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	<title>Buchauszug Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Buchauszug Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Geschichte des Komiker-Handwerks (5.2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2026 20:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchauszug]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett und Comedy]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte des Komiker-Handwerks (5.2)]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Twain]]></category>
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		<category><![CDATA[Über die deutsche Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Nachtrag zum 24. März 2020 Zu den persönlichen Rückschlägen im Leben Mark Twains zählten in schöner Regelmäßigkeit familiäre Tragödien von griechischem Format. Zudem war er ein schlechter Geschäftsmann und fällte ein paar folgenreiche Fehlentscheidungen. Er kaufte dem Vatikan für &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/03/29/30009/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: Nachtrag zum 24. März 2020</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den persönlichen Rückschlägen im Leben <strong>Mark Twain</strong>s zählten in schöner Regelmäßigkeit familiäre Tragödien von griechischem Format. Zudem war er ein schlechter Geschäftsmann und fällte ein paar folgenreiche Fehlentscheidungen. Er kaufte dem Vatikan für inflationsbereinigt 4 Millionen Dollar die Rechte am Leben von <strong>Papst Leo XIII </strong>ab (für ein Buch, das keiner lesen wollte). Weiterhin trieb ihn die Investition in eine fehlerhafte Setzmaschine in den Bankrott. Um zu überleben, trat er als Stand-Up auf, wie wir heute sagen würden, zunächst in den USA, später in aller Welt. Der Erfolg war überwältigend. Was ein Augenzeuge aus Berlin berichtet, beschreibt sehr genau, wie sich ein Komiker generell auf der Bühne verhalten sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">»Der Saal war gefüllt, alle Köpfe drehten sich der Tür zu; der hohe, kirchenähnliche Raum, welcher sonst wohl nur zu Gottesdiensten benutzt wird, hat gewiss nie so viel Eleganz und Neugier, oder sagen wir besser Spannung, vereint gesehen. Ich saß nur einige Schritte vom Podium entfernt und konnte den beliebten Humoristen genau betrachten. Ein schmales, blasses, kühnes Gesicht unter dem weißen, mähnenähnlichen Haar; dunkle, kleine, tief liegende Augen blitzten bald unter buschigen, noch dunklen Brauen, bald blickten sie scharf beobachtend in die Ferne; eine gebogene Nase mit gewölbten Nasenlöchern, ein dunkler, langer Schnurrbart über einem geistreichen Munde, ein kräftiges Kinn, dazu eine schmiegsame, leicht bewegliche, elegante Gestalt.<br>Hush! Hush! Er fängt an zu sprechen. Mr. <strong>Samuel Langhorne Clemens</strong>, so ist Mark Twains bürgerlicher Name, begibt sich nicht auf das Katheder; er steht auf dem Podium frei da; ja, er geht hin und her, er bewegt sich lebhaft während seines Vortrages. Niemals habe ich derartige Lachsalven gehört, wie sie hier nach jedem Satz erschollen.<br>Mark Twain spricht trocken, ernst; er unterstützt seine Rede durch Gesten, doch nie verzieht er seine Lippen, ja auch seine Augen lachen nicht. Was er spricht, klingt improvisiert; nur wenige Stellen aus seinem Buch <strong>„Über die deutsche Sprache“ </strong>las er vor, alles andere trug er vollkommen frei, im Plauderton vor, als sei es das Werk eines Augenblicks. Von unwiderstehlicher Komik sind seine Auslassungen über die deutsche Sprache.«</p>
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		<title>Ixen für Anfänger: Vom Umgang mit dem Fragezeichen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Dec 2025 15:06:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchauszug]]></category>
