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	<title>Richard Fleischer Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Richard Fleischer Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Endlich auch mal gesehen: „Der Frauenmörder von Boston“</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Dec 2023 19:03:48 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>„The Boston Strangler“ </strong>(1968) von <strong>Richard Fleischer</strong> ist ein bemerkenswerter Film. Kein makelloses Meisterwerk des Kinos, verdient er doch aus verschiedenen Gründen, an jedem Algorithmus vorbei herausgesucht und betrachtet zu werden. Erzählt wird die wahre Geschichte des ersten Serienkillers im modernen Amerika, der Anfang der 60er Jahre 13 Frauen ermordete, ehe man ihn fasste.<br>Die griffbereite thematische Schublade ist zu vernachlässigen, denn „Der Frauenmörder von Boston“ hat sehr wenig mit den zahllosen einschlägigen Filmen und Serien der letzten 30 Jahre gemein &#8211; weder mit den guten noch mit den schlechten. In dokumentarischer Tonlage fügt er eine Unzahl winziger Portraits verschiedener Menschen zusammen, die mit der Mordserie konfrontiert werden (als Verdächtige, Denunzianten, Polizisten, Opfer, Hinterbliebene …), mit dem Ermittlerteam als rotem Faden. All diese Szenen sind makellos inszeniert, gespielt, ausgestattet und fotografiert (Handkamera: <strong>Richard Kline</strong>) und werden zur kunstvollsten Splitscreen-Komposition zusammengefügt, die ich je sehen werde (ein damals neues Verfahren).<strong> „Variety“ </strong>nannte das Ergebnis einen „Triumph des Geschmacks und der Zurückhaltung“. Stimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was wir hier außerdem sehen, ist ein Abgesang auf die erzählerische Ästhetik des Studiosystems und des Technicolor-Zeitalters. Schon zwei Jahre später hätte der Film aus der Hand der gleichen Beteiligten völlig anders ausgesehen.<br>Doch nach einer Dreiviertelstunde wendet sich das Blatt.<br>Die Show ist fast zur Hälfte vorbei, da wird uns der Mörder erstmals deutlich gezeigt: zu Hause, als netter Familienvater, der plötzlich unter einem Vorwand das Haus verlässt. &#8211; Der Charmeur und Komödiant <strong>Tony Curtis </strong>wollte mit dieser Darstellung ganz offensichtlich aus seinem angestammten Rollenfach ausbrechen.<br>Ein kurzer Mittelteil schließt sich an, der hauptsächlich um den mordenden Handwerker Albert DeSalvo kreist, der eher zufällig von der Polizei gefasst wird, nachdem er sich eine Reihe von Nachlässigkeiten geleistet hat.<br>Der abschließende Akt ist ein Kammerspiel, ein Rededuell zwischen Curtis und dem großen Altstar des Films: <strong>Henry Fonda</strong> (der hier noch einmal die grundanständige Stütze der Gesellschaft gibt, ehe er Monate später in <strong>„Spiel mir das Lied vom Tod“</strong> die Welt mit der Verkörperung des dreckigsten denkbaren Widerlings entsetzte). Die Verhörszenen spielen in einem leeren, gleißendhellen Raum und sind auch sonst als Gegenentwurf zum bisher Gezeigten angelegt. Dieser Spagat gelingt nicht recht. Der Film bricht auseinander, und der hintere Teil ist der langsamere, obwohl Tony Curtis seine ungewohnte Aufgabe wirklich anständig bewältigt (so anständig wie es seine falsche Nase erlaubt).</p>


<p><img decoding="async" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/0c8d2b721afd4f9b963e19ea7b36b1f8" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2023/12/14/der-frauenmoerder-von-boston/">Endlich auch mal gesehen: „Der Frauenmörder von Boston“</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Transatlantische Zwischentöne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jan 2018 13:37:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Jens Wawrczeck hat aus „Cocktail für eine Leiche&#8220; (&#8222;Rope&#8220;) ein Hörspiel gemacht.