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	<title>Meine Mutter Marlene Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Meine Mutter Marlene Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Schwinger feiner Sicheln</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Oct 2025 16:31:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Florian Illies: &#8222;Wenn die Sonne untergeht: Familie Mann in Sanary&#8220;; Volker Weidermann: &#8222;Wenn ich eine Wolke wäre&#8220;; &#8222;Der Spiegel&#8220; Nr. 43/2025 In einem Artikel des „Spiegel“-Literaturteils wirft Andreas Bernard einen kritischen Blick auf die aktuelle Erfolgsmasche, die Biographien großer &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/10/28/28968/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>betr.: <strong>Florian Illies</strong>: <strong>&#8222;Wenn die Sonne untergeht: Familie Mann in Sanary&#8220;</strong>; <strong>Volker Weidermann</strong>: <strong>&#8222;Wenn ich eine Wolke wäre&#8220;</strong>; <strong>&#8222;Der Spiegel&#8220; </strong>Nr. 43/2025</p>



<p>In einem Artikel des „Spiegel“-Literaturteils wirft <strong>Andreas Bernard</strong> einen kritischen Blick auf die aktuelle Erfolgsmasche, die Biographien großer Persönlichkeiten als Roman zu erzählen. Dass ein Publizist wie Volker Weidermann damit ein Genre regelrecht (mit)begründet haben soll, ist gleichwohl eine sehr kollegiale Einordnung. Es mag sein, dass solche Bücher gerade boomen, doch es hat solcherlei schon vielfach gegeben. Logo. Selbstverständlich. Schon ewig.</p>



<p>Ein beliebiges Beispiel ist mir in meiner Kindheit gleich multimedial begegnet und bis heute unvergesslich (und auch dieses war nicht das erste). 1976 erschien <strong>Alex Haley</strong>s berühmte Familiensaga <strong>„Roots“</strong>, die schon im folgenden Jahr mit großem Erfolg fürs Fernsehen verfilmt wurde. Dass diese erste umfassende Aufarbeitung der Verschleppung der afrikanischen Sklaven in die USA quasi zur Autobiographie des Autors hinführt, ändert nichts an ihrer romanhaften Schilderung von Ereignissen, die Haley nach guter Historikersitte nicht persönlich miterleben konnte. Soweit ich mich erinnere hat er damals die Formel 30% Recherche / 70% Erfindung angegeben.<br><br>Jünger noch und auch schon ewig her ist die vor lauter selbstverliebt-geschwätziger Rachsucht schier unlesbare „Biographie“, die<strong> Maria Riva</strong> ihrer Mutter<strong> Marlene Dietrich</strong> ins noch offene Grab hinterherwarf. In epischer Breite erzählt sie uns beispielsweise, was an ihrer Wiege alles geredet und später hinter ihrem Rücken getuschelt wurde. Auch sonst hört das Gequassel, hören die Schilderungen noch des popeligsten Kleinkrams nie auf. Klar: dieses Buch ist kein Roman, es läuft sogar unter „Autobiographie“, doch die im Artikel thematisierte „Illusion von Anwesenheit“ wird hier mustergültig vorgeführt.<br>Die aktuellen Sätze, die Bernhard aus den Werken von Weidermann und Florian Illies zitiert, sind ganz in diesem Stil gehalten: „Golo und seine halbwegs genesene Mutter sitzen noch auf der Veranda und trinken etwas, sie Lindenblütentee, er einen Wein. Kaum ein Windhauch rührt sich, die feine Mondsichel steht am Firmament, alles ist ruhig, nur in der Ferne bellen ein paar Hunde.“ Oder, genauso cheesy: “Staunend und begeistert sieht sie in den Cafés und Restaurants die Leute vor ihren vollen Tellern sitzen, vor ihren Biergläsern und Torten mit Bergen von Schlagsahne. Es scheint, als würden sie Sahne mit Sahne essen.“<br><br>Diese Schreibe ist besonders beklemmend, wenn – wie hier – das Leben einer Poetin und das eines legendären Schriftstellerclans aufbereitet werden.</p>
<img decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/0deb6bb5e7ce41ce910cec1dec28c9a7" width="1" height="1" alt=""><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/10/28/28968/">Schwinger feiner Sicheln</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Ganz schön alt, die arme Kleine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2015 07:08:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Meine liebe Rabenmutter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 85. Jahrestag der Premiere von &#8222;Der Blaue Engel&#8220; in Berlin Wenn wir Maria Rivas backsteindickes Erinnerungsbuch „Meine Mutter Marlene“* hätten ernst nehmen wollen – was schwer genug fiel – dann hatte sie es wirklich nicht leicht. Stimmt schon – &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/04/01/ganz-schoen-alt-die-arme-kleine/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000080;"><span lang="zxx"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">betr.: 85. Jahrestag der Premiere von <strong>&#8222;Der Blaue Engel&#8220;</strong> in Berlin</span></span></span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">Wenn wir <strong>Maria Riva</strong>s backsteindickes Erinnerungsbuch „Meine Mutter Marlene“* hätten ernst nehmen wollen – was schwer genug fiel – dann hatte sie es wirklich nicht leicht. Stimmt schon – seine Eltern kann man sich nicht aussuchen, und selbst Goethe, der sich ja über seine Herkunft so recht nicht beklagen konnte, haderte bekanntlich mit derselben. Aber <strong>Marlene Dietrich</strong> zur Mutter zu haben, muß wirklich das Allerschlimmste gewesen sein.<br />
