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	<title>Lupo Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Lupo Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Riccardo Rinaldi – Ein Weltbürger in Fuxholzen</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2018 07:25:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 48. Jahrestag der Veröffentlichung des Comics „Die beste Versicherung ist der Colt“, Teil 1/2 aus der Serie „Tom und Biberherz“ von Riccardo Rinaldi Wer in den 70er Jahren Kind war, erinnert sich vermutlich der feschen Zeichnungen von Riccardo Rinaldi: &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/09/25/ricardo-rinaldi-ein-weltbuerger-in-fuxholzen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/09/25/ricardo-rinaldi-ein-weltbuerger-in-fuxholzen/">Riccardo Rinaldi – Ein Weltbürger in Fuxholzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 48. Jahrestag der Veröffentlichung des Comics „Die beste Versicherung ist der Colt“, Teil 1/2 aus der Serie <strong>„Tom und Biberherz“</strong> von Riccardo Rinaldi</p>
<p>Wer in den 70er Jahren Kind war, erinnert sich vermutlich der feschen Zeichnungen von Riccardo Rinaldi: die Süßigkeiten der Firma <strong>Storck</strong> waren in winzige Comics und Cartoons um den fetten, pinkfarbenen Bären Schleck und seine Freunde eingewickelt. Ich sammelte diese kleinen Kunstwerke mit Begeisterung und zerstörte sie allesamt, als ich eines Tages auf die Idee kam, sie zu bügeln. Da sie mit einer dünnen Wachsschicht überzogen waren, klumpten sie unter der Hitze des Bügeleisens zu einem wertlosen, grauen Brettchen zusammen. (Was aus meinen Schleck-Daumenkinos geworden ist, weiß ich nicht mehr …)</p>
<p>Riccardo Rinaldis Kunst ist glücklicherweise nicht komplett aus meinem Regal verschwunden, denn in der glanzvollsten Phase des langlebigen Magazins <strong>„Fix und Foxi“</strong> – um das Jahr 1970 herum – gehörte er zum Team, zeichnete die Geschichten der Titelhelden, außerdem die Westernserie <strong>„Tom und Biberherz“</strong> und schuf sogar eine eigene Reihe: <strong>„Die Pichelsteiner“</strong>. Rinaldi gab den kleinstädtischen Füchsen – rothaarig wie er selbst – und ihrem Ensemble etwas Cooles, Weltläufiges. Den hochmögenden Taugenichts <strong>Lupo</strong>, den heimlichen Star der Heftreihe, hat er sogar besser verstanden als jeder andere <strong>Kauka</strong>-Künstler.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-11365" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/FF-1974.jpg?resize=640%2C305&#038;ssl=1" alt="FF 1974" width="640" height="305" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/FF-1974.jpg?w=2657&amp;ssl=1 2657w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/FF-1974.jpg?resize=300%2C143&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/FF-1974.jpg?resize=1024%2C489&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/FF-1974.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/FF-1974.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><br />
<em>Drei „Fix und Foxi“- Titelseiten von Ricardo Rinaldi aus dem meiner Meinung nach besten aller Jahrgänge 1974.</em> <em>(Kauka / Promedia Inc.)</em></p>
<p>Riccardo Rinaldi wuchs als Sohn eines Römers und einer Toskanerin in Mailand auf und konnte sich bereits als Zehnjähriger<span id="more-11361"></span> im Fernsehen präsentieren: als Schnellzeichner auf Zuruf in der Sendung „Zurli, mago dal giovedi“. Seinen ersten richtigen Job hatte er als Illustrator und Cartoonist einer Werbeagentur. Ein Kollege wies ihn 1964 auf eine Anzeige hin, in der Rolf Kauka dazu aufrief, einen Lupo zu zeichnen und einzusenden. Der 19jährige Riccardo tat es. Kauka soll darauf erwidert haben: „Für dich habe ich mehr Arbeit als du überhaupt je schaffen kannst!“ und nahm ihn unter der Bedingung unter Vertrag, dass er sich für wenigstens ein Jahr in München installierte.</p>
