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	<title>Alhambra (Label) Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Alhambra (Label) Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Richard Kummerfeldt &#8211; An den Rändern der Traumfabrik (21)</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2021 12:04:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Fortsetzung vom 14. Juni 2021 Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin bzw. einen gewissen John. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/06/14/18302/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/06/14/18302/">Richard Kummerfeldt &#8211; An den Rändern der Traumfabrik (21)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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<p><em>Fortsetzung vom 14. Juni 2021</em></p>



<p><em>Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin bzw. einen gewissen John. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt der käuflichen Filmmusik, die Seele des Sammlers (heute „Nerd“), die Finessen des sich wandelnden Urheberrechts und erzählt von der Arbeit mit schwierigen Bürohengsten und Künstlerpersönlichkeiten Mitte der 90er Jahre</em>.<br><br><strong>Rückbau<br></strong><br>Zunächst entmüllte ich VRCs Ex-Garage, um dann den Versand und/oder den Wareneingang zu machen – ein ziemlicher Knochenjob.<br>Und die bösen Überraschungen hörten nicht auf.<br>Die Erstbestellung der DA kam herein. Nur etwa die Hälfte der Titel waren lieferbar. So musste ich die fehlenden Titel bei der „P &amp; O Compact Disc“ bestellen, wo alle CDs gepresst wurden. Liefern wir gerne, sagte man mir, aber erst wenn die offenen Rechnungen bezahlt seien.<br>Offene Rechnungen? Welche Rechnungen? „Wir schicken Ihnen gerne eine Gesamtaufstellung und die Rechnungskopien. Vielen Dank für Ihren Anruf!“<br><br>Bei der P &amp; O mussten lauter Klone von Frau Schreiber arbeiten, so schnell, zuverlässig und effizient lag am nächsten Morgen ein handliches, aber verdächtig dickes DIN A5 Kuvert auf meinem Tisch. Was zum Vorschein kam, war ein freundliches Anschreiben, eine Aufstellung der noch offenen Rechnungen und die versprochenen Kopien. Das Kuvert hatte einen Wert von über 30.000 DM. Mich traf mal wieder der Schlag.<br><span id="more-18302"></span>Ich sprach mit Thomas, meinem Boss, der mich darauf aufmerksam machte, dass die Rechnungsdaten alle schon Monate zurücklagen. Was er mir damit schonend beibringen wollte, war, dass die Produktionen und Nachauflagen ab der letzten Rechnungsstellung der P &amp; O von ihm bezahlt worden waren. Größenordnung? Etwa der gleiche Betrag. Was würde noch kommen? Der Endstand der nicht bezahlten Rechnungen, die eindeutig Alhambra zuzurechnen waren, überstieg die 70tausender-Marke. Ich Idiot hatte einen Schweizer Franken (den ich übrigens nie bezahlt habe) gegen einen Berg von Schulden eingetauscht. Ich musste mich mit allen Gläubigern irgendwie einigen, wenn ich mir nicht zahlreiche Mahnverfahren einhandeln wollte. Und das tat ich. Jeder bekam nach und nach sein Geld, aber Alhambra musste sich mit dem Einkauf neuer Bandrechte einstweilen zurückhalten.</p>



<p>Nun meldeten sich auch Odense, Berlin und … MJL. Der Meister wollte für notwendige Nachbesserungen 2.500 $ von&nbsp; mir. Nachbesserungen? Oder hatte er eine Autopanne gehabt, und die Werkstatt bat zur Kasse? Ich hatte keinen Dunst, und es war ja auch egal. Ich war der sprichwörtliche nackte Mann, dem man nicht in die Tasche fassen konnte.<br><br>Der RIAS war sehr ungehalten, und ich hoffte inständig, dass dem zuständigen Redakteur durch die Situation kein Nachteil entstand.<br>Vom Erfolg der „Miss Marple“ war mein Boss überzeugt. Er löste die Bänder unter zwei Bedingungen aus: der Titel wurde auf seinem „Label X Europe“ veröffentlicht, und Heinz, er und ich waren in dem Projekt gleichberechtigte Partner (Kosten und Gewinne würden gedrittelt). Die Differenz zu den von uns tatsächlich gezahlten Kosten wollte er zu gleichen Teilen an Heinz und mich auszahlen. Das tat er auch.<br>Nobel, nobel, nobel! Dieses Geld half Heinz und mir, aus der Kinonummer* glimpflich herauszukommen.