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	<title>Yehudi Menuhin Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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		<title>Ansehen oder Außenwirkung</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Oct 2025 14:08:00 +0000</pubDate>
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<p><strong>Rankings</strong> sind eine Pest unserer Zeit. <strong>Kai Luehrs-Kaiser</strong> drückt sich auf <strong>radio 3 </strong>kultivierter aus: Die Sucht, auf irgendeinem Gebiet nach den jeweils Besten zu suchen und sie der Welt mitzuteilen, die Suche nach Rekordhaltern sei zumindest in der Klassischen Musik deplatziert. Er kommt zum Fazit: „Derlei Auspreisungen sagen über unsere Gegenwart mehr aus als über die ausgepreisten Künstler.“ Obwohl hier nicht die im Sport üblichen Medaillen vergeben werden können, gibt es ein paar Meisterinnen und Meister ihres Fachs, die in ihrer eigenen Branche als absolut führend und unübertrefflich angesehen werden: „Was die Dirigenten betrifft, werden in der Gegenwart <strong>Furtwängler </strong>und <strong>Karlos Kleiber</strong> als die absolut Größten angesehen, ein Urteil, das einem unter Musikern so unausbleiblich wiederbegegnet, dass es geradezu langweilig ist. Niemand redet von <strong>Toscanini</strong>, alle immer nur von Furtwängler, alle halten sich über Karlos Kleiber auf, kaum jemand noch über <strong>Karajan</strong>“, Letzterer bekanntlich der volkstümliche Popstar der Dirigierkunst. An diesem letzten Beispiel wird bereits deutlich, wie es zu diesen Abweichungen kommt: das Marketing (und Karajan war ein König der Selbstinszenierung) ist für’s Volk sichtbar und daher wichtig, für den Kollegen ganz und gar nicht. Umgekehrt werden handwerkliche Qualitäten und die Tugend der Effizienz im Betrieb von der Fangemeinde ebenso grundsätzlich ignoriert wie sie fachlich bedeutsam sind.<br>Luehrs-Kaiser interessiert sich also dafür, was ihm wichtige Musiker als ihr eigenes Urteil vermitteln: „<strong>Simon Höfele</strong>, der vermutlich bedeutendste Trompeter der jüngeren Generation auf dem Feld der Klassik, bestätigte mir, was keine Überraschung war, dass<strong> Maurice André</strong> (der kleine dicke aus den 70ern) noch immer allgemein als der <strong>Dawid Oistrach </strong>der Trompete angesehen und verehrt wird. Der russische Übergeiger ist damit gleich mitenthüllt, klarer Fall eines historischen Klassenbesten. Tatsächlich habe ich noch kaum einen Geiger getroffen – einschließlich <strong>Isabelle Faust</strong> und <strong>Gideon Kremer</strong> -, die oder der sich nicht leidenschaftlich zu Dawid Oistrach bekannt hätte, er repräsentiert immer noch den Goldenen Schnitt der Violinkunst. Niemand nennt <strong>Heifetz</strong>, niemand nennt <strong>Kreisler</strong> oder auch nur Perlman oder Szigeti, einige nennen <strong>Leonid Kogan</strong>, wenige <strong>Yehudi Menuhin</strong>. Oistrach muss es sein!“ Die Namen dieses internen Kanons „leuchten über alle Paradigmenwechsel hinweg, durch alle Krisen und Kehrausbewegungen hindurch, die inzwischen die Klassische Welt doch reichlich erschüttert haben“.<br><br>Ich kenne dieses Phänomen von mir selbst nicht nur auf Gebieten, auf denen ich nur nebenbei gewirkt habe (etwa im Zeichnen, wo <strong>Wallace Wood</strong> für mich der handwerklich Beste und Vielseitigste ist), sondern auch im gewissermaßen eigenen Fach. Die Musiker / Kabarettisten, mit denen ich mich austauschen konnte, stellen auf dem Gebiet des Chansons wie des musikalischen Humors aktuell ausnahmslos <strong>Sebastian Krämer </strong>oben hin: ganz meine Meinung! Niemand redet von <strong>Tim Fischer</strong>, <strong>Max Raabe </strong>oder <strong>Bodo Wartke</strong>. Die Älteren kennen und nennen noch <strong>Georgette Dee</strong>. Die war und ist nicht nur überragend, sondern außerdem eine historische Figur auf ihrem Gebiet. Die zuletzt beiseite Genannten hätten ohne sie gar nicht erst stattgefunden, jedenfalls nicht so. Egal, ob sie sie heute überhaupt noch kennen.</p>
<img decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/73cbbc8bd1b341c8817f53224708ca2f" width="1" height="1" alt=""><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/10/04/28808/">Ansehen oder Außenwirkung</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Broadway&#8217;s Like That (29): Amerikaner in Paris</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2016 20:29:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>8. Paris &#8211; Sehnsuchtsort und Klassenzimmer (1) Paris schien nach dem ersten Weltkrieg eine magische Anziehungskraft für amerikanische Künstler zu besitzen. Auch eine Anzahl amerikanischer Schriftsteller hatte sich nach dem Krieg in Paris eingefunden: F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway und &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/10/12/broadways-like-that-29-amerikaner-in-paris/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>8. Paris &#8211; Sehnsuchtsort und Klassenzimmer </strong>(1)</p>
