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	<title>Rassismus in den USA Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Rassismus in den USA Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Die wiedergefundene Textstelle: Das Böse nebenan</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Jul 2017 12:59:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 57. Jahrestag der Veröffentlichung der Erzählung &#8222;To Kill A Mockingbird&#8220; von Harper Lee Harper Lees Roman „Wer die Nachtigall stört“, zwei Jahre nach Erscheinen erfolgreich verfilmt, ist ein aktuelles Buch geblieben, da leider auch der darin thematisierte Rassismus in &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/07/11/die-wiedergefundene-textstelle-das-boese-nebenan/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 57. Jahrestag der Veröffentlichung der Erzählung <strong>&#8222;To Kill A Mockingbird&#8220;</strong> von <strong>Harper Lee<br />
</strong></p>
<p>Harper Lees Roman <strong>„Wer die Nachtigall stört“</strong>, zwei Jahre nach Erscheinen erfolgreich verfilmt, ist ein aktuelles Buch geblieben, da leider auch der darin thematisierte Rassismus in den USA noch immer zu unserer Welt gehört. Die Autorin blieb ein literarisches One-Hit-Wonder. Ein Jahr vor ihrem Tode erschien ein wiedergefundenes zweites Skript, eine 1957 bei einem anderen Verlag eingereichte frühere Form der Geschichte, die jedoch 20 Jahre nach der finalen Fassung spielt. Harper Lee saß längst im Altersheim, und es wurde darüber spekuliert, ob sie mit dieser „literarischen Sensation“ überhaupt einverstanden sei …<span id="more-8366"></span></p>
<p>Der folgende kleine Monolog, in dem die Vorurteile der Erwachsenen von den Kindern unbewusst in einer Art-Rassismus-Larvenstadium kopiert werden, wird von Dill Harris gehalten. Das ist ein etwas merkwürdig aussehender Junge, dessen Charakter auf Truman Capote anspielt. Der große Erzähler Truman Capote und Harper Lee waren Jugendfreunde, die einander auch bei der schriftstellerischen Arbeit unterstützten.</p>
<p style="padding-left: 60px;">Der Alte ist der böseste Mann, der jemals gelebt hat! Warum? Einfach deshalb!<br />
Er hat einen Sohn namens Boo. Den hat er bei sich im Haus mit einer Kette gefesselt.<br />
Da drüben, da wohnt er!<br />
Boo darf nur nachts heraus, wenn wir schlafen und die Straßen stockdunkel sind. Manchmal, wenn du`s Fenster aufmachst, kannst du ihn hören!<br />
Einmal hat er bei uns an der Haustür gekratzt, aber als Atticus aufmachte, war er weg.<br />
Er ist &#8211; nach den Fußspuren zu urteilen &#8211; zwei Meter groß und sicher vierzig Jahre alt. Er isst Eichhörnchen und Katzen, die er nachts fängt und schlingt alles roh herunter, sagen die Leute.<br />
Er soll eine Narbe über`s Gesicht haben und weiße Haare und gelbe Zähne und ganz große und faulige&#8230;und die Augen stehen raus &#8230; und die ganze Zeit döst er vor sich hin.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>An der Oberfläche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Feb 2015 22:08:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 100. Geburtstag von „Birth Of A Nation“ Wer sich heute die Slapstick-Filme der 20er Jahre anschaut, staunt möglicherweise über die ungeheure Frechheit, die da gepflegt wurde. In jenen Tagen durfte man sich buchstäblich noch über alles und jeden lustig &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/02/08/der-oberflaeche/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/02/08/der-oberflaeche/">An der Oberfläche</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 100. Geburtstag von <strong>„Birth Of A Nation“</strong></p>
