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	<title>John Cassavetes Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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		<title>Doppelt so breit und halb so kultig: der 16mm-Film</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jul 2025 11:56:50 +0000</pubDate>
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<p>„Das Bild ist körnig, und die Schärfe muss manchmal während der Projektion nachgestellt werden. Der Ton rauscht ein wenig und kommt von kleinen Lautsprechern. Die Leinwand ist entweder so groß wie ein Bettlaken oder das Filmbild wird einfach auf eine weiße Wand geworfen. Der Projektor wurde irgendwo im Raum aufgebaut, und im Hintergrund hört man leise seine Laufgeräusche“. So beschreibt <strong>Wilfried Hippen</strong> in der <strong>„taz“</strong> den Charme des 16mm-Formats. „Diese Kinoerfahrungen aus Klassenzimmern, Filmclubs, Gemeindesälen und Hobbykellern prägten viele, die mit dem analogen Kino aufwuchsen.“ Wer wie ich in den 70er Jahren zur Schule ging, kannte die Technologie aus dem Unterricht. Für den pädagogischen Einsatz in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen wurden eigens 16mm-Filme produziert, deren unfreiwilliger Komik sich zu meiner Zeit bereits die vorführenden Lehrkräfte schämten. Neben dem Leben von Tieren und Pflanzen oder landeskundlichen Themen (ich erinnere mich an die sehr theatralische Darstellung einer „typischen“ Gerichtsverhandlung, die offenbar in die 50er Jahren hergestellt worden war und die Arbeitsweise der Doku-Soap vorwegnahm) wurde in solchen Programmen auch vor Drogen gewarnt oder Sexualkunde vermittelt. Apropos: „… ein wichtiger Teil der Geschichte des 16mm-Films war die Pornographie. Das Unterhaltungsmedium, mit dem die sogenannte ‚adult Industry‘ ihre größten Profite machte, waren vor der <strong>VHS</strong>-Ära die 16mm-Filmrollen.“<br>Das 16mm-Format wurde schon 1923 eingeführt und hatte „keine Aura wie der Super 8-Film, der auf vielen Festivals und in Spielfilmen wie ‚Super 8‘ gefeiert wird. 16mm ist kein Mythos, sondern auf den ersten Blick nicht viel mehr als eine Industrienorm. (…) Filme wurden dank der Verkleinerung der Filmstreifen von 35mm auf 16mm billiger und dadurch demokratischer – sowohl bei der Herstellung als auch in der Verbreitung, also bei Kameras und den Projektoren. Das Filmemachen war nicht mehr das Monopol von Studios, die sich als einzige die großen Kameras und das teure Filmmaterial leisten konnten. Filmkopien konnten billiger hergestellt und überall dort gezeigt werden, wo es Platz für die viel kleineren Projektoren gab. So entstanden viele Nischen, in denen eine neue, vielfältige und wilde Filmkultur sprießen konnte. (…) In solchen Nischen konnten etwa die Avantgardefilme von <strong>Kenneth Anger</strong>, <strong>Jonas Mekas</strong> und <strong>Andy Warhol</strong> entstehen. Nicht so bekannt wie dieser Künstlerikonen der 1960er Jahre ist <strong>Maya Deren</strong>, die in den 1940er und 190er Jahren mit ihren 16mm-Filmen die Avantgarde vor dieser Avantgarde war. (…) Ein anderer Filmkünstler, der Dank 16mm in Hollywood seine Filme kompromisslos nach seinen eigenen Visionen inszenieren konnte, war <strong>John Cassavetes</strong>“, bei dessen Film <strong>„Faces“</strong> übrigens <strong>Steven Spielberg</strong> als unbezahlter Laufbursche mitarbeitete.<br>„Auch der <strong>Dokumentarfilm</strong>, wie wir ihn heute kennen, wurde erst durch die 16mm-Kameras möglich, denn nur mit ihnen konnten die Kameraleute nach draußen gehen, um dort beweglich und spontan die Wirklichkeit in ihren Bildern einzufangen.“<br>Noch immer wird auf diesem Material von unerschrockenen Nostalgikern produziert, doch die Haltbarkeit solcher Kopien ist besonders niedrig („Essigsyndrom“).</p>
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		<title>„Das Leben besteht aus Wiederholungen“, sagte der TV-Regisseur …</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2021 10:54:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 94. Geburtstag von Zbyněk Brynych Der tschechoslowakische Regisseur Zbyněk Brynych hat in Deutschland vor allem fürs Fernsehen gearbeitet. Er fehlt also in den Werkschauen und Nachschlagewerken zum Neuen Deutschen Film, fand aber im noch rein öffentlich-rechtlichen System ein Millionenpublikum, &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/06/13/zbynek-brynych/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>betr.: 94. Geburtstag von <strong>Zbyněk Brynych</strong></p>



