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	<title>Politik im Musical Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Politik im Musical Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Broadway&#8217;s Like That (46): Der Frauenversteher Jule Styne (iii)</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2017 21:52:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>15. Das Ende der Tin Pan Alley (5) Wieder lieferte das Showgeschäft, das eigene Genre, den Hintergrund für Stynes “Funny Girl” von 1964. Das „Funny Girl“ ist Fanny Brice, die vor allem aus den Ziegfeld Follies bekannte Komikerin und Sängerin. &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/02/25/broadways-like-that-46-der-frauenversteher-jule-styne-iii/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>15. Das Ende der Tin Pan Alley (5)</strong></p>
<p>Wieder lieferte das Showgeschäft, das eigene Genre, den Hintergrund für Stynes <strong>“Funny Girl”</strong> von 1964. Das „Funny Girl“ ist <strong>Fanny Brice</strong>, die vor allem aus den Ziegfeld Follies bekannte Komikerin und Sängerin. Ihrer Biografie ist das Musical gewidmet. Verkörpert wurde Fanny Brice von der 21jährigen <strong>Barbra Streisand</strong>, die ihren frisch erworbenen Starruhm damit noch vergrößern konnte. Wie Mama Rose ist auch das „Funny Girl“ ein von Ehrgeiz und Durchsetzungswillen geprägtes Energiebündel. Noch ist sie das hässliche Entlein, doch sie kennt ihre Qualitäten und weiß in einer berühmten Comedy-Nummer zu Beginn der Show: <strong>„I’m The Greatest Star“</strong>. Und ein Star wurde Fanny, doch ihre Komik war weitaus bizarrer, als es die Neu-Interpretation der (Nase hin oder her) bildschönen Barbra Streisand vermuten lässt. In <strong>&#8222;Everybody Sing!&#8220;</strong>, einem frühen <strong>MGM-Musical</strong> mit Judy Farland, können wir uns ein Bild davon machen. In Fannys schräger Solonummer &#8222;Quainty Dainty Me&#8220; sind einige ihrer Manierismen zu sehen, die im Film &#8222;Funny Girl&#8220; zumindest angedeutet werden.<span id="more-7439"></span><br />
Die Bühnen-Fanny legt im Privatleben die selbe Unbedingtheit an den Tag wie im Beruf. Um sich den Mann ihrer Träume zu sichern, lässt sie alles stehen und liegen und reist ihm nach. Nichts soll sich ihr in den Weg stellen: „Don’t Rain On My Parade!“<br />
Auch hier zeigen sich Ähnlichkeiten zu „Gypsy“, Ähnlichkeiten musikalischer Art. Styne verwendet nämlich die selbe Technik, einzelne Glieder von Songs an anderer Stelle sinnstiftend zu wiederholen. So bezieht sich „Don’t Rain On My Parade“ musikalisch auf „I’m The Greatest Star“ zurück.</p>
<p>Ebenfalls mit einer historischen Person – diesmal nicht aus dem Showgeschäft sondern aus der Politik – hatte sich 1959 das Musical „Fiorello!“ befasst.</p>
<p><em><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7442" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Fiorello_selectionF.jpg?resize=640%2C890&#038;ssl=1" alt="Fiorello_selectionF" width="640" height="890" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Fiorello_selectionF.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Fiorello_selectionF.jpg?resize=216%2C300&amp;ssl=1 216w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Fiorello_selectionF.jpg?resize=737%2C1024&amp;ssl=1 737w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" />Als es noch für jedermann käufliche gedruckte Klavierauszüge der wichtigsten aktuellen Broadway-Musicals gab, waren die dazugehörigen &#8222;Voval Selections&#8220; schmale Heftchen, die nur die Refrains der wichtigsten Songs in einfacher Notierung enthielten, aber immerhin mit ein Paar Bühnenfotos und dem Plakatmotiv auf dem Cover aufwarteten. Heute haben wir es mit einer Mischform dieser beiden Varianten zu tun, wenn Musical-Noten (was selten genug geschieht) in gedruckter Form verkauft werden.<br />
