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	<title>Samba Pa Ti Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Samba Pa Ti Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Der erbarmungslose Arm des Tontechnikers</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 16:54:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Die Ausblende im Zeitalter des Streamings Der Musikproduzent Jack Antonoff hat dieser Tage darauf hingewiesen, dass Ausblenden schlecht für das Streaming sind, denn „wenn ein Lied am Schluss einfach immer leiser wird, dann wird es nicht in so viele &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/02/11/die-ausblende-im-zeitalter-des-streamings/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: Die Ausblende im Zeitalter des Streamings<br><br>Der Musikproduzent <strong>Jack Antonoff</strong> hat dieser Tage darauf hingewiesen, dass Ausblenden schlecht für das Streaming sind, denn „wenn ein Lied am Schluss einfach immer leiser wird, dann wird es nicht in so viele Playlists aufgenommen, weil die Streamingfirmen wollen, dass die Musik immer weiterläuft.“<br>Wer hätte das gedacht? Für den Bruchteil einer Sekunde bin ich dem Zeitgeist ganz nah, in einem zufälligen kleinen Zusammenstoß, einer knuffigen Kollision wie im Autoscooter, die sofort vorübergeht und nicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein wird.<br><br>Beides ist mir unendlich fremd: das Streamen von Musik und die Ausblende am Ende eines Songs. Noch einmal kurz Jack Antonoff (der muss es schließlich wissen) zum ersteren Stichwort: „Es ist irre, dass man heute auf dem gesamten Musikkatalog der Geschichte ganz einfach zugreifen kann. Und ich habe mitbekommen, dass viele Leute nur noch ein paar Sekunden von einem Lied hören, um dann gleich zum nächsten zu switchen.“ Stimmt! Viel Spaß, ihr armen Hunde da draußen, ihr habt mein Mitgefühl. (Vielleicht solltet ihr aber auch einfach mal an eurem Geschmack arbeiten. Wer ständig Songs anspielt, die ihm nach wenigen Sekunden schon auf die Nerven gehen, hat vielleicht einfach keine Ahnung davon, was für ihn gut ist.)<br><br>Aber ich wollte mich ja heute gar nicht über das Streaming aufregen, sondern über die Ausblende, die Abblende, das Fade-Out.<br>Die Jazzmusiker der Schellackzeit verfügten noch nicht über die technische Möglichkeit, sich aus ihren Tunes herauszuschleichen. Viel spricht dafür, dass sie diese Option – hätte man sie ihnen angeboten – als vulgär empfunden und noch eine ganze Weile ungenutzt gelassen hätten. Die Nachspiele und Tusch-Abschlüsse ihrer klassischen Aufnahmen sind einfach zu verspielt, zu krönend, zu sehr eine Belohnung für Künstler und Publikum gleichermaßen.<br>Dann hielt das Tonband Einzug, und es war nicht länger nötig, eine Aufnahme in einem Durchlauf fehlerfrei und bei gleichzeitiger Anwesenheit und Inspiration zu absolvieren. Das erleichterte und ermöglichte vieles, aber eben auch die Ausblende. Kein Musiktitel musste jetzt mehr zuendegebracht werden. Man konnte den kreativen Prozess einfach irgendwann abbrechen, in eine Dauerwiederholung des Refrains übergehen, den Regler runterziehen und eine rauchen.<br>Dieses Mittel wurde vor allem in der Popmusik dankbar genutzt, doch auch im Jazz musste man nun damit rechnen.<br>Miles Davis&#8216; erstes in stereo produziertes Album mit Variationen über <strong>„Porgy &amp; Bess“</strong> (1958 eingespielt, 1959 veröffentlicht) enthält einige Fade-Outs, die vermutlich den Produktionsbedingen geschuldet waren. Studiozeit war (und ist) spinneteuer, und geprobt wurde nur unmittelbar vor der Aufnahme. Auch einige Schnitte, die auf diesem Album zu hören sind, können den Ansprüchen des Meisters nicht genügt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbstverständlich gibt es auch den ganz famosen, künstlerischen Umgang mit der Ausblende &#8211; vor allem in der Instrumentalmusik. So bei <strong>Carlos Santana</strong>s Evergreen<strong> „Samba Pa Ti“</strong>, bei den wichtigsten Arbeiten von <strong>Jean-Michel Jarre</strong>, <strong>Mike Oldfield</strong> und <strong>The Alan Parsons Project</strong>.<br>Und es gibt einige Blenden, die so unsagbar ärgerlich sind, dann man dem Tontechniker unterstellen möchte, er wollte einfach früher nach Hause und ging, ohne den Musikern bescheidzusagen. Unvergessen und unübertroffen: der barbarische Exit aus Frank Sinatras <strong>„Strangers In The Night“</strong>. &#8211; Nun gut, es ist immerhin möglich, dass es in diesem Falle der Sänger war, der einfach aufgehört hat, nachdem der das berühmteste „Dubidu“ der Tonträgergeschichte improvisiert hatte. Bekanntlich hat Sinatra diesen Song (und seinen deutschen Komponisten) gehasst.