<p>Der tschechoslowakische Regisseur Zbyněk Brynych hat in Deutschland vor allem fürs Fernsehen gearbeitet. Er fehlt also in den Werkschauen und Nachschlagewerken zum Neuen Deutschen Film, fand aber im noch rein öffentlich-rechtlichen System ein Millionenpublikum, das im Kino nur selten zusammenfindet. Rückblickend lässt sich sagen, dass er auch künstlerisch das Beste daraus gemacht – d. h. die kreativen Möglichkeiten des Mediums optimal genutzt &#8211; hat.</p>



<p>Im nordwestböhmischen Karlsbad zur Welt gekommen, hat Brynych zunächst als Trompeter in einem Operettenorchester gearbeitet, ehe er zur „Krátký film“ stieß, wo er nach dem Krieg als Produktionsmanager wirkte. 1949 ging er als Regieassistent zur „Barrandov Film“ und war von 1951 bis ’53 bei der Filmeinheit der tschechoslowakischen Armee beschäftigt. Der Prager Frühling unterbrach Brynychs inzwischen florierende Laufbahn als Filmregisseur, verschlug ihn aber für fünf nicht weiter erwähnenswerte Kino- und TV-Projekte in die Bundesrepublik. Daraufhin wurde er zu einem der Stammregisseure der überbordenden <strong>ZDF-Krimi</strong>produktion (insgesamt werden es 181 Serienfolgen). Wer die Schwarzweiß-Serie „Der Kommissar“ nicht nur dem Namen nach kennt, weiß, dass das keine üble Visitenkarte ist. „Das Fernsehformat bleibt immer dieselbe Scheiße“, soll Brynych gesagt haben, „in den Ecken ist es rund!“. Dann sprengte er diese Begrenzung<span id="more-18295"></span> mit Reißschwenks, abrupten Übergängen, Zooms und „Schnitten wie bei Cassavetes“, verteilte die Agierenden in der Tiefe des Raumes oder stellte sie irritierend nahe zusammen. Brynych wird auch (schließlich war mal Musiker) dafür verantwortlich gemacht, dass sich im „Kommissar“ so viel klug ausgewählte Popmusik findet, die den Dschungel der heraufziehenden 70er Jahre um den konservativ-bedächtigen Hauptdarsteller Erik Ode höher und höher wuchern lässt (und die inzwischen auf einem Sampler zusammengetragen wurde).<br><br>1994 gab Zbyněk Brynych den Machern der Zeitschrift „Gdinetmaó“ ein köstliches Interview. Weil er wusste, dass sich die Hauptdarsteller eines Krimis gegenseitig hassten, schürte er die Spannung am Set, indem er zu Siegfried Lowitz in den Wohnwagen ging und sagte: „Der Sedlmayer ist doch wirklich ein sehr guter Schauspieler, nicht wahr?“ – so bekam er vor der Kamera, was er wollte. Er erklärt, dass man der Bitte der Schauspieler, ihnen Abgedrehtes vorab zu zeigen, nicht nachgeben sollte: „Die mögen nicht, was sie da sehen, und werden unsicher.“ Und obwohl er Fußball doof fand, gelang ihm in „Oh Happy Day“ die denkwürdige Dokumentation eines wichtigen Spiels der Saison 69/70 mit stimmungsvoller Untermalung durch den Gospelsong der Edwin Hawkins Singers. Er selbst sei „ein fleißiger Kinogänger, aber ich vergesse sofort, was mir nicht gefällt.“</p>



<p>Am 24. Oktober 1995 starb Zbyněk Brynych in Prag. Zwei Titel markieren seine Arbeit für die große Leinwand: das eindrucksvolle Drama „Transport aus dem Paradies“ (1963) über das KZ Theresienstadt und – am anderen Ende der Skala – der schräge Thesenfilm „Als Hitler den Krieg überlebte“ (1967).</p>


<p><img decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/c4be65171c32456fb00a5d66c7c6f4e0" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/06/13/zbynek-brynych/">„Das Leben besteht aus Wiederholungen“, sagte der TV-Regisseur …</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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