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	<title>Anatomie eines Massenmediums Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Anatomie eines Massenmediums Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Die Marvels wie sie wirklich waren: Wolfgang J. Fuchs (4)</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Feb 2020 17:27:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Diese&#160;Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem&#160;Silver Age&#160;ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin&#160;&#8222;Das sagte Nuff&#8220;&#160;(2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier wiederzugeben.&#160;Dieses Interview mit einem der verdienstvollsten Comic-Spezialisten stammt aus den Ausgaben 1 und &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/02/29/15515/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/02/29/15515/">Die Marvels wie sie wirklich waren: Wolfgang J. Fuchs (4)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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<p><em>Diese&nbsp;Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem</em>&nbsp;Silver Age&nbsp;<em>ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin&nbsp;<strong>&#8222;Das sagte Nuff&#8220;&nbsp;</strong>(2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier wiederzugeben.&nbsp;</em><br><em>Dieses Interview mit einem der verdienstvollsten Comic-Spezialisten stammt aus den Ausgaben 1 und 2. Bei der Einrichtung dieses Blogs erreichte mich die Nachricht vom überraschenden Tod von Wolfgang J. Fuchs im Alter von 74 Jahren am 20. Januar.</em></p>



<p><strong>Western von gestern &#8211; Interview mit Wolfgang J. Fuchs</strong><br><em>(Fortsetzung vom 12.2.2020)</em><br>von&nbsp;&nbsp;<strong>Daniel Wamsler</strong><br><a href="http://dassagtenuff.blogspot.com/">http://dassagtenuff.blogspot.com/</a></p>



<p><em>Daniel Wamsler:</em> <em>„Dracula“ und „Frankenstein“</em> <em>der 5. Williamsproduktion landeten auf dem Index für jugendgefährdende Schriften, wie Du und Reinhold Reitberger im „Comics-Handbuch“ ausführlich schilderten. Was empfandest Du als Übersetzer einer dieser Ausgaben, als Dein „Baby“ von der Behörde verschmäht wurde?</em></p>



<p>Wolfgang J. Fuchs: Ich fand es zwar schade, sah darin aber auch eine Bestätigung dessen, was ich dem Verlag wiederholt, auch bei Vor-Code-Material in den „Sheriff Klassikern“, gesagt hatte. Ich vermute mal, das „Dracula“-Heft wurde nicht wegen der Dracula-Geschichte indiziert, sondern wie „Frankenstein“ Nr. 5 wegen einer Zusatzstory, die aus der Zeit vor Einführung des Comic-Codes stammte und beim Nachdruck in USA im Bild bereits von Marvel ein wenig entschärft worden war. Bei der Bewertung der Comicproduktion des ersten Halbjahrs habe ich auch darauf hingewiesen, dass die Zweitgeschichten trotz Bearbeitung in USA dazu angetan wären, die Bundesprüfstelle auf den Plan zu rufen.</p>



<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="946" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Passe-Muraille.jpg?resize=640%2C946&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-15525" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Passe-Muraille.jpg?resize=693%2C1024&amp;ssl=1 693w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Passe-Muraille.jpg?resize=203%2C300&amp;ssl=1 203w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Passe-Muraille.jpg?resize=768%2C1135&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Passe-Muraille.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption> <em>Eine der “frühen” Marvel-Zusatzstorys, die den Jugendschützern missfielen. Bildbeispiel aus „Frankenstein“ Nr. 19 (TalesTo Astonish # 26). Zeichnungen: Jack Kirby, Lettering: Hartmut Huff.</em> </figcaption></figure>


<p><span id="more-15515"></span></p>


<p><em>„Dracula“ </em><em>erscheint inzwischen wieder regelmäßig
als gebundene Neuauflage bei Marvel Deutschland/Panini. Da die Einträge der
indizierten Hefte üblicherweise nicht gelöscht werden &#8211; was bei einigen Titeln
(man denke nur an die Piccolos des Lehning Verlags) im Vergleich zu heute
durchaus lächerlich erscheint &#8211; könnte so etwas wie damals bei Williams&#8216;
„Dracula“ und „Frankenstein“ Nr. 5 Deiner Meinung nach erneut passieren?</em></p>



