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	<title>Andreas C. Knigge Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Andreas C. Knigge Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Die Marvels wie sie wirklich waren: Wolfgang J. Fuchs (4)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Feb 2020 17:27:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Diese&#160;Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem&#160;Silver Age&#160;ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin&#160;&#8222;Das sagte Nuff&#8220;&#160;(2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier wiederzugeben.&#160;Dieses Interview mit einem der verdienstvollsten Comic-Spezialisten stammt aus den Ausgaben 1 und &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/02/29/15515/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/02/29/15515/">Die Marvels wie sie wirklich waren: Wolfgang J. Fuchs (4)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Diese&nbsp;Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem</em>&nbsp;Silver Age&nbsp;<em>ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin&nbsp;<strong>&#8222;Das sagte Nuff&#8220;&nbsp;</strong>(2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier wiederzugeben.&nbsp;</em><br><em>Dieses Interview mit einem der verdienstvollsten Comic-Spezialisten stammt aus den Ausgaben 1 und 2. Bei der Einrichtung dieses Blogs erreichte mich die Nachricht vom überraschenden Tod von Wolfgang J. Fuchs im Alter von 74 Jahren am 20. Januar.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Western von gestern &#8211; Interview mit Wolfgang J. Fuchs</strong><br><em>(Fortsetzung vom 12.2.2020)</em><br>von&nbsp;&nbsp;<strong>Daniel Wamsler</strong><br><a href="http://dassagtenuff.blogspot.com/">http://dassagtenuff.blogspot.com/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Daniel Wamsler:</em> <em>„Dracula“ und „Frankenstein“</em> <em>der 5. Williamsproduktion landeten auf dem Index für jugendgefährdende Schriften, wie Du und Reinhold Reitberger im „Comics-Handbuch“ ausführlich schilderten. Was empfandest Du als Übersetzer einer dieser Ausgaben, als Dein „Baby“ von der Behörde verschmäht wurde?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wolfgang J. Fuchs: Ich fand es zwar schade, sah darin aber auch eine Bestätigung dessen, was ich dem Verlag wiederholt, auch bei Vor-Code-Material in den „Sheriff Klassikern“, gesagt hatte. Ich vermute mal, das „Dracula“-Heft wurde nicht wegen der Dracula-Geschichte indiziert, sondern wie „Frankenstein“ Nr. 5 wegen einer Zusatzstory, die aus der Zeit vor Einführung des Comic-Codes stammte und beim Nachdruck in USA im Bild bereits von Marvel ein wenig entschärft worden war. Bei der Bewertung der Comicproduktion des ersten Halbjahrs habe ich auch darauf hingewiesen, dass die Zweitgeschichten trotz Bearbeitung in USA dazu angetan wären, die Bundesprüfstelle auf den Plan zu rufen.</p>



<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="946" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Passe-Muraille.jpg?resize=640%2C946&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-15525" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Passe-Muraille.jpg?resize=693%2C1024&amp;ssl=1 693w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Passe-Muraille.jpg?resize=203%2C300&amp;ssl=1 203w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Passe-Muraille.jpg?resize=768%2C1135&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/03/Passe-Muraille.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption> <em>Eine der “frühen” Marvel-Zusatzstorys, die den Jugendschützern missfielen. Bildbeispiel aus „Frankenstein“ Nr. 19 (TalesTo Astonish # 26). Zeichnungen: Jack Kirby, Lettering: Hartmut Huff.</em> </figcaption></figure>


<p><span id="more-15515"></span></p>


<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dracula“ </em><em>erscheint inzwischen wieder regelmäßig
als gebundene Neuauflage bei Marvel Deutschland/Panini. Da die Einträge der
indizierten Hefte üblicherweise nicht gelöscht werden &#8211; was bei einigen Titeln
(man denke nur an die Piccolos des Lehning Verlags) im Vergleich zu heute
durchaus lächerlich erscheint &#8211; könnte so etwas wie damals bei Williams&#8216;
„Dracula“ und „Frankenstein“ Nr. 5 Deiner Meinung nach erneut passieren?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kommt
vermutlich darauf an, ob die Indizierung auf Grund der Zweit- oder Textstory
erfolgte oder nicht &#8211; und darauf, ob man bei Panini gegebenenfalls im Heft die
Stellen ändert, deretwegen das Heft indiziert wurde, oder ob man es der BPS zu einer
Prüfung nach heutiger Sicht vorlegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Zu Anfang betrieb Williams einen regen Aufwand, die Politisierung aus den Comics fernzuhalten. „Hulk“ und „Thor“ der 5. Produktion wurden retuschiert, indem der &nbsp;Kreml unkenntlich gemacht, Fantasieorte wie „das Reich der Zetas“ erfunden, Bärte gestutzt oder hinzugepinselt, und die Fellkappen der Sowjets in Baskenmützen umgewandelt wurden. Symbole wie Hammer und Sichel waren ohnehin Tabu. Auch wurden mehrere Ausgaben dieser und anderer Marvel-Serien, vermutlich aus demselben Grund ausgelassen. Was kannst Du dazu sagen?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenig. Man