</em></p>
<p>„Fiorello!“ war die zweite gemeinsame Arbeit und der erste Erfolg des Komponisten Jerry Bock und des Texters Sheldon Harnick. Nach „Of Thee I Sing“ und „South Pacific“ erhielt “Fiorello!” als drittes Musical überhaupt sogar den Pulitzer-Preis für Drama. Das Musical zeichnet den Werdegang des legendären New Yorker Bürgermeisters Fiorello LaGuardia bis zu seinem schließlichen Amtsantritt im Jahre 1933 nach. Der Rivale und Amtsvorgänger des ehrenhaften, energiegeladenen LaGuardia war der smarte, etwas halbseidene Jimmy Walker, ein Bürgermeister New Yorks, so perfekt in die Roaring Twenties passend, dass ihn ein Librettist nicht besser hätte erfinden können. Den „Gentleman Jimmy“ charakterisiert ein Song zu seinen Ehren, aufgeführt auf einer Wahlkampfparty vom eigens engagierten Broadwaystar samt Chorus Line. Natürlich kleidet Jerry Bock diese Eloge auf Walker in einen Charleston, das musikalische Symbol der 20er. Sheldon Harnick macht sich den Spaß, sich auf einen Songtext zu beziehen, der historische Jimmy Walker einmal verfasst hat und der den markanten Titel trägt: „Will You Love In December As You Did In May?“<br />
Den dynamischen LaGuardia lernen wir zu Beginn des Stückes und seiner Karriere als menschenfreundlichen und engagierten Anwalt kennen. Im Song „Unfair“ lehrt er die für bessere Arbeitsbedingungen streikenden Textilarbeiterinnen, sich lautstark bemerkbar zu machen. Kein Zweifel: Mit dieser ansteckenden Energie wird Fiorello später auch der korrupten Stadtregierung das Handwerk legen können.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4804" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="Forts. folgt" width="640" height="42" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Broadway&#8217;s Like That (27): Wahlkämpfe und Präsidentenportraits</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Sep 2016 15:45:15 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>6.</strong> <strong>Politik im Musical der 30er Jahre</strong> (5)</p>
<p>Präsidenten im Musical gab es später immer wieder. 1937 wurde in „I’d Rather Be Right“ von Richard <strong>Rodgers</strong> (Musik) und Lorenz <strong>Hart</strong> (Songtexte) <strong>Präsident Roosevelt</strong> auf die Bühne gebracht, in dessen Rolle sich Theaterveteran George M. Cohan ein spektakuläres Comeback verschaffte. Irving Berlin präsentierte 1962 in seinem letzten Broadway-Musical einen reichlich faden Zeitgenossen als „Mr. President“. Mit einem erstklassigen Wahlkampf konnte 1959 <strong>„Fiorello!“</strong> aufwarten. Dieses Musical von <strong>Sheldon Harnick und Jerry Bock</strong>, die wenige Jahre später mit <strong>„Fiddler On The Roof“</strong> Weltruhm gelangen sollten, hat Fiorello LaGuardia zum Protagonisten. Der historische <strong>LaGuardia</strong> löste 1933 als Bürgermeister von New York den Vergnügungssüchtigen Jimmy Walker mit seiner korrupten Tammany-Stadtregierung ab und steigerte seine Beliebtheit auch dadurch, dass er während eines Zeitungsstreiks die ausgefallene Comic-Seite im Radio vorlas. Hatte der Text von „Wintergreen For President“ damit geprahlt, dass dieser Kandidat besonders die Iren und Juden liebe, so nimmt Jerry Bock in Fiorellos Wahlkampf die Parolen auch gleich musikalisch auf.<span id="more-6289"></span></p>
<p>Auch die Gerswins zogen in „Let ’Em Eat Cake“ noch einmal in den Wahlkampf. George Gershwin hat darauf hingewiesen, dass er gerade in „Let ’Em Eat Cake“, das musikalisch noch komplexer als sein Vorgänger ist, kontrapunktisch gearbeitet habe, um seine Musik der Aussage des Stückes entsprechend zu schärfen. Gleich der Eröffnungschor gab ihm Gelegenheit dazu, denn hier geraten zwei Wahlkampfaufzüge aneinander. Präsident Wintergreen hat seine erste Amtszeit hinter sich und stellt sich erneut zur Wahl. Nun hat er einen Rivalen – Tweedledee -, der sich von Wintergreen dadurch unterscheidet, dass er die Italiener und Griechen liebt. Diesmal verliert Wintergreen die Wahl und findet sich als Fabrikant von blauen Hemden in New York wieder. Angestachelt vom radikalen Demagogen Krueger, arbeitet er auf eine Revolution hin – mit dem verblüffenden Argument: „Italien – schwarze Hemden, Deutschland – braune Hemden, Amerika – blaue Hemden. Bei Gott, wenn das amerikanische Volk eine Revolution haben will, können wir sie ihm geben! Wir haben die Hemden dafür!“<br />