<p>Wer sich heute die Slapstick-Filme der 20er Jahre anschaut, staunt möglicherweise über die ungeheure Frechheit, die da gepflegt wurde. In jenen Tagen durfte man sich buchstäblich noch über alles und jeden lustig machen, wodurch der Verdacht einer gezielten Diskriminierung gar nicht erst aufkam: über Schwarze, Asiaten und Juden, Frauen, Kinder und Homosexuelle, Geistliche und Polizisten, Einbeinige, Blinde und Bucklige, Neureiche und Landstreicher.<span id="more-1407"></span><br />
Ich durfte diese derben und zugleich sehr poetischen Sahnetorten-Filme noch im linearen Fernsehprogramm erleben, unterlegt mit der Musik von Fred Strittmatter und der Solo-Synchronfassung von Hanns Dieter Hüsch. Besonderes Vergnügen bereitete mir Stan Laurel (noch ohne Hardy), wenn er regelmäßig in Parodien auf die Filmklassiker der damaligen Zeit raue Gesellen zu Tunten ummodelte.<br />
Ein knappes Jahrhundert später mögen manche dieser Späße in einen tragischeren Kontext gerückt sein. Vieles ist aber auch einfach nur verboten (und deshalb nicht weniger komisch als damals). Der Begriff<em> Political Correctness</em> ist zwar mittlerweile offiziell ein Schimpfwort, aber das ändert nichts an der verheerenden Auswirkung der damit umschriebenen Gesinnungshuberei auf unser gesellschaftliches Miteinander, unsere Kreativität, die Medien und unsere Unterhaltungsindustrie.</p>
<p>Ein Beispiel, das mir heute wieder durch den Kopf geht – am rundestmöglichen Jahrestag eines anderen Stummfilms, des rassistischen Filmklassikers „Birth Of A Nation“, der nichtsdestotrotz zu den unbestrittenen Meisterwerken des Kinos und zum Urschlamm der Filmkunst an sich gerechnet wird – ist eine Posse, die sich vor wenigen Jahren in Berlin ereignete.<br />
Im „Schloßparktheater“ trat der Schauspieler Joachim Bliese schwarz geschminkt in „Ich bin nicht Rappaport“ auf und war auch in dieser Aufmachung plakatiert. Es gab einen tagelangen Skandal angesichts der Tatsache, dass hier die schmachvolle Unkunst des „Blackface“ wieder aufgenommen worden sei. Gewiß: die im 18. Jahrhundert aufgekommene Minstrel-Tradition, in der weiße Entertainer sich mit Schuhwichse als Schwarze zurechtmachten, verweist auf wahrhaft finstere gesellschaftliche Missstände. Diese  Theaterfiguren wurden &#8222;Jim Crow&#8220; genannt. Mit diesem Ausdruck bezeichnete man auch das System von Gesetzen und Vorschriften, die nach der Abschaffung der Sklaverei die Rassentrennung &#8222;regelten&#8220;. Doch weder waren alle, die sich in ihren Darbietungen schwarz schminkten, automatisch Rassisten, noch sind diese Missstände geringer worden, als Ende der 20er Jahre die Minstrel-Shows verschwanden.<br />
Der berühmteste Vertreter der Blackface-Tradition, Al Jolson, ist ebensowenig ein Sklaventreiber, wie Rob Marshall ein Bürgerrechtler ist, nur weil er in seinem Filmerfolg „Chicago“ aus dem Jahre 2002 so tut, als hätten sich in den Wilden Zwanzigern schwarze Gentlemen ungehindert mit weißen Ladies im Arm in einen Nachtclub setzen dürfen.<br />
Und wer gegen einen schwarz geschminkten Schauspieler (in einer des Rassismus unverdächtigen Produktion) auf die Straße geht, ist vielleicht nicht unglücklich darüber, dass es heute zuweilen so preisgünstig ist, seine ehrenhafte Gesinnung auszustellen.</p>
<p>Wenn nicht gerade Zensur herrschte, bestand die Freiheit des Theaters gerade darin, dass jeder alles spielen durfte. Nach jahrelangen Kämpfen um Relevanz und ein nachwachsendes Publikum findet es sich nun in einer Ordnung wieder, in der Schwarze nur noch von Schwarzen gespielt werden dürfen und Außerirdische nur noch von Außerirdischen. Wer keinen Ärger mit den offiziellen Wettbewerbern um den größten Opferstatus haben will, führt am besten nur noch Stücke über möglichst unauffällige Figuren auf. Das Ergebnis dieser vorauseilenden Korrektheit wäre eine besonders üble Form der Diskriminierung.