		<category><![CDATA[Mikrofonarbeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Lesen vom Blatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Lesen vom Blatt / Sprechen am Mikrofon Fortsetzung vom 16. September 2017Etwas weniger abstrakt ausgedrückt: man mache sich bewusst, wie viele Arten von Fragen es im Leben gibt und wie unterschiedlich die Energie ist, die dahintersteckt.Hier nur eine wenige &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/12/22/29341/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">betr.: Lesen vom Blatt / Sprechen am Mikrofon<br><br><em>Fortsetzung vom 16. September 2017<br></em><br>Etwas weniger abstrakt ausgedrückt: man mache sich bewusst, wie viele Arten von Fragen es im Leben gibt und wie unterschiedlich die Energie ist, die dahintersteckt.<br>Hier nur eine wenige Beispiele:<br><br>Nachfrage &#8211; Bitte um Bestätigung dessen, was man bereits ahnt oder vermutet / Bitte um eine Gedächtnisstütze<br>Suggestivfrage – Hoffnung auf Bestätigung dessen, was man gern hören möchte<br>Rhetorische Frage – Philosophische Äußerung, die als Frage verkleidet wird<br>Testfrage / Quizfrage – Eine Frage, deren Antwort man bereits kennt<br>Scherzfrage – humorige Variante der Quizfrage / ein Witz, den man mit Beteiligung des Zuhörers erzählt<br>Schicksalsfrage – Eine Frage, deren Beantwortung man nicht verlangen kann, aber man wäre nicht abgeneigt<br>Zwischenfrage – Maßnahme, um als Zuhörer den Faden nicht zu verlieren<br>Fangfrage – ironisches Stichwort, um eine entlarvende Äußerung zu befördern<br>Fachfrage – Bitte um Information auf einem Spezialgebiet<br>Gewissensfrage – Bitte um ehrliche persönliche Äußerung, Geständnis, Bekenntnis …</p>
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		<title>Ixen für Anfänger: Erste Sätze, spätere Sätze (4)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 May 2025 06:10:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchauszug]]></category>
		<category><![CDATA[Mikrofonarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Erste Sätze in Romanen]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen vom Blatt]]></category>
		<category><![CDATA[Übung für Sprechen an Mikrofon]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fortsetzung vom 10.11.2020 Etwas später … &#8211; VariantenEines dieser Textbeispiele betrachten wir abermals unter veränderten Vorzeichen.Einmal stellen wir uns vor, die Vorrede wäre abgeschlossen, und es ginge mit Dialog oder einem Szenenwechsel weiter: Etwas Großes, Dunkelgraues krachte ohne Vorwarnung in &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/05/15/27949/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/05/15/27949/">Ixen für Anfänger: Erste Sätze, spätere Sätze (4)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Fortsetzung vom 10.11.2020</em><strong><br><br>Etwas später … &#8211; Varianten<br></strong><br><em>Eines dieser Textbeispiele betrachten wir abermals unter veränderten Vorzeichen.<br>Einmal stellen wir uns vor, die Vorrede wäre abgeschlossen, und es ginge mit Dialog oder einem Szenenwechsel weiter:</em><br><br>Etwas Großes, Dunkelgraues krachte ohne Vorwarnung in den Garten und begrub den Geräteschuppen unter sich. Und danach dauerte es noch Minuten, bis sich eine Tür des Hauses öffnete und sich erste ungläubige Bewohner ringsum versammelten, um das feuchtglänzende Ding zu bestaunen. Joe Goopy sah es als erster.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nun denken wir uns einen weiteren Satz hinter diesem letzten Satz, sprechen ihn aber nicht aus:</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Schutthaufen begann sich etwas zu regen, schien etwas im Begriff, sich daraus zu erheben und für neuerliches Ungemach zu sorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Welche Auswirkungen hat das auf die Betonung des letzten Satzes &#8222;Joe Goopy sah es als erster.&#8220;?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auflösung folgt</p>
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		<title>Lesen vom Blatt &#8211; Lange Sätze</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Feb 2025 17:56:05 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Reichstagsbrand]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung Da sah er für einen Moment unter schonungsloser Scheinwerferbestrahlung die Fratze der Vettel vor sich, die maskendicke Schminkschicht auf der Matronenvisage, und dann, wie eine Röntgenaufnahme, hinter der Fassade den Verfall, die Löcher, Risse, &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/20/27431/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/20/27431/">Lesen vom Blatt &#8211; Lange Sätze</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da sah er für einen Moment unter schonungsloser Scheinwerferbestrahlung die Fratze der Vettel vor sich, die maskendicke Schminkschicht auf der Matronenvisage, und dann, wie eine Röntgenaufnahme, hinter der Fassade den Verfall, die Löcher, Risse, Runzeln, die ganze grausige Abbruchreife der übertünchten Ruine.