fand wohl die amerikanische Weltsicht etwas daneben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nach neun Monaten der „neuen“ Superhelden hörtest Du auf
für Williams zu übersetzen. Welche Gründe gab es dafür?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gute Frage. Ich hatte zu diesem
Zeitpunkt im<em> </em>Auftrag des Verlags eine Analyse der Produktion<em> </em>des ersten Halbjahrs der Hefte gemacht. Dann<em> </em>wurde Williams umgekrempelt und es kamen<em> </em>plötzlich neue Leute in die Redaktion, die alle ihre<em> </em>Hefte selbst übersetzten oder ihre Favoriten<em> </em>hatten. Da war Ärger vorprogrammiert. Außerdem<em> </em>habe ich dann immer mehr andere Sachen<em> </em>gemacht.<em></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Auch Reinhard Mordek alias REMO verschwand sang- und
klanglos von der Bildfläche.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tja, Remo war ja in der Anfangsphase sogar in den<em> </em>Staaten, um alles zu koordinieren. Aber dann kamen die neuen Redakteure. Same Story &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Hast Du nach 1974 je wieder für den&nbsp; Williams Verlag gearbeitet?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht, dass ich wüsste.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Warst Du auch vor Ort in den USA? Williams-Redakteur
Reinhard Mordek schien sich ja ständig im „Haus der Ideen“ aufzuhalten.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war zwar
privat in USA und auch bei Marvel und DC, aber nicht im Zusammenhang mit den Williams-Heften.
Ich war ja nur ein freier Mitarbeiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Man kennt Dich vor allem als Verfasser und Co-Autor von
Comic-Sekundärliteratur wie „Batman, Beatles, Barbarella &#8211; Der Kosmos in der Sprechblase“,
„Comics &#8211; Anatomie eines Massenmediums“ und „Comics Handbuch“, die allesamt zu
den Standardwerken zählen. Auch einige Sachartikel des Condor Verlags gehen auf
Dein Konto. Für Ehapa erstelltest Du die zeitbezogenen Vorworte der Reihe
„Barks Comics &amp; Stories“. Was hat Dich bewogen, über Comics zu schreiben
und an welchen Projekten arbeitest Du derzeit?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben uns
an der Uni im Fach Amerikanistik mit Populärkultur beschäftigt und ein
Colloquium über Comics gestaltet, aus dem dann die „Anatomie“ wurde, die &#8211;
anders als die damals üblichen Publikationen &#8211; die Comics ausgewogen und, soweit
erkennbar, historisch korrekt darstellen sollte. Und das hat sich dann halt
verselbständigt. Naja, die bsv-Hefte hätten schon besser sein können. Schrott
waren sie nicht, aber auch nicht das Maß aller Dinge. Immerhin haben sie
deutsche Leser mit Serien bekannt gemacht, die sonst hierzulande wohl nie veröffentlicht
worden wären. Ich hätte schon weiter mitgemacht, aber die neue Riege der
Mitarbeiter war nicht sehr umgänglich (siehe oben).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wo liegt für Dich persönlich der Stellenwert des Williams
Verlags? Hättest Du Dir eine derart liebevolle Bearbeitung mit Handlettering
usw. auch bei anderen Verlagen wie Bastei mit Titeln wie </em><strong><em>„Bessy“ </em></strong><em>oder
Ehapa mit“ </em><strong><em>Micky Maus“ </em></strong><em>und „Superman“ gewünscht.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Williams hat
sich zumindest bemüht, das Feeling der Original-Comics zu vermitteln und das
mit mehr Einsatz getan als andere Verlage. Anders als etwa</p>



<p class="wp-block-paragraph">bei „Superman“
hat man auch nicht versucht, (sprachlich) kindlicher als das Original zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Woran scheiterte Deiner Meinung nach das Projekt &#8222;Williams&#8220;
mit seinen Superhelden? Lag es vielleicht auch an der Konkurrenz durch den Egmont-Riesen
Ehapa?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Möglich.
Andererseits lag es vermutlich auch eher am finanziellen Aufwand, der für eine
solche aus dem Boden gestampfte Produktion nötig war, als an der Konkurrenz.
Möglicherweise aber auch schlicht und einfach am Mutterkonzern Warner.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Aus aktuellem Anlass einer Ebay-Auktion noch die Frage, von
wem der Williams-Verlag 1974 seine Comic-Hefte prüfen ließ? Schließlich hieß es
immer, dass mit etwa sechs Monaten „Vorlauf“ gearbeitet und sogenannte
„Dummies“, Vorab-Versionen der jeweiligen Hefte in schwarzweiß, gefertigt
wurden, bei denen noch einiges an Korrekturen vorgenommen werden konnte.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von mir. Aber
das war eine Bewertung im Nachhinein, bei der alle Fehler ob Text, Bild oder Farbe
angesprochen wurden, um die Produktion in Zukunft zu verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gestatte mir eine letzte allgemeine Frage: Warum nennen oder
nannten die Deutschen Comicschaffenden fast ausnahmslos zusätzlich das Initial
ihres zweiten Vornamens bei einer Veröffentlichung? Beispiele gibt es genug:
Andreas C. Knigge, Reinhold C. Reitberger, Hajo F. Breuer, Wolfgang J. Fuchs ,&#8230;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Witzige Frage.
