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	<title>Mycroft Holmes Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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		<title>Fabelwesen und ein Brüderpaar</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 09:01:39 +0000</pubDate>
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<p>betr.: 11. Todestag von <strong>Christopher Lee</strong><br><br>Als Christopher Lee starb, war er einer der angesehensten und populärsten Schauspieler überhaupt. Die Mischung, die er zu bieten hatte, war unwiderstehlich: eine jahrzehntlange Karriere, seine bis zuletzt imposante Erscheinung, die Würde, die er jeder seiner Rollen mitgab, von denen mehrere in der Popkultur Legendenstatus erreichten, und schließlich seine britische Herkunft, die alles wie ein Kitt zusammenhielt. (Er konnte sogar deutsch, und wir hören in einigen Filmen seine Originalstimme.)<br>Ihm war es vergönnt, als Ensemblemitglied des kleinen britischen <strong>Hammer-Filmstudio</strong>s mit <strong>„Dracula“ </strong>das wichtigste Filmmonster der neuen Welle zu verkörpern. Dass es Lee sogar gelang, diesen Part seinem großen Vorgänger aus Hollywood zu entreißen, dem unlängst verstorbenen <strong>Bela Lugosi</strong>, lag nicht zuletzt daran, dass er tatsächlich die bessere Arbeit ablieferte.<br>Doch der Ruhm als Gruselfilm-Star behinderte ihn auch und schloss ihn von allen anspruchsvollen Projekten aus. Erst 1970 kam ein großer Hollywood-Regisseur und befreite Christopher Lee aus dieser Notlage: „Da ich in einem Film von <strong>Billy Wilder </strong>spielen konnte, dessen Werk die ernsten wie auch die komischen Momente beinhaltet, konnte ich wirklich für jeden arbeiten. Wenn mich ab diesem Zeitpunkt jemand noch immer auf mein altes Rollenfach festlegen wollte, hatte er schlicht und einfach seine Hausaufgaben nicht gemacht.“<br>Der Film hieß <strong>„Das Privatleben des Sherlock Holmes“</strong>.<br><br>Lee war stolz darauf, als einziger Schauspieler nicht nur Sherlock Holmes, sondern außerdem auch dessen Bruder Mycroft verkörpert zu haben.<br>Er erinnert sich:<br><br>»Ich kannte <strong>Adrian Conan Doyle</strong>, einen der beiden Söhne des Autors. Er verriet mir, dass die Namen Sherlock und Holmes beide von bedeutungslosen Cricketspielern stammten, ich weiß nicht, ob das wirklich stimmt.<br>Adrian war sehr nett zu mir, auch nachdem er mich in meinem fürchterlichen ersten Film als Holmes gesehen hatte, den ich in den frühen 60er Jahren in Berlin gedreht habe: <strong>„The Deadly Necklace“</strong> (<strong>„Sherlock Holmes und das Halsband des Todes“</strong>). Dr. Watson war <strong>Thorley Walters</strong>. Es waren gute deutsche Schauspieler dabei, die solide Englisch sprachen, aber alles – auch mein Part – wurde anschließend synchronisiert. Der Ausstatter baute die schönste Baker Street, die ich je gesehen habe, <strong>Terence Fisher</strong> führte Regie.<br>Ich habe die Rolle noch einmal gespielt. Es waren zwei Filme, die parallel von „Harmony Gold“ produziert wurden. In <strong>„Sherlock Holmes And The Leading Lady“</strong> deckt Holmes den Plan auf, den Kaiser von Österreich zu ermorden. In <strong>„Incident At Victoria Falls“</strong> wird er von <strong>König Edward VII</strong> nach Simbabwe geschickt, um den <strong>„Stern von Afrika“</strong> mitzubringen, den berühmten Diamanten. Er liegt heute im Tower Of London bei den Kronjuwelen, wirklich wahr. Ich nehme den Stein also an mich, und er wird gestohlen. Wir enden mitsamt allen Verdächtigen in den Victoria-Wasserfällen. <strong>Claude Akins</strong> spielte <strong>Theodore Roosevelt</strong>. Es gibt eine wunderbare Szene, in der er fröhlich plaudernd vorne auf einem fahrenden Zug sitzt. <strong>Patrick Macnee</strong> war auch mit dabei – er ist ein paar Monate älter als ich, woran ich ihn immer gern erinnere.<br>Es waren zwei sehr gute Filme, die fürs Fernsehen auf die Hälfte gekürzt wurden.