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dieser Satz stammt aus der Erzählung <strong>„Der Todeskandidat“</strong>, dem letzten Prosawerk, das <strong>Max Herrmann-Neiße</strong> 1927 in Deutschland veröffentlichen konnte, ehe er nach dem Reichstagsbrand 1933 nach London floh, wo er 1941 starb.<br>Der Plot ist so nah an unserer heutigen Sensibilität für die Wohlstandsverwüstungen der Seele – und den Hype, der zuletzt um Leiden wie Depression und ADHS gemacht wurde -, dass er uns banal erscheinen müsste, doch die Sprache Herrmanns-Neißes zerstreut diesen Vorbehalt rasch:<br>Clemens, Anfang vierzig, ledig, in Arbeit und Brot, lebt in Berlin. Sein Leben scheint so weit in Ordnung. Doch plötzlich reicht die Kraft nicht mehr aus, aufzustehen. Clemens bleibt lethargisch liegen und der Arbeit fern, die Wohnung verkommt. Irgendwann will er Klarheit über seinen Zustand gewinnen, der doch wohl eine Krankheit sein muss</em>. <em>Als der Held sich endlich zum Besuch eines Arztes aufrafft, von dem er sich Linderung seines mysteriösen Leidens erhofft, ereignet sich dies:</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der nervösen Erregung seiner Diensteifrigkeit machte er aber lauter falsche, unzweckmäßige Handgriffe, verhedderte sich in seinen Kleidungsstücken, schämte sich selber seiner Ungeschicklichkeit und riss schließlich unbeherrscht die Hüllen vom Leibe, dass der Stoff Schaden nahm, Knöpfe zerbrachen und dann alles unordentlich, zerknüllt, beschmutzt am Boden durcheinanderlag.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/20/27431/">Lesen vom Blatt &#8211; Lange Sätze</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Bescheidenheit als handwerkliche Tugend</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Feb 2025 14:41:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchauszug]]></category>
		<category><![CDATA[Mikrofonarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit im medialen Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Breaking Bad]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Brückner]]></category>
		<category><![CDATA[director of photography]]></category>
		<category><![CDATA[Kameraführung]]></category>
		<category><![CDATA[Rufus Beck]]></category>
		<category><![CDATA[Sprechen am Mikrofon]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Mikrofonarbeit Sobald der Sprecher vom Hörer bewusst wahrgenommen wird, lenkt er dessen Aufmerksamkeit vom Text ab. Dann ist etwas schiefgelaufen. Das mag durch die schiere Prominenz des Interpreten geschehen – wobei sich die Fans an die Gegenwart ihrer Idole &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/06/27317/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/06/27317/">Bescheidenheit als handwerkliche Tugend</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">betr.: Mikrofonarbeit</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald der Sprecher vom Hörer bewusst wahrgenommen wird, lenkt er dessen Aufmerksamkeit vom Text ab. Dann ist etwas schiefgelaufen. Das mag durch die schiere Prominenz des Interpreten geschehen – wobei sich die Fans an die Gegenwart ihrer Idole <strong>Rufus Beck</strong>, <strong>Christian Brückner </strong>o.ä. sicher bald gewöhnt haben. Heikler ist eine Ablenkung durch die Besonderheiten des Vortrags: Unsauberkeiten, Sprachmarotten (auch Dialekt oder übermäßiges Atmen und Schmatzen zählt dazu), Betonungsfehler. Ebenso störend sind „gut gemeinte“ Effekte, die auf reinen Übereifer hinauslaufen.<br>Obschon die Lesung eines Textes eine anspruchsvolle künstlerische Leistung darstellt, kann sie nur gelingen, wenn sie im Hintergrund abläuft und gar nicht bemerkt werden will. Sie ist eine dienende Disziplin. Ganz genauso verhält es sich mit der Arbeit an der Filmkamera. Sobald ich von irgendeiner Kamerabewegung daran erinnert werde, dass dahinter jemand arbeitet, ist das streng genommen das Indiz einer Nachlässigkeit.<br>Wie wir wissen, wird beiden Gewerken regelmäßig Bewunderung zuteil, und kein halbwegs interessierter Mensch wird ihre Wichtigkeit bezweifeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich über dieses Thema einmal mit einem jungen Kameramann gestritten. Aufhänger war die von uns beiden sehr geschätzte Serie<strong> „Breaking Bad“</strong>. Irgendwann fiel mir auf, dass hier grundsätzlich mit Handkamera gearbeitet wurde, also auch in den statischen Dialogszenen innerhalb geschlossener Räume, die einen beträchtlichen Teil der dramatischen Handlung ausmachen. Das leichte Gewackel des Bildausschnitts störte mich und erschien mir wie eine absichtliche Freiheit, die sich genommen wurde, um dem Betrachter unter der Hand zuzuraunen: „Schon toll, was die Kameramänner und -frauen da so alles leisten.