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	<title>Literatur Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<title>Literatur Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Tod in der Schreibstube</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Oct 2026 21:32:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Aktuelle Filmkritik im Podcast https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/ein-talent-fuers-morden Ein Talent fürs MordenIronisches Kriminalstück von Anton Corbijn Mitte der 90er Jahre hat die sich gefeierte amerikanische Thriller-Autorin Patricia Highsmith längst in ihr Chalet in den Schweizer Alpen zurückgezogen. Der Welt und ihrer Leserschaft &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/31/ein-talent-fuers-morden/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: Aktuelle Filmkritik im Podcast<br><br><a href="https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/ein-talent-fuers-morden">https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/ein-talent-fuers-morden</a><br><br><strong>Ein Talent fürs Morden</strong><br>Ironisches Kriminalstück von <strong>Anton Corbijn</strong><br><br>Mitte der 90er Jahre hat die sich gefeierte amerikanische Thriller-Autorin <strong>Patricia Highsmith </strong>längst in ihr Chalet in den Schweizer Alpen zurückgezogen. Der Welt und ihrer Leserschaft überdrüssig, umgibt sie sich nur noch mit Büchern, Schnecken und Katzen sowie ihrer geliebten Sammlung antiker Waffen. Eines Tages steht der junge Lektor Edward Ridgeway vor der Tür, der der Schriftstellerin im Auftrag ihres New Yorker Verlages einen weiteren Roman um den Hochstapler und Mörder <strong>Tom Ripley</strong> abtrotzen soll, Highsmiths berühmteste Schöpfung. Dass Ridgeway sich nicht von ihr schocken lässt – nicht von ihrer Ablehnung und nicht von ihren makaberen Scherzen -, lässt die alte Dame zu einer Mischung aus Abscheu und neu erwachtem Sportsgeist auflaufen. Sie quartiert den nervösen jungen Mann bei sich ein und verwickelt  ihn in ein Katz-und-Maus-Spiel. Ridgeway beginnt unter ihrem Einfluss zu mutieren …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abermals schlüpft <strong>Helen Mirren</strong> in die Rolle einer historischen Persönlichkeit: der gefeierten Autorin Patricia Highsmith, die wir am Ende ihres Lebensweges und ihrer knapp 50jährigen Weltkarriere antreffen. Ihr Partner in diesem erweiterten Zweipersonenstück ist <strong>Alden Ehrenreich</strong>. Regisseur Anton Corbijn wurde mit diversen Popstar-Portraits bekannt, <strong>„A Talent For Murder“</strong> ist sein 5. Spielfilm.<br><br>***<br><br>Eingedenk der Tatsache, dass Helen Mirren sich ein wichtiges physiognomisches Merkmal der alten Patricia Highsmith regelmäßig strammziehen lässt, ist es wirklich verblüffend, wie ähnlich sie ihrem Vorbild sieht. Schon als Mirren ganz zu Beginn von hinten in Sicht kommt, meint man die große Schriftstellerin zu sehen. Patricia Highsmith, eine produktive, erfolgreiche und vielfotografierte Frau bis zuletzt, steht vielen von uns noch vor Augen. Sein wir ehrlich: in einem solchen Projekt ist dieser Aspekt keineswegs banal. Ich erinnere mich an zwei <strong>Richard</strong>&#8211;<strong>Nixon</strong>-Darsteller (<strong>Anthony Hopkins</strong> und <strong>Frank Langella</strong>), die mich mit ihrer unpassenden Optik unentwegt aus der Geschichte verscheucht haben und an den berühmten Kalauer von <strong>René Goscinny</strong> denken ließen: „Ich habe die Nase voll von diesem Doppelgänger, der niemandem ähnlich sieht!“<br><br>Selbstverständlich lässt es Helen Mirren nicht bei Äußerlichkeiten bewenden, sondern füllt ihre monströse Rolle fabelhaft aus. Wie schon in <strong>„The Queen“</strong>, gelingt ihr diese Verwandlung (abgesehen von der Perücke) ohne maskenbildnerische Verfremdung, worauf die Schauspielerin großen Wert legt. Lediglich die Schultern hat sie sich ein bisschen anheben lassen – was bei <strong>Königin Elizabeth II.