So abwegig war der Gedanke nicht, den faschistischen europäischen schwarzen und braunen Hemden amerikanische Blauhemden folgen zu lassen. Auch das Amerika der 30er Jahre hatte seine faschistoiden Gruppierungen wie den „German-American Bund“ oder die „Silver Shirts“. Wenig später als „Let ’Em Eat Cake“ sollte das Thema auch belletristisch behandelt werden. In seinem schrecklich-komischen Roman von 1934 „A Cool Million“ (deutsch: „Eine glatte Million“) demontiert Nathaniel West seinen Protagonisten à la Horatio Alger buchstäblich und lässt ihn schließlich zum Helden der faschistoiden Lederhemden werden, die ein ehemaliger Präsident anführt. Sinclair Lewis veröffentlichte 1935 einen Roman über eine faschistische Gewaltherrschaft in Amerika, deren Beginn er in die nahe Zukunft verlegt. „It Can’t Happen Here“ (deutsch: “Das ist bei uns nicht möglich”) bleibt näher an der Realität. Unschwer erkennt man im Diktator Buzz Windrip und seinem diabolischen Gehilfen die Vorbilder von Hitler und Goebbels. Die Satire in „Let ’Em Eat Cake“ richtet dich gegen Demagogie und Extremismus von beiden Seiten. Wie Ira Gershwin bemerkte, schonte sie nichts und niemanden. „In einem Augenblick trampelt das Stück auf der extremen Rechten, im nächsten auf der extremen Linken herum. Das Libretto von Kaufman und Ryskind war manchmal wunderbar witzig, dann wieder in seiner Kritik der amerikanischen Szene gnadenlos realistisch.“</p>
<p>Am Schluß des ersten Aktes von „Let ’Em Eat Cake“ macht Wintergreen seine Revolution. Um Tweedledee zu entmachten, muß er die Armee auf seine Seite ziehen. Seine Frau Mary preist ihn in einem verführerischen Arioso als Ehemann und Familienvater und diffamiert Tweedledee als Junggesellen. Der Coup gelingt aber erst, als Wintergreen der Armee die ausstehenden Kriegsschulden der Alliierten anbietet. Er errichtet eine „Diktatur des Proletariats“ und verspricht den Leuten pompös das Blaue vom Himmel herunter.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4804" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="Forts. folgt" width="640" height="42" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
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		<title>Broadway&#8217;s Like That (25): Kurt Weill und Marc Blitzstein</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2016 13:37:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>6. Politik im Musical der 30er Jahre (3) War Kurt Weill – von den Nazis aus Deutschland vertrieben – traf 1935 in New York ein. Seine neue Wirkungsstätte fand er am Broadway. 1936 kam „Johnny Johnson“ als erstes seiner amerikanischen &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/09/11/broadways-like-that-25-kurt-weill-und-marc-blitzstein/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/09/11/broadways-like-that-25-kurt-weill-und-marc-blitzstein/">Broadway&#8217;s Like That (25): Kurt Weill und Marc Blitzstein</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>6.</strong> <strong>Politik im Musical der 30er Jahre</strong> (3)</p>