<p>Paris schien nach dem ersten Weltkrieg eine magische Anziehungskraft für amerikanische Künstler zu besitzen. Auch eine Anzahl amerikanischer Schriftsteller hatte sich nach dem Krieg in Paris eingefunden: F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway und Ezra Pound gehörten dazu. Getrude Stein verlieh dieser Gruppe ein griffiges Etikett: „Lost Generation“.<br />
Im Rückblick verklärt F. Scott Fitzgerald die Amerikaner im Paris der Zwischenkriegsjahre: „Wir waren wie die Könige &#8211; fast unfehlbar und von einer magischen Aura umgeben.“ Und Ernest Hemingway schwärmte: „Wenn Du das Glück hattest, als junger Mensch in Paris zu leben, dann trägst Du die Stadt für den Rest deines Lebens in dir, wohin du auch gehen magst, denn Paris ist ein Fest fürs Leben!“<br />
In seinem Spätwerk &#8222;Midnight In Paris&#8220; läßt Woody Allen seinen Helden sich mehrmals in diese Welt verirren und die persönliche Bekanntschaft dieser Schriftstellergrößen machen.<br />
Die amerikanischen Komponisten zog es ebenfalls seit den 20er Jahren nach Paris &#8211; angefangen von Aaron Copland, gibt es kaum einen namhaften amerikanischen Komponisten seriöser Musik, der nicht bei Nadia Boulanger studiert hätte.*<span id="more-6403"></span></p>
<p>Nach einem ersten, wenig erfolgreichen Versuch am Broadway &#8211; „See America First“ erlebte nur 15 Aufführungen &#8211; war der aus reichem Hause stammende Cole Porter nach Paris gekommen. Er hatte in Harvard bereits Musik studiert. In Paris vervollkommnete er seine musikalische Ausbildung an Vincent d’Indys Schola Cantorum. Durch seine Freundschaft mit dem Prinzen und der Prinzessin Edmonde de Poliniac &#8211; die Prinzessin eine geborene Winnaretta Singer, Tochter des Nähmaschinenfabrikanten war eine große Kunstmäzenin &#8211; durch diese Freundschaft erschloss sich Porter die Musik der damaligen französischen Avantgarde: Ravel, Satie, Strawinsky, die Groupe des Six. Diese Komponisten bezogen ihrerseits wieder Elemente aus der amerikanischen Musik, aus Ragtime und Jazz experimentierend in ihre Werke mit ein. „Die Revue, der Zirkus, die amerikanischen Neger-Orchester befruchten den Künstler ebenso wie das Leben“, erklärte Jean Cocteau, der selbsternannte Wortführer der Groupe des Six.</p>
<p>Als das schwedische Ballett, dass wie sein konkurrierendes Vorbild, das legendäre russische Ballett sein Hauptquartier in Paris hatte, eine Amerika-Tournee plante, wollte sein Leiter Rolf de Maré ein Werk eines amerikanischen Komponisten aufs Programm setzen. Der Auftrag zu diesem geplanten Ballett ging an Cole Porter. Darius Milhaud, ein Mitglied der berühmten Groupe des Six, erinnert sich in seiner Autobiographie „Noten ohne Musik“:</p>
<p style="padding-left: 90px;"><em>„Ich war Cole Porter einige Male im Hause der Princesse de Polignac begegnet. Dieser elegante junge Amerikaner, der stets eine weiße Nelke im Knopfloch seines untadelig geschnittenen Smokings trug, sang mit einer tiefen und verschleierten Stimme seine Lieder, die genau die Eigenschaften hatten, die de Maré suchte: so machte ich die beiden miteinander bekannt. De Maré schlug die Vertonung einer Handlung vor, die sich bewundernswert für Porters Musik eignete: die Ankunft eines jungen Schweden in New York. Charles Koechlin übernahm die Orchestrierung der Partitur, da Cole Porter noch keine Erfahrung darin hatte. Sie war ein vollkommener Ausdruck des Geistes von Manhattan &#8211; mit sehnsüchtigen Blues-, die mit pochenden Ragtime-Rhythmen abwechselten.“</em></p>
<p> „Within The Quota“ &#8211; so der Titel des Balletts &#8211; erlebte seine Uraufführung am 25. Oktober 1923 in Paris zusammen mit Milhauds Ballett „La Creation Du Monde“.<br />
_______________<br />
* Sie war sicherlich die bemerkenswerteste Musikpädagogin des 20. Jahrhunderts: Nadia Boulanger (1887-1979), zu der Musikstudierende aus ganz Europa und den USA regelrecht pilgerten, um von ihr in Komposition, Klavier und Musiktheorie unterrichtet zu werden. Darunter waren in Stil und Charakter so unterschiedliche Persönlichkeiten wie die nach Paris gereisten Komponisten und Dirigenten Leonard Bernstein, Igor Strawinsky und Aaron Copland, der Franzose Maurice Ravel, der Pianist Murray Perahia oder der Geiger Yehudi Menuhin sowie der Minimal Music Künstler Philip Glass und Quincy Jones, später einer der erfolgreichsten Pop-Produzenten weltweit. Als gefragte Gesprächspartnerin suchten Intellektuelle genauso den Austausch mit ihr, wie ihre ehemaligen Schülerinnen und Schüler, von denen es an die Tausend geben soll. Nach dem frühen Tod ihrer jüngeren Schwester Lili, die als erste Komponistin den renommierten &#8222;Rompreis&#8220; gewonnen hatte und ein außergewöhnliches Talent war, stellte sie selbst das Komponieren ein. Als Organistin und Dirigentin trat sie weiterhin auf, und setzte sich mit nachhaltiger Wirkung für die Wiederentdeckung Claudio Monteverdis und für ihre Zeitgenossinnen und Zeitgenossen ein.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4804" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="Forts. folgt" width="640" height="42" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
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