<p>Zu Beginn jedoch passte Riccardos „flotter, knittriger Semifunny-Style (…) nicht zum betulichen Strich des FF-Maestros“ (Peter Wiechmann), und er plagte sich in der Probezeit mit Strich-Verrenkungen und Selbstzweifeln. Er, der den Luxus einer Werbeagentur gewohnt war, empfand die Arbeitsräume und –verhältnisse als geradezu „vorsintflutlich“. Außerdem fühlt er sich in München einsam, wagte sich nicht unter die Leute &#8211; wofür er neben sprachlichen auch finanzielle Gründe angab. Doch die sollten sich bald auflösen. Rinaldi war kurz davor, hinzuschmeißen, als er ein bereits konzipiertes Projekt zur Vollendung führen durfte: 1966 erschienen die ersten Abenteuer der Steinzeit-Familie „Die Pichelsteiner“ in „Lupo modern“ Nr. 19. Abgesehen davon, dass hier Steinzeitmenschen und Dinosaurier in einer gemeinsamen erdgeschichtlichen Phase zusammengeführt werden, haben die „Pichelsteiner“ übrigens rein gar nichts mit „Familie Feuerstein“ zu tun, was ihnen gelegentlich von Comic-Fachleuten vorgeworfen wird, die selbst keine Comics lesen.<br />
Die Serie lag Rinaldi auch deshalb so gut, weil er dort  nach Herzenslust Persönliches hineinbacken konnte: Ärger mit Behörden verarbeitete er in Querelen mit den bürokratisch-verblödeten Muffelbergern, seinen Jagdschein mussten sich auch die pirschenden Helden verdienen. Das Auftauchen des hellseherischen (und buchstäblich männermordenden) Höhlenvamps Draculina verwies auf Knatsch – entweder mit dem Chef oder mit der Liebsten. Alle diese Figuren und ihre Possen pflegte der Zeichner seinem Autor und Redakteur Peter Wiechmann übrigens im Stil eines italienischen Fabulatore vorzuspielen, ehe dieser sie dann in eine erste schriftliche Form brachte.<br />
Knapp zehn Jahre &#8211; bis 1974 &#8211; sollte Riccardo Rinaldi fester Mitarbeiter des Hauses Kauka bleiben.</p>
<p>Mit den üblichen Techniken der Comicherstellung arrangierte er sich:  „Die Vorzeichnungen musste man mit blauen Buntstiften anfertigen“, schrieb er in seiner „Kauka-Chronik“ für das Magazin „Die Sprechblase“. „Das hatte den Vorteil, dass man die Skizzen nach dem Tuschen nicht mehr wegzuradieren brauchte, weil die blaue Farbe von der Reprokamera nicht aufgenommen wurde. Andererseits erschwerte diese Methode in gravierender Weise die Gestaltung, da sich Buntstift, wenn man ihn doch entfernen will, nur schwer wegradieren lässt. Nach dem Tuschen der Vorzeichnung wird eine Fülle in der Kontur vorgetäuscht, die nach der Reproduktion gar nicht mehr vorhanden ist.“<br />
Seine qualitativen Vorbehalte gegen die ihm vorgelegten Geschichten wurden vor allem durch den menschlichen Faktor wettgemacht. Er schätzte es, von älteren Kollegen zu lernen und fühlte sich in der Villa in Grünwald stets gefördert und unterstützt, besonders vom legendären Kauka-Künstler Walter Neugebauer.</p>
<p>Im Verlag lernte Rinaldi auch Christine kennen, seine spätere Ehefrau und Mutter seines Sohnes Sascha, mit der er von 1970 bis ’80 verheiratet war.<br />
Auch mit dem delikaten Übervater Rolf Kauka kam Rinaldi gut zurecht, und der stellte ihm sogar seine Privatsekretärin als Dolmetscherin zur Verfügung. (Zuletzt sprach Rinaldi ein beinahe akzentfreies Deutsch.) Kauka kam ihm auch entgegen, was Beschäftigungsstatus und Arbeitszeiten anging. (Rinaldi arbeitete am liebsten in den Abendstunden, wenn der tägliche Verlagstrubel zum Erliegen gekommen war.) Zum Dank avancierte er zum größten Stilisten in Kaukas exzellentem Zeichnerkollegium.</p>