<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/fb840ee5f24641f4bab1791a7d80fc73" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Eine Abkürzung zum Jazz (3) / Zwischenspiel: Die Harlem-Renaissance</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Oct 2014 23:11:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Neuere Musikgeschichte Diese Serie basiert auf meinem Unterricht „Musicalgeschichte“. Für die narzisstischen und hedonistischen „Roaring Twenties“ bzw. die „Goldenen Zwanziger“ prägte der Schriftsteller F. Scott Fitzgerald den treffendsten Begriff: das Jazz-Age. (Sein Roman dazu &#8222;Der große Gatsby&#8220; ist unlängst &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2014/10/28/eine-abkuerzung-zum-jazz-3-zwischenspiel-die-harlem-renaissance/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2014/10/28/eine-abkuerzung-zum-jazz-3-zwischenspiel-die-harlem-renaissance/">Eine Abkürzung zum Jazz (3) / Zwischenspiel: Die Harlem-Renaissance</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">betr.: Neuere Musikgeschichte</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;"><i>Diese Serie basiert auf meinem Unterricht „Musicalgeschichte“.</i></span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">Für die narzisstischen und hedonistischen „Roaring Twenties“ bzw. die „Goldenen Zwanziger“ prägte der Schriftsteller F. Scott Fitzgerald den treffendsten Begriff: das Jazz-Age. (Sein Roman dazu &#8222;Der große Gatsby&#8220; ist unlängst durch die Verfilmung mit Leonardo DiCaprio wieder ins Gespräch gekommen.)</span></span></span><i> </i><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">Der Siegeszug des Jazz in den 20er Jahren war aber nur ein Bestandteil eines umfassenderen Phänomens. Die sogenannte Harlem-Renaissance war ein Aufblühen schwarzer Kreativität, Kultur, Alltagskultur und Kunst, das bis zum Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 anhielt.<br />
Harlem, dieses in Upper Manhattan gelegene Viertel, beschrieben schwarze Intellektuelle wie der Dichter Langston Hughes oder der Schriftsteller James Weldon Johnson als großen Magneten, als schwarzes Mekka. Aber auch der Weiße Carl Van Vechten, der damals eine zentrale Rolle im kulturellen Leben New Yorks spielte, partizipierte an der Bewegung: als Romancier, Fotograf und Kritiker ist er einer der wichtigsten Chronisten des Jazz-Age, besonders seiner musikalischen Aspekte. Er war der erste, der in Amerika über Strawinsky und über Gershwin schrieb.<br />
&#8222;Harlem war bis 1910 noch eine hauptsächlich weiße Nachbarschaft mit starkem Einwandereranteil. Es gab neben einer kleinen afroamerikanischen und einer starken jüdischen auch polnische, russische und italienische Communities. Erst die sogenannte <em>great migration</em>, die jahrelang anhaltende Fluchtbewegung, die Hunderttausende von Afroamerikanern aus dem offen rassistischen Süden in die großen Städte des Nordens trieb, änderte das. Nicht dass es hier keinen Rassismus gegeben hätte, aber die besseren Aussichten auf Arbeit, Erziehung und die relative Freiheit eines urbanen Zentrums führten auch zu einer kleinen wohlhabenden Mittelschicht und der <em>Harlem Renaissance</em>. Die Große Depression setzte dieser Entwicklung ein jähes Ende und machte aus Harlem ein Armenviertel. Und spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg ein schwarzes Elendsviertel, das </span></span><span style="font-family: Cambria, serif;"><span style="font-size: large;">[</span></span><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">der Schriftsteller James</span></span><span style="font-family: Cambria, serif;"><span style="font-size: large;">] </span></span><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">Baldwin &#8218;the Harlem ghetto&#8216; oder sogar &#8218;the slum&#8216; nennt.&#8220; (René Aguigah, Max Böhnel und Andreas Robertz im DLF-Radiofeature &#8222;James Baldwin – Der wiederentdeckte Vordenker&#8220;)<br />