<br><br>In „Das Privatleben des Sherlock Holmes“ wurde Sherlock von <strong>Robert Stephens</strong> gespielt, <strong>Colin Blakely</strong> war Dr. Watson. Die geschnittenen Szenen habe ich nie gesehen. Es gibt mindestens zwei weitere Geschichten, die man für eine Laserdisc-Veröffentlichung versuchte, wieder herzustellen. Ich kenne nur das, was im Film ist: die Ballerina, die Holmes als Vater für ihr Kind engagieren will, und die Affäre um Loch Ness, das Ungeheuer und <strong>Queen Victoria</strong>.<br>Ich kann die Geschichten, die man sich über Loch Ness erzählt, gut nachvollziehen, Es ist wirklich ein gruseliger, finsterer Ort. Es würde mich nicht überraschen, wenn da wirklich etwas  im Wasser wäre. Der See ist weitläufig, kalt, still und dunkel – ganz besonders, als wir dort unsere Nachtszenen drehten.<br>Billy Wilder hat mich nie auf  meine Vergangenheit angesprochen. Es kam nur zu dieser einen Bemerkung. Während eines Nachtdrehs an der Burg – es war dunkel, und Fledermäuse flogen herum &#8211; warf er mir einen Seitenblick zu und sagte: „Du musst dich hier ja wie zu Hause fühlen.“ Dann hat er nie wieder etwas in der Art gesagt.<br>Der beste Regisseur, mit dem ich je gearbeitet habe.«</p>
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		<title>Die schönsten Filme, die ich kenne (12): „Das Privatleben des Sherlock Holmes“</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2017 17:09:48 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Billy Wilder</strong> ist einer der Großmeister des alten Hollywood. So wie die Nachwelt für Hitchcock die Schublade des „Meisters der Spannung“ (oder schlicht des „Meisters“) freihält, ist Wilder ein <strong>Meister der Komödie</strong> – „<em>ein </em>Meister“, weil er sich diesen Platz mit <strong>Lubitsch</strong> (seinem Lehrer und Vorbild) und mit <strong>Hawks</strong> teilt (der sich wiederum die Schublade des Edelwestern-Meisters mit John Ford teilen muss).<br />
Aber die Nachwelt ist geflissentlich. Von Billy Wilder bleiben ihr vor allem die beiden Filme mit der <strong>Monroe</strong> im Gedächtnis (<strong>„Manche mögen’s heiß“</strong>, der als beste Filmkomödie überhaupt gefeiert wird, und <strong>„Das verflixte siebte Jahr“</strong>, der gar nicht mal so geglückt ist und den der Regisseur selbst zu seinen Fehlschlägen rechnete).<br />
Billy Wilders Sherlock-Holmes-Film haben sogar die meisten seiner Fans nie gesehen. Er kam im Jahre 1970 heraus, als das goldene Hollywood des Studiosystems und der Technicolor-Farben gerade am Ende war und Wilders großer Nachruhm noch nicht eingesetzt hatte.<br />
Es ist sein mit Abstand persönlichster Film und einer seiner besten.</p>
<p><em><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7254" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/01/Private-Life-Of-Sherlock-Holmes_deleted-Scenes.jpg?resize=640%2C558&#038;ssl=1" alt="Private Life Of Sherlock Holmes_deleted Scenes" width="640" height="558" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/01/Private-Life-Of-Sherlock-Holmes_deleted-Scenes.jpg?w=2067&amp;ssl=1 2067w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/01/Private-Life-Of-Sherlock-Holmes_deleted-Scenes.jpg?resize=300%2C262&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/01/Private-Life-Of-Sherlock-Holmes_deleted-Scenes.jpg?resize=1024%2C893&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/01/Private-Life-Of-Sherlock-Holmes_deleted-Scenes.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/01/Private-Life-Of-Sherlock-Holmes_deleted-Scenes.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" />Ein Überblick über das, was im fertigen Film fehlt: Auszug aus dem Bonusmaterial der Laserdisc<strong> „The Private Life Of Sherlock Holmes“</strong> (Image Entertainment ID7413MG)</em><span id="more-7223"></span></p>
<p>Billy Wilder hatte die Rechte schon Ende der 50er von den Doyle-Erben erworben und spielte zeitweilig mit dem Gedanken, ein Musical daraus zu machen. 1963 sagte er der Presse: „Die drei besten fiktiven Charaktere der Leinwand sind Robinson Crusoe, Tarzan und Sherlock Holmes, und bisher ist keiner von ihnen in einem anständigen Film aufgetreten!“ Er wollte diese Lücke zumindest zu einem Drittel schließen und den  Abgründen des letzteren Helden auf die Spur kommen, den Ursachen für dessen Verschrobenheit, Drogensucht und Misogynie. Zum damaligen Zeitpunkt wünschte er sich Peter O’Toole und Peter Sellers für die Hauptrollen. (Mit Sellers sollte er sich noch im selben Jahr im Rahmen eines anderen Projektes nachhaltig überwerfen.)<br />