</span></span></span><br />
<span id="more-1815"></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">Nun steht es freilich niemandem zu, die Hobby-Autorin dafür zu kritisieren, dass sie es abscheulich fand, in Kalifornien aufzuwachsen, ihre Kindheit am Pool zu verbringen und ständig diese eitlen emigrierten Künstler um sich haben zu müssen, während die Landsleute ihrer Mutter nach und nach die Folgen der Allmachtsphantasien ihres demokratisch gewählten Diktators zu spüren bekamen. Vielleicht hätte uns das ja auch nicht so gut gefallen – wer weiß?<br />
Auch für die gruselige Schreibe ihrer Lebenserinnerungen müssen wir ihr nicht böse sein – es war ja nur ein Angebot auf einem freien Markt. Dass sie selbst Dialoge, die vor ihrer Geburt geführt worden sind, in ausführlicher wörtlicher Rede (und sämtlich in dem ihr eigenen Stil) wiedergibt, kann ohnehin nur ein Kunstgriff sein. Und dass sie ihre Mutter, die sich politisch sehr integer verhalten und dafür nach dem Krieg in ihrer Heimat ausgiebig Prügel bezogen hat, als unpolitisch und ihren Antifaschismus als versehentliche Laune hinstellt – geschenkt. Wer sowas glaubt, ist ja wirklich selber schuld.<br />
Die Idee hatte sich ja auch schon bewährt: die Tochter von Joan Crawford hat mit dieser Masche richtig abgeräumt.<br />
</span></span></span><br />
<span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">Als Fernsehzuschauer war ich Zeuge der Promo-Tour von Maria Riva, die ihr Buch unmittelbar nach dem Tode der so arg beschumpfenen Mutter herausbrachte und es hierzulande in zahlreichen Zeitungsinterviews und Talkshow-Auftritten bewarb</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">. Zu unserer beider Überraschung mochte das Medienbürgertum der Bundesrepublik, das bis zuletzt sehr mit Marlene gehadert hatte, ihr jedoch nicht mehr länger böse sein.<br />
Bei ihrem ersten großen Fernsehauftritt schimpfte Frau Riva noch bitterlich auf ihre seelisch grausame und künstlerisch wie politisch weit überschätzte Mutter, ganz so, wie sie es auch in ihrem Buch getan hatte. Bereits die Publikumsreaktion im Studio blieb hinter ihren Erwartungen zurück. Die Presse am nächsten Tag bestätigte diesen Eindruck: ihr Auftritt wurde allgemein als unsympathisch, undankbar und rüpelhaft empfunden. Sogar die Leserbriefschreiber versagten ihr die Gefolgschaft. An eine typische Zuschrift erinnere ich mich noch: „Ein Glück für Greta Garbo und uns (!), dass die keine Tochter hatte!“ </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">Was tat nun Maria Riva, die bei ihrem ersten Auftritt noch betont hatte, welch tiefes menschliches Anliegen es ihr sei, die Welt über das „wahre Gesicht“ ihrer Raben-„Mutter Marlene“ aufzuklären? Stellte sie sich etwa auf die Hinterbeine? Fuhr sie damit fort, ihr Los offenzulegen? Zeigte sie Haltung?<br />
Mitnichten!<br />
Auf einmal war alles gar nicht mehr so schlimm gewesen. Naja, dieser ewige Sommer an der Westküste – schon doof. Die vielen Parties, die ewigen Reisen, ständig neue Kindermädchen – also wissense, nee! (Ein zugiges Mehrfamilienzimmer im guten alten Germany, ein paar Bombennächte im Keller, Flucht und Vertreibung &#8211; das hätte wohl mehr zu ihrer Charakterbildung beigetragen als das Herumgesitze mit diesen oberflächlichen Amis.) Aber was soll’s? So war es halt, das Leben mit dem alten Zirkuspferd.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">Frau Riva erkannte mit kleiner Verspätung, dass sich – mit ihrem Buch und überhaupt – viel mehr Zaster machen ließ, wenn sie die unerklärliche plötzliche Nachsicht der Deutschen mit der großen „Vaterlandsverräterin“ unterstützte. In der Fernsehdoku „Her Own Song“ war das geplagte Kind etwas später im Endstadium der braven Tochter angekommen, die freigiebig mit Deckweiß und Weichzeichner arbeitet.</span></span></span><span style="color: #000080;"><span lang="zxx"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;"><br />
</span></span></span></span></span><span style="color: #000080;"><span lang="zxx"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">Wie war es denn nun wirklich, als Tochter dieser Diva aufzuwachsen? Von Maria Riva erfahren wir es jedenfalls nicht.</span></span></span></span></span></span><span style="color: #000080;"><span lang="zxx"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE"><br />
_____________<br />
* Es erschien am 19. Dezember 1992 auf deutsch im Bertelsmann-Verlag, frühestmöglich nach dem Tod der darin portraitierten Marlene Dietrich.</span></span></span></span></span></span><img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/3182795d14fe4b60bf833a3a4083110b" alt="" width="1" height="1" /></p>
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