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	<title>postfaktisch Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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		<title>Cocteau über Orson Welles</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Oct 2020 20:53:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 35. Todestag von Orson Welles Der laxe Umgang mit der Wahrheit, der in den letzten Jahren in der politischen Diskussion zur Normalität geworden ist, ja sogar die unerträglichen Bezeichnungen dafür (Fake News, postfaktisch, alternative Wahrheit &#8230;) haben mein persönliches &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/10/10/cocteau-ueber-orson-welles/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: 35. Todestag von Orson Welles<br><br>Der laxe Umgang mit der Wahrheit, der in den letzten Jahren in der politischen Diskussion zur Normalität geworden ist, ja sogar die unerträglichen Bezeichnungen dafür (<em>Fake News</em>, <em>postfaktisch</em>, <em>alternative Wahrheit</em> &#8230;) haben mein persönliches Verhältnis zu allem Erfundenen verändert. Zu allem frei und offenherzig Erfundenen ebenso wie zu allem genussvoll Fabulierten und Schwadronierten. Ich weiß gar nicht, welchen dieser Verluste ich am meisten bedauere.<br><br>In der Welt der Unterhaltung steht Orson Welles wie kein anderer für die Wahrhaftigkeit, die sich aus dem kreativen Umgang mit der eigenen Biographie entwickeln kann. Der Autor <strong>B. Traven</strong> oder der Comickünstler <strong>Hugo Pratt </strong>waren ähnlich unterwegs, aber weitaus weniger sichtbar und &#8211; nach allem, was wir wissen &#8211; als Individuen längst nicht so amüsant. Sie alle drei eint, dass ihre künstlerische Arbeit ihnen noch viel Energie für weitere Geschichten übrigließ.<br><br>Ziehen wir uns heute auf den Teil der Erinnerung an Orson Welles zurück, den die eingangs beschriebene Spielverderberei noch nicht erfasst hat: auf den subjektiven.<br>Es gab eine Zeit, da kam hierzulande kein Artikel über Mr. Welles ohne ein Jean Cocteau-Zitat zu Beginn aus. Am bekanntesten war: &#8222;Orson Welles ist ein Riese mit dem Gesicht eines Kindes, ein Baum voller Schatten und Vögel, ein Hund, der seine Kette zerbrochen hat, um zwischen Blumen schlafen zu können.&#8220; Oder das hier: &#8222;(Seine) Symbole (&#8230;) erwachen aus den Träumen des Lebens, und sie werden zum Dorn in unserem Fleisch, der uns zu Fragen über uns selbst zwingt&#8220;. Vergleichsweise erdig (und viel seltener zitiert) ist dieser Ausspruch: &#8222;Orson ist ein weiser Irrer, ein aktiver Faulpelz, eine von Menschen umgebene Einsamkeit, ein Don Quichotte. Und bei alledem kommt ihm zugute, dass er ein blendender Schauspieler ist.&#8220;<br><br>Und: Orson Welles war ein begnadeter Mythomane. Einer, dem man deswegen nicht böse sein musste.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/10/10/cocteau-ueber-orson-welles/">Cocteau über Orson Welles</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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