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	<title>Saarländische Mentalität Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Saarländische Mentalität Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Oma 100</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Feb 2019 08:45:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: die saarländische Mentalität / Demografischer Wandel Ich habe gelesen, dass besonders gesunde, robuste Menschen ab einem bestimmten Lebensalter – wohl irgendwann nach 80, 85 –  nicht mehr weiteraltern, sondern in eine Art lebendiges Mumienstadium übergehen. Wie eine eingetrocknete Blüte in &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/02/16/oma-100/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: die <strong>saarländische Mentalität / Demografischer Wandel</strong></p>
<p>Ich habe gelesen, dass besonders gesunde, robuste Menschen ab einem bestimmten Lebensalter – wohl irgendwann nach 80, 85 –  nicht mehr weiteraltern, sondern in eine Art lebendiges Mumienstadium übergehen. Wie eine eingetrocknete Blüte in einem Herbarium, die noch immer jeden Morgen ihren Kelch öffnet.<br />
Meine Großmutter väterlicherseits war so ein unverwüstliches Exemplar.<br />
In ihren 90ern hatte sie hin und wieder keine Lust mehr. Dann erklärte sie ihren Angehörigen, es gehe mit ihr zuende. Sie legte sie sich ins Bett, setzte ein Gesicht auf, das sie für eine Leichenmiene hielt, und dachte, sie müsse nur stillhalten, dann würde der Herr sie schon zu sich rufen.<br />
Nun war sie aber so stabil, dass der Herr nichts dergleichen tat.<br />
Nach ein paar Tagen wurde ihr langweilig, und sie stand wieder auf. Ihrer Familie erklärte sie dann: „Isch läwe nummo nou!“ („Ich lebe wieder neu!“) und nahm den Alltag wieder auf.<br />
So machte sie das von Zeit zu Zeit, und niemand nahm die Sache sonderlich ernst.</p>
<p>Oma muss 97 gewesen sein, da <span id="more-12593"></span>baute sie tatsächlich ein wenig ab. Die Familie wurde unruhig. Es ist nämlich so: Wenn im Saarland jemand hundert wird, dann wird ein Zelt aufgebaut, es gibt Kaffee und Kuchen, und der Ministerpräsident kommt zu Besuch und hält eine Rede. Und am nächsten Tag ist dann ein Bild in der Zeitung. Dieses schöne Ereignis drohte ins Wasser zu fallen, wenn Oma auf dumme Gedanken käme.<br />
Der eine oder andere Onkel marschierte bei ihr auf und erklärte ihr, wie wichtig es ist, dass sie bis zum Hundertsten durchhält: „Oma, dou muschd hunnad genn!“ Ich glaube nicht, dass sie die lokalpolitische Dimension der Sache erfassen konnte, aber sie wusste: es geht um die „Worschd“. Natürlich hatte Oma längst kein Zeitgefühl mehr – wenn sie überhaupt je eines gehabt hat. Sie fragte meine Mutter, die sich in den letzten Jahren um sie kümmerte, alle paar Monate: „Dauerts noch lang?“ Mutter schüttelte verschmitzt den Kopf, und Oma fügte sich.</p>
<p>Dann kam der große Tag! Ein Zelt wurde aufgebaut, es gab Kaffee und Kuchen, und der Ministerpräsident kam zu Besuch und hielt eine Rede. Oma schleppte sich hinauf in den ersten Stock, damit sie sich ans Fenster stellen und grüßen und winken konnte. Wie die Queen. Oder der Papst. Alle freuten sich! Und am nächsten Tag war ein Bild in der Zeitung.</p>
<p>Ein paar Tage später ist Oma friedlich eingeschlafen. &#8222;Die hat nimmeh gemaant&#8220;*, hieß es dazu im Kreise der Angehörigen.<br />
__________________<br />
* Sie hat keine Lust mehr gehabt.<img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/55b7355b3f514f77af934736b4a04d04" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Die große Leichtigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Feb 2017 14:02:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 30. Todestag von Hans Rosenthal Mochte Fuchsberger auch schlagfertiger sein, Kulenkampff jovialer, Elstner herzlicher, Carrell mehr Glamour vortäuschen &#8211; Hans Rosenthal war unbestritten der fröhlichste Moderator der Bonner Republik und vermutlich derjenige, dessen scheinbare Mühelosigkeit den Normalverbraucher im Fernsehsessel &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/02/10/die-grosse-leichtigkeit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 30. Todestag von <strong>Hans Rosenthal</strong></p>