Ich hatte mein Mittelinitial schon lange vorher immer verwendet. Reinhold hat,
ich glaube auf Anraten unseres Verlegers, eines dazu erfunden (das C steht
sozusagen für Comics). Wie das bei Knigge und Breuer war, kann ich nicht sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Vielen Dank für das ausführliche Gespräch und weiterhin
viel Erfolg.</em></p>
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		<title>Die Marvels wie sie wirklich waren: Fantastic Four / Die Fantastischen Vier (5)</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Aug 2019 14:05:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Diese Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem Silver Age ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin &#8222;Das sagte Nuff&#8220; (2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier wiederzugeben.  Die Fantastischen Vier auf dem deutschen Comicmarkt von  Daniel Wamsler http://dassagtenuff.blogspot.com/ (Fortsetzung vom 19.8.2019) Teil &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/08/26/fantastic-four-5/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Diese Serie mit Artikeln zur Geschichte der Marvel Comics aus dem</em> Silver Age <em>ist eine Übernahme aus dem Fanmagazin <strong>&#8222;Das sagte Nuff&#8220; </strong>(2005-10). Ich bedanke mich herzlich für die Genehmigung, sie hier wiederzugeben. </em></p>
<p><strong>Die Fantastischen Vier auf dem deutschen Comicmarkt</strong><br />
von  <strong>Daniel Wamsler</strong><br />
<a href="http://dassagtenuff.blogspot.com/">http://dassagtenuff.blogspot.com/</a> <em>(Fortsetzung vom 19.8.2019)<br />
</em></p>
<p>Teil III B<br />
<strong>Fantastische Kürzungen, Formate und die</strong> <strong>Frage nach der inneren Kontinuität<br />
</strong>Eine fantastische Chronologie in 47 Bänden<br />
(Condor 1979-1996)</p>
<p>Noch ein kurzer Nachtrag: FV Album Nr. 1 hatte das passende Cover zu FF # 32 und Taschenbuch Nr. 2 das Titelbild von FF # 51. Die Story dazu erschien allerdings erst in Tb Nr. 9. In zwar knapper aber dennoch korrekter Übersetzung brachte Condor FF # 13 im Taschenbuch Nr. 3. Williams hatte in seiner Version in FV Nr. 11 den Red Ghost zum „Geist“ gemacht, seine russische Abstammung unerwähnt gelassen, und da die Mondlandung 1974 längst vollzogen war, wurde der Mond auf Reed Richards Karte zum „Mars“.<span id="more-14163"></span></p>
<p>Irgendwie beschleicht einen immer das Gefühl, dass Condor zumindest in etwa wusste, was Williams nicht mehr veröffentlicht, bzw. nicht mehr eingekauft hatte. Es könnte durchaus sein, dass Biehler über Marvel USA an diese Daten kam und deshalb einige Nummern nach dem „Ende“ von Williams einsetzte. FF # 128 mit dem Abschluss des in Williams&#8216; FV Nr. 124 begonnenen Zweiteiler wurde bereits im letzten der Hit Comics mit dem „Superhelden“-Signet abgedruckt, während FF # 129 &#8211; 132 erst 1999 im Fantastischen-Vier-Schuber von Marvel Deutschland erschienen. Der Einstieg von Condor erfolgte 1980 mit FF # 133 in Marvel-Comic-Sonderheft Nr. 2 in ordentlicher Bearbeitung und einer Farbgebung erstaunlich nahe am Original, aufgrund der Drucktechnik doch um Klassen besser als die grobe US-Rasterung. Unverständlicherweise packte man als Zweitstory FF # 203 dazu, was nur insofern einen Sinn ergibt, als dass die Storys nur in geringem Maß der Marvel-Continuity unterliegen und deshalb problemlos einzeln veröffentlicht werden konnten. Die FF # 133-Gast- Zeichnerin Ramona Fradon (bei Condor: „Ramon Fradon“) dürfte dem einen oder anderen Sammler noch aus den Super-Comics „Metamorpho“ des bsv bekannt sein.</p>
<p>Die chronologische Fortsetzung erfolgte 1981 in FV Taschenbuch Nr. 5. Dort erschienen die Ausgaben FF # 134-141. Die Übersetzung ist formatbedingt etwas knapp gehalten und die Farbgebung ähnlich der US-Vorlage, wenn auch etwas heller. Keine schlechte Bearbeitung, wenn da nicht FF # 135 wäre. Abgesehen davon, dass die 3D-Brillen der Rock&#8217;n&#8217;Roller wegen der schwarzgefärbten Gläser nicht mehr als solche zu erkennen sind, enthält die deutsche Fassung eine Szene,  die in keinster Weise mit dem Original übereinstimmt. Anscheinend konnten die Leutchen bei Condor sich nicht zurückhalten und sahen sich gezwungen, die Gewalt aus diesem Comic zu eliminieren. Denn im Original bekommt Ben Grimm alias das Ding im fünften Panel der Seite 16 einen kräftigen Kinnhaken verpasst. Nicht so in der Taschenbuchausgabe, stattdessen kann man an dieser Stelle folgendes lesen:</p>