<p><em><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-11371" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/FF-EXTRA_Pichelsteiner.jpg?resize=640%2C453&#038;ssl=1" alt="FF EXTRA_Pichelsteiner" width="640" height="453" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/FF-EXTRA_Pichelsteiner.jpg?w=1545&amp;ssl=1 1545w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/FF-EXTRA_Pichelsteiner.jpg?resize=300%2C212&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/FF-EXTRA_Pichelsteiner.jpg?resize=1024%2C725&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/FF-EXTRA_Pichelsteiner.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" />Das Debüt der Pichelsteiner in der Taschenbuchreihe „Fix und Foxi Extra“ wurde auf dem Cover und mit fünf Abenteuern gewürdigt (1972). </em><em>(Kauka / Promedia Inc.)</em><em><br />
</em><br />
„Man sollte erst Funnies zeichnen, wenn man perfekt realistisch zeichnen kann!“ lautete einer von Rinaldis ehernen Grundsätzen. Die Pichelsteiner-Tochter Petra hatte bereits derart reizvoll ausgesehen, dass &#8222;Fix und Foxi&#8220; zahlreiche halbstarke Leser hinzugewann. Noch umfassender konnte der Zeichner seine erotischen Künste in der &#8222;Siegfried&#8220;-Serie für das Magazin &#8222;Pip&#8220; ausleben, in dem Kauka drei Jahre lang versuchte, &#8222;Comics für Erwachsene&#8220; anzubieten.<br />
Riccardo Rinaldi oblag es auch, „Fritze Blitz und Dunnerkiel“ zu zeichnen, nachdem das Vorbild „Asterix“ so schmachvoll aus dem Verlagsprogramm geflogen war*, aber vor allem gestaltete er immer wieder die Titelhelden Fix, Foxi, Professor Knox, Oma Eusebia und Lupo in den diversen Publikationen des Verlags und auf zahlreichen Titelbildern.<br />
Nach dem Flop des Filmprojekts „Maria d’Oro und Bello Blue“, mit dem sich Rolf Kauka tatsächlich als „Deutscher Disney“ hätte erweisen wollen, ging es mit dem Betriebskima im Schloss insgesamt den Bach runter, und Rinaldi kehrte in die Werbung zurück.<br />
In den 80er Jahren arbeitete er nur noch sporadisch für den Verlag.</p>
<p><em><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-11373" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/Fritze-Blitz_Primo.jpg?resize=640%2C446&#038;ssl=1" alt="Fritze Blitz_Primo" width="640" height="446" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/Fritze-Blitz_Primo.jpg?w=2307&amp;ssl=1 2307w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/Fritze-Blitz_Primo.jpg?resize=300%2C209&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/Fritze-Blitz_Primo.jpg?resize=1024%2C713&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/Fritze-Blitz_Primo.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/09/Fritze-Blitz_Primo.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" />„Fritze Blitz und Dunnerkiel“ und Pichelsteiner Flint als Kauka-Coverboys. </em><em>(Kauka / Promedia Inc.)</em></p>
<p>Zum endgültigen Bruch mit Kauka kam es 1988 im Rahmen eines Urheberrechtsstreits um eine hochwertige Albenausgabe der „Pichelsteiner“. Nach Rinaldis abschließender Einschätzung hat Rolf Kauka damit nicht nur ihrer Freundschaft den Garaus gemacht, sondern sich und alle übrigen Beteiligten auch um ein einträgliches Geschäft gebracht.<em><br />
</em><br />
In der Werbung verdiente Rinaldi so gut, dass er sein künstlerisches Engagement auf gelegentliche Liebhaber-Jobs beschränken konnte: so fertigte er einige Titelbilder für „Schwermetall“** und „U-COMIX“ an, die das Konzept von &#8222;Pip&#8220; nun mit vorwiegend französischer Ware zum Erfolg führten. Auch die Medaille des „Max und Moritz Preises“ hat er gestaltet.</p>
<p>Mit nur 61 Jahren erlitt Riccardo Rinaldi im Schlaf einen Herzstillstand.<br />
Im Nachruf auf seinen Freund zeichnet Achim Schnurrer im „Comic Jahrbuch 2007“ das Bild eines geselligen Ruheständlers, der sich zuletzt aus dem Hamsterrad der künstlerischen Produktion befreit hat, um sich jenen Dingen zu widmen, die ihm Freude machen: Reisen, Restaurantbesuche, die Organisation von Ausstellungen, die Mitbegründung des Comic Salons Erlangen.<br />
