In den Hörspielredaktionen war man Anfang der 70er Jahre von diesem Qualitätssprung hellauf begeistert, der vom Konsumenten mit gewöhnlichen Kopfhörern genossen werden konnte. Der Hörspielregisseur <strong>Ulrich Gerhardt </strong>(Leiter der Abteilung Wortproduktion beim <strong>RIAS Berlin </strong>1970-80) war es, der der neuen Technik den Weg in die Rundfunksender ebnete. Zur Präsentation auf der <strong>Berliner Funkausstellung 1973</strong> und zur Ausstrahlung auf RIAS, BR und WDR wurde der amerikanische Science-Fiction-Krimi <strong>„Demolition“ </strong>als erstes Kunstkopf-Hörspiel weltweit aufbereitet. <strong>Alfred Bester</strong>s zugrundeliegender Roman <strong>„The Demolished Man“</strong> von 1953 spielt im 24. Jahrhundert: Telepathie wird zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt, und die beiden letzten Wirtschaftsimperien des Sonnensystems bekriegen sich. Das Hörspiel hatte nicht nur die abendfüllende Länge von 100 Minuten (üblich sind maximal 55 Minuten, um problemlos ins Sendeschema zu passen), seine Besetzung wartete auch mit einigen der beliebtesten Synchronsprecher auf:&nbsp; <strong>Gert Günther Hoffmann</strong>, <strong>Arnold Marquis</strong> und <strong>Friedrich W. Bauschulte</strong>.</p><span id="more-18862"></span></p>



<p>Ulrich Gerhardt, der in den nächsten Jahren zum Spezialisten für die Kunstkopf-Regie werden sollte, konnte bei „Demolition“ noch auf keinerlei Erfahrungswerte zurückgreifen. Von vorneherein war ihm nur eines klar, wie er 2013 dem BR erzählte: „dass der Kunstkopf Räume braucht. Und diese Räume müssen so interessant und so unterschiedlich wie möglich sein.“ Im Studio konnte eigentlich nur gemischt und geschnitten werden, die eigentlichen Aufnahmen brauchten, wie beim Film, <em>Schauplätze</em>. Zunächst fand man diese im Funkhaus &#8211; in den Gängen und im Treppenhaus. Für eine planetarische Open-Air-Szene zog das Team in den frühen Morgenstunden in einen Garten in Zehlendorf, wo eben die Vögel zu zwitschern begannen. Viel musste mit der Distanz zum Mikrofon experimentiert werden, mit dem Winkel, in dem sich die Schauspieler auf den Kunstkopf zubewegten usw. (Das Schneiden von einem Teil der Szene in den anderen ist bei diesem Erstlingswerk noch nicht zufriedenstellend und sollte sich rasch bessern.) Hinzu kam, dass der Kunstkopf überaus empfindlich ist (ähnlich wie die hochauflösenden Kameras unserer Tage) und nicht nur das aufnimmt, was er soll. An Originalschauplätzen wimmelt es naturgemäß von Nebengeräuschen.<br>Der sensationelle Effekt dieser Mühen rechtfertigte jedoch alle Begeisterung der Hörspielmacher.</p>