<p><em>„(Das ist mein) Sohn! Und wie du vielleicht</em> <em>verstehen wirst, Ben Grimm, habe ich großes Interesse</em> <em>daran, dass wir beide &#8211; mein Sohn und ich &#8211;</em> <em>noch einige Jahre leben! Dazu sind Energien erforderlich,</em> <em>die du dir nicht einmal vorstellen kannst!</em> <em>Und nur ein Genie wie ich ist in der Lage, eine</em> <em>Quelle zu finden, die uns mit der Kraft versorgt, die</em> <em>nötig ist, um unsere radioaktive Molekularstruktur</em> <em>vor dem endgültigen Zerfall zu bewahren! Darum,</em> <em>Ding, werdet ihr verschwinden! Für immer!“</em></p>
<p>Jeder, der in seinem Leben ein Marvelcomic gelesen hat, kann sich denken, dass so etwas nicht in der US-Ausgabe gestanden hat. Kein Superschurke haut einem Superhelden auf die Bauchdecke (hier nicht direkt sichtbar), um anschließend mit ihm über seine Absichten zu diskutieren. Außerdem fragt man sich, warum sich das Ding im darauffolgenden Bild die Nase bzw. das Kinn hält und warum um alles in der Welt die Hände seines Gegners Gregory Gideon rauchen. Auch scheint Ben Grimm Gleichgewichtsprobleme zu haben, da er sich ein Bild weiter an einer herumstehenden Gerätschaft festhalten muss. Die auf dem Boden liegenden Trümmer stammen vermutlich noch von der vorhergehenden Seite, auf der man das Ding quer durch den Raum fliegen sieht. Kommen wir also zum logischen Schluss, dass man (ähnlich wie bei geschnittenen Kinofilmen) zwar die Auswirkungen von Gewalt, nicht aber die Gewalt selbst darstellen durfte.</p>
<p>Positiv anzumerken ist, dass nicht wie bei Panini die Farbfilme einzelner Seiten vertauscht wurden. In der Fassung von 1999 hat Medusa an mehreren Stellen im Heft grüne Haare. Leider gab es bei Condor was Chronologie und Bearbeitung anbelangt, nicht allzu viel Freude. Das FF „Giant-Size“ # 2 erschien bereits im 3. Taschenbuch obwohl „Cataclysm!“ bzw. „Die Katastrophe“ inhaltlich nach dem 5. Taschenbuch spielt. Nach einer Lücke von mehreren Ausgaben folgten die beiden Storys aus FF # 150 in umgekehrter Reihenfolge in FV Album 6 und 7. Mehrere Storys wurden zusammenmontiert und erschienen in den Alben Nr. 2 &#8211; 4. Weiter ging es auf ähnliche Weise mit dem 6. Taschenbuch, dessen letzte Seiten ihre Fortsetzung in TB Nr. 4 finden. Nach einigen willkürlich herausgegriffenen Einzelepisoden konnten die Fans endlich aufatmen. Mit Ausnahme der Annuals erschienen die Abenteuer der Fantastischen Vier ab dem 11. Taschenbuch in chronologischer Reihenfolge. Inwieweit das mit dem Wechsel des Übersetzers zusammenhängt, sei dahingestellt. Klaus Strzyz war Hajo F. Breuers offizieller Nachfolger, der vorher ausgerechnet für die Zeitschrift „Comixene“ schrieb, deren Herausgeber Andreas C. Knigge mit Wolfgang M. Biehler und dem Condor Verlag auf Kriegsfuß stand. Zudem schien der Verlag sich Mitte der 80er neu orientieren zu wollen, da nicht nur der Übersetzer wechselte, sondern fast parallel auch mehrere von Condors großformatigen Reihen eingestellt wurden.</p>
<p>Strzyz&#8216; Ablösung jedenfalls war Michael Nagula, der 1989 mit FV Taschenbuch Nr. 26 bei Condor einstieg. Inoffiziell hatte Nagula schon vorher einige Episoden der Marvel-Helden für seinen Vorgänger übersetzt, was nicht im Impressum stand. Nagula führte das Programm in ähnlicher Weise fort und endlich erschienen auch die Annuals an der korrekten Stelle. „Ähnlich“ deshalb, weil die Originalchronologie beinahe korrekt eingehalten wurde, aber eben nur beinahe. Ein paar ausgelassene Episoden wurden in der Endphase nachgeholt, ebenso wie ein erneuter Abdruck der Entstehung der Fantastischen Vier aus FF # 1 in derselben Länge, wie sie Williams 1974 in FV Nr. 1 gebracht hatte, bevor die Taschenbuch-Reihe mit der Nr. 47 im September 1996 etwa gleichzeitig mit Hulk und den Rächern endgültig eingestellt wurde. Zum Abschluss brachte man die Einzelstory „Ruhe sanft, Reed Richards“ aus FF # 400. Den inhaltlich chronologischen Abschluss der Reihe bildete allerdings das auf den Seiten zuvor abgedruckte FF # 395. Panini setzte mit der Onslaught-Phase bei FF # 415/416 ein, um danach die „Heroes Reborn“ aus der Taufe zu heben.</p>