“ Diese Bewegungen waren minimal, aber völlig unnötig, und deshalb sprach ich den Kameramann darauf an. Er solidarisierte sich natürlich sofort mit seinen amerikanischen Kollegen und bestätigte meine Vorbehalte ungewollt. Er erklärte mir sinngemäß, es sei ja das gute Recht dieser Leute, auch mal auf sich aufmerksam zu machen. Sonst würde ihre Arbeit ja allzuleicht übersehen. Da ich keinen Streit wollte, habe ich schnell das Thema gewechselt.<br><br>Die Stars im Bild stehen immer im Vordergrund – und überragen damit die (Synchron)Sprecher ebenso wie die Kameraleute, die Regisseure und – ganz besonders – die Autoren. Das liegt in der Natur der Sache. Wenn sie ihre Sache gut machen, wird das trotzdem Würdigung erfahren. Und ein guter „director of photography“ darf nach meiner Ansicht gerne ein Stativ benutzen, wenn es der Qualität des Ergebnisses zugutekommt. Diesen Fluch der Unauffälligkeit teilen die Mikrofon- und Kameraleute übrigens mit anderen selbstbewussten Spezialisten: Kriminalbeamten, Schönheitschirurgen, PR-Beratern und Spionen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/06/27317/">Bescheidenheit als handwerkliche Tugend</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Prima vista 0,5: Der große Gatsby</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Feb 2025 20:53:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchauszug]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Mikrofonarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Der große Gatsby]]></category>
		<category><![CDATA[F. Scott Fitzgerald]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen vom Blatt]]></category>
		<category><![CDATA[Nick Carraway]]></category>
		<category><![CDATA[prima vista]]></category>
		<category><![CDATA[Sprechen am Mikrofon]]></category>
		<category><![CDATA[The Great Gatsby]]></category>
		<category><![CDATA[Übung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Lesen vom Blatt Eine Prima Vista Lesung in abgemilderter Form lässt sich durchführen, wenn man sich verschiedene Übersetzungen der selben Textpassage vornimmt: die erste wird still gelesen, die zweite laut.Der Inhalt ist bekannt, der Wortlaut ändert sich. Heutiges Beispiel: &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/01/27280/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/01/27280/">Prima vista 0,5: Der große Gatsby</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">betr.: Lesen vom Blatt <br><br><em>Eine Prima Vista Lesung in abgemilderter Form lässt sich durchführen, wenn man sich verschiedene Übersetzungen der selben Textpassage vornimmt: die erste wird still gelesen, die zweite laut.<br>Der Inhalt ist bekannt, der Wortlaut ändert sich.<br><br>Heutiges Beispiel: aus dem Romanfinale „Der große Gatsby“ von <strong>F. Scott Fitzgerald</strong>.</em><br><em>Fitzgeralds Ich-Erzähler <strong>Nick Carraway</strong> bricht am Ende des Buches seine Zelte an der Ostküste ab, um in den Mittelwesten, das Land seiner Herkunft, zurückzukehren. Er tut es nicht, ohne noch einmal für einen Augenblick jenem amerikanischen Traum nachhängen, den als der der Kontinent einst verheißungsvoll aus dem Meer gestiegen war.</em><br><br>Variante 1:<br><br>Die meisten großen Häuser an der Küste waren inzwischen geschlossen und man sah fast keine Lichter, mit Ausnahme einer schattenhaft glühenden Fähre, die über den Sund glitt. Und als der Mond höher stieg, begannen die wesenlosen Häuser ganz wegzuschmelzen, bis ich plötzlich die ursprüngliche Insel vor mir sah, die hier einst für die Augen der holländischen Seeleute geblüht und ihnen die frischen grünen Brüste der Neuen Welt entgegengestreckt hatte.<br>Ihre verschwundenen Wälder, deren Bäume für Gatsbys Haus Platz gemacht hatten, mussten einst flüsternd dem letzten und größten menschlichen Traum kupplerisch Nahrung gegeben haben; für einen flüchtigen, verzauberten Augenblick muss der Mensch den Atem angehalten haben in der Gegenwart dieses Kontinents. Zu einer ästhetischen Andacht gezwungen, die er weder begreifen konnte noch wünschte, befand er sich zum letzten Mal in der Geschichte von Angesicht zu Angesicht mit etwas, das seiner Fähigkeit zum Staunen wahrhaft angemessen erschien.