<p>Das kommt
vermutlich darauf an, ob die Indizierung auf Grund der Zweit- oder Textstory
erfolgte oder nicht &#8211; und darauf, ob man bei Panini gegebenenfalls im Heft die
Stellen ändert, deretwegen das Heft indiziert wurde, oder ob man es der BPS zu einer
Prüfung nach heutiger Sicht vorlegt.</p>



<p><em>Zu Anfang betrieb Williams einen regen Aufwand, die Politisierung aus den Comics fernzuhalten. „Hulk“ und „Thor“ der 5. Produktion wurden retuschiert, indem der &nbsp;Kreml unkenntlich gemacht, Fantasieorte wie „das Reich der Zetas“ erfunden, Bärte gestutzt oder hinzugepinselt, und die Fellkappen der Sowjets in Baskenmützen umgewandelt wurden. Symbole wie Hammer und Sichel waren ohnehin Tabu. Auch wurden mehrere Ausgaben dieser und anderer Marvel-Serien, vermutlich aus demselben Grund ausgelassen. Was kannst Du dazu sagen?</em></p>



<p>Wenig. Man
fand wohl die amerikanische Weltsicht etwas daneben.</p>



<p><em>Nach neun Monaten der „neuen“ Superhelden hörtest Du auf
für Williams zu übersetzen. Welche Gründe gab es dafür?</em></p>



<p>Gute Frage. Ich hatte zu diesem
Zeitpunkt im<em> </em>Auftrag des Verlags eine Analyse der Produktion<em> </em>des ersten Halbjahrs der Hefte gemacht. Dann<em> </em>wurde Williams umgekrempelt und es kamen<em> </em>plötzlich neue Leute in die Redaktion, die alle ihre<em> </em>Hefte selbst übersetzten oder ihre Favoriten<em> </em>hatten. Da war Ärger vorprogrammiert. Außerdem<em> </em>habe ich dann immer mehr andere Sachen<em> </em>gemacht.<em></em></p>



<p><em>Auch Reinhard Mordek alias REMO verschwand sang- und
klanglos von der Bildfläche.</em></p>



<p>Tja, Remo war ja in der Anfangsphase sogar in den<em> </em>Staaten, um alles zu koordinieren. Aber dann kamen die neuen Redakteure. Same Story &#8230;</p>



<p><em>Hast Du nach 1974 je wieder für den&nbsp; Williams Verlag gearbeitet?</em></p>



<p>Nicht, dass ich wüsste.</p>



<p><em>Warst Du auch vor Ort in den USA? Williams-Redakteur
Reinhard Mordek schien sich ja ständig im „Haus der Ideen“ aufzuhalten.</em></p>



<p>Ich war zwar
privat in USA und auch bei Marvel und DC, aber nicht im Zusammenhang mit den Williams-Heften.
Ich war ja nur ein freier Mitarbeiter.</p>



<p><em>Man kennt Dich vor allem als Verfasser und Co-Autor von
Comic-Sekundärliteratur wie „Batman, Beatles, Barbarella &#8211; Der Kosmos in der Sprechblase“,
„Comics &#8211; Anatomie eines Massenmediums“ und „Comics Handbuch“, die allesamt zu
den Standardwerken zählen. Auch einige Sachartikel des Condor Verlags gehen auf
Dein Konto. Für Ehapa erstelltest Du die zeitbezogenen Vorworte der Reihe
„Barks Comics &amp; Stories“. Was hat Dich bewogen, über Comics zu schreiben
und an welchen Projekten arbeitest Du derzeit?</em></p>



<p>Wir haben uns
an der Uni im Fach Amerikanistik mit Populärkultur beschäftigt und ein
Colloquium über Comics gestaltet, aus dem dann die „Anatomie“ wurde, die &#8211;
anders als die damals üblichen Publikationen &#8211; die Comics ausgewogen und, soweit
erkennbar, historisch korrekt darstellen sollte. Und das hat sich dann halt
verselbständigt. Naja, die bsv-Hefte hätten schon besser sein können. Schrott
waren sie nicht, aber auch nicht das Maß aller Dinge. Immerhin haben sie
deutsche Leser mit Serien bekannt gemacht, die sonst hierzulande wohl nie veröffentlicht
worden wären. Ich hätte schon weiter mitgemacht, aber die neue Riege der
Mitarbeiter war nicht sehr umgänglich (siehe oben).</p>