<p><em><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-14303" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/08/FV_Essentials-1_Serbisch.jpg?resize=640%2C409&#038;ssl=1" alt="FV_Essentials 1_Serbisch" width="640" height="409" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/08/FV_Essentials-1_Serbisch.jpg?w=2179&amp;ssl=1 2179w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/08/FV_Essentials-1_Serbisch.jpg?resize=300%2C192&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/08/FV_Essentials-1_Serbisch.jpg?resize=1024%2C655&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/08/FV_Essentials-1_Serbisch.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/08/FV_Essentials-1_Serbisch.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" />Von einer Übersetzung der &#8222;Essentials&#8220; &#8211; hier die serbische Ausgabe &#8211; können deutsche Fans nur träumen ..</em>.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4804" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="Forts. folgt" width="640" height="42" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
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		<title>Die Melancholie der Fülle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jun 2017 15:27:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 50. Geburtstag des Carlsen Verlags und die Nr. 66 der „Reddition“ zum Thema / Druckverfahren im Comic In „Ein halbes Jahrhundert Carlsen Comics“, der aktuellen Ausgabe der „Reddition“, wird die Geschichte des dänisch-hamburgischen Verlagshauses in gewohnt gründlicher und umsichtiger &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/06/26/die-melancholie-der-fuelle/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/06/26/die-melancholie-der-fuelle/">Die Melancholie der Fülle</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 50. Geburtstag des<strong> Carlsen Verlags </strong>und die Nr. 66 der<strong> „Reddition“ </strong>zum Thema / Druckverfahren im Comic</p>
<p>In <strong>„Ein halbes Jahrhundert Carlsen Comics</strong>“, der aktuellen Ausgabe der „Reddition“, wird die Geschichte des dänisch-hamburgischen Verlagshauses in gewohnt gründlicher und umsichtiger Weise erzählt und abgebildet. Der heutige kleine Artikel versteht sich als Nachreichung zweier Aspekte, die ich darin dennoch vermisst habe.<br />
Zwei Schlagworte kommen uns schneller als andere zu Bewusstsein, wenn wir den Namen Carlsen im Munde führen, der die ganz große Knete in seiner Eigenschaft als Kinderbuchverlag und mit <strong>„Harry Potter“</strong> gemacht hat, der aber selbstverständlich und zuallererst einer unserer wichtigsten Comicverlage ist. Es sind die Begriffe „frankobelgisch“ und „Album“. <span id="more-8280"></span></p>
<p>Carlsen nimmt für sich in Anspruch – und die „Reddition“ sekundiert – der einzig nennenswerte erschöpfliche Lieferant frankobelgischer Bildergeschichten zu sein. Früher und überaus umfassend spülte allerdings Rolf Kauka mit seinen “Fix und Foxi“-Publikationen diese Comics in unsere Kinderstuben.* Abgesehen von einem boshaften Seitenhieb auf einen Kauka-Übersetzer** im Kapitel „Die ‚Ära Knigge’“ wird dieser Umstand ausgelassen, so gut es geht. Es gab in diesen Heftchen nicht nur die ganz großen Knüller zu lesen, sondern zusätzlich eine Unzahl leiser, epigonaler und vergessener Serien, aber ich bin glücklich, sie gelesen zu haben. Meines persönlichen Lieblings Paul Deliège*** hat sich Carlsen leider bis heute nicht angenommen – ich hoffe auf eine Wiederentdeckung dieses 2005 verstorbenen Genies.</p>
<p>Das bringt uns zum zweiten Schlagwort. Mit kaufmännischem Wagemut und unter großen Opfern hat Carlsen das Albumformat für Comics salonfähig gemacht und damit der „neunten Kunst“ vom Kiosk den Weg in die Buchhandlungen geebnet. Das war nicht nur aus Prestigegründen wichtig, es machte aus reinen Periodika, die man nach kurzer Zeit nie wiedersieht, Produkte, die sich sogar nachbestellen und im Feuilleton besprechen lassen. Das ist eine editorische Leistung, die neben Buchhändlern auch tausende Comicfans bei der Regalbeschaffung inspiriert hat.<br />
Der zweite Teil der Wahrheit ist, dass Comics im Heftchenformat einfach mehr Freude machen. Der frühere Cheflektor des Verlages Andreas C. Knigge meinte einmal beiseite, es sei schon richtig, dass eine „Marsupilami“-Geschichte als Album durchaus viel von ihrer Unschuld verlöre. Das ist zutreffend, klingt aber eher wie ein Bonmot aus Matthias Forsters Pressestelle.<br />
Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass die Farben in den Alben einfach nicht gescheit aussehen. Das liegt zum einen am matten Papier (was sich jederzeit verbessern ließe) zum anderen am Druckverfahren. Comichefte wurden in der guten alten Zeit wegen ihrer höheren Auflage im Tiefdruck hergestellt. Das Tiefdruckverfahren &#8211; das wir aus Nachrichtenmagazinen, Trockenhauben- und TV-Zeitschriften kennen –hat den Vorzug eines besonders feinen Rasters, der überdies durch den technischen Mangel des Versickerns im hier üblichen Papier völlig unsichtbar wird.<br />