<p>Im ersten Jahr nach dem Erfolg von „Demolition“ entstanden 15 Kunstkopf-Hörspiele in den Ateliers der ARD sowie beim ORF und beim Rundfunk der DDR, bis zum Ende der 70er Jahre waren es rund 60. Einige dieser Produktionen machten Furore, es wurden sogar Remakes von „Hörspiel-Klassikern“ hergestellt. Ulrich Gerhardt glaubte an den dauerhaften Erfolg der Technologie und erwartete sogar ihre Anwendung bei Gesprächsrunden, im Feature und in der Reportage. In der Musik rechnete er mit spannenden Konzept-Alben. Das sollte sich nicht bewahrheiten, und auch im Hörspiel ließ Begeisterung nach einigen Jahren wieder nach. Bis in die 80er Jahre hinein gab es immer wieder ambitionierte Projekte – besonders beim RIAS und dem Rundfunk der DDR -, doch die Kunstkopf-Stereophonie konnte sich langfristig nicht als reguläres Produktionsverfahren etablieren und im ausgestrahlten Programm halten.<br><br>Der erhöhte Aufwand schlug sich auch in der Disposition nieder. Für ein Mono-Hörspiel wurden regulär fünf Tage veranschlagt, für eines in Stereo zehn. Nun verdoppelte sich wiederum die Produktionszeit &#8211; mindestens.<br>Und eine Banalität wurde zum Ärgernis: die Notwendigkeit von Stereo-Kopfhörern, um in den Genuss des Raumklangs zu kommen.<br>Zunächst sprachen die Anmoderationen von einer “kleinen Unbequemlichkeit“, die bald überwunden werden würde (ein Irrtum). Vor der Ausstrahlung eines Kunstkopf-Hörspiels wurde mit deutscher Gründlichkeit die richtige Verteilung der Kanäle auf rechts und links angemahnt, die Einstellung des Balance-Regler, der Höhen- und Tiefenregler genau auf die Mitte. Die Einweisung gipfelte in der herrlichen Aufforderung: „Stellen Sie bitte Ihr Gerät so ein, dass ich aus einer Entfernung von etwa eineinhalb Meter zu Ihnen zu sprechen scheine!“ Die Wahl der richtigen Lautstärke fand man nämlich auch sehr wichtig.<br><br>Wer all diese Anweisungen befolgte, hatte noch ein bis heute ungelöstes Problem: der Rundum-Sound kommt tatsächlich aus allen Richtungen, mitunter sogar von oben, aber nicht von vorne. Ulrich Gerhardt hat dieser Mangel keine Ruhe gelassen, den auch die Erfinder des Verfahrens nicht&nbsp; hatten beheben können. Er kam zu dem Ergebnis, dass die Ursache in der Funktionsweise des menschlichen Ohres liegt. Es sortiert eine Klang-Information, zu der es kein Bild gibt, automatisch nach hinten in den Toten Winkel. Diese evolutionäre Gesetzmäßigkeit ist unveränderlich.</p>



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<p><img decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/bce9d58303184b96b3e34968a75fd79c" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/09/05/kunstkopf-2/">Technicolor für die Ohren – Die Kunstkopf-Stereophonie (2/3)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Technicolor für die Ohren – Die Kunstkopf-Stereophonie (1/3)</title>
		<link>https://blog.montyarnold.com/2021/09/03/kunstkopf/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2021 19:52:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Erstsendung des ersten Kunstkopf-Hörspiels „Demolition“ Ende der 60er Jahre trat der Stereoton seinen Siegeszug im Hörspiel an und wurde dort freudiger begrüßt als zuvor in Klassik und Popmusik, wo es einige prominente Zweifler gab.** Der SfB hatte bereits 1963 &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/09/03/kunstkopf/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/09/03/kunstkopf/">Technicolor für die Ohren – Die Kunstkopf-Stereophonie (1/3)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>betr.: Erstsendung des ersten Kunstkopf-Hörspiels <strong>„Demolition“</strong><br><br>Ende der 60er Jahre trat der Stereoton seinen Siegeszug im Hörspiel an und wurde dort freudiger begrüßt als zuvor in Klassik und Popmusik, wo es einige prominente Zweifler gab.** <br>Der<strong> SfB</strong> hatte bereits 1963 ein erstes Hörspiel in stereo aufgenommen, den Kurzkrimi <strong>&#8222;Gewitter über Elmwood&#8220;</strong>, der allerdings erst im Oktober 1964 urgesendet wurde.<br>Im Überschwang dieses Fortschritts entwickelten drei Wissenschaftler am Heinrich-Hertz-Institut (heute <strong>Fraunhofer-Institut</strong>) ein Aufnahmeverfahren, das den natürlichen Hörvorgang noch realistischer reproduzierte: die Kunstkopf-Stereophonie, auch binaurale oder kopfbezogene Stereophonie.<br>Dazu mussten zwei Mikrofone in einem Kopf aus Holz oder Plastik platziert werden, dessen Ohren denen des Menschen nachgebildet waren. Der Effekt war  überwältigend. Er lässt sich am ehesten mit dem Surround-Effekt im Kino oder mit der 3D-Optik vergleichen, aber das wird der Sache nicht gerecht. Der Hörer kann sich als stiller Teilnehmer mitten im Geschehen fühlen. Der Höreindruck ist gleichzeitig übermäßig realistisch und eine berauschende Illusion.</p>