<br><br>Variante 2:<br><br>Die pompösen Villen längs der Küste waren jetzt fast alle geschlossen. Man sah kaum noch Lichter, höchstens die schwach beleuchtete Fähre, die sich schattenhaft über den Sund bewegte. Und indes der Mond höher und höher stieg, sanken die Häuser ins Wesenlose zurück, und vor mir zeichnete sich allmählich die alte Insel ab, die einst vor den Augen holländischer Seefahrer als ein blühendes Wunder aufgetaucht war, vorgewölbt wie eine schwellende grüne Brust der Neuen Welt.<br>Ihre längst versunkenen Bäume, dieselben Bäume, die auch Gatsbys Haus hatten weichen müssen, hatten einst mit lockendem Geflüster dem letzten und größten aller Träume der Menschheit Vorschub geleistet &#8211; es muss wie ein flüchtiger Augenblick der Bezauberung gewesen sein – und verschlug gewiss denen, die sich hier dem neuen Kontinent nahten, den Atem. Sie spürten wohl einen Drang zum reinen Genuss des Schönen – doch das begriffen sie nicht, noch trugen sie Verlangen danach. Zum letzten Male in der Geschichte war ihnen vergönnt, von Angesicht zu Angesicht etwas zu schauen, das mit ihrem Wunderglauben in Einklang stand.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/01/27280/">Prima vista 0,5: Der große Gatsby</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Pack schlägt sich, Pack verträgt sich nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2025 21:31:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchauszug]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett und Comedy]]></category>
		<category><![CDATA[Comedy]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>
		<category><![CDATA[Sigi Zimmerschied]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Bruchlininen im deutschen Amüsiergewerbe Fortsetzung vom 18.1.2025 Mit etwas interessiertem Abstand kann man ohnehin zu dem Ergebnis kommen, dass für Kabarett und Comedy gleichermaßen gilt, was auch auf Kino, Literatur, Oper, Rotwein und das deutsche Fernsehen zutrifft: das Allermeiste &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/01/22/sigi-zimmerschied/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: Bruchlininen im deutschen Amüsiergewerbe</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Fortsetzung vom 18.1.2025</em><br><br>Mit etwas interessiertem Abstand kann man ohnehin zu dem Ergebnis kommen, dass für Kabarett und Comedy gleichermaßen gilt, was auch auf Kino, Literatur, Oper, Rotwein und das deutsche Fernsehen zutrifft: das Allermeiste ist Mist. Comedians sprechen selten despektierlich über Kabarettisten: sie ignorieren die Kleinkunst, die ihnen unmittelbar vorausging. Vertreter des Kabaretts äußern sich mit umso größerer Sorgfalt kritisch über Comedy. Kritisch heißt: sie versuchen, ihre Ablehnung komisch klingen zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kommentar des hochangesehenen Passauer Humoristen <strong>Sigi Zimmerschied</strong> sei hier stellvertretend wiedergegeben (mit Dialekt-Verschriftlichung, da diese zur Botschaft gehört): „I habs amol für mich so formuliert, dass Kabarett die Unterhaltung bricht und Comedy bis zum Erbrechen unterhält. A Comedian, der versucht halt, witzig zu sein. Kabarettisten haben einen echten Hau! Wia hom an Defekt im Kopf, der einfach aufgearbeitet werden muass. Abteilung Forschung! Hirnforschung! Ich bin froh, dass i’s auf der Bühne ausleben kann. Und ihr derft’s a froh sei. Mei Großvater war immerhin a Doppelmörder. Könnte sein, dass do no was mitschwappert in mir.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie funktioniert dieses Statement? Die Bosheit zu Beginn täuscht ein Augenzwinkern vor &#8211; launiges Wortspiel verpackt derbe Beschimpfung („zum Kotzen“) -, dann wird ein Eigenlob als Selbstkritik verkleidet (à la: wir Kabarettisten sind zwar bekloppt, aber in ehrenhafter weil für unser Handwerk nützlichen / unverzichtbaren Weise), und schließlich wird auch noch ein skandalöser familiärer Aspekt angedeutet, der schon deshalb nicht sehr eindrucksvoll ist, weil ja niemand etwas für das Treiben seines Großvaters kann. Das wird in Mundart serviert, da diese im Ruf steht alles etwas gemütlicher und halb so wild erscheinen zu lassen, falls sich doch mal jemand aufregen sollte.</p>