Dennoch müssten Albumseiten nicht ganz so fahl und entsättigt daherkommen wie das jahrzehnten üblich war, und das gilt nicht nur für Carlsen: die „Barks Library“ des Ehapa Verlags war eine einzige Nebelbank ängstlich-fader Pastelltöne.<br />
Ich habe beim Durchblättern solcher Produkte immer das Gefühl, allzu bunt und lustig darf es dann doch nicht zugehen – wir sind ja schließlich nicht am Kiosk!<br />
In der „Reddition“ ist übrigens alles so wie’s sein soll! – Vergleichen Sie mal die Abbildung auf der aktuellen Seite 9 unten mit der Seite 62 von „Die Krabbe mit den goldenen Scheren“.</p>
<p>Auf weitere 50 Jahre!</p>
<p>_____________________<br />
* Siehe dazu die „Reddition“ Nr. 56<br />
** Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/01/10/rolf-kaukas-suendenfall/">https://blog.montyarnold.com/2015/01/10/rolf-kaukas-suendenfall/<br />
</a>*** Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/01/10/rolf-kaukas-suendenfall/">https://blog.montyarnold.com/2017/01/16/die-schoensten-comics-die-ich-kenne-11-die-gifticks/</a><img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg06.met.vgwort.de/na/8000d63f9fe5456dba84894c2b7f5ca2" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/06/26/die-melancholie-der-fuelle/">Die Melancholie der Fülle</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>„Ich las genug!“ &#8211; Übersetzungen aus der Negativ-Zone</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 18:15:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Marvel Comic Collection Nr. 109: „Die Inhumans“ (Panini / Hachette) / Comic-Übersetzungen Wenn es um Comic-Übersetzungen geht, wird gern das löbliche Beispiel bemüht &#8211; also fast immer Dr. Erika Fuchs, manchmal auch die fabelhafte Gudrun Penndorf. Die HIT-Comics des &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/03/08/ich-las-genug-uebersetzungen-aus-der-negativ-zone/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: <strong>Marvel Comic Collection Nr. 109</strong>: <strong>„Die Inhumans“</strong> (Panini / Hachette) / <strong>Comic-Übersetzungen</strong></p>
<p><em>Wenn es um Comic-Übersetzungen geht, wird gern das löbliche Beispiel bemüht &#8211; also fast immer <strong>Dr. Erika Fuchs</strong>, manchmal auch die fabelhafte Gudrun Penndorf. Die HIT-Comics des BSV-Verlags, die mitunter vom Druckerei-Personal nebenbei übersetzt werden mussten, oder Rolf Kaukas berühmter Sündenfall mit <strong>&#8222;Siggi und Babarras&#8220;</strong> sind umgekehrt viel beschmunzelt und getadelt worden. Der folgende Beitrag nähert sich diesem insgesamt unterschätzten Beruf mittels einer weiteren skeptischen Würdigung. Anlass ist eine heute erscheinende neue Vergleichsmöglichkeit.</em></p>
<p>Seit ihrem ersten Auftauchen bei den „Fantastischen Vier“* sind die „Nichtmenschen“ eine Art erzählerische Schlagader im Marvel-Universum. Ihre Entstehungsgeschichte wurde kurz nach ihrem Debüt von Jack Kirby in einigen Fünfseitern erzählt. Hierin wird die irdische Existenz dieser Außenseiter auf das kosmische Volk der Kree zurückgeführt und so mit unzähligen Serien und Heldenschicksalen verknüpft. Seit heute kann man diese Vorgeschichte endlich umfassend und bibliophil nachlesen.</p>
<p><em><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7526" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz1980.jpg?resize=640%2C484&#038;ssl=1" alt="Inhu_exz1980" width="640" height="484" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz1980.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz1980.jpg?resize=300%2C227&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz1980.jpg?resize=1024%2C774&amp;ssl=1 1024w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" />Ein prähistorisches Marvel-Ereignis, übermittelt von Hajo F. Breuer, Condor Verlag 1980 (oben) und fabelhaft neu übersetzt von Horus W. Odenthal im besprochenen Band (unten)</em>. <em>Die ersten vier Kapitel, bei denen Zeichner Kirby auch als Autor fungierte, erschienen sporadisch bei Condor.</em><br />
<em><span style="color: #000000; font-family: Comic Sans MS;">ALL IMAGES AND CHARACTERS  TM &amp; © MARVEL ENTERTAINMENT, LLC<br />
<img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7527" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz2017.jpg?resize=640%2C470&#038;ssl=1" alt="Inhu_exz2017" width="640" height="470" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz2017.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz2017.jpg?resize=300%2C220&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/03/Inhu_exz2017.jpg?resize=1024%2C751&amp;ssl=1 1024w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></span></em></p>