<br><br>Unser Filmpalast wurde zum 30. September 1994 geschlossen, und Heinz wollte ein Büro anmieten, um den Filmvertrieb weiter zu betreiben. Bei einem Gespräch trat der Gute in seine eigene Falle. Er sprach von „seinen russischen Filmen“. Davon hatte ich noch nie gehört. Auf mein hartnäckiges Nachbohren rückte er schließlich damit heraus: er hatte einen Russen kennengelernt und war mit diesem zum Filmeinkauf nach St. Petersburg und nach Kasachstan geflogen. Was er mitgebracht hatte, waren ein Dutzend Videocassetten. Als er mir die nach Beendigung seines Verleih-Abenteuers nach Hamburg schickte, sah ich sie mir an. Es war durchweg unverkäuflicher Schrott. Und Heinz hatte eine goldene Regel missachtet: wenn man Filme aus einem Land kauft, das bisher weltweit nicht sonderlich durch seine Filmproduktion aufgefallen ist, konzentriert man sich auf einen Regisseur und sein bisheriges Werk. Man bietet ein Programm an, verbunden mit der Anregung, der interessierte Sender könne ja&nbsp; als Aufhänger für seine Werkschau eine Dokumentation über den Regisseur drehen.<br>Was wir hatten, war ein genreübergreifender Haufen Mist. Auf meine Frage, ob er diese Reise vor oder nach Odense gemacht hatte, ließ er unbeantwortet. Hatte er die Reise nachher gemacht, hatte er mich hinsichtlich der finanziellen Lage belogen, und das wäre das sofortige Ende unserer Freundschaft gewesen. Er trüge damit die alleinige Verantwortung für die Desaster in Odense und Berlin. Das wollte ich lieber gar nicht so genau wissen, und ich bohrte nicht weiter nach. Von MJL wollte mein Boss nichts wissen, das war für ihn ein vorprogrammierter Flop. Den Rest kennt der Kenner der damaligen Szene. Schließlich bezahlte MJL den RIAS und konnte die Bänder selbst veröffentlichen. Beim Anhören sowohl der Doppel- als auch der Einzel-CD befiel mich der spontane Eindruck, dass er zumindest einen Teil der neu eingespielten Titel durch die Originalaufnahmen ersetzt hatte. (Keine Ahnung, ob das stimmt, aber diesem Kerl war ja nun wirklich alles zuzutrauen!*)<br>__________________<br>* Auf dieser CD wird das „Los Angeles Ensemble“ als zweiter Klangkörper genannt, das ist der Name eines erst gut zehn Jahre später gegründeten Kammermusik-Ensembles. Vermutlich hat Richard also recht – wobei sich allerdings noch nie ein Filmmusik-Sammler über Originalbänder geärgert haben dürfte …</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-16433" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=768%2C50&amp;ssl=1 768w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>



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<p><img decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/97620a003baf4e37bff87dc73bbfa049" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/06/14/18302/">Richard Kummerfeldt &#8211; An den Rändern der Traumfabrik (21)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Richard Kummerfeldt &#8211; An den Rändern der Traumfabrik (27)</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jan 2020 09:41:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin bzw. einen gewissen John. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/01/30/richard-kummerfeldt-an-den-raendern-der-traumfabrik-27/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p><em>Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin bzw. einen gewissen John. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt der käuflichen Filmmusik, die Seele des Sammlers (heute „Nerd“), die Finessen des sich wandelnden Urheberrechts und erzählt von der Arbeit mit schwierigen Bürohengsten und Künstlerpersönlichkeiten Mitte der 90er Jahre</em>.      </p>



<p><strong>Mogelpackung „Original Soundtrack“<br> </strong><br> Bisher waren die CDs von den wenigen Filmmusikmagazinen weitgehend ignoriert worden, lediglich Colin in Neuseeland berichtete und rezensierte regelmäßig Alhambra und Tsunami. (Herzlichen Dank, Freunde!) Nun aber begann <strong>Lukas Kendall</strong> in den USA sein Schlachtfeld systematisch abzustecken. Offenbar hatten die TCI-VÖs die amerikanischen Anwälte alarmiert, und sie begannen im Zuge der anstehenden Novellierung des amerikanischen Urheberrechts („Lex Disney“) auch die „Re-Use-Fees“ abzuschaffen. &#8211; Re-Use-Fees wurden fällig, wenn Filmmusik einer anderen Verwertung als im Film zugeführt wurde. D.h. die Plattenfirma, die beispielsweise die Originalmusik zu <strong>„Ben Hur“</strong> veröffentlichen wollte, musste noch einmal den genauen Betrag zahlen, die die Musiker seinerzeit gekostet hatten. Das ist auch die Erklärung dafür, dass die auf Platten erschienen „Original Soundtracks“ nachträglich eingespielte Fassungen mit kleinerer Besetzung waren.