<p><em>Wo liegt für Dich persönlich der Stellenwert des Williams
Verlags? Hättest Du Dir eine derart liebevolle Bearbeitung mit Handlettering
usw. auch bei anderen Verlagen wie Bastei mit Titeln wie </em><strong><em>„Bessy“ </em></strong><em>oder
Ehapa mit“ </em><strong><em>Micky Maus“ </em></strong><em>und „Superman“ gewünscht.</em></p>



<p>Williams hat
sich zumindest bemüht, das Feeling der Original-Comics zu vermitteln und das
mit mehr Einsatz getan als andere Verlage. Anders als etwa</p>



<p>bei „Superman“
hat man auch nicht versucht, (sprachlich) kindlicher als das Original zu sein.</p>



<p><em>Woran scheiterte Deiner Meinung nach das Projekt &#8222;Williams&#8220;
mit seinen Superhelden? Lag es vielleicht auch an der Konkurrenz durch den Egmont-Riesen
Ehapa?</em></p>



<p>Möglich.
Andererseits lag es vermutlich auch eher am finanziellen Aufwand, der für eine
solche aus dem Boden gestampfte Produktion nötig war, als an der Konkurrenz.
Möglicherweise aber auch schlicht und einfach am Mutterkonzern Warner.</p>



<p><em>Aus aktuellem Anlass einer Ebay-Auktion noch die Frage, von
wem der Williams-Verlag 1974 seine Comic-Hefte prüfen ließ? Schließlich hieß es
immer, dass mit etwa sechs Monaten „Vorlauf“ gearbeitet und sogenannte
„Dummies“, Vorab-Versionen der jeweiligen Hefte in schwarzweiß, gefertigt
wurden, bei denen noch einiges an Korrekturen vorgenommen werden konnte.</em></p>



<p>Von mir. Aber
das war eine Bewertung im Nachhinein, bei der alle Fehler ob Text, Bild oder Farbe
angesprochen wurden, um die Produktion in Zukunft zu verbessern.</p>



<p><em>Gestatte mir eine letzte allgemeine Frage: Warum nennen oder
nannten die Deutschen Comicschaffenden fast ausnahmslos zusätzlich das Initial
ihres zweiten Vornamens bei einer Veröffentlichung? Beispiele gibt es genug:
Andreas C. Knigge, Reinhold C. Reitberger, Hajo F. Breuer, Wolfgang J. Fuchs ,&#8230;</em></p>



<p>Witzige Frage.
Ich hatte mein Mittelinitial schon lange vorher immer verwendet. Reinhold hat,
ich glaube auf Anraten unseres Verlegers, eines dazu erfunden (das C steht
sozusagen für Comics). Wie das bei Knigge und Breuer war, kann ich nicht sagen.</p>



<p><em>Vielen Dank für das ausführliche Gespräch und weiterhin
viel Erfolg.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/02/29/15515/">Die Marvels wie sie wirklich waren: Wolfgang J. Fuchs (4)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Die Marvels wie sie wirklich waren: Wolfgang J. Fuchs (2)</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Feb 2020 16:50:58 +0000</pubDate>
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<p><em>Diese&nbsp;Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem</em>&nbsp;Silver Age&nbsp;<em>ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin&nbsp;<strong>&#8222;Das sagte Nuff&#8220;&nbsp;</strong>(2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier wiederzugeben.&nbsp;</em><br><em>Dieses Interview mit einem der verdienstvollsten Comic-Spezialisten stammt aus den Ausgaben 1 und 2.</em> <em>Bei der Einrichtung dieses Blogs erreichte mich die Nachricht vom überraschenden Tod von Wolfgang J. Fuchs im Alter von 74 Jahren am 20. Januar.</em></p>