</strong> nicht nötig war. Als begeisterter Leser von Highsmiths Romanen und eifriger Konsument auch der sie betreffenden Reportagen und Artikel freue ich mich über die funktionierende Illusion einer Homestory. Das Haus, in dem der Film spielt, ist zwar von außen längst nicht so grotesk und festungsartig wie die wirkliche Trutzburg der unleidlichen alten Dame, doch im Inneren falle ich gern darauf herein, darin umhergehen zu dürfen.<br><br>Aber was taugt der Film inhaltlich, und wie gut schlägt sich Mirrens Gegenüber Alden Ehrenreich? Er durfte ja immerhin schon den Weltraumhelden Han Solo verkörpern, gegen dessen reales Vorbild <strong>Harrison Ford</strong> er nach allgemeiner Einschätzung allerdings nicht ankam. Auch in „A Talent For Murder“ agiert er – wenn auch erst auf den zweiten Blick – als moderne Sagengestalt: Tom Ripley, der literarische und filmische Serien-Schurke, der nach Meinung seiner Erfinderin nie gefasst werden darf. Optisch geht das in Ordnung, zu häufig und zu vielgestaltig wurde dieser Charakter schon interpretiert: von <strong>Alain Delon</strong>, <strong>Dennis Hopper</strong>, <strong>Matt Damon</strong> und zuletzt in einer Serie. Tom Ripley ist ein Chamäleon, ähnlich wie <strong>James Bond</strong> oder <strong>„Dr. Who“</strong>. Das entlastet seinen Darsteller. Und dennoch ist der in seiner Bubihaftigkeit nur so lange überzeugend, wie er als Verlagsangestellter auftritt, der gleich zu Beginn seiner Karriere eine besonders harte Nuss zu knacken hat, und nicht als gespaltene Persönlichkeit. Als der Film uns allen Ernstes weismachen will, hinter seiner biederen Fassade lauere gewissermaßen der Leibhaftige, gerät der Film auf mehrfache Weise in Schwierigkeiten. Zunächst einmal waren wir gerade dabei, es uns in einem recht soliden Kammerspiel bequem zu machen, einem Psycho- und Rededuell, als die Handlung uns plötzlich an mondäne Orte mitnimmt und aufgedonnerte Klischeefiguren auftreten lässt – bekanntlich liebt Ripley die Upper Class und will von ihr akzeptiert und zu ihren Parties eingeladen werden. Erstens sind die Drehbuch-Verfasser damit bereits überfordert (der quasikulturelle Smalltalk in den High-Society-Szenen tut körperlich weh), zweitens lässt sich der Film so auf einen Zweikampf mit dem schon erwähnten Auftritt Matt Damons ein: <strong>„Der talentierte Mr. Ripley“ </strong>von 1999, ein wirkliches Glanzstück, ein schlafender Hund in unseren Hinterköpfen, den man nicht unnütz wecken sollte.<br>Das Übelste an der Sache aber ist die unverschämte Behauptung, wir würden hier den krönenden Abschluss des Ripley-Zyklus und somit das Vermächtnis der Patricia Highsmith serviert bekommen. Geht’s noch? Dieser aberwitzige Ansatz geht erwartungsgemäß schrecklich in die Hose. Was uns hier als Super-Mordkomplett der beiden Ober-Krimihasen Highsmith und Ridgeway-Ripley geboten wird, würde jeden deutschen Schmunzelkrimi pupsig aussehen lassen. Dass hier weiterhin der Eindruck erweckt wird, der Stern der Schriftstellerin habe sich zuletzt im Sinkflug befunden, ist mindestens ungehörig, angesichts von Highsmiths bis heute ungebrochener Popularität außerdem nicht angebracht.<br>So verdirbt es sich der Film ausgerechnet mit jenem Teil des Publikums, aus dem er ein paar wirkliche Fans hätte gewinnen können. Mal sehen, was das Laufpublikum sagt.<br><br></p>


<p><img decoding="async" src="http://vg07.met.vgwort.de/na/d96bb1f0b925448d851631c941a812bf" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/31/ein-talent-fuers-morden/">Tod in der Schreibstube</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Lesen vom Blatt &#8211; Lange Sätze</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2026 19:38:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung Von seinem Winkel aus konnte Lord Henry Wotton, der auf dem von Perserteppichen bedeckten Diwan lag und wie üblich unzählige Zigaretten rauchte, eben noch den Schimmer der honigsüßen und honigfarbenen Blüten eines Goldregens wahrnehmen, &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/28/31279/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von seinem Winkel aus konnte Lord Henry Wotton, der auf dem von Perserteppichen bedeckten Diwan lag und wie üblich