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	<title>Abenteuer des Pinocchio: Geschichte eines Hampelmanns Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Abenteuer des Pinocchio: Geschichte eines Hampelmanns Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Die wiedergefundene Textstelle: „… und nachher beginnt er wie ein Esel zu schreien“</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jul 2022 17:00:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 141. Jahrestag des ersten Auftritts von Pinocchio „Pinocchio“ von 1939 gilt unter historisch gebildeten Disney-Spezialisten als dessen bester abendfüllender Zeichentrickfilm – bis heute, also das spätere Schaffen des Unternehmens berücksichtigend. (Ein kommerzieller Erfolg brachte er dem jungen Studio übrigens &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2022/07/07/21037/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>betr.: 141. Jahrestag des ersten Auftritts von Pinocchio</p>



<p><em><strong>„Pinocchio“ </strong>von 1939 gilt unter historisch gebildeten <strong>Disney</strong>-Spezialisten als dessen <strong>bester abendfüllender Zeichentrickfilm</strong> – bis heute, also das spätere Schaffen des Unternehmens berücksichtigend.</em> <em>(Ein kommerzieller Erfolg brachte er dem jungen Studio übrigens nicht, da durch den heraufziehenden Zweiten Weltkrieg die europäischen Märkte wegbrachen.)</em><br><em>Eine der unbestreitbaren Qualitäten des Films (auch wenn man „Bärenbrüder“ oder „Pocahontas“ persönlich schöner findet) ist seine Bereitschaft, echten Grusel zu verbreiten wenns drauf ankommt. Ich erinnere mich, dass mir die Szene, in der sich die missratenen Jungs zur Strafe in Esel verwandeln, wahrhaftig die Schuhe ausgezogen hat.<br>In der insgesamt sehr finsteren Romanvorlage von <strong>Carlo Collodi </strong>ist ausgerechnet diese Szene viel weniger grausam. Sie verzichtet auf die demütigende Geschwindigkeit, in der sich die Verwandlung im Film vollzieht. Pinocchio quasselt so lange, bis uns das spätere Ende des Fluchs fast als ausgemachte Sache erscheint. Das viele Gerede (es wird weiter unten etwas gerafft wiedergegeben) dient dem Erzähler als Plattform für seine struwwelpeterhafte Horror-Pädagogik. Disney war klug genug, auch hier einzugreifen und uns ein differenzierteres Bild der Verfehlungen anzubieten, die zu einer solchen Bestrafung geführt haben. Pinocchio und Lampwick (Docht) sind nicht nur Schulschwänzer und Ausreißer, sie saufen auch, rauchen, besuchen so etwas wie eine Spielhölle und zertrümmern die Einrichtung &#8211; während die Kinder im Roman mit Holzsoldaten spielen, in Theaterzelte gehen und mit Kohle freche Sachen an die Wand schreiben.<br><br></em>Fünf Monate währte schon dieses schöne Schlaraffenleben (die Tage gingen dahin, ohne dass man je ein Buch oder eine Schule zu Gesicht bekam), als Pinocchio eines Morgens beim Erwachen eine böse Überraschung erlebte.<br>Als er sich beim Erwachen natürlich am Kopf kratzte, musste er bemerken, dass seine winzigen Ohren um mehr als Handbreite gewachsen waren. Der Burattino hatte von Geburt an so winzige Ohren, dass man sie mit bloßem Auge kaum sehen konnte – jetzt sahen sie wie kleine Reisigbesen aus.<br>Weil er keinen Spiegel fand, schüttete er Wasser in ein Waschbecken, und als er sich darin spiegelte, sah er sein Ebenbild verschönert mit einem Paar kräftiger Eselsohren!<br>Er fing an zu weinen, zu schreien, den Kopf gegen die Wand zu schlagen; aber je verzweifelter er sich gebärdete, desto länger wurden seine Ohren.<br>Auf den Lärm hin kam das Murmeltier aus dem oberen Stockwerk herunter.<span id="more-21037"></span><br>„Mein Freund, es tut mir leid, dir eine schreckliche Mitteilung machen zu müssen. Du hast Eselsfieber. Vernimm also, dass du bald weder ein Burattino noch ein Knabe sein wirst.“<br>„Was werde ich denn sein?“<br>„Bis in zwei oder drei Stunden wirst du ein echtes und richtiges Eselchen sein, wie jene, welche den Karren ziehen und Kohl und Salat zu Markt bringen!“<br>Pinocchio riss und zerrte so wütend an seinen Ohren, als gehörten sie einem anderen.<br>„Mein Lieber“, fuhr das Murmeltier fort, „es steht so geschrieben in den Büchern der Weisheit, dass alle faulen Kinder, die fies sind für Bücher, die Schule, das Lernen und die Lehrer und die dann ihre Tage mit Spiel, Lachen und Vergnügen zubringen, früher oder später damit enden müssen, dass sie in kleine Eselchen umgewandelt werden.“<br>„Und das ist wahr und wahrhaftig so?“ fragte der Burattino schluchzend.<br>„Leider ist das so! Und jetzt sind Tränen nutzlos. Du hättest es dir früher überlegen sollen!“<br>„Aber der Docht ist schuld, mein Schulkamerad! Ich wollte folgsam sein und mir Ehre machen, aber Docht sagte zu mir: Warum willst du dich langweilen mit Lernen? Komm doch lieber mit mir ins Spielzeugland! Da werden wir nicht mehr studieren müssen, da werden wir uns von morgens bis abends vergnügen und fröhlich sein!