Riccardo Rinaldis letzte Arbeit als Zeichner &#8211; ein Comic für „Junior“, das Magazin aus der Apotheke – lässt restlos alles vermissen, was ihn einst auszeichnete. Es ist das unbeschwerte Gekrakel eines Amateurs, den Ambition und Zweifel nicht länger plagen, der Stillstand seiner Kunst.<br />
____________________<br />
* Diese Serie wird mitunter mit einem anderen Projekt aus dem Hause Kauka verwechselt. Siehe dazu auch <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/01/10/rolf-kaukas-suendenfall/">https://blog.montyarnold.com/2015/01/10/rolf-kaukas-suendenfall/</a><br />
** Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/07/16/tausend-nackte-frauen/">https://blog.montyarnold.com/2018/07/16/tausend-nackte-frauen/</a><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/e0a3ff96563d4e6e85c119432a340b9a" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/09/25/ricardo-rinaldi-ein-weltbuerger-in-fuxholzen/">Riccardo Rinaldi – Ein Weltbürger in Fuxholzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Tausend nackte Frauen</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jul 2018 08:57:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: „Das war Schwermetall“ (Band 1) (Edition Alfons) „Schwermetall“ war Anfang der 80er Jahre in der BRD die natürliche Fortsetzung von „Fix und Foxi“ – während in Frankreich die von Knirpsen zu Halbstarken gereiften Comicleser von „Pilote“ zu „Métal Hurlant“ &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/07/16/tausend-nackte-frauen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/07/16/tausend-nackte-frauen/">Tausend nackte Frauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: <strong>„Das war Schwermetall“</strong> (Band 1) (Edition Alfons)</p>
<p><strong>„Schwermetall“</strong> war Anfang der 80er Jahre in der BRD die natürliche Fortsetzung von „Fix und Foxi“ – während in Frankreich die von Knirpsen zu Halbstarken gereiften Comicleser von „Pilote“ zu<strong> „Métal Hurlant“</strong> wechseln konnten. Hier wie dort waren es vor allem frankobelgische Künstler, die uns präsentiert wurden.* Sie bespielten die Genres Krimi, Fantasy und Science-Fiction, und es wimmelte von barbusigen Damen; „Schwermetall“ bot Comics für Erwachsene.</p>
<p><em><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10879" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/07/DASWARSCHWERMETALLBA_471.jpg?resize=530%2C750&#038;ssl=1" alt="DASWARSCHWERMETALLBA_471" width="530" height="750" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/07/DASWARSCHWERMETALLBA_471.jpg?w=530&amp;ssl=1 530w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/07/DASWARSCHWERMETALLBA_471.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w" sizes="auto, (max-width: 530px) 100vw, 530px" /><br />
Von &#8222;Schwermetall&#8220; strahlten die prachtvollsten Titelseiten im gesamten deutschen Blätterwald herab. Was den Autor dazu bewogen hat, ausgerechnet dieses Motiv (Caza weit unterhalb seiner Möglichkeiten) als Cover für sein fabelhaftes Buch auszuwählen, gehört zu den ungelösten Rätseln der darin beschworenen fremden Welten.</em></p>
<p><strong>Achim Schnurrer</strong>, langjähriger Chefredakteur des Magazins und Gründer des <strong>Erlanger</strong> „<strong>Comic Salon</strong>s“, hat soeben den ersten von zwei Bänden vorgelegt, die die Geschichte der Publikation erzählen, zunächst die Jahre 1980 bis ‘88.<br />
Das Buch behandelt im Vorspiel die amerikanische Underground-Szene und schildert in ungewohnten Bildern auch ein Stück bundesrepublikanischer Geschichte. Dabei bringt es eine Reihe von Kunststücken fertig. <span id="more-10878"></span>Biografische und drucktechnische Erläuterungen werden fließend in die Schilderung eingebunden, deren Gerüst die Dokumentation der ersten 99 Ausgaben mit Titelseite und Inhaltsverzeichnis bilden. So gut wie nie verfällt der Autor dabei in altlinkes Gejammer – und die Versuchung wäre groß angesichts des gesellschaftspolitischen Hintergrunds.</p>
