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	<title>Reisejournal Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Reisen als Herausforderung</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Aug 2026 17:38:34 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/08/23/30882/">Reisen als Herausforderung</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: <strong>&#8222;Orient-Express&#8220;</strong> von <strong>John Dos Passos</strong><br><br>„Orient-Express“ ist ein koketter Buchtitel. Oberflächlich betrachtet bezeichnet der Begriff jene legendäre Bahnlinie, deren schwelgerischer nostalgischer Luxus uns aus Filmen wie <strong>„Liebesgrüße aus Moskau“</strong> und <strong>„Mord im Orient-Express“</strong> vertraut ist. Der Ich-Erzähler John Dos Passos durchquert die Region zwischen Kaukasus und östlichem Mittelmeer – aber als Abenteurer, ohne jeden Luxus. Er improvisiert und nimmt Entbehrungen in Kauf, die jedes Urlaubsgefühl illusorisch machen würden. Das bedeutet zweierlei, was Pauschalreisen nicht bieten: Gefahr und die sprichwörtliche Erweiterung des Horizonts.<br>1927 erschienen, wurde dieses Reisejournal erst 2013 wiederentdeckt, da die Beobachtungen kleiner und großer Umbrüche die späteren brisanten Entwicklungen in der Region schon vorzeichnen. Die erst jetzt erfolgte Herausgabe des Textes auf Deutsch hat den <strong>NDR</strong> zu einer famosen Hörbuchfassung mit <strong>Volker Hanisch</strong> angeregt, die bei<strong> HörbucHHamburg</strong> erschienen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als der später weltberühmte John Dos Passos aus Virginia durch die Länder des Nahen Ostens reiste, war er 25. Der Sohn eines vermögenden Rechtsanwalts war schon als Schüler mit seinem Privatlehrer um die Welt geschickt worden. Er sollte die Meisterwerke der Klassik und Antike im Original studieren. Nach Abschluss seines Harvard-Studiums 1916 zog es ihn nach Spanien, und im Sommer 1917 trat er in den Krieg ein, in dem er sich auf französischer Seite zum Dienst als Krankenwagenfahrer meldete. Das Kriegsende erlebte er in Paris und studierte an der Sorbonne. Sein erster Roman mit dem Titel <strong>„1917“</strong> erschien in den USA ein Jahr, bevor er zu der Reise aufbrach, die in „Orient-Express“ geschildert wird.<br><br>Der Bericht beginnt mit der Überfahrt über den Atlantik und der Durchquerung Europas mit dem Zug, ab Konstantinopel wechseln die Fortbewegungsmittel. Eine Karawane oder ein Güterwaggon werden noch zu den kommoderen Varianten gehören. Dos Passos sieht die Verheerungen des Türkisch-Griechischen Kriegs. Er verbringt drei Wochen in Bagdad und beobachtet die Neuordnung des Irak durch die Briten, schreibt über die Ermordung der Armenier und über islamischen Fundamentalismus. Er erkrankt an Malaria-Fieber, lässt sich einen Bart wachsen und überredet die Chefin des britischen Nachrichtendienstes, ihn bei einer Expedition durch die syrische Wüste zu unterstützen. Überall wird der Reisende daran erinnert, dass der Erste Weltkrieg noch immer seinen Schatten auf die ganze Region wirft.<br>In seinem Nachwort schreibt <strong>Stefan Weidner</strong>: „Der aufmerksame Leser dürfte es gemerkt haben: Dos Passos reist von Teheran bis Damaskus ohne jegliche Pass- oder Grenzkontrollen. Und ohne Grenzkontrollen wäre er auch bis Gaza gekommen, wenn er gewollt hätte – eine heutzutage unvorstellbar traumwandlerische Art, den nahen Osten zu bereisen.“<br><br>Im Jahr 1925 wird John Dos Passos‘ episodischer New-York-Roman <strong>„Manhattan Transfer“</strong> die amerikanische Moderne einläuten und ihn weltberühmt machen. 1970 wird der Autor in Baltimore sterben.</p>
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