<p>War Kurt Weill – von den Nazis aus Deutschland vertrieben – traf 1935 in New York ein. Seine neue Wirkungsstätte fand er am Broadway. 1936 kam<strong> „Johnny Johnson“</strong> als erstes seiner amerikanischen Werke zur Aufführung. Entstanden im Auftrag des progressiven „Group Theatre“ ist „Johnny Johnson“ eine milde Antikriegssatire, welche die blauäugig-pazifistische Titelfigur, eine Art amerikanischer „Schwejk“, in den Ersten Weltkrieg ziehen sieht. Musikalisch ist „Johnny Johnson“ ein Werk des Übergangs. Seinem europäischen Grundton sind bereits Elemente amerikanischer Popularmusik beigemischt. Den europäischen Weill lässt der „Song Of The Guns“ erkennen, in dem die Kanonen selbst mahnend ihre Stimmen erheben.<span id="more-6136"></span><br />
„Johnny Johnson“ wurde ein Achtungs-, kein Publikumserfolg, und hinterließ auch bei einigen Kritikern eine gewisse Ratlosigkeit. Der Komponist Marc Blitzstein konstatierte allerdings in seiner Rezension des Stückes, dass Weill dem musikalischen Theater praktisch eine neue Form hinzugewonnen habe. Zwei Jahre später konnte Weill mit „Knickerbocker Holiday“ einen ersten moderaten Broadway-Erfolg verbuchen. Besonders der „September Song“ aus dem Stück wurde populär. Weills Musiksprache hatte sich nun stärker amerikanisiert, ohne ihre Eigenart zu verlieren. Nach der literarischen Vorlage von Washington Irvings Vorlage „Knickerbocker History Of New York“ entwarf der namhafte Dramatiker Maxwell Anderson Libretto und Songtexte von „Knickerbocker Holiday“, das in historischem Gewand ein aktuelles Thema behandelt. In Gestalt des letzten holländischen Gouverneurs von New York und seines jungen Gegenspielers werden Oppression und Machtmissbrauch mit Freiheitsidealen konfrontiert. Freilich hatte Anderson dabei weniger die europäischen Diktatoren als Roosevelt und den „New Deal“ im Sinn. Die schlimmsten Angriffe konnten ihm von den übrigen – für Roosevelt eingestellten &#8211; Mitarbeitern noch ausgeredet werden.</p>
<p>Jener Marc Blitzstein, der Rezensent von „Johnny Johnson“, hatte in Paris bei Nadia Boulanger und in Berlin bei Arnold Schönberg Komposition studiert. Bereits 1928 lernte er die „Dreigroschenoper“ von Weill und Brecht kennen. Seine Übersetzung sollte sie 1954 auch in Amerika populär machen, nachdem eine erste Übersetzung der „Dreigroschenoper“ 1933 am Broadway gescheitert war. Auf eine Anregung Brechts ging Blitzsteins Politmusical „The Cradle Will Rock“ zurück, auch Libretto und Songtexte sind von Blitzstein, ein eher sprödes, durchaus agitatives Stück über den Arbeitskampf in Steeltown/USA.<br />
Der Komponist auf der Bühne am Klavier, die Schauspieler vom Zuschauerraum aus agierend, so sah 1938 die spektakuläre Premiere von „The Cradle Will Rock“ aus. Die Behörde, die das Stück im Rahmen eines Förderungsprojektes des „New Deal“ in Auftrag gegeben hatte, machte plötzlich Schwierigkeiten. Das vorgesehene Theater war am Premierenabend nicht zugänglich, und die Schauspieler und Musiker hatten von ihrer Gewerkschaft Auftrittsverbot erhalten. Die Aufnahme des Titelsongs von 1938 mit Marc Blitzstein am Klavier bewahrt etwas vom aufrührerischen Geist von Stück und Mitwirkenden. Sie wurde im Jahre 1999 von dem Schauspieler Tim Robbins als Regisseur bebildert: in seinem ambitionierten Kostümfilm mit Starbesetzung &#8222;Cradle Will Rock&#8220; (&#8222;Das schwankende Schiff&#8220;)*, der diese Ereignisse nacherzählt.</p>
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* In der deutschen Synchronisation wird sich die Mühe gemacht, die recht umfangreichen Passagen aus der &#8222;Cradle&#8220;-Premiere mitzuübersetzen bzw. nachzudichten. Das riecht ein wenig nach &#8222;Stage Entertainment&#8220;, passt aber zu den politischen Botschaften der Songs, die dem Kabarett fast näher sind als dem Musical. Die Kritik zerriss diese Synchronfassung in der Luft &#8211; zum einen, weil ein solches Unterfangen handwerklich kaum gelingen kann und auch, weil wir auf die Originalstimmen der Darsteller verzichten müssen. Vielleicht wären deutsche Untertitel hier der bessere Weg gewesen.</p>
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