<p>Es gibt ganz wenig zu meckern. Die Titel und Schöpfer der erfreulich zahlreichen Ausschnitte aus den Comic-Serien muss der Leser selbst erraten (ein paar winzige Ziffern hätten Abhilfe geschaffen), und ausgerechnet der hochspannende Ricardo Rinaldi wird mit dem Verweis auf eine längst vergriffene Publikation des Autors abgefrühstückt. (Rinaldi war ein Kauka-Mitarbeiter – der beste, der jemals „Lupo“ gezeichnet hat, und der Schöpfer der Serie „Die Pichelsteiner“ – und versah die Bonbonpapierchen des Süßwarenherstellers Storck mit hinreißenden Comic-Abenteuern um den dusseligen Bären Schleck, bevor er für „Schwermetall“ einige Titelseiten zeichnete.)<br />
Die meisten übrigen Kritikpunkte sind nicht des Chronisten Schuld, sondern spiegeln den Lauf der Welt.<br />
Mit dem Abgang des Gründungs-Chefredakteurs Raymond Martin und als Folge seiner Verfehlungen, kommen dem Magazin die Künstler der Gründungszeit* abhanden. „Schwermetall“ wird ab 1985 zu einem wichtigen Schaufenster der deutschen Comic-Szene, was ja eine wirklich feine Sache ist. Leider ist das Magazin von diesem Zeitpunkt an wirklich „achtziger“ &#8211; auch, was das ausländische Material betrifft.<br />
U.a. kam mir mein seinerzeitiger Eindruck, der im Buch mehrfach seliggesprochene Hamburger Zeichner Chris Scheuer sei eher ein sensationeller Werbegrafiker als ein passabler Geschichtenerzähler, machtvoll wieder zu Bewusstsein.<br />
________________<br />
* Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/07/14/ein-laechelnder-spuk-aus-der-vergangenheit/">https://blog.montyarnold.com/2018/07/14/ein-laechelnder-spuk-aus-der-vergangenheit/</a><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/cec389028ea84b158386a7b59c561016" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/07/16/tausend-nackte-frauen/">Tausend nackte Frauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Raffinierte Propaganda &#8211; oder eher gar keine? Zwei westdeutsche Jugendmagazine im Kalten Krieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Apr 2017 12:06:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 100. Geburtstag von Rolf Kauka Ich erinnere mich, dass das gesellschaftliche Klima der 70er Jahre, die sich unbewusst aber zielstrebig auf den Deutschen Herbst zubewegten, keineswegs so unpolitisch war wie etwa in den 80ern und 90ern. Der Diskurs lag &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/04/09/raffinierte-propaganda-oder-eher-gar-keine-zwei-westdeutsche-jugendmagazine-im-kalten-krieg/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 100. Geburtstag von <strong>Rolf Kauka</strong></p>
<p>Ich erinnere mich, dass das <strong>gesellschaftliche Klima der 70er Jahre</strong>, die sich unbewusst aber zielstrebig auf den Deutschen Herbst zubewegten, keineswegs so unpolitisch war wie etwa in den 80ern und 90ern. Der Diskurs lag in der Luft, sogar unter den Halbstarken. In meiner Realschulklasse gab es einen Jungen, der unentwegt linke Positionen dartat, und auch andere von uns hatten immerhin eine Meinung zu Russen und Amis. Meinem derart stimulierten Blick für politische Lagerbildung ist dennoch einiges entgangen.</p>
