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	<title>Show People Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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		<title>Silentium!</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Aug 2025 11:13:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 2. Todestag von Carl Davis Stummfilmmusik ist ein Orchideenthema, für das sich kein Schwein zuständig fühlt, eine Nische innerhalb der Nische Filmmusik, die ihrerseits in den Zeiten von Hans Zimmer als einzig wahrgenommener Alternative zu John Williams ohnehin komplett &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/08/03/carl-davis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>betr.: 2. Todestag von <strong>Carl Davis</strong></p>



<p>Stummfilmmusik ist ein Orchideenthema, für das sich kein Schwein zuständig fühlt, eine Nische innerhalb der Nische Filmmusik, die ihrerseits in den Zeiten von <strong>Hans Zimmer </strong>als einzig wahrgenommener Alternative zu<strong> John Williams </strong>ohnehin komplett auf den Hund gekommen ist. Ein Glück, dass das der Carl Davis nicht mehr erleben muss, würde ich sagen, wenn er’s nicht doch miterlebt hätte – bis vor genau zwei Jahren.<br>Davis war ein Alleskönner &#8211; unter anderem auch ein toller Bearbeiter (<strong>„Topsy Turvy“</strong> nach <strong>Gilbert &amp; Sullivan</strong>) bzw. Komponist von Tonfilm-, Dokumentarfilm- und TV-Serienmusik. Aber dem Stummfilm widmete er nun eben seine besondere Hingabe. Er versah nicht nur Klassiker wie den stummen <strong>„Ben Hur“</strong> oder<strong> „Show People“ </strong>von <strong>King Vidor</strong>, sondern auch zahlreiche Werke von <strong>Buster Keaton </strong>nachträglich mit sinfonischen Partituren. Von <strong>Charles Chaplin</strong> übernahm Davis stillschweigend die Regel, dass Stummfilmmusik nie illustrierend sein darf wie es Soundtracks üblicherweise dürfen (nicht müssen). Sie „liegt drunter“ und ist strukturell der Salonmusik ähnlicher als dem Underscoring. Das von <strong>Erich Wolfgang Korngold </strong>im frühen Tonfilm so meisterlich gepflegte (und später von Dritten so genannte) <strong>„Mickymousing“</strong> – zu stummen Szenen funktioniert es nicht.<strong> Jeremy Brock</strong> – heute vielleicht der beste Nachfolger von Mr. Davis auf diesem Gebiet – hält sich auch daran, und der begnadete Schweizer Meister der Archivmusik <strong>Fred Stittmatter </strong>(<strong>„Väter der Klamotte“</strong>) tat es schon vor 60 Jahren.</p>



<p>1936 in Brooklyn geboren, begann Carl Davis seine musikalische Ausbildung mit sieben Jahren. (Etwa um diese Zeit legte Chaplin übrigens mit <strong>„Goldrausch“</strong> seine erste nachgereichte Filmmusik für einen eigenen Klassiker vor.) Mit neun Jahren  konnte der kleine Carl bereits Partituren lesen, mit 18 begleitete er den in den USA immens beliebten <strong>„Robert Shaw Chorale“</strong> am Klavier und auf seinen Tourneen. Er wollte bald auch komponieren und studierte zwei Jahre unter <strong>Paul Nordoff</strong> am Bard College im Staate New York. Nach einem Gastspiel beim <strong>Königlich Dänischen Ballett</strong> in Kopenhagen zog es ihn nach England, das seine Wahlheimat wurde. Am Beginn seines Werkverzeichnisses steht mit <strong>„That Was The Week That Was“</strong> eine historische Satiresendung.<br>Nach einer regulären Zusammenarbeit dem Regisseur<strong> Jack Gold</strong>, die dessen bekannteste Arbeiten kurioserweise ausließ, brachte Davis der Zufall mit seinem Lebensthema zusammen. Die TV-Dokumentarreihe <strong>„Hollywood: A Celebration of the American Silent Film“</strong> kam 1980 heraus, und Davis schrieb die Musik dazu. In jenen Tagen betraute ihn die <strong>BBC</strong> mit der Neuvertonung des soeben von <strong>Kevin Brownlow</strong> rekonstruierten Monumentalschinkens <strong>„Napoleon“ </strong>von <strong>Abel Gance</strong>. Eine Reihe von Stummfilm-Rekonstruktionen und -Live-Präsentationen setzte ein, und Davis erwies sich des Segens, den ihm dieser fulminante Start mitgegeben hatte, dauerhaft als würdig und gewachsen. Er brachte es auf 60 solcher Projekte, viele davon in Zusammenarbeit mit Kevin Brownlow.<br><br>Ganz besonderes Vergnügen habe ich persönlich mit seiner Musik für Buster Keatons <strong>„Our Hospitality“</strong> (1924 / 1984) und für den bereits erwähnten <strong>„Show People“</strong> (1928 / 1982), in dem sich der niedergehende Stummfilm noch einmal in Hochform präsentiert und zum Abschied selbst auf die Schippe nimmt. (Beide Davis-Filmmusiken haben übrigens keine Veröffentlichung auf Tonträger erfahren, viele andere schon.)</p>