<p><strong>Western von gestern</strong> <strong>&#8211; Interview mit Wolfgang J. Fuchs</strong> <br><em>(Fortsetzung vom 5.2.2020)</em><br>von&nbsp;&nbsp;<strong>Daniel Wamsler</strong><br><a href="http://dassagtenuff.blogspot.com/">http://dassagtenuff.blogspot.com/</a></p>



<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" width="640" height="904" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Anatomie-eines-Massenmediums_Das-gro%C3%9Fe-Buch-der-Comics.jpg?resize=640%2C904&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-15533" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Anatomie-eines-Massenmediums_Das-gro%C3%9Fe-Buch-der-Comics.jpg?resize=725%2C1024&amp;ssl=1 725w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Anatomie-eines-Massenmediums_Das-gro%C3%9Fe-Buch-der-Comics.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Anatomie-eines-Massenmediums_Das-gro%C3%9Fe-Buch-der-Comics.jpg?resize=768%2C1085&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Anatomie-eines-Massenmediums_Das-gro%C3%9Fe-Buch-der-Comics.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption> <em>So gründlich wie ein technisches Handbuch, so zeitlos wie ein Gedicht von Tucholsky, so unterhaltsam wie der verhandelte Gegenstand: Wolfgang J. Fuchs‘ wichtigster bleibender Beitrag zu seinem Thema. Im Großformat hatte „Anatomie eines Massenmediums“ einen angemessenen Alternativtitel.</em> </figcaption></figure>