<p>Erst im reifen Mannesalter erfuhr ich aus einer arte-Dokumentation, dass das beliebte Jugendmagazin <strong>„Yps“ (mit Gimmick!)</strong> ein ursprünglich kommunistisches Produkt nach französischer Vorlage gewesen sei.* Ich schlotterte kurz bei diesem Gedanken – immerhin war mir ja nichts passiert – und wunderte mich zugleich, dass mir nichts dergleichen in den Jahren meiner begeisterten Leserschaft aufgefallen war.<span id="more-7595"></span> Wenn es überhaupt eine Botschaft in diesem Magazin gegeben hat (– ich war wohl der einzige, der „Yps“ nur wegen der Comics kaufte und nicht wegen des „Gimmicks“ &#8230;), dann lautete sie, dass Geschichte ein spannendes Unterrichtsfach ist und die Welt groß und farbenprächtig, und dass man sich sputen sollte, erwachsen zu werden, um sie sich persönlich anzuschauen.<br />
In Frankreich hieß die Zeitschrift „Pif Gadget“. „Pif“ ist der Name eines Hundes, dessen Serie in der deutschen Version erst in späteren Jahren auftauchte, eine Randfigur; „Gadget“ steht für „Gimmick“, jenes Spielzeug also, das man für den recht stolzen Kaufpreis von 2 Mark 50 gleich miterwarb. In Deutschland war die Titelfigur des Magazins ein kariertes Känguru, das (obwohl ein Männchen!) einen Beutel mit Reißverschluss besaß und das mit einem Vogel, einem Frosch und einer Maus in einer WG lebte … Mal unter uns: ich vermag in solch herrlichem Blödsinn nichts Tiefrotes auszumachen.<br />
In „Yps“ machte ich die Bekanntschaft einiger Comicserien aus dem Ausland, vor allem aus Frankreich und Belgien.<br />
<img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7597" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/kauka_katalog.png?resize=567%2C700&#038;ssl=1" alt="kauka_katalog" width="567" height="700" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/kauka_katalog.png?w=567&amp;ssl=1 567w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/kauka_katalog.png?resize=243%2C300&amp;ssl=1 243w" sizes="auto, (max-width: 567px) 100vw, 567px" /><em>Mittlerweile museums- und museumskatalogreif: &#8222;Fix und Foxi&#8220;, die in ihren Anfängen beinahe fotorealistische Füchse waren, mit dem Schnorrer Lupo.**</em></p>
<p>In diesem Zusammenhang war ein anderes Comicmagazin noch weitaus wichtiger für mich: in „Fix und Foxi“ wurde so ziemlich alles vom vormaligen Erbfeind zu uns hereingelassen, was wir heute als klassische „Comic-Kunst“ bezeichnen. Eine Unzahl frankobelgischer Serien fand durch Rolf Kaukas Treiben erstmals den Weg in unsere Kinderstuben. (Die Kauka-Übersetzungen, das betone ich immer wieder gerne, waren fast immer fabelhaft. Wer darüber mit mir streiten will, der sei zuvor herzlich zu einem direkten Vergleich mit späteren Editionen ermuntert.***)</p>
<p>Im Falle von Kauka wiegen die Vorwürfe, ein verd(r)eckter Schundnickel gewesen zu sein, noch weitaus schwerer als bei „Yps“. Schließlich brachte es sein Jahrgang mit sich, dass er sein Erwerbsleben im Dritten Reich begann und sich hier aus nachgeborener Sicht anscheinend nicht immer heldenhaft verhalten hat – was auf einen Großteil der damaligen (ost- und west-)deutschen Bürger dieses Alters zutraf. Die Argusaugen und flinken Finger böser Zungen untersuchen sein Jahrzehnte umspannendes Gesamtwerk immer mal wieder auf ideologisch bedenkliche Inhalte; in religiösen Zusammenhängen würde man bei einer solchen Lesart von Steinbruch-Exegese sprechen. Wie mühsam es ist, bei „Fix und Foxi“ etwas Belastendes zutagezufördern, erkennt man schon daran, dass die hochkompetente „taz“ Monate gebraucht hat, um einen Schmäh-Artikel**** über eine Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum** zustandezubringen, die zu diesem Zeitpunkt schon fast wieder zuende war. Das einzige vorzeigbare Ergebnis dieser Mühen fand sie in einem Editorial von „Onkel Rolf“ aus dem Jahre 1966, räumt aber durchaus ein, es würden nicht in ihnen „allen Dinge gefordert wie die ‚Freilassung der unschuldigen Gefangenen in Spandau’. Die Zitadelle war das Spezialgefängnis für die bei den Nürnberger Prozessen zu Haft verurteilten sieben Nazigrößen.“<br />