unzählige Zigaretten rauchte, eben noch den Schimmer der honigsüßen und honigfarbenen Blüten eines Goldregens wahrnehmen, dessen bebende Äste kaum imstande zu sein schienen, die Last einer so flammenreichen Schönheit zu tragen, und hin und wieder flitzten die wunderlichen Schatten fliegender Vögel über die langen, dunkelrehfarbenen Seidenvorhänge, die vor das Fenster gezogen waren, wodurch sie vorübergehend einen japanischen Effekt hervorriefen und ihn an jene bleichen Maler Tokios mit ihren wie aus Jade geschnittenen Gesichtern denken ließen, welche durch eine Kunst, die notwendigerweise unbeweglich ist, das Gefühl von Geschwindigkeit und Bewegung zu vermitteln suchen.<br><br><strong><em>Oscar Wilde: „Das Bildnis des Dorian Gray“</em></strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/28/31279/">Lesen vom Blatt &#8211; Lange Sätze</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>So siehst Du aus! (19)</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2026 19:45:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Personenbeschreibungen in der Literatur Bram Stoker (1847-1912)Dracula Graf Dracula In der Türöffnung stand ein großer alter Mann. Er war glattrasiert, mit Ausnahme eines langen, weißen Schnurrbarts. Auch nicht der winzigste Farbtupfer war an ihm zu entdecken. (…)Ich hatte nun &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/27/31271/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: Personenbeschreibungen in der Literatur</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bram Stoker (1847-1912)<br><strong>Dracula</strong><br><br>Graf Dracula<br><br>In der Türöffnung stand ein großer alter Mann. Er war glattrasiert, mit Ausnahme eines langen, weißen Schnurrbarts. Auch nicht der winzigste Farbtupfer war an ihm zu entdecken. (…)<br>Ich hatte nun Gelegenheit, ihn genauer zu betrachten, und fand, daß er sehr ausgeprägte Gesichtszüge besaß.<br>Sein Gesicht wurde von einer kräftigen – sehr kräftigen – Adlernase mit hohem Nasenrücken und seltsam geschwungenen Nüstern beherrscht. Er besaß eine sehr hohe, gewölbte Stirn und sehr dichtes Haar, das sich nur an den Schläfen etwas lichtete. Seine Augenbrauen waren buschig und stießen fast über der Nasenwurzel zusammen; in ihrem dichten Wuchs wirkten sie wie gelockt. Der Mund war, soweit ich ihn unter dem dichten Schnurrbart sehen konnte, scharf geschnitten und zeigte einen fast grausamen Ausdruck, der durch merkwürdig spitze weiße Zähne, die über die Lippen ragten, unterstrichen wurde. Die bemerkenswerte Röte seiner Lippen bewies eine erstaunliche Vitalität für einen Mann seiner Jahre. Seine Ohren waren bleich und liefen nach oben extrem spitz zu; sein Kinn wirkte breit und kräftig und die Wangen fest, aber fleischlos. Ganz allgemein fiel mir noch seine ungewöhnliche Blässe auf.<br>Von seinen Händen, die er auf die Knie stützte, hatte ich bisher nur die Handrücken sehen können, und die waren mir im Feuerschein ziemlich weiß und feingliedrig vorgekommen. Jetzt aber, als ich die Hände näher betrachten konnte, mußte ich feststellen, daß sie grob geschnitten waren – breit, mit flachen, breiten Fingern. Merkwürdigerweise wuchsen auch auf der Handfläche Haare. Seine Nägel jedoch waren lang und zu einer scharfen Spitze zugeschnitten. Als sich der Graf über mich beugte und seine Hände mich berührten, mußte ich einen Schauder unterdrücken. Vielleicht lag es an seinem unsauberen Atem; aber jedenfalls überkam mich eine schreckliche Welle von Übelkeit, die ich, sosehr ich mich auch anstrengte, nicht verbergen konnte. Der Graf merkte dies offensichtlich und fuhr zurück. Mit einem bösen Lächeln, das seine vorragenden Zähne mehr denn je entblößte, setzte er sich wieder auf die andere Kaminseite.