* Zu Alfred Hitchcocks Lebzeiten war Homosexualität im Mainstream-Kino kein Thema, allenfalls ein unterschwelliges Motiv. Mitte der 80er änderte sich das mit einer Reihe vor allem europäischer Filme. Vito Russo hatte schon &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/01/31/transatlantische-zwischentoene/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/01/31/transatlantische-zwischentoene/">Transatlantische Zwischentöne</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">betr.:<strong> Jens Wawrczeck </strong>hat aus<strong> „Cocktail für eine Leiche&#8220; (&#8222;Rope&#8220;) </strong>ein Hörspiel gemacht.*</p>
<p>Zu <strong>Alfred Hitchcock</strong>s Lebzeiten war <strong>Homosexualität im Mainstream-Kino</strong> kein Thema, allenfalls ein unterschwelliges Motiv. Mitte der 80er änderte sich das mit einer Reihe vor allem europäischer Filme. Vito Russo hatte schon 1981 <strong>„The Celluloid Closet“</strong> vorgelegt, eine Sittengeschichte der noch recht versteckten Homosexualität im Film. Auch Hitchcock wird darin verhandelt, denn bei ihm hat es immer wieder solche Charaktere gegeben. Der schwule Mörder in <strong>„Strangers On A Train“</strong> etwa stand zwar so nicht im Drehbuch, aber als der Schauspieler <strong>Robert Walker</strong> ihn in dieser Weise anlegte, ließ Hitchcock ihn amüsiert gewähren.</p>
<p>Schon drei Jahre zuvor hatte der Regisseur in „Rope“ zwei homosexuelle Protagonisten, die ihre Neigung aber niemals thematisieren.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-9702" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/01/ROPE_audoba-cover-cocktail.jpg?resize=640%2C574&#038;ssl=1" alt="ROPE_audoba-cover-cocktail" width="640" height="574" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/01/ROPE_audoba-cover-cocktail.jpg?w=710&amp;ssl=1 710w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2018/01/ROPE_audoba-cover-cocktail.jpg?resize=300%2C269&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<p>Angelehnt an die realen Mörder <strong>Leopold und Loeb</strong> zeigt uns Hitchcock (so Russo) „anmaßende Lover, die aus einer Laune heraus einen früheren Klassenkameraden ermorden, weil sie sich für überlegen intelligent und einer stumpfen Gesellschaft gegenüber moralisch nicht für Verantwortlich halten“. Genaugenommen gilt das nur für einen der beiden; der andere (gespielt vom tatsächlich schwulen <strong>Farley Granger</strong>) wird eher überredet und verliert im Laufe der Sache die Nerven. <span id="more-9701"></span></p>
<p>Auch der Drehbuchautor verstand sich auf die schwule Perspektive: Arthur Laurents, später Librettist der „West Side Story“. Laurents berichtet, als das Drehbuch aus dem Hays-Büro zurückkam, seien vor allem Passagen eingekringelt und mit der Anmerkung „homosexueller Dialog“ am Rand versehen worden, die aus dem Originaltext des zugrundeliegenden Theaterstückes stammten. „Und wissen Sie, was das war? Sie sagten einfach so etwas wie ‚My dear boy‘ zueinander, wie man in England eben so redet. Aber hier galt das als ‚warm‘.“</p>
<p>Wer nach dem Genuss dieses Hörspiels noch nicht genug hat: zehn Jahre nach „Rope“ adaptierte auch Richard Fleischer den Fall Leopold-Loeb für die Leinwand. „Der Zwang zum Bösen“ erzählt die Geschichte im Gerichtssaal weiter. Orson Welles nutzt das Finale für ein großes Plädoyer gegen die Todesstrafe. In seinem nächsten Film spielte Welles einen englischen Kapitän und wurde prompt gefragt, wie er darauf komme, dass diese Figur schwul sei? Das sei sie nicht, antwortete Welles, „aber für uns Amerikaner hört sich doch jeder Engländer wie eine Tunte an“.</p>
<p>__________________<br />
* Jens Wawrczecks Hörbuchreihe mit Hitchcock-Romanvorlagen bei Edition Audoba hat hier ausnahmsweise ein Theaterstück zur Vorlage und ist daher ein Hörspiel, keine Lesung.</p>
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