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	<title>Le brasier – Höllenglut Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Le brasier – Höllenglut Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Richard Kummerfeldt &#8211; An den Rändern der Traumfabrik (16)</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Nov 2019 17:39:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Fortsetzung vom 16.11.2019 Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/11/25/richard-kummerfeldt-an-den-raendern-der-traumfabrik-16/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Fortsetzung vom 16.11.2019</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt der käuflichen Filmmusik, die Seele des Sammlers (heute „Nerd“), die Finessen des sich wandelnden Urheberrechts und erzählt von der Arbeit mit schwierigen Bürohengsten und Künstlerpersönlichkeiten in den 90er Jahren</em>. </p>


<p><!--EndFragment--></p>
<p><strong>All die großen Meister</strong></p>
<p>Zurück in Hamburg erhielt ich von Ron Goodwin die Nachricht, dass er nun mit seiner Arbeit zu Ende komme und wir uns so langsam um einen Aufnahmetermin in Odense bemühen könnten. Dank der tatkräftigen Hilfe von Thomas, der beste Beziehungen nach Dänemark unterhält, war auch die technische Seite schnell geregelt. Alles fügte sich auf einmal trefflich, der Dampfer Alhambra nahm wieder Fahrt auf.</p>
<p>Offenbar hatte es sich in der interessierten Szene herumgesprochen, dass wir die „Miss Marple“ einspielen würden, denn ich bekam einen Anruf vom RIAS Berlin. Man bot mir an, das alljährlich stattfindende „Filmharmonische Konzert¨ für eine CD-Veröffentlichung mitzuschneiden. Einzige Bedingung: ich sollte einen international bekannten Komponisten beschaffen. Und das Ganze wäre zum „Schnäppchenpreis“ zu haben. <span id="more-14935"></span><br>
Ich fragte bei Heinz an, wie denn der aktuelle Kontostand sei und ob wir uns das überhaupt leisten könnten. Seine Antwort war ganz klar: wenn ich mir davon ein Geschäft versprechen würde, sollte ich es machen. Mir fiel spontan Frederick Talgorn ein. Wenn Hunderttausende im Radio eine Suite aus „Le brasier“ hörten, würde sich vielleicht der eine oder andere vielleicht die CD kaufen. Die Frage, ob Talgorn für den RIAS akzeptabel sei, stellte sich gar nicht erst, denn der Meister hatte keine Zeit. Ich sprach also mit Thomas Karban. Der meinte, es müsste ein Komponist sein, der schon mal einen Welthit hatte, einen richtigen Ohrwurm: Elmer Bernstein! &#8211; Aber die Marlboro-Werbung mit den „Glorreichen Sieben“ lief nicht mehr. Und seine großen Erfolge lagen schon eine Weile zurück. Ennio Morricone? Keiner von uns hatte Kontakt zu ihm. Jerry Goldsmith? Was war ein Konzert ohne sein „Omen“? Wir hatten aber keinen Chor! Bill Conti? Ja, genau, das war des Rätsels Lösung. Seine „Rocky“-Fanfare war weltbekannt. Er hatte noch viele andere gute Musik geschrieben und war auf Tonträger deutlich unterrepräsentiert. Ich rief also Joe Haensch an. Ja, er kenne Bill, ja er habe seine Telefonnummer, was ich denn von ihm wolle? Ich umriss ihm kurz das Projekt, und er fragte, ob ich denn noch länger im Büro sei. Natürlich. Gut, er melde sich dann wieder. Der Rückruf kam postwendend. Ich solle mich für den nächsten Tag zur gleichen Zeit im Büro aufhalten, Bill Conti wäre dann bei ihm, und wir könnten uns dann gemeinsam unterhalten. Ich konnte kaum die 24 Stunden abwarten, bis das Telefon wieder klingeln würde.</p>