<span id="more-15317"></span> Dazu ging man nach Europa &#8211; meist nach Italien oder Mexiko, wo fast ebenso gute Musiker viel weniger kosteten. „Ben Hur“ wurde seinerzeit in Rom aufgenommen, und das Orchester wurde nicht von Carlo Savina, sondern von Miklós Rózsa dirigiert. Gleiches gilt für „More Music from Ben Hur“. Nicht Herr Kloss dirigierte wie vermerkt, sondern der Komponist höchstpersönlich. Davon wurde nicht viel Aufhebens gemacht, aber Lukas sah seine Chance und ergriff sie beherzt. Er machte sich zum Anwalt der Komponisten und begann Tsunami systematisch als ein „Bootleg“-Label zu diffamieren. Eine Weile sah ich mir sein munteres Treiben an, aber in mir reifte der Entschluss, eine öffentliche Erklärung über die deutsche Rechtslage abzugeben. <br><br> TK und der Anwalt waren dagegen. Beide gaben zu Bedenken, dass dies eine Gebrauchsanweisung für jeden darstellte, der die Absicht hatte die Privatsammlung durch eigene CD-Veröffentlichungen zu vergolden. Ich ließ das Papier zunächst in der Schublade und veröffentlichte es erst Monate später, als Herr Kukuk mich davon informierte, dass die Amerikaner ihren Druck auf Europa verstärkten und eine Ausweitung des Urheberechts in ihrem Sinne forderten. Eine Novellierung des Gesetzes würde mit Sicherheit kommen. Die Trittbrettfahrer in Sachen Eigenveröffentlichungen konnten mir weitgehend egal sein. Und die kamen dann ja auch. Tarantula begann mit einer eigenen Serie, und es tauchten noch andere Titel auf. Bei einigen erkannte ich eindeutig die klebrigen Fingerandrücke zweier Herren aus dem Ruhrgebiet &#8230;  </p>



<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-4804" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/01/30/richard-kummerfeldt-an-den-raendern-der-traumfabrik-27/">Richard Kummerfeldt &#8211; An den Rändern der Traumfabrik (27)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Die Filmmusik und ich (4): Der geheimnisvolle Herr Kummerfeldt</title>
		<link>https://blog.montyarnold.com/2019/06/26/der-geheimnisvolle-herr-kummerfeldt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jun 2019 15:38:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Richard Kummerfeldt wird vermisst, wenn auch nur von wenigen. Der „Filmmusik Weblog“ fragte einst, was wohl aus dem Begründer des Soundtrack-Labels „Tsunami“ geworden sei. Er verwies auf ein Interview mit dem Verschollenen auf einer Homepage, „die nächstes Jahr ihr zehnjähriges &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/06/26/der-geheimnisvolle-herr-kummerfeldt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/06/26/der-geheimnisvolle-herr-kummerfeldt/">Die Filmmusik und ich (4): Der geheimnisvolle Herr Kummerfeldt</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Richard Kummerfeldt</strong> wird vermisst, wenn auch nur von wenigen. Der <strong>„Filmmusik Weblog“</strong> fragte einst, was wohl aus dem Begründer des Soundtrack-Labels <strong>„Tsunami“</strong> geworden sei. Er verwies auf ein Interview mit dem Verschollenen auf einer Homepage, „die nächstes Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum der „Nicht-mehr-Aktualisierung“ feiern wird (falls AOL sie bis dahin nicht abschaltet)“&nbsp;&#8211; das war im März 2008.<br>Wer Richard außerdem vermisst, hat ihm vielleicht mal etwas gepumpt.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-13564" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/Limelight_Celine-Records_1985.jpg?resize=640%2C971&#038;ssl=1" alt="Limelight_Celine Records_1985" width="640" height="971" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/Limelight_Celine-Records_1985.jpg?w=1654&amp;ssl=1 1654w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/Limelight_Celine-Records_1985.jpg?resize=198%2C300&amp;ssl=1 198w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/Limelight_Celine-Records_1985.jpg?resize=675%2C1024&amp;ssl=1 675w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/Limelight_Celine-Records_1985.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><br><em>Der Weg zum ersten Stock dieser Saarbrücker Adresse war vor 35 Jahren gewissermaßen mein </em>Stairway To Heaven<em>.</em></p>