<p>Außerdem machte sich Carl Davis als Konzertdirigent in England und Deutschland nützlich und produzierte Alben mit <strong>Shirley Bassey</strong>, <strong>Marilyn Horne</strong> und <strong>Kiri Te Kanawa</strong>. Anlässlich des 150. Jahrestages der Gründung des <strong>„Royal Liverpool Philharmonic Orchestra“</strong> schrieb er zusammen mit <strong>Paul McCartney </strong>das 1991 auf dem Album <strong>„Paul McCartney’s Liverpool Oratorio“</strong> veröffentlichte Oratorium zu Ehren dieser Stadt. Von 1993 bis 2001 hatte Davis dem Orchester als künstlerischer Direktor und Dirigent der <strong>„Summer Pops Season“ </strong>vorgestanden.</p>
<img decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/03bcb5ac3b184a95b05cb5050ce45ec3" width="1" height="1" alt=""><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/08/03/carl-davis/">Silentium!</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Die schönsten Filme, die ich kenne (50): &#8222;Es tut sich was in Hollywood&#8220; / „Show People“</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2017 21:11:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mary Pickford klagte, es wäre logischer gewesen, wenn sich der Stummfilm aus dem Tonfilm entwickelt hätte, nicht umgekehrt. In der Tat war der Stummfilm zuletzt so weit verfeinert worden, dass sein abruptes Ende etwas Unverdientes und Verschnupfendes hat. Es wirkt &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/11/23/die-schoensten-filme-die-ich-kenne/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mary Pickford</strong> klagte, es wäre logischer gewesen, wenn sich der Stummfilm aus dem Tonfilm entwickelt hätte, nicht umgekehrt. In der Tat war der Stummfilm zuletzt so weit verfeinert worden, dass sein abruptes Ende etwas Unverdientes und Verschnupfendes hat. Es wirkt ein bisschen so, als sei eine Serie, die man wahnsinnig liebt, zu früh abgesetzt worden.<br />
Als „Show People“ (inzwischen auch unter dem Titel <strong>&#8222;Es tut sich was in Hollywood&#8220;</strong> gelistet) in Produktion war, war diese Zeitenwende bereits eine unabwendbare Tatsache. Er war also von vorneherein veraltet, gehört aber zu den Stummfilmen, die noch fertiggestellt und aufgeführt wurden, weil es nach dem <strong>„Jazz Singer“</strong>* ohnehin noch knapp  drei Jahre dauerte, bis sich die Kinos und Filmateliers auf die neue Technik eingestellt hatten – und das ist ein großes Glück.</p>
<p>„Show People“ ist ebenso pfiffig wie seine Hauptdarstellerin und so temporeich, dass man das Fehlen des Tons nach einer Weile gar nicht mehr bemerkt. <span id="more-9167"></span>Außerdem spielt sich auch seine Handlung in der Welt der Sahnetorten-Comedy ab, die hier sowohl ein letztes Mal gefeiert als auch kritisch reflektiert wird. Die Nachwuchsschauspielerin Peggy träumt davon, eine große Tragödin zu sein, wird aber in Hollywood nur in Lustspielen eingesetzt. Zu ihrem Leidwesen hat sie dort augenblicklich einen Erfolg, der ihre dramatischen Ambitionen gefährdet.</p>
<p>Der unzufriedene Jungstar wird von Marion Davies gespielt, einer enigmatischen Figur der Zeitgeschichte. Sie war die Geliebte des greisen Pressezaren William Randolph Hearst, der im Filmklassiker „Citizen Kane“ karikiert wurde. (Auch Marion Davies wird dort abgebildet, allerdings in verzerrter Weise.) Wenn wir den zahlreichen übereinstimmenden Überlieferungen glauben wollen, war die ehemalige Revuetänzerin Marion Davies jedoch keineswegs das sprichwörtliche Neppweibchen, das sich von einem stinkreichen Opa eine Karriere kaufen lässt. Zunächst einmal war sie tatsächlich begabt – wie wir in „Show People“ sehen können -, soll den alten Hearst wirklich geliebt haben und war kollegial, hilfsbereit, humorvoll und großzügig. Als der Mogul in seinen letzten Jahren (ein ganz klein wenig) von der Wirtschaftskrise gebeutelt wurde, gab sie ihm ihren Schmuck und ihre Nerze zurück.</p>
<p>Was Marion Davies in der Welt zwischen Jet Set und Tinseltown tatsächlich bedeutete, wird in einer bemerkenswerten Szene in „Show People“ deutlich. Vor einen Kino, in dem gerade ihr neuer Film gelaufen ist, wird sie von einem Fan angesprochen und um ein Autogramm gebeten. Hochnäsig erbarmt sie sich, und nachdem der dankbare Kerl verschwunden ist, beklagt sie sich bei ihrem Begleiter über „diesen Wicht“. Er belehrt sie, das sei Charlie Chaplin gewesen, den sie ohne sein klassisches Kostüm nicht erkannt hatte.<br />
Dass der damals berühmteste Mann der Welt in einem fremden Film auftritt, und noch dazu in privater Aufmachung, war einmalig, ein Ausdruck immenser Wertschätzung und eine Sensation, die wir in der Ära der Youtube-Millionäre und gesuchten „Superstars“ kaum ermessen können.</p>
<p>________________<br />
* Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2014/10/06/ruhestoerung-in-hollywood-die-verschreckte-leinwand/">https://blog.montyarnold.com/2014/10/06/ruhestoerung-in-hollywood-die-verschreckte-leinwand/</a><img decoding="async" src="http://vg02.met.vgwort.de/na/119b45e1c95d473b98224728a6342fd8" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/11/23/die-schoensten-filme-die-ich-kenne/">Die schönsten Filme, die ich kenne (50): &#8222;Es tut sich was in Hollywood&#8220; / „Show People“</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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