<p><!--EndFragment--></p>
<p><em>Daniel Wamsler: Bereits 1976 hattest Du für das Schweizer Fan-Magazin „The Comic-Digest“ in einem Artikel die fünf&nbsp; Phasen der Hit Comics aufgeschlüsselt. Je zwei Ausgaben der „Spinne“ und der „Fantastischen Vier“ sowie das berühmt-berüchtigte „Horror“ Nr. 7 entfielen im Monat der Namensänderung von bsv in Williams. Hast Du als damaliger Übersetzer davon etwas mitbekommen?</em></p>
<p>Wolfgang J. Fuchs: Jein. Nur insofern als ich erfuhr, dass in dem betreffenden Monat keine Hefte erscheinen würden. Die Umstellung erfolgte möglicherweise auch aus organisatorischen und/oder finanziellen Gründen und/oder Problemen. Wie ich inzwischen erfahren habe, hatten auf dieser Liste zwei Hefte gefehlt, weil ich die seinerzeit einfach nicht bekommen hatte.</p>
<p><em>Einige der späten Hit Comics waren miserabel übersetzt (z.B. „Spinne“ Nr. 250), andere wiederum richtig gut. Wie erklärst Du Dir den Qualitätsunterschied? Welche Hefte stammten von Dir und hast Du noch alte Unterlagen, Rechnungen oder Briefkorrespondenz mit dem Verlag?</em></p>
<p>Vermutlich waren da unterschiedliche Leute am Werk. Von den späten Hit Comics habe ich nichts übersetzt. Soweit erinnerlich nur einige frühe in schwarzweiß. Klar habe ich noch Unterlagen und Rechnungen.</p>
<p><span id="more-15422"></span></p>
<p><em>Zumindest bei den Zweitstorys, zum Teil auch den Hauptgeschichten in den farbigen Hit Comics mussten eigene Farbfilme hergestellt werden, die oft genug im Widerspruch zum Text standen und dadurch eine unfreiwillige Komik erzeugten (Beispiel: Lady Dorma soll sich durch eine Pille in eine Luftatmerin verwandeln, ihr Teint ist aber durchweg rosafarben, wogegen im Text darauf angespielt wird, dass sie nun nicht mehr bläulich sei. In einem anderen Heft wurde für ein Panel Namors Widersacher in die Hosen des Atlantäers gesteckt, wodurch er sich scheinbar an zwei Orten zugleich befindet. Auch die sonst grünen, weil radioaktiv </em><em>geschaffenen Gegner des Hulk, wie Abomination oder Leader, sind oftmals schweinchenrosa gefärbt). Ist Dir bekannt, wo diese Einfärbung stattfand, schließlich erschienen die Hefte in mehreren Ländern gleichzeitig?</em></p>
<p>Also da bin ich ehrlich gesagt überfragt. Aber offensichtlich haben die KoloristInnen den Text nicht gehabt oder nicht gelesen.</p>
<p><em>Zur selben Zeit wurden manche der Hulk-Abenteuer auf zwölf statt zehn Seiten ummontiert, einmal auch auf neun Seiten zusammengepresst. Wer war für diese Eingriffe verantwortlich?</em></p>
<p>Die Redaktion bzw. in deren Auftrag das Grafik-Studio.</p>
<p><em>Kurioserweise verwendete Williams die Hit Comics-Farben in der Schlussphase erneut, wodurch der Leser zum Teil sowohl Originalfarben als auch Dinge wie einen himmelbau-rosarot gefärbten Spider-Man zu Gesicht bekam. In den Jahren zuvor wurden stets neue Farben mit feinerem Raster angelegt. Wieviel hast Du davon mitbekommen?</em></p>
<p>Nur das, was im fertigen Heft vorlag. Das mit dem feineren Raster hing damit zusammen, dass man ein besseres Druckresultat erzielen wollte oder aber die Originalfilme nicht hatte (oder weil zu teuer nicht nehmen wollte). Dass die Originalfarben im Druck wesentlich besser kamen als in USA sah man z.B. an den beim bsv publizierten Gold Key-Heften.</p>
<p><em>Bezüglich des Übergangs von den Hit Comics zu den neuen Superhelden 1973/1974 gibt es widersprüchliche Angaben. Laut Peter Skodzik erschien das „letzte Heft (&#8230;) im Januar 1973“, womit wohl die Hit Comics gemeint sind, die bereits unter der Bezeichnung „Superhelden“ veröffentlicht wurden. Der Neustart erfolgte im Januar 1974. Augenzeugen zufolge lagen allerdings die „neue“ Spinne Nr. 1 und die „alte“ Nr. 254 gleichzeitig an den Verkaufsständen der damaligen Zeitschriftenhändler aus, was manchen frisch hinzugekommenen Leser nach dem Verbleib der restlichen 253 „Spider-Man“-Ausgaben fragen ließ.</em></p>