<br>____________<br><a href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1001559375?msockid=0e9fbe28b56b65de2d80a8bdb4196489">https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1001559375?msockid=0e9fbe28b56b65de2d80a8bdb4196489</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/27/31271/">So siehst Du aus! (19)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Wohnwelten (23): Ein Modelleisenbahnhof</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Oct 2026 19:14:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: So wohnen literarische Figuren Bei Dorothy L. Sayers (1893-1957) und ihrem Hobby-Ermittler Lord Peter Wimsey geht es vordergründig um – mitunter völlig durchgeknallte – Kriminalfälle und am Rande (vor allem bei Zeitsprüngen und Ortswechseln) um stimmungsvolle Schilderungen von Personal, &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/25/31265/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/25/31265/">Wohnwelten (23): Ein Modelleisenbahnhof</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: So wohnen literarische Figuren</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Bei <strong>Dorothy L. Sayers</strong> (1893-1957) und ihrem Hobby-Ermittler <strong>Lord Peter Wimsey </strong>geht es vordergründig um – mitunter völlig durchgeknallte – Kriminalfälle und am Rande (vor allem bei Zeitsprüngen und Ortswechseln) um stimmungsvolle Schilderungen von Personal, Ambiente und Atmospähre. <strong>„Die Weinprobe“</strong> verwickelt Lord Peter in einen dezenten, kammerspielartigen Konflikt, in dem sein „London Pride“ – man könnte auch sagen: seine Coolness – im höchsten Maße gefordert ist.<br>Schauplatz der Ereignisse ist die Wohnung des Grafen von Rueil in Frankreich.<br><br></em> Monsouci, der Sitz des Comte du Rueil – jenes exzentrischen, einsiedlerischen Genies &#8211; liegt 3 Kilometer außerhalb von Verneuil. Es ist ein tristes, halbverfallenes Schloss, das einsam und verlassen am Ende einer verwahrlosten Kiefernallee sein Dasein fristet, umgeben von der jammervollen Atmosphäre einer Aristokratie ohne Gefolgschaft. Die steinernen Nymphen stehen gebeugt und grün über ihren ausgetrockneten, verwitterten Bassins. Hin und wieder zieht ein Bauer mit einer knarrenden Holzfuhre über schlecht gepflegte Waldschneisen. Den ganzen Tag herrscht Sonnenuntergangsstimmung.<br>Das Balkenwerk ist trocken und rissig, weil ihm der Anstrich fehlt. Durch die Jalousien sieht man in den steifen Salon mit seinen schönen, ausgebleichten Möbeln. Selbst die letzte der einstmals hier wohnenden uneleganten, unansehnlichen Frauen mit ihren übermäßig ausgeprägten Familienzügen und ihren langen weißen Handschuhen hat Monsouci inzwischen verlassen.<br>Aber im hinteren Teil des Schlosses raucht unablässig ein Schornstein. Es ist die Heizung des Laboratoriums, des einzig Lebendigen und Modernen hier, inmitten des Alten und Sterbenden. Es ist der einzige Ort, der geliebt und gehegt, verhätschelt und verwöhnt und dem alle Sorgfalt zuteilwird, mit der die Grafen einer leichtlebigeren Zeit ihre Ställe und Zwinger, die Gemäldegalerie und den Ballsaal bedachten, und im kühlen Keller darunter liegen Reihen über Reihen staubiger Flaschen, eine wie die andere ein gläserner Zaubersarg, in dem das Dornröschen der Weinberge im Schlaf zu immer betörenderer Schönheit heranreift.<br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/25/31265/">Wohnwelten (23): Ein Modelleisenbahnhof</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Lesen vom Blatt &#8211; Lange Sätze</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Oct 2026 10:57:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung „Guten Abend. Wären Sie so nett und …“, ein Bettler vor der Tür, ‚Gegen die hilft bloß noch ein Kanister Benzin, kipp es ihnen über den Kopf und halt’n Streichholz dran‘, Haß und Hunger &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/19/31241/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/19/31241/">Lesen vom Blatt &#8211; Lange Sätze</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Guten Abend. Wären Sie so nett und …“, ein Bettler vor der Tür, ‚Gegen die hilft bloß noch ein Kanister Benzin, kipp es ihnen über den Kopf und halt’n Streichholz dran‘, Haß und Hunger auf den Straßen, jeden Tag häßlicher und aussichtsloser, keine Lösung in Sicht, verzweifelte Agenten versuchen aus dem Film zu entkommen, sie wissen wie alles enden wird, ich selbst habe es oft genug erlebt … das grün schillernde Fleisch, eine tote Gallerte auf den Straßen von Marrakesh in der Mittagshitze als der Film aus der Führung rutschte und stehen blieb … jeden Tag kann es wieder passieren, die Filmkulisse des Himmels über Marrakesch wellt sich und klappt zusammen, die Pest frißt sich durch die Leiber, sie waren schon lange tot und wurden nur noch als Lebende simuliert in einem Film, auf Zelluloid, und wer sich damit ansteckt wird wahnsinnig, und deshalb ist dir jedes Mittel recht, um dein bißchen Fleisch zusammenzuhalten, anderenfalls bist du nur noch eine Schleimspur von hier bis zur nächsten Ecke.