Jahre gingen ins Land, in denen u.a. „The Fortune Cookie“ entstand, bis Wilder und sein Partner I. A. L. Diamond ein Drehbuch erarbeitet hatten, mit dem er ans Werk gehen wollte.</p>
<p>„Das Privatleben des Sherlock Holmes“ ist einer von Billy Wilders wenigen Kostümfilmen.* Dr. Watson (Colin Blakely), sein eigentlicher Held, erzählt uns aus dem Off eine Geschichte, die er aus Gründen der Diskretion und Delikatesse dem Publikum einst lieber vorenthalten hat. Nach einer kurzen Episode mit einer russischen Ballerina, die Holmes (Robert Stephens) zum Vater ihres Kindes machen möchte, wird eine vor dem Ertrinken gerettete Frau (Geneviève Page) bei ihm abgeliefert, die ihr Gedächtnis verloren hat. Um ihr Geheimnis zu lüften, reisen Holmes und Watson nach Schottland, wo sie zunächst glauben, mit dem Ungeheuer von Loch Ness Bekanntschaft zu machen. Das Monster entpuppt sich als getarnte Geheimwaffe der britischen Marine, an deren Entwicklung Holmes‘ Bruder Mycroft (Christopher Lee) beteiligt ist, &#8211; und die junge Frau als feindliche Agentin, der es einige Zeit gelungen ist, den Meisterdetektiv hinters Licht zu führen.<br />
Zwei Vorzüge krönen dieses leise Drama: der lebensfrohe und an seinem grüblerischen Freund mitunter verzweifelnde Watson-Darsteller Colin Blakely (der in der Synchronfassung von Harald Juhnke feinfühlig nachempfunden wird und dem ein Großteil der humorvollen Momente des Films zufällt) und die Filmmusik von Miklós Rózsa, die auf dessen Violinkonzert basiert.</p>
<p>Der Film war eine auf dreieinhalb Stunden angelegte Roadshow-Produktion**, musste aber auf Drängen des Verleihs auf zwei Stunden gekürzt werden. Die Komplettfassung mit dem Aufkleber „Director’s Cut“ werden wir in diesem Falle nicht erleben. Aus Gram über den Ärger mit dem Film (der ihm sehr viel bedeutete und den er mehrfach als „seinen Liebsten“ bezeichnete) und seinen Misserfolg ließ der Regisseur das Material umkommen. Als Image Entertainment im Jahre 1994 ein Laserdisc-Doppelalbum mit einer rekonstruierten Fassung von „The Private Life Of Sherlock Holmes“ herausbrachte, waren von den fehlenden Passagen nur Fragmente aufzutreiben: vom ersten der vier Kapitel „The Curious Case Of The Upside Down Room“ existierte nur noch die Tonspur, vom dritten Kapitel „The Dreadful Business Of The Naked Honeymooners“ der tonspurlose Filmstreifen, der für diese Veröffentlichung untertitelt wurde. Es ist umso erstaunlicher, dass selbst der gekürzte Sherlock Holmes ein echter Billy Wilder ist: ein makellos konstruiertes Drehbuch.</p>
<p>______________________________<br />
* In der Fernsehzeitung steht üblicherweise „Engl. Krimikomödie“, was falsche Erwartungen weckt. „The Private Life Of Sherlock Holmes“ ist leises Drama mit einer unerfüllten Liebesgeschichte und kleinen Grusel-Effekten, in dessen Dialogen immer wieder der Wilder-typische Humor aufblitzt. Er ist auch keineswegs eine Holmes-Parodie, wie man mitunter liest. Die Unmöglichkeit, ihn einem Genre zuzuordnen, hat es dem Film nicht leichter gemacht.<br />
** Im heutigen Zeitalter des „Blockbuster“-Kinos sind große Budgets und Überlängen der Normalfall. In den 60er Jahren waren immerhin die Hälfte der Oscar-Gewinner für den „Besten Film“ Großproduktionen. In dieser Liste fanden sich auch einige stargespickte Komödien, die die kommerziellen Erwartungen erfüllten: „It’s A Mad, Mad, Mad, Mad World“, „The Great Race“ und „Those Magnificent Men In Their Flying Machines“. Ende der 60er führten kostspielige Musical-Flops wie „Star!“, „Paint Your Wagon“ und „Hello, Dolly!“ zum Ende der Roadshow-Ära. Das war der Zeitpunkt, zu dem Wilder mit seinem aufwändigen Holmes aus dem Atelier kam.<img decoding="async" src="https://vg05.met.vgwort.de/na/c7afbc16b8ac42258da51529dfc7c29a" alt="" width="1" height="1" /></p>
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