<p>Mochte Fuchsberger auch schlagfertiger sein, Kulenkampff jovialer, Elstner herzlicher, Carrell mehr Glamour vortäuschen &#8211; Hans Rosenthal war unbestritten der fröhlichste <strong>Moderator der Bonner Republik</strong> und vermutlich derjenige, dessen scheinbare Mühelosigkeit den Normalverbraucher im Fernsehsessel zu der Überzeugung verleitete: Moderieren könnte ich eigentlich auch, ich komm nur nicht dazu.<br />
Unsere entzauberte Moderne bringt es mit sich, dass sich die Mühsal solcher Medienberufe inzwischen herumgesprochen hat (bei fast allen über 22). Rosenthal war ein besonderer Workaholic, denn er machte ja – vom <strong>„Dalli Dalli“</strong>-Publikum weitgehend unbemerkt – auch noch Radio beim <strong>RIAS Berlin</strong>. Dort kannte man sie umso besser: seine Arbeitswut und Strenge. Unpünktlichkeit hasste er, denn sein Terminkalender ließ keinen Raum für solche Nachlässigkeiten. Er war immer in Eile, und wer mit ihm arbeitete, lernte seine Intensität zu bewundern und zu fürchten.<br />
<strong>Christian Bienert</strong>, der (leider nur) bis zum Dezember 2012 das Rosenthal’sche <strong>„Sonntagsrätsel“</strong> im Radio moderierte, nannte diesen Wesenszug „erbarmungslose Zuverlässigkeit“<span id="more-7315"></span>: „Ich sagte zu ihm, wir müssen die nächste Sendung noch besprechen. – Na, dann komm mit! Sein Taxi wartete bereits, er musste aber noch zum Programmdirektor, zur Intendanz, zu irgendeinem Verwaltungsdirektor und und und. Ich musste diesen ganzen Weg mit ihm mitjapsen. Ich hielt einen kleinen Zettel in der Hand, und wir besprachen das gesamte Rätsel inklusive sämtlicher Musiken und Alternativmusiken im Sauseschritt. Dann wollte er sich die Hände waschen. Er sagte, komm mit  rein. Ich sagte: danke, ich muss mir nicht die Hände waschen. Sagt er, aber ich &#8211; wir sparen Zeit, du kannst inzwischen reden. Dann waren wir vorm Haus angekommen. Die Zettel flogen mir fast weg, und es waren noch zwei Sachen offen. In dem Moment rollte der Wagen an. Er sagte, ruf mich heute abend an zwischen acht und zehn nach acht. Aber pünktlich, denn Viertel nach acht telefoniere ich mit dem ZDF!“</p>
<p>Das Publikum erlebte Hans Rosenthal  natürlich nur in einer Laune, die nahtlos zum Feierabend passte, und in keinem überlieferten Fall hatte sich jemand zu beklagen.<br />
Wirklich in keinem? Der „St. George Herald“ hat tatsächlichen einen unzufriedenen Zuschauer gefunden: im Saarland, wo Hans Rosenthal einst im regionalen Vorabendprogramm die Quizsendung „Bitte zur Kasse“ moderierte.<br />
In diesem knapp viertelstündigen Format wurde ein Kandidat (anscheinend spontan) aus dem Studiopublikum herausgesucht, hatte ein Startkapital von hundertfünfzig Mark, und wann immer er eine der gestellten (eingesandten) Fragen nicht oder falsch beantwortete, wurde ihm davon etwas abgezogen (- aber erst ab der zweiten Fehlleistung. „Einmal ist keinmal“, pflegte Hans Rosenthal immer zu sagen).<br />
Das restliche Geld wurde dem Kandidaten in einem Sparschwein von der unvermeidlichen Assistentin überreicht. &#8211; Zumindest dachten wir das immer alle.<br />
Ein bis heute tödlich beleidigter regionaler Gewinner von immerhin 120 Mark enthüllte mir erregt die Wahrheit: das Sparschwein wurde ihm nämlich nach dem Ende der Aufzeichnung von einem Handlanger des Senders gleich wieder abgenommen, und er bekam das Geld stattdessen in einem Gips-Rollschuh überreicht.<br />
Der Mann schied reich beschenkt, aber mit dem nie versiegenden Gefühl, übervorteilt worden zu sein!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/02/10/die-grosse-leichtigkeit/">Die große Leichtigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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