<p>Hajo F. Breuer durfte etwas erleben, was mir als jugendlichem Heftchenleser wie ein Traum erscheinen musste: er wuchs nicht nur mit den Williams-Marvelheften auf und schrieb Leserbriefe, die abgedruckt und ausdrücklich gelobt wurden. Als wenige Jahre später der Williams Verlag sein Superhelden-Programm nach schrittweisem Abbau endgültig einstellte, konnte er ab 1979 an der unmittelbar einsetzenden Fortführung des deutschen Marvel-Angebots im Condor-Verlag mitwirken, fachliche Artikel schreiben (die nunmehr in allen Publikationen obligatorisch waren) und sogar als Übersetzer arbeiten.<span id="more-7401"></span><br />
Nun war der Condor das Gegenteil von Williams: bis auf den zuletzt erfolgreichsten Titel „Die Spinne“ („Spider-Man“), der ein eigenes Magazin bekam, wurde das Programm denkbar leserunfreundlich verabreicht: in zahllosen Sonderheften, Alben und einer Vielzahl ununterscheidbarer Anthologien, die „Marvel Universe-Comic“ oder „Marvel Top Classics – Super-Album“ hießen und in denen die Serien in unerfindlicher Mischung und Reihenfolge verabreicht wurden. Hinzu kamen die Taschenbuchreihen, die zwar einzelnen Protagonisten viel Raum geben, aber das Format um fast ein Drittel verkleinerten, so dass die Sprechblasen nur noch stichwortartige Hinweise fassten.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7402" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer1.jpg?resize=640%2C286&#038;ssl=1" alt="Breuer1" width="640" height="286" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer1.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer1.jpg?resize=300%2C134&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer1.jpg?resize=1024%2C457&amp;ssl=1 1024w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<p><em>Kein Platz für Heldenworte: Szene aus „The Avengers“ #12: &#8222;This Hostage Earth!&#8220; (Januar 1965) bei Williams in der Übersetzung von Boris Vladov (November 1974) und im Condor-Taschenbuch „Die Rächer“ Nr. 2 (1979), verkleinert von 15 auf 11 cm Satzspiegelbreite &#8211; und entsprechend knapp formuliert von Hajo F. Breuer. Die gelegentlichen Nachdrucke von Silver Age-Marvels bei Condor ermöglichen den direkten Vergleich.<br />
<span style="color: #000000; font-family: Comic Sans MS;">ALL IMAGES AND CHARACTERS  TM &amp; © MARVEL ENTERTAINMENT, LLC</span><br />
</em></p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7403" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-2.jpg?resize=640%2C294&#038;ssl=1" alt="Breuer 2" width="640" height="294" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-2.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-2.jpg?resize=300%2C138&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-2.jpg?resize=1024%2C471&amp;ssl=1 1024w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<p>Die Cover dieser Produkte zierten krude Collagen, die in der Regel nachgezeichnet waren, in den Sprechblasen erschien nicht länger das stilechte Handlettering, sondern der billigere Maschinensatz, und wie zum Hohn entschied sich der Verlag für einen besonders engen, mickrigen Schrifttyp (siehe unten). Einzig die Colorierung der Condor-Publikationen konnte sich meistens sehen lassen.</p>
<p>In dieser schweren Zeit hätte Hajo F. Breuer auf seinem Posten zumindest kleine Wunder bewirken können; auf die Auswahl der Geschichten hatte er freilich keinen Einfluss. Doch seine Leistungen als Übersetzer fallen noch hinter die problematischen Bearbeitungen des BSV-Verlags zurück, in deren Marvel-Heften neben legendären Stilblüten zumindest von Zeit zu Zeit anständige Übersetzungen geboten wurden. Breuer hatte Germanistik, Anglistik und Philosophie studiert, doch obwohl er als Williams-Leser von den Eindeutschungen des hochgebildeten Scherzbolds Hartmut Huff geprägt war und ihm zuweilen dank des größeren Album-Formats mehr Platz zur Verfügung stand, sind seine Übertragungen bürokratisch und ungelenk. Breuer hatte eine Vorliebe für das Präteritum, eine Vergangenheitsform, die in Sprechblasen fast nie funktioniert. Wenn es im Original z.B. heißt „I killed him“, sollte es im Deutschen etwa heißen: „Ich habe ihn umgebracht“ und nicht „Ich tötete ihn“, weil so einfach kein Mensch redet. (Der Satz: „Schweig! Ich hörte genug!“ klingt selbst aus dem Munde eines Raum-Androiden etwas geschraubt.) Wo es die Höflichkeit des Texters und Übersetzers allgemein gebietet, die unvermeidlichen Funktionstexte (im Dialog versteckte Erklärungen oder Hinweise auf ein früheres Ereignis) diskret zu einzubinden, wirft Breuer diese dem Leser geflissentlich vor die Füße („Zeit, unseren Sohn zu besuchen. Wir veränderten seine Genstruktur. Was ist das Ergebnis?“ sagt der Forscher zu seiner Frau).</p>