<br><br><strong><em>William S. Burroughs</em></strong><em>: </em><strong><em>„Die Zelluloid-Leichen von Marrakesch“ – „Die alten Filme“</em></strong> <em>– Stories, Fischer Taschenbuch Verlag</em></p>
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		<title>Neues von der Unsterblichen</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2026 08:16:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Die aktuelle Filmkritik Jane Austen, die Pfarrerstochter aus Hampshire, hinterließ sechs Romane, die mit etwas Verzögerung allesamt zu Klassikern wurden. So erfolgreich wie heute, mehr als 200 Jahre nach ihrem Tod, war sie noch nie. Sogar ein eigener Zweig &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/15/sinn-und-sinnlichkeit-2026/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: Die aktuelle Filmkritik<br><br><strong>Jane Austen</strong>, die Pfarrerstochter aus Hampshire, hinterließ sechs Romane, die mit etwas Verzögerung allesamt zu Klassikern wurden. So erfolgreich wie heute, mehr als 200 Jahre nach ihrem Tod, war sie noch nie. Sogar ein eigener Zweig der Tourismusbranche lebt von ihr. Jetzt gibt es sie auch wieder auf der großen Leinwand.<br><strong>Volker Robrahn</strong>, <strong>Kathrin Schwarz</strong> und <strong>Anne Sola</strong> sahen den Film vorab und besprechen ihn im heutigen Podcast:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/sinn-und-sinnlichkeit-2026">https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/sinn-und-sinnlichkeit-2026</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sinn und Sinnlichkeit</strong><br>Literaturverfilmung von <strong>Georgia Oakley</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">England um 1800: Nach dem Tod ihres Vaters haben die Schwestern Elinor und Marianne Dashwood als Frauen keinen Anspruch auf das Haus, das nun in den Besitz ihres älteren Halbbruders übergeht. Ohne finanzielle Unterstützung ziehen die Schwestern mit ihrer Mutter in ein bescheidenes Cottage. Nur durch eine Eheschließung können sie sich ein Auskommen verschaffen. Die besonnene Elinor hält ihre Gefühle für Edward Ferrars geheim, da ihr eine gemeinsame Zukunft aufgrund gesellschaftlicher Hindernisse aussichtslos scheint. Die jüngere Marianne folgt ihrem Herzen und verliebt sich in den charismatischen John Willoughby. Wie sich zeigt, lassen sich Liebe, Konvention und finanzielle Absicherung nicht ohne Kompromisse in Einklang bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kluge Heldinnen, feiner Witz und große Gefühle: Jane Austens Werke gehören heute zu den populärsten Romanklassikern &#8211; und das auch, aber nicht nur in Buchform. Sie werden regelmäßig verfilmt, eingelesen und verhörspielt. &#8222;Sinn und Sinnlichkeit&#8220; kommt ein paar Monate zu spät, um den kürzlich gefeierten 250. Geburtstag der Autorin mitzunehmen, was ihm vermutlich nicht schaden wird. Der Stoff wurde zuletzt vor gut 30 Jahren von Ang Lee mit Starbesetzung ins Kino gebracht.</p>
<img decoding="async" src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e75b2e33570642bba5ac372effd8e1d2" width="1" height="1" alt=""><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/15/sinn-und-sinnlichkeit-2026/">Neues von der Unsterblichen</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>So siehst Du aus! (18)</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Oct 2026 05:02:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 90. Geburtstag von Christine Nöstlinger / Personenbeschreibungen in der Literatur Christine Nöstlinger (1936-2028)Wir pfeifen auf den Gurkenkönig König Kumi-Ori II Auf dem Küchentisch hat nämlich einer gesessen, der war ungefähr einen halben Meter groß. Wenn er nicht Augen und &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/13/31200/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: 90. Geburtstag von <strong>Christine Nöstlinger</strong> / Personenbeschreibungen in der Literatur</p>