<p>Ich habe Richard Kummerfeldt Mitte der 80er Jahre in Saarbrücken kennengelernt. Jemand hatte mir den Tipp gegeben, dass es auf dem St. Johanner Markt einen Plattenladen gäbe, der auf Filmmusik spezialisiert sei (eine ebenso absurde wie lustvolle Vorstellung): <strong>„Limelight Schallplatten“</strong>. Es sei kein Ladengeschäft, sondern eine Wohnung im ersten Stock der Nr. 26. Ich ging hin und fand tatsächlich einen Raum vor, in dem sich eine riesige Auswahl alter und neuer Soundtrackplatten befand. Richard &#8211; ein hagerer, struppiger Enddreißiger &#8211; betrieb diese Einrichtung zusammen mit seinem fachlich nur peripher interessierten Faktotum Alfred, der auch Klein-Zack oder Igor hätte heißen können.</p>


<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="438" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Celine-Records_Richard-und-Alfred.jpg?resize=640%2C438&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-15661" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Celine-Records_Richard-und-Alfred.jpg?resize=1024%2C701&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Celine-Records_Richard-und-Alfred.jpg?resize=300%2C205&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Celine-Records_Richard-und-Alfred.jpg?resize=768%2C526&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Celine-Records_Richard-und-Alfred.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>


<p><span id="more-13703"></span><br />Wir kamen ins Gespräch, und Richard erzählte mir, dass er auch Filmmusik verlegte – unter seinem Label „Celine Records“. Davon zeugte das Lager mit seinen eigenen Produkten (z.B. die heute längst vergriffene „Blechtrommel“ von Maurice Jarre). Um mir die Illusion von Perspektive zu verschaffen, erzählte ich von meiner Reprotechniker-Ausbildung bei der Zeitung. Bei meinem dritten oder vierten Besuch schlug mir Richard vor,  für seine anstehenden Veröffentlichungen das Cover-Design und die Repro-Arbeit zu erledigen, der Schreibtisch nebenan stünde mir zur Verfügung. Was mich noch mehr begeisterte als das Vertrauen, die berufliche Berührung mit meiner Lieblingsmusik und die 150 Mark Honorar für jedes Album, war die Möglichkeit, auf dem Sofa des großen Wohnzimmers neben dem Verkaufsraum übernachten zu können. So tauschte ich erstmals in meinem Leben die erstickende Landluft gegen einen ersten Hauch der „Luft der Freiheit“, die bekanntlich im fernen Stanford weht.*<br />Etwas beschönigend betrachte ich diese Nächte mit Saarbrücker Altstadt-Blick heute als den Beginn meiner physischen Abnabelung – erst als Volljähriger (sobald ich es mir ohne familiäre Zuschüsse leisten konnte) zog ich wirklich „zu Hause“ aus.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-13702" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/Kummerfeldt-Montage.jpg?resize=640%2C450&#038;ssl=1" alt="Kummerfeldt-Montage" width="640" height="450" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/Kummerfeldt-Montage.jpg?w=2181&amp;ssl=1 2181w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/Kummerfeldt-Montage.jpg?resize=300%2C211&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/Kummerfeldt-Montage.jpg?resize=1024%2C720&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/Kummerfeldt-Montage.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/Kummerfeldt-Montage.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><br /><em>Richard Kummerfeldt als Kaufmann, Kobold, Lebemann (in der Finsternis des Hintergrunds unten rechts: das private Soundtrack-Regal).</em></p>
<p>In jenem Raum befand sich ein umfangreiches Regal, das eng mit noch größeren Raritäten gefüllt war als der eigentliche Laden: Richards private Soundtracksammlung. Er verlieh die Platten zwar nicht, aber ich durfte sie jederzeit auflegen und mir Kopien machen. Das bedeutete damals: Compact-Cassetten. Aus Verachtung für dieses jammervolle Konsumer-Medium habe ich nur dreimal von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht: bei Jerry Goldsmiths „The Wind And The Lion“ (später als CD herausgekommen), bei der Piratenpressung der Komplettfassung von „Marnie“ (später in wüstem Umschnitt auf LP und CD wiederveröffentlicht) und mit einem Bootleg-Sampler namens „Filmusik 2“ (sic!): Henry Fonda war als „Mr. Roberts“ auf dem Cover, und auf der Scheibe befand sich eine Zusammenstellung von Tonspurkopien alter Filmvorspänne und Single-Edits von Filmvorspännen. Die CD, die ich mir später von der popeligen Cassette gezogen habe, ist bis heute ein Herzstück meiner Sammlung.</p>