<p><em><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7405" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-3b.jpg?resize=640%2C315&#038;ssl=1" alt="Breuer 3b" width="640" height="315" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-3b.jpg?w=1803&amp;ssl=1 1803w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-3b.jpg?resize=300%2C148&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-3b.jpg?resize=1024%2C504&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-3b.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></em></p>
<p><em>Das Finale aus dem „Silver Surfer“ #15, „The Flame And The Fury“ (April 1970): einmal in der Condor-Version von Hajo F. Breuer (1980) und einmal in der bibliophilen „Marvel Klassik“ des Panini Verlags, übersetzt von Mike Strittmatter (September 1999).</em><br />
<span style="color: #000000; font-family: Comic Sans MS;">ALL IMAGES AND CHARACTERS  TM &amp; © MARVEL ENTERTAINMENT, LLC</span></p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-7404" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-4.jpg?resize=640%2C311&#038;ssl=1" alt="Breuer 4" width="640" height="311" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-4.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-4.jpg?resize=300%2C146&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2017/02/Breuer-4.jpg?resize=1024%2C497&amp;ssl=1 1024w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<p>Es mag den Liebhaber trösten, dass Breuers Versäumnis in eine Zeit fällt, in der auch die Originale aus den USA merklich nachließen. (Kann man bei den Zeichnungen noch von einer Weiterentwicklung sprechen, so ließ sich die Qualität der früheren Dramaturgie über einen so langen Zeitraum und nach dem Abgang der alten Garde einfach nicht mehr aufrecht erhalten.) Sie waren andererseits besonders bedauerlich, weil wir heute annehmen dürfen, dass Breuer bei Condor einer der wenigen wirklichen Fans der Marvel-Comics war. Sein Chef Wolfgang M. Biehler betonte im Interview mit Daniel Wamsler* mehrfach, er habe sich für die Inhalte persönlich nicht interessiert und nur den kaufmännischen Aspekt im Auge gehabt. Das ist begreiflich, aber aus Sicht des Käufers nicht voneinander zu trennen. Die Condor-Marvels ließen diese lebenssatte Poesie so gründlich vermissen, dass sich der Qualitätsvorsprung zu DC auflöste und ich einmal verstört das Heft zuklappte, um mich zu vergewissern, dass ich nicht aus Versehen ein „Superman“-Comic in der Hand habe. Ich hörte auf, diese Sachen zu lesen, und bald auch, sie zu sammeln (- gerade weil meine Marvel-Begeisterung <em>nicht</em> nachgelassen hatte). Das taten auch andere Leser &#8211; soviel zum Thema „kaufmännischer Aspekt“.</p>
<p>1983 endete Hajo F. Breuers Zeit bei Condor. Er schilderte die Gründe so: „Die Artikel wurden pro Manuskriptseite à 2.000 Anschläge mit 40 D-Mark bezahlt. Nach Einführung der Künstlersozialkasse wollte Herr Biehler diesen Satz auf 20 D-Mark kürzen. Das habe ich dann nicht mehr mitgemacht.“*<br />
Diese Arbeitsbedingungen erklären die Redundanz von Breuers Artikeln, nicht aber die drangvolle Ökonomie seines Wortschatzes, welche auch die Übersetzungen kennzeichnet.<br />
Nach seinem Ausscheiden bei Condor betreute er als Chefredakteur einige DC-Comics und gab eine Science-Fiction-Buchreihe heraus. Kurz vor seinem frühen Tod im Jahre 2014 trat er für die AfD bei Kommunalwahlen in Mönchengladbach an. Das ist nicht ohne Ironie, hatte sich doch einst der streitbare Comic-Fachautor Andreas C. Knigge juristisch mit ihm balgen müssen, nachdem er Hajo F. Breuer in seinem Fanzine als „Comic-Rechtsaußen“ beschimpft hatte.</p>
<p>____________________<br />
* Nachzulesen in Daniel Wamslers Fanzine &#8222;Das sagte Nuff&#8220; Nr. 7.<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg05.met.vgwort.de/na/8107319c001d40aa9f16bc0c9fae389e" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/03/08/ich-las-genug-uebersetzungen-aus-der-negativ-zone/">„Ich las genug!“ &#8211; Übersetzungen aus der Negativ-Zone</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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