<p class="wp-block-paragraph">Christine Nöstlinger (1936-2028)<br><strong>Wir pfeifen auf den Gurkenkönig<br><br></strong>König Kumi-Ori II<br><br>Auf dem Küchentisch hat nämlich einer gesessen, der war ungefähr einen halben Meter groß. Wenn er nicht Augen und eine Nase und einen Mund gehabt hätte, hätte man ihn für eine große, dicke Gurke oder einen mittleren, dünnen Kürbis halten können. Auf dem Kopf hat er eine Krone gehabt. Eine goldene Krone mit roten Edelsteinen in den Kronenzacken. Seine Hände steckten in weißen Zwirnhandschuhen, und die Zehennägel hatte er rot lackiert.<br>Das Kürbis-Gurken-Kronen-Ding verneigte sich vor uns, schlug die dünnen Beinchen übereinander und sprach mit tiefer Stimme: „Wir heißt Königs Kumi-Ori das Zweit, aus das Geschlecht die Treppeliden!“<br>Ich kann nicht ganz genau aufschreiben, was dann geschehen ist, weil ich nicht aufgepasst habe, was die anderen tun. So sehr erschrocken war ich über den Gurkenkürbis. Ich habe nicht gedacht: Das gibt es doch gar nicht! Ich habe auch nicht gedacht: Der schaut aber komisch aus! Ich habe gar nichts gedacht. Überhaupt nichts. Der Huber Jo, mein Freund, sagt in so einem Fall: „Dem ist das Hirn still gestanden!“ (…) Der Kumi-Ori hat auf der grünen Gurkenhaut kürbisgelbe Tupfen bekommen und hat wütend gekreischt: „Wir wird mit Majestät angereden!“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="909" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2026/10/Wir-pfeifen-auf-den-Gurkenkoenig_F_4042564250664.jpg?resize=640%2C909&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-31232" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2026/10/Wir-pfeifen-auf-den-Gurkenkoenig_F_4042564250664.jpg?resize=721%2C1024&amp;ssl=1 721w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2026/10/Wir-pfeifen-auf-den-Gurkenkoenig_F_4042564250664.jpg?resize=211%2C300&amp;ssl=1 211w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2026/10/Wir-pfeifen-auf-den-Gurkenkoenig_F_4042564250664.jpg?resize=1081%2C1536&amp;ssl=1 1081w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2026/10/Wir-pfeifen-auf-den-Gurkenkoenig_F_4042564250664.jpg?resize=1441%2C2048&amp;ssl=1 1441w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2026/10/Wir-pfeifen-auf-den-Gurkenkoenig_F_4042564250664.jpg?resize=768%2C1091&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2026/10/Wir-pfeifen-auf-den-Gurkenkoenig_F_4042564250664.jpg?w=1800&amp;ssl=1 1800w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2026/10/Wir-pfeifen-auf-den-Gurkenkoenig_F_4042564250664.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">_________<br><a href="https://www.fischer-sauerlaender.de/buch/christine-noestlinger-wir-pfeifen-auf-den-gurkenkoenig-9783733508326">https://www.fischer-sauerlaender.de/buch/christine-noestlinger-wir-pfeifen-auf-den-gurkenkoenig-9783733508326</a></p>
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		<title>So siehst Du aus! (17)</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 08:14:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Personenbeschreibungen in der Literatur Charles Dickens (1812–1870)David Copperfield Uriah Heep Als der Ponywagen vor der Türe hielt und ich das Haus musterte, sah ich hinter einem kleinen Fenster im Erdgeschoß in einem kleinen runden Turm, der die eine Seite &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/12/31194/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/12/31194/">So siehst Du aus! (17)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: Personenbeschreibungen in der Literatur</p>