Das ist in der Tat ein übelriechendes Kabinettstückchen, aber in den Comics selbst ist davon nichts zu finden. In der titelgebenden Kauka-Eigenproduktion hat der zivile Ungehorsam seinen festen Platz, etwa in Gestalt des sympathischen Antihelden Lupo, der neben Professor Knox immer mein Lieblingscharakter war.<br />
Wer fair recherchierte Gruselgeschichten über den herrischen Verleger Kauka lesen will, kann das übrigens in Comic-Fachpublikationen tun, zuletzt in der Ausgabe 56 der „Reddition“ vom April 2012.</p>
<p>Wie aber ist es möglich, dass aus zwei so abscheulichen politischen Systemen, die bei aller Ähnlichkeit stets in Anspruch genommen (ja, sich geradezu darüber definiert) haben, einander spinnefeind zu sein, etwas hervorgeht, was (auch im kritischen Rückblick) so lichtvoll, heilsam und befreiend gewirkt hat?<br />
Eine für mich unwiderstehliche Antwort lautet: Der Comic an sich ist etwas so Weltzugewandtes, dass Sabotage darin letztlich nicht gedeihen kann. (Sie kann es versuchen, aber das Ergebnis wird unlesbar sein, die Zielgruppe verjagen, und die Botschaft wird verpuffen.)<br />
Wahrscheinlicher noch ist eine andere Erklärung.<br />
Lassen wir uns kurz darauf ein, die genannten Magazine hätten wirklich eine politische Absicht verfolgt. &#8211; Weder „Yps“ noch „Fix und Foxi“ wurden von einzelnen (bösen) Männern bzw. Mächten gemacht. Jede einzelne erzählte Situation Bild für Bild zeichnen zu müssen, ist in der Summe schlichtweg zeitraubender, als sie nur aufzuschreiben oder mal schnell eine Brandrede zu halten; und dazu werden Künstler benötigt, viele viele Autoren und Zeichner. (Bekanntlich hat sich ein gewisser Reichskanzler zunächst als Postkartenmaler versucht, ehe er „aber beschloss“, den ihm idyllischer erscheinenden Beruf des Tyrannen anzustreben.) Comiczeichner wiederum sind mit anderen Dingen beschäftigt als mit Zersetzung und Hochverrat. Zu so etwas haben sie keine Zeit. Schließlich muss der Abgabetermin eingehalten werden – besonders, wenn der Chef ein so strenges Regiment führt. Und dann soll das Ganze ja auch noch leicht aussehen und Spaß machen.</p>
<p>Ich hatte meinerseits keine Zeit für solche Überlegungen, war ich doch mit dem Genuss der Erlebnisse von Fix, Yps und Foxi beschäftigt.<br />
Ich habe schon verdammtes Glück gehabt.<br />
Meine Jugend entging dem benachbarten sozialistischen Freiluftgefängnis ebenso wie dem Nationalsozialismus. Am Glück des Aufwachsens in einem bedrückenden Kaff der noch jungen Bundesrepublik, die der Kabarettist Günter Neumann einmal pfiffig als „’ne ungelernte Republik“ bezeichnet hat, wäre ich gleichwohl jämmerlich zugrundegegangen, hätten mir nicht unter Schundverdacht stehende bunte Heftchen den Ausweg aus der (inneren) Provinz gewiesen.<br />
Ich bin ihnen dankbar – auch wenn ihre Herstellung in den Händen fehlbarer Menschen lag.</p>
<p>____________________<br />
* &#8222;Pif, l&#8217;envers du gadget&#8220; &#8211; arte F 2015 (52 min.)<br />
** Ausstellung „Fix und Foxi – Rolf Kaukas großer Welterfolg“, 12. November 2016 – 26. März 2017, Wilhelm-Busch-Museum Hannover, Katalog bei Edition Alfons<br />
*** Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/01/10/rolf-kaukas-suendenfall/">https://blog.montyarnold.com/2015/01/10/rolf-kaukas-suendenfall/</a><br />
**** “Von der Wolfsschanze nach Fuxholzen“ von Enno Schirrmeister, taz nord vom 3. März 2017<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg05.met.vgwort.de/na/091d45fcea1b4276a799eea785f24100" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/04/09/raffinierte-propaganda-oder-eher-gar-keine-zwei-westdeutsche-jugendmagazine-im-kalten-krieg/">Raffinierte Propaganda &#8211; oder eher gar keine? Zwei westdeutsche Jugendmagazine im Kalten Krieg</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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