<p>Und es klingelte pünktlich. Auf Joe war einfach Verlass! Bill Conti hörte sich an, was ich zu sagen hatte. Als ich fertig war, vergewisserte er sich, dass er wirklich eine Stunde für seine Musik zur Verfügung habe? Aber sicher, und wenn die auf drei Tage anberaumte Probezeit gut verlief, könne man da ja auch schon Aufnahmen machen. Dann nannte er seine Konditionen: 10.000 $ Honorar (schluck!), Hin- und Rückflug 1. Klasse (schluck) und in Berlin ein sehr gutes Hotel mit mindestens fünf Sternen (fünfmal schluck). Was würde Heinz dazu sagen? Ich griff zu, denn in diesem Stadium konnte man immer noch absagen. Das hätte zwar nicht sonderlich professionell gewirkt, aber Hollywood war ja weit weg. Ich berichtete Heinz, und mit einer stoischen Ruhe meinte er nur, das würden wir schon hinkriegen. Ich rief Thomas Karban an. Er war zu Hause und ich meinte, ich käme jetzt vorbei. Mit einer oder zwei Flaschen Rotwein. „Bring noch was zum Essen vom Chinesen mit“ waren seine letzten Worte, bevor er den Hörer auflegte.</p>


<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-4804" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>
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		<title>Richard Kummerfeldt &#8211; An den Rändern der Traumfabrik (15)</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Nov 2019 16:57:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Fortsetzung vom 8.11.2019 Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/11/16/richard-kummerfeldt-an-den-raendern-der-traumfabrik-15/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/11/16/richard-kummerfeldt-an-den-raendern-der-traumfabrik-15/">Richard Kummerfeldt &#8211; An den Rändern der Traumfabrik (15)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Fortsetzung vom 8.11.2019</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt der käuflichen Filmmusik, die Seele des Sammlers (heute „Nerd“), die Finessen des sich wandelnden Urheberrechts und erzählt von der Arbeit mit schwierigen Bürohengsten und Künstlerpersönlichkeiten in den 90er Jahren</em>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hohle Gassen und andere Engpässe <br> </strong><br>Ich fuhr schon am Samstag los, um mit Heinz noch ein wenig plaudern zu können &#8211; ich brauchte immer einen Tag, um wieder in die Kinoroutine reinzukommen. Die Situation, die ich in Pirmasens vorfand, überstieg meine schlimmsten Befürchtungen. Der gesamte Komplex war eingerüstet, in der Einfahrt waren Türme aus Steinen aufgeschichtet, und Sandhaufen bildeten eine weiche Hügellandschaft. Ein schmaler Gang erlaubte den Zugang zum Kino. Da Samstags überwiegend amerikanische Soldaten aus der Garnison vorbeikamen, war die Besucherzahl an diesem Tag normal. Meist in mehreren kleinen Gruppen schauten sich den Film an, tranken jeder drei bis vier Bier und brachten sich in Stimmung für den anschließenden Discobesuch.<span id="more-14875"></span> Auch ein paar unserer Pirmasenser Stammgäste waren gegenwärtig, eigentlich Kundschaft, die tagsüber unter der Woche kam. Man kannte sich, also konnte ich mich mit den Herren unterhalten. Und das bekam ich zu hören: von montags bis freitags, 8 bis 17 Uhr wuselten die Arbeiter auf der Baustelle herum. Betrat ein Kunde die Einfahrt, wurde er lautstark mit anzüglichen Bemerkungen begrüßt. In einer Kleinstadt bedeutete das nicht nur 25 Meter Spießrutenlauf, sondern auch garantierte namentliche Weiterverbreitung aller Namen beim abendlichen Kneipenbummel der Bauarbeiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Sonntag hatte passable
Besucherzahlen; da kamen meist Pärchen aus dem benachbarten Saarland oder aus
Frankreich herüber. Heinz und ich nutzten diesen Tag, die Abrechnungen der
letzten Wochen durchzugehen und Auswege aus der Misere zu suchen. Meine Idee,
einen zwei Meter hohen Holzzaun mit Abdeckplanen zu errichten, wischte Heinz
vom Tisch. Schließlich gehörte die Einfahrt der Deutschen Bank, wir hatten nur
das Nutzungs- bzw. Zugangsrecht. Bis zum Ende der Bauarbeiten hieß es
Daumendrücken, Durchhalten und hoffen, dass Heinz danach mit seinem Filmverleih
Erfolg haben würde. Und sparen, wo es nur ging. Heinz versicherte mir
wortreich, dass mit seinem Deal keine großen Investitionen verbunden seien, und