<p class="wp-block-paragraph">Charles Dickens (1812–1870)<br><strong>David Copperfield</strong><br><br>Uriah Heep<br><br>Als der Ponywagen vor der Türe hielt und ich das Haus musterte, sah <a></a>ich hinter einem kleinen Fenster im Erdgeschoß in einem kleinen runden Turm, der die eine Seite des Hauses bildete, ein leichenhaftes Gesicht erscheinen und rasch wieder verschwinden. Dann öffnete sich die niedrige Bogentür und das Gesicht kam heraus. Es sah genauso leichenhaft aus, wie hinter dem Fenster und hatte den leisen rötlichen Schein, der dem Teint rothaariger Leute eigen ist. Es gehörte einem rotköpfigen Menschen, einem Jüngling von ungefähr fünfzehn Jahren, der aber viel älter aussah. Das Haar war kurz geschoren, die Augenbrauen fehlten ganz, und die wimperlosen Lider ließen die rötlichbraunen Augäpfel so unbeschützt und unbeschattet, daß ich mir gar nicht vorstellen konnte, wie der junge Mann einzuschlafen imstande wäre. Er war hochschultrig und hager, ganz in Schwarz gekleidet, bis oben zugeknöpft, trug eine schmale, weiße Halsbinde und hatte lange, schmale, hagere Hände, die mir besonders auffielen, als er bei dem Pony stand und, sich das Kinn reibend, zu uns auf den Wagen hinaufsah. (…) Seine Nasenlöcher, scharf und schmal geschnitten, hatten eine sonderbare häßliche Art, sich auszudehnen und zusammenzuziehen. Sie schienen zu zwinkern anstatt seiner Augenlider, die sich nie bewegten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">________<br><a href="https://www.rowohlt.de/buch/charles-dickens-david-copperfield-9783498002978">https://www.rowohlt.de/buch/charles-dickens-david-copperfield-9783498002978</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/12/31194/">So siehst Du aus! (17)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Wohnwelten (22): Die Erwartung des Zusammenbruchs und die Allgegenwart des Schmutzes</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Oct 2026 15:13:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: So wohnen literarische Figuren Nagib Machfuz, geboren 1911 in Kairo gilt als der Vater des ägyptischen Romans. 1939, noch in halbkolonialer Zeit, veröffentlichte er den ersten von drei historischen Pharaonen-Romanen, Mitte der 1940er-Jahre wurde er mit seiner realistischen Kairoer &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/11/31182/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/11/31182/">Wohnwelten (22): Die Erwartung des Zusammenbruchs und die Allgegenwart des Schmutzes</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: So wohnen literarische Figuren</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Nagib Machfuz</em></strong><em>, geboren 1911 in Kairo gilt als der Vater des ägyptischen Romans. 1939, noch in halbkolonialer Zeit, veröffentlichte er den ersten von drei historischen Pharaonen-Romanen, Mitte der 1940er-Jahre wurde er mit seiner realistischen Kairoer Trilogie weltberühmt. Machfus schrieb mehr als 40 Romane, Kurzgeschichten, Novellen und Drehbücher. 1988 erhielt er als erster arabischsprachiger Autor den Literaturnobelpreis. 1994 überlebte er schwerverletzt ein islamistisches Messerattentat. Nagib Machfus starb 2006 in Kairo.</em> <em>In seiner Kurzgeschichte <strong>„Der Graben“</strong> aus dem Erzählband <strong>„Die Geheimorganisation“</strong> (1984) lässt er den Ich-Erzähler Behausung und unmittelbare Umgebung schildern:</em><br><br>Ich bewohne (…) in einer verwahrlosten, in Unrat versinkenden Gasse eine alte, heruntergekommene Wohnung.  Darin ist von der Decke die Farbe abgeblättert und gibt mancherorts farblose Adern frei. An den Wänden sind Risse entstanden, die sich teils kreuzen, teils parallel laufen. Der Fußboden schließlich ist an vielen Stellen aufgebrochen, und die entstandenen Erhöhungen und Vertiefungen führen durch die abgewetzten Teppiche hindurch einen Kampf mit den Füßen. Decke und Wände strahlen im Sommer brennende Hitze aus und sondern im Winter Feuchtigkeit ab, teils gar Sprühregen gleich. Die Treppe ist im Zustand fortschreitenden Verfalls begriffen; eine Stufe hat sich schon völlig aufgelöst, und die Hälfte davon ist abgebrochen, wodurch jeder Fehltritt beim Hinauf- oder Hinabsteigen im Dunkel der Nacht zu einer nicht zu unterschätzenden Gefahr geworden ist. Zu alledem kommt noch jener lange Riss, der sich an der Hauswand hinzieht, auf der Seite, wo die Toiletten liegen. An dieser Seite sind auch Mörtel und Gips abgebröckelt, und der nackte Stein schaut heraus.