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		<title>Tiefere Bedeutung oder vergröberte Kaliber?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jan 2025 12:30:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchauszug]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett und Comedy]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<category><![CDATA[Doktor Murkes gesammeltes Schweigen]]></category>
		<category><![CDATA[Engagement und Zeitbezug als Ausgangspunkt für das künstlerische Schaffen]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich Böll]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>
		<category><![CDATA[Nicht nur zu Weihnachtszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Stand Up]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Borchert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Kabarett und Comedy &#8211; Zwei darstellende Humorgattungen im Vergleich Als in den 50er Jahren Heinrich Bölls Satiren „Nicht nur zu Weihnachtszeit“ und „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“* herauskamen, wurde er als Meister der kleinen Form entdeckt, aber auch beargwöhnt: stieg &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/01/18/27158/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: Kabarett und Comedy &#8211; Zwei darstellende Humorgattungen im Vergleich</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als in den 50er Jahren <strong>Heinrich Böll</strong>s Satiren <strong>„Nicht nur zu Weihnachtszeit“</strong> und <strong>„Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“</strong>* herauskamen, wurde er als Meister der kleinen Form entdeckt, aber auch beargwöhnt: stieg da etwa ein angesehener und umstrittener Mahner in die Niederungen des (wenn auch gehobenen) Blödsinns hinab? Und würde er daraus wieder heraufkommen? (Tat er übrigens. Es folgten die finster-gesellschaftskritischen Erzählungen <strong>„Billard um halb 10“</strong> und <strong>„Ansichten eines Clowns“</strong>.)<br>Die Rezeption seiner humoristischen Arbeiten stimmte den Autor in einer ganz grundsätzlichen Weise besinnlich. Böll in einem Brief: „Ich habe viel darüber nachgedacht, ob die Satire überhaupt noch eine Waffe ist, gerade angesichts des Erfolges von ‚Doktor Murke‘. Niemand fühlt sich offenbar durch diese Geschichten getroffen oder gar betroffen. Und vielleicht wäre es besser, Ohrfeigen auszuteilen als es auf diese Weise zu versuchen. Alles wird hierzulande zu einem Markenartikel, auch der sorgenannte Nonkonformismus. Und Sie können sich denken, dass mir der Beifall gewisser Studienräte – nicht aller – peinlicher ist als manche harte Kritik. Was die Erfolglosigkeit der Satire betrifft: dasselbe betrifft auch das Kabarett. Es ist formal so gut, dass man den Inhalt kaum noch ernstnimmt. Aber es ist eine ernste Frage, auch für einen Schriftsteller, ob er die Form vernachlässigen, sein Kaliber vergröbern sollte, um seiner Wirkung sicherer zu sein.“<br>Was Böll über die Tugenden guter Schriftstellerei erklärt, könnte für einen Kabarettisten die Antwort auf die Frage sein, warum er sich der Comedy überlegen fühlt. Der vom Autor in diesem Zusammenhang ebenfalls bemühte Aspekt der Aktualität ist hier gar nicht mal der wichtigste. In seinem Aufsatz über <strong>Wolfgang Borchert</strong> heißt es über Engagement und Zeitbezug als Ausgangspunkt für das künstlerische Schaffen: „Ein gutes Auge gehört zum Handwerkszeug (…), ein Auge, gut genug, ihn auch Dinge sehen zu lassen, die in seinem optischen Bereich noch nicht aufgetaucht sind.“ Was einfach bedeutet, den Autor Dinge mitdenken zu lassen, die sich im Grunde von selbst verstehen, die aber – unbeachtet gelassen – das gezeichnete Bild beschädigen bzw. verhunzen. Böll bemüht als Beispiel einen Bäcker, dem wir bei der Arbeit zusehen. Wir sehen sein mehlbestaubtes Gesicht und seine knetenden Hände, aber um ihn gut zu charakterisieren (zu parodieren), müssen wir seinen Alltag außerhalb der Backstube mitdenken. „… dieser Mann dort unten im Keller raucht Zigaretten, er geht ins Kino, sein Sohn ist in Russland gefallen, 3000 Kilometer weit liegt er begraben am Rand eines Dorfes, aber das Grab ist eingeebnet, kein Kreuz steht darauf (…). Das alles gehört zu dem bleichen und sehr stillen Mann dort unten im Keller, der unser Brot backt. Dieser Schmerz gehört zu ihm wie auch manche Freude dazugehört.“ Es braucht Fantasie und ein Interesse für die Figur (auch wenn es sich um eine unsympathische handeln sollte), um ihn textlich zu erfassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine solche Sorgfalt würde freilich jeder Kabarettist &#8211; unabhängig von der tatsächlichen Qualität seiner Arbeit &#8211; für sich persönlich in Anspruch nehmen (ebenso Dinge wie Durchblick, Relevanz, Wagemut etc.