“<br>„Und warum folgest du dem Rat dieses falschen Freundes?“<br>„Weil ich ein Hampelmann bin ohne Verstand und ohne Herz! Sonst hätte ich nie diese gute Fee verlassen, die mich liebte wie eine Mutter und die so viel für mich getan hat! … Ach! … aber wenn ich Docht begegne, dem werde ich was erzählen, einen ganzen Sack voll!“<br>Pinocchio wollte hinausgehen, doch da erinnerte er sich, dass er ja Eselsohren hatte. Da er sich schämte, sich so zu zeigen, zog er sich eine große Baumwollmütze über den Kopf bis zur Nase herab. Dann ging er hinaus und machte sich daran, Docht überall zu suchen.<br>Er suchte ihn auf den Straßen, auf den Plätzen, in den Theäterchen – kurz an jedem Ort – aber er fand ihn nicht.<br>Er fragte viele nach ihm, denen er unterwegs begegnete, aber niemand hatte ihn gesehen. Dann ging er, ihn zu Hause aufzusuchen.<br><br>Als er ins Zimmer trat, sah er auch seinen Freund Docht mit einer langen Baumwollmütze über dem Kopf, die ihm bis zur Nase reichte.<br>Beim Anblick der Mütze fühlte sich Pinocchio fast getröstet, und er dachte sogleich bei sich: „Ob mein Freund wohl an der selben Krankheit leidet wie ich? Ob er wohl auch das Eselsfieber hat?“<br>Indem er so tat als bemerke er nichts, fragte er lächelnd: „Wie geht es dir, mein lieber Docht?“<br>„Ausgezeichnet! Wie einer Maus im Parmesankäse!“<br>„Sagst du das wirklich im Ernst?“<br>„Weshalb sollte ich dir eine Lüge aufbinden?“<br>„Und warum trägst du diese Baumwollmütze, die dir beide Ohren verdeckt?“<br>„Der Arzt hat sie mir verordnet, weil ich mir da am Knie wehgetan habe. Und du, lieber Burattino, warum trägst du diese Mütze, die dir beide Ohren verdeckt?“<br>„Der Arzt hat sie mir verordnet, weil ich mich am Fuß geschürft habe.“<br>„Ach, armer Pinocchio!“<br>„Ach, armer Docht!“<br>Auf diese Worte folgte ein sehr langes Schweigen, währenddessen die beiden Freunde nichts weiter taten als sich gegenseitig listig und voller Spott zu betrachten. Schließlich flötete Pinocchio mit einem honigsüßen Stimmchen: „Hast du noch nie an einer Ohrenkrankheit gelitten?“<br>„Nie! Und du?“<br>„Nie, doch stehe ich andererseits seit heute morgen an einem Ohr Qualen aus.“<br>„Das gleiche Übel habe ich auch.“<br>„Du auch? Welches Ohr ist es, das dir weh tut?“<br>„Alle beide! Und dir?“<br>„Alle beide! Ob das die selbe Krankheit ist?“<br>„Ich fürchte, ja.“<br>„Willst du mir einen Gefallen tun, Docht? Lass mich deine Ohren sehen!“<br>„Warum nicht? Aber erst will ich deine sehen, lieber Pinocchio!“<br>„Nun gut, dann machen wir es wie es sich unter guten Freunden gehört. Ziehen wir beide zur gleichen Zeit die Mütze ab!“<br>„Angenommen!“<br>Und Pinocchio fing an, mit lauter Stimme zu zählen: „Eins! Zwei! Drei!“<br>Beim Wort „drei“ nahmen die Knaben ihre Mützen vom Kopf und warfen sie in die Luft. Als sich beide vom selben Missgeschick betroffen sahen, fingen sie (anstatt tödlich beschämt und schmerzlich bewegt zu sein) an, sich mit ihren unmäßig langen Ohren zuzuwackeln. Und nach vielen ausgelassenen Scherzen brachen sie schließlich in ein großes Gelächter aus.<br>Sie lachten und lachten bis sie sich den Bauch halten mussten: nur dass mitten im schönsten Lachen der Docht mit einemmal still wurde. Er taumelte, wechselte die Farbe und sagte zu seinem Freund: „Hilfe! Hilfe, Pinocchio!“<br>„Was hast du?“<br>„Oh weh! Ich kann mich nicht mehr aufrecht auf den Beinen halten.“<br>„Ich auch nicht“, schrie Pinocchio weinend und torkelnd.<br>Und während sie es sagten, neigten sie sich beide zu Boden und fingen an, auf Händen und Füßen im Zimmer umherzulaufen. Und während sie herumliefen, verwandelten sich ihre Arme zu Eselsbeinen, ihre Köpfe und Gesichter verlängerten sich und wurden zu Eselsköpfen mit Eselsmäulern. Ihre Rücken bedeckten sich mit hellgrau und schwarz gesprenkeltem Fell.</p>



<p>Aber der scheußlichste und erniedrigendste&nbsp;Moment für die zwei Unglücklichen war, als sie hinten den Schwanz sprießen fühlten. Überwältigt von Schande und von Schmerz versuchten sie dann zu weinen und sich über ihr Schicksal zu beklagen.<br>Statt des Stöhnens und des Schreiens brachten sie nur Eselsschreie hervor.<br><br><em>Das Buch holt in puncto Horror übrigens wieder auf wenn man das Glück hat, eine Ausgabe mit den unbeschreiblichen Illustrationen der Schweizerin Martha Pfannenschmid (1900-1999) zu erwischen. Es macht mich jedesmal sprachlos, wie tief ein kindliches Publikum einmal respektiert wurde.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2022/07/07/21037/">Die wiedergefundene Textstelle: „… und nachher beginnt er wie ein Esel zu schreien“</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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