<br>Ein Trottoir hat die Husni-Gasse überhaupt nicht mehr. Und niemand erinnert sich, dass sie einmal sogar zwei gehabt hatte. Niemand außer mir, der ich eben in diesem Haus geboren wurde. Im Gegensatz zur Familie des Ibrahim Effendi, die im mittleren Stock, und derjenigen von Scheich Muharam, die im Erdgeschoss wohnt. Beide sind vor längstens zwanzig Jahren in dieses Haus gezogen.<br>In meiner Jugend war das Haus in „mittleren Jahren“ und in keinem üblen Zustand. Auch die Gasse hatte eine Oberfläche, ein Steinpflaster, und besaß wie gesagt zwei Trottoirs. Sie war nicht weniger ansehnlich als die Schodfar-Gasse, in die sie weiter unten mündet. Die beiden Trottoirs sind unter dem Schmutz und dem Unrat verschwunden, die sich Tag für Tag dort anhäufen und sich allmählich von beiden Seiten zur Mitte der engen Straße vorschieben. In Kürze wird der für die Bewohner noch verbleibende Weg nur noch einem Graben gleichen.<br><br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/11/31182/">Wohnwelten (22): Die Erwartung des Zusammenbruchs und die Allgegenwart des Schmutzes</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Lesen vom Blatt &#8211; Lange Sätze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2026 13:40:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Mikrofonarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Fliedner]]></category>
		<category><![CDATA[Carcosa Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Das Flirren der Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Das schmale Haus]]></category>
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		<category><![CDATA[Lesen vom Blatt]]></category>
		<category><![CDATA[Sprechen am Mikrofon]]></category>
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		<category><![CDATA[Übung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung In staubigen Schaufenstern stapelten sich die vergilbten Plastikgehäuse obsolet gewordener elektronischer Geräte, die Reisebüros boten Flüge zu gänzlich obskuren Destinationen an, und die Granit- und Glasfassaden der mit dem Geld ahnungsloser Investoren errichteten Geschäftshäuser, &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/08/31159/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/08/31159/">Lesen vom Blatt &#8211; Lange Sätze</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung</p>



<p class="wp-block-paragraph">In staubigen Schaufenstern stapelten sich die vergilbten Plastikgehäuse obsolet gewordener elektronischer Geräte, die Reisebüros boten Flüge zu gänzlich obskuren Destinationen an, und die Granit- und Glasfassaden der mit dem Geld ahnungsloser Investoren errichteten Geschäftshäuser, die sich hier und da zwischen die älteren Häuserfronten mit ihrem missfarbenen Bewurf schoben, wiesen bereits deutliche Zeichen von Materialermüdung auf, obwohl sie erst wenige Jahre alt waren.<br>(&#8230;) Zwar gelangte ich, aufgrund der tiefen Stille des Korridors und des vernachlässigten Zustands des Gebäudes, bald zu der Überzeugung, dass es, was auch immer einst sein Zweck gewesen war, gewöhnlicherweise zu diesem nicht mehr genutzt wurde, aber dennoch versuchte ich unwillkürlich, das Geräusch meiner Schritte auf dem Linoleumboden zu dämpfen, als fürchtete ich, irgendjemand oder irgendetwas, das sich hinter jenen verschlossenen Türen verbarg, könnte auf mich aufmerksam werden.<br>____________<br><a href="https://carcosa-verlag.de/unsere-buecher/das-flirren-der-hoffnung/">https://carcosa-verlag.de/unsere-buecher/das-flirren-der-hoffnung/</a><br><strong><br><em>Andreas Fliedner: „Das schmale Haus“</em></strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/10/08/31159/">Lesen vom Blatt &#8211; Lange Sätze</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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