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	<title>Double Take Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Double Take Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Der Unverzichtbare</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Oct 2016 16:11:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 63. Todestag von James Finlayson Vollkommen zu recht nennt die englische Sprache jene Leute, die wir als „Nebendarsteller“ bezeichnen, „supporting actor“. Jedem von uns fällt auf Anhieb ein solches Gesicht ein und vielleicht auch der Rollenname dazu – sei &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/10/09/6384/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 63. Todestag von<strong> James Finlayson</strong></p>
<p>Vollkommen zu recht nennt die englische Sprache jene Leute, die wir als „Nebendarsteller“ bezeichnen, „supporting actor“. Jedem von uns fällt auf Anhieb ein solches Gesicht ein und vielleicht auch der Rollenname dazu – sei es „Mr. Stringer“, „Cato“ oder „Thanner“.<br />
James Finlayson ist etwas Besonderes, denn er trug in den vielen Rollen, die er als <strong>Nemesis von Laurel &amp; Hardy</strong> zu bekleiden hatte, zumeist seinen eigenen Namen – er wird übrigens „Finlisn“ ausgesprochen.</p>
<p><em><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-11612" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/10/Finnlayson1.jpg?resize=640%2C646&#038;ssl=1" alt="Finnlayson1" width="640" height="646" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/10/Finnlayson1.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/10/Finnlayson1.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/10/Finnlayson1.jpg?resize=297%2C300&amp;ssl=1 297w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/10/Finnlayson1.jpg?resize=1015%2C1024&amp;ssl=1 1015w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" />James Finlayson auf dem CD-Cover eines Archivmusik-Anbieters. (Music House International Ltd. 1992)</em></p>
<p>Und obwohl das halbe Ensemble der Hal Roach-Studios sich beruflich mit Laurel &amp; Hardy anzulegen hatte – Damen und Herren gleichermaßen – sehen wir als ihren schlimmsten Widersacher sogleich den charakteristischen Glatzkopf mit dem Schnauzbart vor uns, den &#8222;Besitzbürger James Finlayson, der mit dem Charme einer Ammoniakflasche offene Rechnungen präsentiert und mit Genugtuung Hypotheken für verfallen erklärt&#8220; (Thomas Brandlmeier, &#8222;Filmkomiker &#8211; Die Errettung des Grotesken&#8220;), seinen „sichtbaren Silberblick“ (Ephraim Katz, „The Film Encyclopedia“), seine „<strong>Gurkennase</strong>“ und seine „<strong>Säbelbeine</strong>“ (William K. Everson, „The Complete Films Of Laurel &amp; Hardy“). Jene, die derart deftige Beschreibungen herzlos finden, mögen sich damit trösten, dass solch klare Worte nicht nur rückblickend hilfreich sind, sie waren einst einvernehmlich und allgemein üblich und rückten das Kapital jener kantigen Persönlichkeiten in den Vordergrund, die in unseren empfindlichen Zeiten so rar geworden sind. <span id="more-6384"></span></p>
<p>Der Filmkomiker Louis de Funès hat gern Donald Duck als wichtigstes Vorbild für seine Mimik und Gestik angegeben. Viel prägender aber war James Finlayson in den von ihm geliebten Filmen mit Laurel &amp; Hardy. Finlayson war nicht nur der Perfektionist (bzw. Perfektionierer) des Double Take, er entwickelte auch den dreistufigen Wutausbruch, der sich nur in kurzen gepressten Lauten bei gleichzeitigem Zusammen- und wieder Auseinanderzucken des ganzen Körpers auslebt – einem der zentralen Stilmittel von Louis de Funès. (Finlayson beherrschte übrigens noch eine zweite Variante, in der der Körper vom Unterkiefer wieder nach oben gezogen wurde.)</p>
<p>Der Schotte James Finlayson war – wie auch Stan Laurel und Charles Chaplin – ein Gastspielreisender, der in den USA blieb, um sich dem gerade geborenen Kino anzuschließen. Er stand Mack Sennett bei, als dieser noch vor der Kamera agierte, wurde von ihm weiterhin vor der Kamera eingesetzt und wechselte 1923 in die Hal Roach Studios. Der Rest ist Geschichte.</p>
<p>Finlayson trug den Walross-Schnurrbart nur im Film. Wie er privat aussah, lässt ich in „Pick A Star“ besichtigen, wo er ausnahmsweise glatt rasiert an Stan und Ollie verzweifelt. Mit dieser „Bürste unterm Rüssel“ und einer Motorik, die weitaus hemmungsloser in Richtung Cartoon changierte als die seiner meisten Kollegen, gehört er so unverzichtbar zu den glorreichen Tagen der Slapstick-Comedy wie die fliegende Sahnetorte. Folgerichtig war er das leidgeprüfte Gegenüber im berühmtesten Kurzfilm von Laurel &amp; Hardy: „Big Business“ (im ZDF unter „Der geschändete Oberst&#8220; zu sehen), in dem ihm im Hochsommer ein Weihnachtsbaum verkauft werden soll.</p>
<p>Wenn ich einen besonders komischen Moment mit ihm nennen sollte, würde ich an „Way Out West“ erinnern. Vom Lärm der zwei nächtlichen Eindringlinge geweckt, schleicht er mit Schrotflinte und Zipfelmütze durchs Haus. Erst sehen wir die leere Dekoration, dann springt er plötzlich von der Seite ins Bild – und schon vor der Landung hat er seine bedrohlich gemeinte Pose vollständig eingenommen.</p>