<p>In den nächsten Jahren gestaltete ich also ein paar Plattenhüllen (immerhin auch für Werke von Alex North und Elmer Bernstein) und lernte ein paar von Richards Freunden und Kunden kennen. Die waren entweder hochskurril oder wirklich liebenswert. Mit ihnen allen teilte ich mein schräges Interessengebiet.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-13704" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/CONDOR-Covers.jpg?resize=640%2C315&#038;ssl=1" alt="CONDOR-Covers" width="640" height="315" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/CONDOR-Covers.jpg?w=1200&amp;ssl=1 1200w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/CONDOR-Covers.jpg?resize=300%2C148&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/06/CONDOR-Covers.jpg?resize=1024%2C504&amp;ssl=1 1024w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><br /><em>Ein kurzer Ausflug in die Welt des Cover-Designs und das einzige Mal, dass ich in meinem offiziellen Ausbildungsberuf gearbeitet habe: zwei meiner Cover für Richard Kummerfeldt. </em></p>
<p>Auf mein provinzielles Kindergemüt wirkte Richard viel (bzw. noch) malerischer als er es ohnehin gewesen ist. Er wusste nicht nur über Popkultur zu schwadronieren, sondern auch darüber, wie einfach es sei Drogen über die deutsch-französische Grenze zu schmuggeln.<br />Rein rechnerisch war es um die Zeit seiner Midlife-Crisis (Richard war Jahrgang 1948), als er anfing, in geschäftlichen Dingen nachlässig zu werden, abzustürzen, Rauschmitteln zuzusprechen und allmählich abzuwirtschaften. Das wollte ich nicht so genau wissen, aber einige unserer gemeinsamen Freunde irritierten mich mit ihren besorgten Gesichtern. Irgendwann erzählte mir einer von ihnen, es könne nicht mehr lange dauern, bis der Gerichtsvollzieher die Etage usurpieren würde.<br />Aus solchen Menetekeln irgendwelche Konsequenzen zu ziehen, verbaten mir meine kleinbürgerliche Erziehung (Ich kannte zwar das siebte Gebot, aber niemand hatte mir das elfte verraten: Du sollst dich nicht erwischen lassen.) wie auch meine damalige Neigung, an Illusionen längstmöglich festzuhalten.</p>
<p>Wenig später begann in ich in diesem Punkt an mir zu arbeiten. Eines Tages Anfang September 1986 versperrte mir ein Steckschloss den Zugang zu den Limelight-Räumlichkeiten: es war soweit.<br />Heute sehe ich die Sache so: es wäre nicht nur ein Akt des reinen Hedonismus gewesen, so viel wie möglich aus der Privatsammlung beiseitezuschaffen, um sie vor der Zerschlagung zu retten. Die Gläubiger (oder filmmusikalisch gesagt: die Ungläubigen) dürften den alten Kram zum Kilopreis verschleudert haben – wenn er nicht ohnehin auf dem Müllhaufen der anbrechenden CD-Ära gelandet ist.</p>
<p>Richard war jedenfalls verschwunden. Als ich mich 1989 in Hamburg niederließ, hörte ich, er wäre dortselbst im Begriff, einen neuen Filmmusikhandel aufzuziehen. Er produzierte auch wieder: indem er sich eine Lücke im seinerzeitigen Urheberrecht zunutze machte, brachte er die Originalbänder alter Filmmusik auf CD heraus, darunter Frühwerke von John Williams, 1994 produzierte er ein Album mit Neueinspielungen von Ron Goodwin unter dessen persönlicher Stabführung**.<br />Richards Bemühungen als Produzent gingen in dem Label „Alhambra“ auf, das ihn auf seiner Homepage als Gründer nennt, aber dann nur lapidar vermerkt, dass die Leitung nach „langjähriger Zusammenarbeit (…) im Jahr 2005“ von einem Nachfolger übernommen wurde. Richard verschwand 2006 in Richtung Ecuador.<br />Was er unterwegs erlebt hat, erzählt er uns selbst in der demnächst beginnenden Reihe &#8222;An den Rändern der Traumfabrik&#8220;.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4804" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="Forts. folgt" width="640" height="42" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" />_________________<br />* „Die Luft der Freiheit weht“ ist (tatsächlich in dieser deutschen Schreibweise) das Motto der Stanford University, die 1891 gegründet wurde, um den USA zu einer ersten derartigen Einrichtung zu verhelfen, wie sie in der Alten Welt schon zahlreich existierten.<br />** Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/01/08/mit-miss-marple-daenemark/">https://blog.montyarnold.com/2015/01/08/mit-miss-marple-daenemark/</a><img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg07.met.vgwort.de/na/09441a125db64296a811df0c7e87b1bd" alt="" width="1" height="1" /></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/06/26/der-geheimnisvolle-herr-kummerfeldt/">Die Filmmusik und ich (4): Der geheimnisvolle Herr Kummerfeldt</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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