so erteilte ich ihm meinen Segen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Montag: Heinz fuhr schon früh am Morgen Richtung Bayerischer Wald, ich kaufte etwas zum Essen ein und öffnete das Kino pünktlich 10 Uhr. Ich hätte es mir sparen können. Etwa gegen eins kam der erste Kunde, ein, zwei Stunden später der zweite, um 18 Uhr war ich bei 5 und zum Feierabend (kurz vor Mitternacht) bei 12 oder 13 zahlenden Gästen angelangt. Mir fehlten also rund 500 DM Umsatz. So ging es zwei Wochen lang. Ich war deprimiert, und auch ein überschwänglicher Heinz, der den Vertriebsvertrag mit Herrn Klick in den Händen hielt, konnte mich nicht recht aufmuntern. Meinem Vorschlag, den Laden sofort dichtzumachen, stimmte er nicht zu. Ich bräuchte nur Geduld zu haben. <br> Meine Geduld ging ziemlich genau ein Jahr später zu Ende: der Umbau war fertig, die Festung stand, die Einfahrt war frei und nun durch Kameras und Bewegungsmelder gesichert. Betrat ein Amüsierwilliger die Einfahrt, sprangen die Bewegungsmelder an, vier riesige Strahler erleuchteten die Einfahrt taghell, und die Kameras surrten los. Die Schalterbeamten konnten sich am nächsten Tag über die bekannten Gesichter amüsieren. <br> Heinz´ Abenteuer mit dem Filmverleih funktionierte übrigens nicht und wurde sehr viel teurer als veranschlagt. Dieses Geld, zusammen mit den Verlusten aus dem Kino, sollte mir dann in Odense und Berlin fehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Weihnachtsgeschäft lief nicht wie erwartet. Das lag nicht daran, dass der Außendienst etwa faul gewesen wäre oder das Proton nur uninteressante Titel im Angebot hatte. Nein, die Firma war mit den wichtigen Titeln nicht lieferfähig. Hinter dem Rücken von VRC wurde gemunkelt, er schulde hier, da und dort seinen Lieferanten erhebliche Summen. Mein Blick in die leeren Regale sagte mir, dass an dem Gerücht etwas dran sein könnte. Victor sprach von einem „vorübergehenden Engpass“, den er bis zur nächsten MIDEM beheben würde. Ich solle einfach mit Alhambra weitermachen. Aber auch Alhambra war nicht ganz unschuldig an der finanziellen Misere. Der Vertrieb in Griechenland hatte die erste Lieferung vereinbarungsgemäß bezahlt, bei den Nachlieferungen hatte er dann die Zahlungen eingestellt. Wir hatten die gleiche Situation in Schweden, und auch Österreich zahlte nur sehr zögerlich. Hatten sich bei uns nur solche Firmen gemeldet, die von anderen Lieferanten nicht mehr bedient wurden, weil man sie schon kurz vor dem Konkurs sah?<br><br>Zur MIDEM fuhr ich also mit wenig Begeisterung. Ich erwartete nicht, dort einen unserer Schuldner anzutreffen, und was sollte ich meinen anderen Partnern sagen? Ich hatte noch keinen Veröffentlichungsplan für das Jahr und mit Vertröstungen war auch niemandem gedient. Zwar hatten wir nun einige aktuelle Titel im Programm, aber neben den Problemen in Pirmasens und Hamburg hatte ich den Flop mit Frederick Talgorns „Le brasier – Höllenglut“ noch im Gepäck. Der Film war von der Produktionsfirma groß als neues französisches Epos beworben worden und dann sang- und klanglos untergegangen. Wir hatten ein hübsches, aber unverkäufliches Produkt. Rezensionen von Filmmusik-CDs gibt es fast nie in der normalen Presse, und wie sah es in unserer Nische aus? Luc van de Veens Magazin hatte ich abgehakt. Er war zu sehr damit beschäftigt, seine eigenen Produktionen in höchsten Tönen zu loben (oder loben zu lassen), und als nicht gerade deutschlandfreundlicher Mensch war ihm auch nicht gerade daran gelegen,  einem dortigen Minilabel zu helfen. Vielleicht gefiel ihm aber nur meine Nase nicht. Kurzum: die MIDEM verlief ohne nennenswerte Höhepunkte … außer einer Begegnung mit Christina Haralambidis (siehe weiter oben). </p>



<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-4804" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/11/16/richard-kummerfeldt-an-den-raendern-der-traumfabrik-15/">Richard Kummerfeldt &#8211; An den Rändern der Traumfabrik (15)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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