**). Andererseits gewinnt auch jeder gute Stand-Up-Monolog, wenn er die Hintergründe seines Gegenstandes miterfindet und einbezieht. Der selbstgestellte Anspruch taugte also nur dann zum Unterscheidungsmerkmal Kabarett / Comedy wenn man im Grunde gar nicht die Qualität der eigenen Humorsparte meint, sondern von sich selber redet: Ich bin gut, alle anderen sind schlecht, besonders die Comedians.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-16433" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=768%2C50&amp;ssl=1 768w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">__________________<br>* siehe <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/08/13/dr-murkes-gesammeltes-schweigen-hoerspiel/">https://blog.montyarnold.com/2021/08/13/dr-murkes-gesammeltes-schweigen-hoerspiel/</a><br>** Hierzu ein Beispiel mit Musik: <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/06/01/suesse-medien-steinzeit-zwei-rueckblicke/">https://blog.montyarnold.com/2016/06/01/suesse-medien-steinzeit-zwei-rueckblicke/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Wo unser Humor herkommt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jan 2025 17:27:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchauszug]]></category>
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		<category><![CDATA[Kabarett und Comedy]]></category>
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		<category><![CDATA[Schadenfreude als Wesen der Komik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie kam der Begriff Humor zu seiner heutigen Bedeutung? Zunächst ist „Humor“ das lateinische Wort für Feuchtigkeit (amid = trocken, humid = feucht). Die Mediziner der Antike führten es auf die Mischung seiner Körperflüssigkeiten – Blut, Galle, Schleim – zurück, &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/01/17/27154/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Wie kam der Begriff Humor zu seiner heutigen Bedeutung?<br><br>Zunächst ist „Humor“ das lateinische Wort für Feuchtigkeit (amid = trocken, humid = feucht). Die Mediziner der Antike führten es auf die Mischung seiner Körperflüssigkeiten – Blut, Galle, Schleim – zurück, wie der Mensch aussah, welche Krankheiten ihn befielen, welches Temperament er entwickelte (von „temperare“ für „mischen“). Demnach verdankte der Sanguiniker seine Fröhlichkeit und Unbeschwertheit dem Blut, während beim Phlegmatiker der Schleim überwog. Das Element der Psychologie fehlte noch in dieser Überlegung. Im Sprachgebrauch des Mittelalters hatten sich die vier Temperamente ausdefiniert: Sanguiniker – Melancholiker &#8211; Phlegmatiker –Choleriker. Auch außerhalb der medizinischen Terminologie verstand man unter einem Sanguiniker einen aktiven, kontaktfreudigen Menschen, der oft und gern lachte.<br>Der englische Literat <strong>Ben Jonson</strong> (1572-1637) brachte den Begriff „Humor“ in diesen Zusammenhang zurück. Er versuchte in seinen Komödien zu ergründen, warum in seinem Land so viele <strong>Exzentriker</strong> lebten. Das waren z.B. Leute, die sonntags in den Tower gingen, um sich an den dort eingesperrten Geisteskranken zu ergötzen, ihren Gebärden und Verhaltensweisen. Die Ausgelachten wurden als „Humoristen“ bezeichnet: das waren jene, welche sich – unfreiwillig – dem Gelächter ihrer Betrachter aussetzten. Als Erklärung für ihr albernes Betragen galt der Überschuss am zuständigen Körpersaft (Humoris). Von dort ging der despektierliche Begriff auf den <strong>„Man Of Humour“ </strong>über: auf den Bürger, der das Verhalten anderer im Alltag parodierte, um sich über sie lustig zu machen.<br>Solch ein Humorist ließ sich nun freiwillig auslachen. Doch seine Parodien konnten auch kränkend wirken und aus dem Ruder laufen. Auf die pointierten Wortduelle beim Abendessen konnte am nächsten Morgen im Frühnebel ein Duell folgen, um die Ehre wieder herzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Geschichte ist unter mehreren Gesichtspunkten interessant. Zunächst ist in ihr der gute Ruf, den der britische Humor bei uns bis heute genießt bereits angelegt. Dann verweist sie auf Hohn und Spott als bestimmenden Motor der Komik. Weiterhin ist auch das alte Misstrauen in ihr angelegt, das Politik und Bürgertum den Narren (den Vertretern der leichten Muse) stets entgegenbrachte. Zuletzt hat sich das besonders eindrucksvoll in der Corona-Pandemie gezeigt, als Kultur und Prostitution ganz offiziell der gleiche Stellenwert für das Funktionieren unseres Gemeinwesens zugewiesen wurde.</p>