<p>Naja, das mit den Daten stimmt schon. Ebenso das, was die Augenzeugen berichten. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass die bsv-Hefte ab irgendeinem Zeitpunkt im Phasenvertrieb ausgeliefert wurden, die Williams-Hefte aber zunächst gleichzeitig in der gesamten BRD. Dadurch war es schon möglich, dass die letzten Hit Comics zusammen mit den neuen Marvel-Comics am Kiosk lagen.</p>
<p><em>Stimmt es, dass die letzten „Spinne“ und FV-Ausgaben der „Hit Comics Superhelden“ nur noch aus Vertragseinhaltungsgründen produziert wurden?</em></p>
<p>Möglich. Aber ich war ja weit weg von Aachen und von Hamburg. Und ich erinnere mich nicht, ob Klaus Recht zu diesem Punkt je etwas erzählt hat.</p>
<p><em>Die Warner Bros. hatten in den USA Anfang der 70er National Periodicals (DC Comics) übernommen, deshalb auch das W-Symbol auf den späten Hit- bzw. Superhelden-Comics. Da die Marvels zu dieser Zeit weltweit über eine Tochtergesellschaft von DC vertrieben wurden, waren diese auch nach Deutschland gelangt. 1974 startete der Williams Verlag sieben Serien neu ab Nr. 1. Du warst als Übersetzer von „Spinne“ und „Dracula“ (eventuell auch weiterer Serien) weiterhin an Bord. Veränderte sich durch die Umstellung etwas an Deiner Arbeit?</em></p>
<p>„Dracula“ habe ich ja auch gemacht. Das hatte ich ganz vergessen. Aber zu Deiner Frage: kaum.</p>
<p><em>Als achte Superheldenserie sollte der Produktionsnummer nach “SHAZAM!“ laufen. Während die deutsche Nr. 1 niemals offiziell in den Handel kam, brachte es das niederländische Pendant immerhin auf elf Ausgaben. Sollte sich der Ehapa-Verlag hier tatsächlich eingeschaltet haben? „Superman“ tauchte schließlich nur auf dem Cover auf, sozusagen als „Starthilfe“?</em></p>
<p>Da könnte was Wahres dran sein. Aber die Frage müsste man an Ehapa richten.</p>
<p><em>Waren noch weitere Titel im Gespräch, die man 1974 starten wollte? Hätte beispielsweise ein Patriot wie Captain America , der es auf nur zwei eher zufällige bsv-/Williams-Veröffentlichungen in einem Zeitraum von dreizehn Jahren brachte, eine reelle Chance gehabt?</em></p>
<p>Kaum. Das ganze war ja auch so schon ein finanzieller Kraftakt.</p>
<p><em>Namensunterschiede bei einzelnen Figuren kamen vor allem zwischen den frühen Williams-Covern und Inhalten vor. Iron Man hieß außen „Eisenmann“, wogegen er in den Avengers-Storys „der Eiserne“ genannt wurde. Seinen ersten Williams-Auftritt absolvierte der auf dem Titelblatt angekündigte Dr. Strange als „Dr. Seltsam“ und Blade wurde als „Klinge“ bekannt. Wurden Cover und Inhalte getrennt voneinander bearbeitet, oder warum kam es zu solchen verwirrenden „Pannen“?</em></p>
<p>Zum einen lag es wohl an verschiedenen Übersetzern und daran, dass die Titel gesondert von den Heften angefertigt wurden. Aber Genaueres weiß ich darüber auch nicht. Your guess is as good as mine.</p>
<p><em>Einer der Bösewichte in „Tales To Astonish“ war der Leader in den Geschichten des Hulk. Während man in bei bsv noch mit „Führer“ betitelte, nannte ihn Williams „Spiritus Rektor“. Zwar eine politisch korrekte und durchaus gelungene Eindeutschung, doch nicht gerade freundlich für den Letterer. Was meinst Du?</em></p>
<p>Politisch korrekt und vernünftig. Und für den Letterer im Großen und Ganzen selten ein Problem. (Anfangs war das übrigens Maschinenlettering mit einer Maschine, die ein Duplikat der Letteringmaschine von Charlton Comics war.)</p>
<p><em>Nach der fünften Monatsproduktion stellte der Verlag den Heftumfang von 36 auf 32 Seiten um. Der Druck erfolgte nicht wie bisher in Italien, sondern in Deutschland. Trotz andersklingender Worte von Seiten der Redaktion wurden die Geschichten zum Teil erheblich gekürzt. Hattest Du darauf Einfluss bzw. musstest Du Deine </em><em>Übersetzung den fehlenden Bildern und Seiten anpassen?</em></p>
<p>Keinen Einfluss. Für die Übersetzung kam immer das Heft, wie es fertig aussehen sollte (aber ohne die Redaktionsseiten).</p>