<p><span id="more-18854"></span></p>


<p>1974 machte Dr. Georg Plenge &#8211; Angehöriger des Forscherteams, das die Technik entwickelt hatte – im BR die Unterschiede zwischen der Kunstkopf-Stereophonie und den herkömmlichen Alternativen deutlich: „Monofonie und Stereophonie gehen von folgendem Gedanken aus: der  Schall, der in der Nähe der Quelle – vor dem Mund des Sprechers oder nahe am Musikinstrument – herrscht, wird durch ein Mikrofon aufgenommen und als elektrisches Signal übertragen. Dieses speist einen Lautsprecher im Raum des Zuhörers. Der Lautsprecher ist Repräsentant des Sprechers oder des Instruments, die Schallquelle ist in den Zuhörerraum versetzt worden. Der Unterschied zur Realität ist folgender: der Raumeindruck wird unterdrückt und ersetzt durch den Raumeindruck des Wohnzimmers, in das wir die Schallquelle geholt haben. Der Richtungseindruck ist bei normalem Abhören stets vorn. Diesem Verfahren gemeinsam ist die beschränkte Richtungsabbildung in der Horizontalebene: keine Abbildung der Richtungen oben / unten, geringe Rauminformation. Ein Raumeindruck wird meistens durch künstlich zugesetzten Hall erzeugt. Ein Vorteil dieser Verfahren Mono, Stereo und Quadrophonie besteht darin, dem Hörer alle Quellen besonders präsent zu machen, näher als das in der Wirklichkeit möglich ist. Die kopfbezogene Stereophonie geht nun von dem Gedanken aus, dass alle akustischen Eindrücke eines Hörers vollständig in dem Schall enthalten sein müssen, der an den menschlichen Trommelfellen auftrifft. Dazu gehören auch alle Schall-Einfallsrichtungen vorn / hinten / oben / unten / seitlich, alle Entfernungs- und Raumeindrücke.* Gelingt es nun, den Schall in den Gehörgängen eines Menschen aufzuzeichnen, zu speichern und später in den Gehörgängen des selben Menschen wieder zu erzeugen, so müsste dieser Mensch den selben Hör-Eindruck haben wie zur Zeit der Aufnahme, auch wenn er zu Hause in seinem Wohnzimmer sitzt. Die Ohren des Hörers sind in den Aufnahmeraum versetzt worden.<br>Die technische Realisierung dieses Gedankens erfordert nun zwei Abweichungen davon. Studiomikrofone mit ausreichender Qualität sind so groß, dass der menschliche Kopf durch einen Kunstkopf mit akustisch gleichen Eigenschaften ersetzt werden muss. Die Wiedergabe sollte nicht im Ohrkanal direkt, sondern um eines besseren Hörkomforts willen vor dem Hörkanal unter Ausschaltung der Ohrmuschel durch Kopfhörer erfolgen. Der nun verbleibende Unterschied zur Realität ist folgender: der Hörer hört nicht mit seinen Ohrmuscheln, sondern mit denen des Kunstkopfs.“<br><br>Es entstand eine Reihe von Hörspielproduktionen, die auch dramaturgisch mit dieser Möglichkeit spielten und die ihrer Faszination mal mehr, mal weniger auch qualitativ gerecht wurden. Das erste entstand 1973: „Demolition“.<br>____________________<br>* Das ist nicht die ganze Wahrheit, wie wir in Kürze an dieser Stelle erörtern werden.<br>** Siehe <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/12/15/fidelio/">https://blog.montyarnold.com/2016/12/15/fidelio/</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-16433" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=768%2C50&amp;ssl=1 768w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/09/03/kunstkopf/">Technicolor für die Ohren – Die Kunstkopf-Stereophonie (1/3)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Die schönsten Hörspiele, die ich kenne (19): &#8222;Der Kauf&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2021 20:56:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>19. „Der Kauf“ – Hörspiel von Paul Plamper, Produktion: WDR/BR/Deutschlandfunk/Schauspiel Köln 2013, 69 min. &#8211; Credits und Details: https://www.srf.ch/audio/hoerspiel/der-kauf-von-paul-plamper?id=10282642 „Wie wär’s, wenn wir einen Teil von dem ganzen Geld spenden? Dann kann man konsequent sagen, wir nehmen das Geld, und &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/06/30/paul-plamper-der-kauf/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>19. „Der Kauf“ – Hörspiel von <strong>Paul Plamper</strong>, Produktion: WDR/BR/Deutschlandfunk/Schauspiel Köln 2013, 69 min. &#8211; Credits und Details: <a href="https://www.srf.ch/audio/hoerspiel/der-kauf-von-paul-plamper?id=10282642">https://www.srf.ch/audio/hoerspiel/der-kauf-von-paul-plamper?id=10282642</a></p>