<img decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/d822e86c919a49848f985dda09426671" width="1" height="1" alt=""><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/01/17/27154/">Wo unser Humor herkommt</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Hemingway und der mittlere Sinnbogen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jan 2025 18:56:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Buchauszug]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Mikrofonarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ernest Hemingway]]></category>
		<category><![CDATA[mittlerer Sinnbogen]]></category>
		<category><![CDATA[Mungo Park]]></category>
		<category><![CDATA[Naturgeschichte der Toten]]></category>
		<category><![CDATA[Sprechen am Mikrofon]]></category>
		<category><![CDATA[T. C. Boyle]]></category>
		<category><![CDATA[Travels in the Interior of Africa]]></category>
		<category><![CDATA[Übung]]></category>
		<category><![CDATA[Wassermusik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung Beherrschen Sie den mittleren Sinnbogen? Um es zu überprüfen, ist der folgende Auszug aus Ernest Hemingways „Eine Naturgeschichte der Toten“ hilfreich. Lesen Sie ihn laut vor und lassen Sie einen unbestechlichen Mitmenschen dabei zuhören. &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/01/14/27133/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/01/14/27133/">Hemingway und der mittlere Sinnbogen</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Beherrschen Sie den mittleren Sinnbogen? Um es zu überprüfen, ist der folgende Auszug aus Ernest Hemingways „Eine Naturgeschichte der Toten“ hilfreich.</em> <em>Lesen Sie ihn laut vor und lassen Sie einen unbestechlichen Mitmenschen dabei zuhören.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Mungo Park, jener rastlose Reisende, einst auf seiner Wanderung nackt und allein in der unermesslichen Wildnis einer afrikanischen Wüste kraftlos dahinsank und seine Tage als gezählt ansah und nichts für ihn zu tun übrig schien, als sich niederzulegen und zu sterben, fiel ihm eine kleine Moosblume von außerordentlicher Schönheit ins Auge. „Obschon die ganze Pflanze“, sagte er, „nicht größer als einer meiner Finger war, konnte ich die zarte Bildung der Wurzeln, Blätter und Kapseln nicht ohne Bewunderung betrachten. Kann das Wesen, das in diesem dunklen Erdteil ein Ding wachsen, gedeihen und zur Vollkommenheit gelangen lässt, das von so geringer Bedeutung scheint, ohne Mitgefühl auf die Lage und das Leiden von Kreaturen herabblicken, die nach seinem Bilde geschaffen sind? Gewiss nicht. Überlegungen wie diese erlaubten mir nicht, zu verzweifeln. Ich machte mich auf, weder Hunger noch Müdigkeit achtend, setzte meine Reise fort, überzeugt, dass Hilfe nah war, und ich ward nicht enttäuscht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Haben Sie das Wort „erlaubten“ im vorletzten Satz betont – einzig die Silbe „laub“ und keine weitere? Dann haben Sie den mittleren Sinnbogen im Griff.<br>Sonst nicht.<br>Das in diesem Satz beschriebene Gefühl der Verzweiflung wird zuvor nicht ausdrücklich erwähnt, wird aber als Bedrohung zu Anfang beschrieben und steht immerzu im Raum. Das Wort „verzweifeln“ darf daher ebensowenig betont werden wie „Überlegungen“, das einzige Hauptwort des Satzes.</em><br>________________</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schotte Mungo Park unternahm zwei Reisen nach Westafrika, um den Verlauf des Niger zu erforschen. Im Juli 1796 erreichte er als erster Europäer den Niger und erkundete, ausgehend von der Stadt Ségou, den weiteren Verlauf des Flusses. Bei seiner zweiten Reise starb Mungo Park 1806 unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen. Sein Buch „Reisen ins Innerste Afrikas“, in dem er ausführlich Natur und Menschen der Sahelzone beschreibt, wurde zu einem bedeutenden Standardwerk. Mungo Park wurde später auch im Romanhelden: in <strong>T. C. Boyle</strong>s <strong>„Wassermusik“</strong>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/01/14/27133/">Hemingway und der mittlere Sinnbogen</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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