In ihrem Musical &#8222;Golden Boy&#8220; (1964) fassen Lee Adams und Charles Strouse die Klischees und Widersprüche dieses Viertels in dem Song &#8222;Don&#8217;t Forget 127th Street&#8220; zusammen. </span></span><span id="more-484"></span></p>
<p><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">Den wichtigsten Modetanz und die „Titelmusik“ der 20er Jahre, den Charleston, hat 1923 das Musical „Runnin’ Wild“ populär gemacht, dessen Musik von dem legendären Pianisten James P. Johnson stammte. Ebenso schwarzen Ursprungs waren praktisch alle angesagten Gesellschaftstänze des frühen 20. Jahrhunderts. Sie</span></span><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;"> hießen Cake Walk, Black Bottom oder trugen kuriose, in die Tierwelt schielende Namen wie Turkey-Trot, Bunny-Hug, Grizzly-Bear oder Foxtrott. (Woody Allen bezieht sich auf diese Kultur, indem er dieser Reihe in seinem fiktiven Biopic „Zelig“ den „Chameleon Dance“ hinzufügt.) Ohne den Lindy Hop hätte es im Übrigen einige Jahre später den Rock&#8217;n&#8217;Roll nicht gegeben. </span></span><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">In seinem Roman „Parties“, in dem Carl Van Vechten 1930 die turbulente, exzentrische Atmosphäre des gerade vergangenen Jahrzehnts einfängt, zeichnet er diese Entwicklung nach. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">Die Harlem-Renaissance brachte auch das amerikanische Musiktheater nach vorne: 1922 schrieb der 23jährige George Gershwin &#8211; die „Rhapsody In Blue“ und der Weltruhm lagen noch vor ihm – einen durchkomponierten, Rezitative verwendenden Einakter mit dem Titel „Blue Monday“, eine Art Kurzoper mit schwarzem Sujet. Rückblickend lässt sich darin die Keimzelle von „Porgy And Bess“ erkennen. Doch auf dem Weg zu diesem rein schwarz besetzten Klassiker für das internationale Publikum mußte der Broadway – und in seinem Gefolge auch die Gesellschaft – noch zwei wichtige Stufen nehmen. 1927 kam „Show Boat“ heraus, der erste Musical-Welterfolg und das erste kommerziell erfolgreiche Werk, in dem Darsteller beider Hautfarben gleichrangig zusammen auftraten.° 1933 erlaubte sich ein Musical von Irving Berlin mit ebenfalls gemischtem Cast erneut, die Rassenthematik zu verhandeln: „As Thousands Cheer“. Ethel Waters sang darin den anrührenden Song „Supper Time“, in dem sie – der Macht der Gewohnheit erlegen – das Abendessen für ihren Mann zubereitet, der soeben einem Lynchmob zum Opfer gefallen ist.</span></span></p>
<p>Ein Held der Harlem-Renaissance hat es zu besonders anhaltender Präsenz in der Popkultur gebracht: Cab Calloway, Harlems sicherlich „coolster Hund“. 1980 hatte er die Möglichkeit, seine Parade-Nummer einer ganz neuen Zuschauergeneration vorzuführen. In dem Kultfilm „The Blues Brothers“ singt er „Minnie The Moocher&#8217;s Wedding Day“ &#8211; und genau wie 50 Jahre zuvor, stimmt der Saal ungeprobt mit ein in das unverwechselbare &#8222;Hi De Hi De Hi De Hi&#8220;.</p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">(Fortsetzung folgt)</span></span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">° Näheres dazu lesen sie am 27.12.</span></span></span></p>
<p><img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/39c74d247cdc4320a8732c1bc5fe71c0" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2014/10/28/eine-abkuerzung-zum-jazz-3-zwischenspiel-die-harlem-renaissance/">Eine Abkürzung zum Jazz (3) / Zwischenspiel: Die Harlem-Renaissance</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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