<p><em>„Wie wär’s, wenn wir einen Teil von dem ganzen Geld spenden? Dann kann man konsequent sagen, wir nehmen das Geld, und zwar das ganze Paket! … ‘n gutes Projekt. Afrika oder so … Afrika ist gut … Afrika find‘ ich richtig gut! Oder Umwelt. Umwelt geht auch …“</em></p>



<p>Ein altlinkes Paar hat sich einst in einem alternativen Wohnprojekt eine Wohnung eingerichtet, die im Lauf der Jahre zu einer Luxusimmobilie in bester Lage herangereift ist. Die beiden spielen mit dem Gedanken, ihr Heim – ihrer ausgestellt antikapitalistischen Gesinnung zum Trotz – zu verkaufen und mit dem Erlös ein paar alte Träume zu verwirklichen, solange es noch geht (eine Weltreise oder so …). Ein hippes Ehepaar macht ihnen ein überraschend großzügiges Angebot, und alle sind platt vor Freude. Doch als der Wohnungsverkauf seinen Lauf nimmt, beginnen sich die alten Besitzer des Ausverkaufs ihrer alten Ideale zu schämen. Sie nehmen fürchterliche Rache an den Käufern …</p>



<p>Dass sich zwei bourgeoise Ehepaare beharken und man nach kurzer Zeit alle vier Beteiligten abscheulich findet (einer präzise so neurotisch und verkommen wie der andere), ist das große Erfolgskonzept von <strong>Yasmina Reza</strong> und ihren Epigonen in der französischen Boulevardkomödie. Paul Plamper macht es sich mit dieser Konstellation nicht ganz so leicht – zu unserem Vergnügen. Die Figuren sind differenziert, die Dialoge und das Spiel der Darsteller so überzeugend, dass man das Gefühl hat, eine Indiskretion zu begehen. Neben dieser Qualität ist es die betörende Wirkung der <strong>Kunstkopf-Stereophonie</strong> – eine akustische 3-D-Technik der 70er Jahre, die sich heute kein Regisseur mehr antun möchte –, die dieses Hörspiel zu einem so bestrickenden Erlebnis macht. Weder im Film noch in einer Serie noch im Theater hat mich der Maelstrom der Ereignisse in Jahren so erbarmungslos verschlungen.</p>



<p>„Der Kauf“ – das nur nebenbei – wird rückwärts erzählt, ein Effekt, an den wir uns inzwischen schon beinahe gewöhnt haben. An den prominenten Stimmen von Peter Kurth und Milan Peschel merkt man, dass man hier tatsächlich Schauspielern zuhört und nicht etwa dem wirklichen Leben.&nbsp;</p>


<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/f5c33b7a1554402bb1e04387edb558ef" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/06/30/paul-plamper-der-kauf/">Die schönsten Hörspiele, die ich kenne (19): &#8222;Der Kauf&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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