<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-4804" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/02/12/wolfgang-j-fuchs-comic-spezialist-und-uebersetzer-2/">Die Marvels wie sie wirklich waren: Wolfgang J. Fuchs (2)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Die Marvels wie sie wirklich waren: Captain America (1)</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Oct 2019 18:56:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Comic]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/10/31/captain-america/">Die Marvels wie sie wirklich waren: Captain America (1)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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<p><em>Diese&nbsp;Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem</em>&nbsp;Silver Age&nbsp;<em>ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin&nbsp;<strong>&#8222;Das sagte Nuff&#8220;&nbsp;</strong>(2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier leicht aktualisiert wiederzugeben.&nbsp;</em></p>



<p><strong>Captain America &#8211; The First Avenger</strong><br>von&nbsp;&nbsp;<strong>Daniel Wamsler</strong><br><a href="http://dassagtenuff.blogspot.com/">http://dassagtenuff.blogspot.com/</a>&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="917" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/10/CAP-in-Kung-Fu-3.jpg?resize=640%2C917&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-14760" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/10/CAP-in-Kung-Fu-3.jpg?resize=715%2C1024&amp;ssl=1 715w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/10/CAP-in-Kung-Fu-3.jpg?resize=209%2C300&amp;ssl=1 209w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/10/CAP-in-Kung-Fu-3.jpg?resize=768%2C1101&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/10/CAP-in-Kung-Fu-3.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>



<p><em>Sowohl der bsv als auch Williams veröffentlichten jeweils nur eine einzige Captain-America-Story. Hier die Eröffnungsseite aus &#8222;Tales Of Suspense&#8220; # 85 zusammen mit dem Williams-Text aus „(Die tödlichen Hände des) Kung Fu“ Nr. 3<br> </em><br> Seine Entstehungsgeschichte kennt heute jeder Halbstarke aus dem Film: Der hagere Armeeanwärter Steve Rogers fällt aufgrund seines schwächlichen Körperbaus bei der Musterung durch. Stattdessen muss der Untaugliche als Versuchskaninchen für ein Experiment  herhalten, bei dem eine Armee von Supersoldaten geschaffen werden soll. Durch eine Injektion mutiert er zum muskulösen Superkämpfer Captain America. Ehe er weitere Kandidaten mit seinem Serum impfen kann, wird sein Erfinder von Feinden des Landes getötet und nimmt die Formel mit ins Grab. <span id="more-14755"></span>Im Alleingang verteidigt Captain America fortan sein Vaterland.<br>Seinen ursprünglich dreieckigen Schild musste Captain America nach der ersten Ausgabe wegen Ähnlichkeiten mit der Konkurrenz („Shield“, 1940) gegen einen runden eintauschen. Das Design von Schild und Anzug blieb seit „Captain America Comics“ # 2 vom April 1941 nahezu unverändert. In den 90er Jahren ersetzte man das „A“ auf Caps Stirn durch einen Adler. Später wurde seine Ausrüstung um einen Waffengürtel (Batman lässt grüßen) und eine Art Kettenhemd ergänzt. </p>



<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="991" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/10/Cap-als-Philosoph.jpg?resize=640%2C991&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-14759" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/10/Cap-als-Philosoph.jpg?resize=661%2C1024&amp;ssl=1 661w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/10/Cap-als-Philosoph.jpg?resize=194%2C300&amp;ssl=1 194w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/10/Cap-als-Philosoph.jpg?resize=768%2C1189&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/10/Cap-als-Philosoph.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>



<p><em>Genie oder Wahnsinn? Nach Stan Lees Meinung „verschwendete“ Gene Colan drei ganze Seiten für eine Sequenz in der Captain America eine Straße entlangläuft. Dies zeigte den Helden von einer völlig anderen Seite, so dass sowohl der Autor / Herausgeber als auch die Leser überwältigt waren. Und Wolfgang J. Fuchs, der die dritte Seite in sein Standardwerk „Anatomie eines Massenmediums“ aufnahm und sich über die filmische Bildsprache freute. &#8211; Aus „Captain America“ # 116 vom Februar 1970.</em></p>



<p>Im Gegensatz zu den USA war Steve Rogers alias Captain America im Deutschland der sechziger und siebziger Jahre nicht besonders gern gesehen. Zweimal hatten die Verlage bsv und Williams versucht, die Solo-Abenteuer des US-Patrioten in den Hit Comics (Nr. 14, 16 und 18, alles FV-Ausgaben) und in der Taschenbuchreihe „Die tödlichen Hände des Kung-Fu“ (Nr. 3) unterzubringen. Offenbar blieb der gewünschte Erfolg aus und so mussten die Herausgeber bald einsehen, dass das Konzept des amerikanistischen Helden hierzulande nicht aufgehen wollte. Es hat schon fast den Anschein, als ob der Held sich zufällig in diese deutschen Ausgaben „verirrt“ hätte. Abgesehen von Captain Americas Auftritten bei den Rächern und als Gaststar in verschiedenen anderen Marvel- Serien, sollte es von ihm in Deutschland lange nichts zu lesen geben.</p>



<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-4804" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>
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