<br><br>Ein letztes Mal Jack Antonoff, der ungeachtet seiner Kenntnisse der Gepflogenheiten des Streamings sagt: „Obwohl ich das weiß, kann ich nicht auf das Ausblenden verzichten, wenn ich denke, dass ein Song das braucht. (…) Ein Fade-Out kann etwas sehr Wertvolles sein. Einer meiner Lieblingssongs ist <strong>&#8218;Dig It&#8216;</strong> von den <strong>Beatles</strong>. Das ist ein Lied, das ein- und ausgeblendet wird. Und als Zuhörer hat man das Gefühl, den Moment besonders zu erleben, in dem die Lautstärke auf- oder abgedreht wird.“<br>Das mir doch wieder eine dieser Ausnahmen zu sein.</p>
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		<title>Die Aufblende (4)</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2020 14:24:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belletristik (eigene Texte)]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienphilosophie]]></category>
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		<category><![CDATA[Monty Arnold Kurzgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lange sann ich darüber nach, mit welcher Aufnahme ich meine Apparatur einweihen sollte. Mit „Good Vibrations“? Mit „Theme from Horror Express“ von John Cacavas? Oder mit „Samba Pa Ti“ von Carlos Santana?Schließlich entschied ich mich gegen all diese Kostbarkeiten. Ich &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/04/09/15764/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/04/09/15764/">Die Aufblende (4)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Lange sann ich darüber nach, mit welcher Aufnahme ich meine Apparatur einweihen sollte. Mit „Good Vibrations“? Mit „Theme from Horror Express“ von John Cacavas? Oder mit „Samba Pa Ti“ von Carlos Santana?<br>Schließlich entschied ich mich gegen all diese Kostbarkeiten. Ich wollte der eigentlichen Premiere einen Test vorausschicken, um ganz sicher zu sein, dass alles lief. Ich hatte zu lange auf diesen Augenblick gewartet, um eine Panne zu riskieren &#8211; eine lächerliche Panne, die mir oder dem Apparat unterlief. <br>Schließlich hatte ich noch nie erlebt, dass beim ersten Benutzen eines technischen Gerätes alles einwandfrei funktionierte.<br>Ich griff also in die Kiste unter dem Tisch, die ausgemisteten CDs eines Freundes, die ich noch nicht durchgehört hatte. Mit einem Auge sah ich den Namen einer Band auf dem Cover, den ich schon wieder vergessen hatte, als die Aufnahme startete.<br>Ich war angenehm überrascht. Für heutige Verhältnisse war das recht zünftig, was die Jungs da spielten. Schon beinahe Jazz. Nichts Berühmtes natürlich! Aber ich hatte Schlimmeres erwartet. <br>Da kam mir eine Idee! Mein Zaudern, mit etwas Bedeutsamem anzufangen, könnte ich doch nun mit einer anderen Kühnheit wieder wettmachen: ich würde die Abblende korrigieren, ohne die Aufnahme zu kennen. <span id="more-15764"></span>Das wäre doch gelacht!<br>Ich wartete also, die Hand am Hebel, auf das, was mich bisher bei unzähligen Musikerlebnissen demoralisiert hatte: auf den Moment, da der Arm des Tontechnikers den Regler erbarmungslos ohne Rücksicht auf künstlerische Grundsätze nach unten zieht.<br>Zum Glück sang niemand. Die Combo hatte ihren dritten Refrain beendet und begann zu improvisieren – verspielt wie ein Trio junger Eisbären, irgendwie drollig und mit einem Wagemut, der in den bisherigen Reprisen gefehlt hatte. Da begann es! Die Lautstärke nahm ab, und ich begann zu pegeln. Ich holte zunächst den Vorsprung des Studio-Tonmeisters ein – ich war richtig gut; ein argloser Zuhörer hätte gar nichts bemerkt, so fix hatte ich reagiert – und zog den Regler in umgekehrter Richtung weiter und weiter auf. <br>Das Grundrauschen stieg an, wie ich es schon von meinen früheren Experimenten an der Stereoanlage kannte, doch diesmal musste ich nicht bei „null“ aufhören. Ich betrat die Negativ-Zone! Die Musiker spielten weiter, und ich folgte ihnen – bis minus drei, minus neun, minus dreizehn. Der Kontrabassist spielte noch eine besonders launige Figur, da stiegen seine Kollegen aus, und auch er kam mit zwei entschiedenen Griffen zum Ende.<br>Die Lautstärke verringerte sich jetzt nicht weiter, das Mischpult im Studio war an sein Ende gekommen.<br>Es knackte, und ich hörte, wie eine blecherne Stimme: „Danke, dufte!“ rief. Nach einer kurzen Pause begann eine murmelnde Unterhaltung, der ich nur mit Mühe folgen konnte, denn das Rauschen war ziemlich laut. Doch es gelang mir.</p>


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