<p>1941 trat er zum letzten Mal gemeinsam mit Laurel &amp; Hardy auf, im letzten Film, den diese für Hal Roach machten. Sein zumeist schmachvolles Spätwerk bei MGM und der Fox musste das berühmte Duo ohne ihn antreten.<br />
Im Fred Astaire-Musical “Royal Wedding“ hat er 1951 – zwei Jahre vor seinem Tod &#8211; einen letzten, winzigkleinen Auftritt. In der kurzen Gesangsnummer vor dem Finale steht er in Livree vor einem Hotel und spricht / singt sein letztes Wort auf der Leinwand: „Lovely“ – mit starkem Cockney-Akzent.<img decoding="async" src="https://vg05.met.vgwort.de/na/46d46c6791864ffc8392fc8b5b80dc04" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>„Sie! Das war Beamtenbeschädigung!”</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2015 10:31:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 86 Jahre „Big Business“ mit Laurel &#38; Hardy Im sonnigen Kalifornien machen Stan und Ollie als Christbaumverkäufer keinerlei Umsatz – zumal das Osterfest weitaus näher liegt als der 1. Weihnachtstag. Nach einer Reihe von Demütigungen an diversen Haustüren wollen &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/04/20/sie-das-war-beamtenbeschaedigung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/04/20/sie-das-war-beamtenbeschaedigung/">„Sie! Das war Beamtenbeschädigung!”</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 86 Jahre <strong>„Big Business“</strong> mit <strong>Laurel &amp; Hardy</strong></p>
<p>Im sonnigen Kalifornien machen Stan und Ollie als Christbaumverkäufer keinerlei Umsatz – zumal das Osterfest weitaus näher liegt als der 1. Weihnachtstag. Nach einer Reihe von Demütigungen an diversen Haustüren wollen die beiden es wirklich wissen. Als Testobjekt bietet sich der schnauzbärtige<strong> James Finlayson</strong> an (ihr archetypischer Gegenspieler), denn er weigert sich besonders ausdrücklich, einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Es kommt zu einer Auseinandersetzung, bei der nicht nur der Dienstwagen unserer Freunde samt „Geschäftsbäumen“ und das Haus von Mr. Finlayson zerstört werden, sondern sogar sein Gartengrundstück – Abholzungen inbegriffen. Ein frühzeitig hinzukommender Polizist, protokolliert lieber als einzugreifen – bis ein Spaten auf seinem Fuß landet und längst alles im Eimer ist.</p>
<p>Für viele ist „Big Business“ „der komischste Zweiakter der Kinogeschichte“. Das ist naturgemäß eine Vereinfachung (die kurzen Tonfilme des Duos halten auch noch allerlei bereit!), und doch trifft es den Kern der Sache. <span id="more-1948"></span>Die anarchische Komik, für die das sogenannte Sahnetorten-Kino steht, ist in diesem Film gleichsam wie in Lehm gebacken – und das schließt so unterschiedliche Stile mit ein wie die den des Melancholikers Chaplin, den des stoisch-athletischen Poeten Buster Keaton und die Verfolgungsjagden der vertrottelten Keystone Kops. Man besudelt einander, zerstört des anderen Eigentum / Kleidung / Ehre, aber niemand wird körperlich verletzt oder auch nur gefährdet; es gilt beinahe: man bleibt Freund.</p>
<p>Die drei tragenden Stilmittel von Laurel &amp; Hardy sind fast verschwunden. <em>Double Take</em> und <em>Slowburn</em> werden nur angedeutet, und die Kunst des <em>Tit For Tat</em> wird stark variiert. Normalerweise wartet jeder Kontrahent brav seine Misshandlung durch den Gegner ab – eine Bepinselung mit Schmieröl oder Honig, das Ruinieren der Kleidung, die Schändung des Haarteils &#8211; um dann ebenso ungestört zuzuschlagen, sobald er wieder an der Reihe ist. Es gehört in dieser seltsam heilen Welt zum guten Ton, den anderen bei seiner Rache nicht zu unterbrechen, und es hat auch etwas mit Neugier zu tun. Anders in „Big Business“: diesmal widmet sich nach kurzer Anlaufzeit jeder der Habseligkeiten des anderen. Finlayson nimmt sich das fahrende Geschäft der Herren vor, und Stan und Ollie tun etwas, was der Amerikaner „to wreck a home“ nennt. Die Aufhebung dieser Anstandsregel führt zu einer Eskalation jenes Irrsinns, der den klassischen Slapstickfilm ausgezeichnet hat.</p>
<p>„Big Business“ ist der letzte Stummfilm von Laurel &amp; Hardy &#8211; nach einer etwa zweijährigen Übergangszeit, in der ihre Werke parallel in einer stummen und einer Tonfassung entstanden. (Die deutsche Synchronfassung basiert allerdings auf der stummen Version.)<br />
Der Tonfilm beendete die Karrieren der meisten Filmstars, und die Slapstick-Comedy war überdies als Genre besonders betroffen, da sie so sehr auf die Beweglichkeit der Kamera angewiesen war und viele Gags auf dem Fehlen eines akustischen Realismus beruhten.</p>
<p>Laurel &amp; Hardy meisterten den historischen Umbruch mühelos, und das lag weniger am zweijährigen Üben. Ihr Humor war so gültig, so selbstverständlich, dass er immer beide Seiten hatte – oder sagen wir: alle 360°.<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/58000ed388ff47da9bbc6e1e77dc0511" alt="" width="1" height="1" /></p>
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