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	<title>Léon Bloy Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Léon Bloy Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Was ist Inspiration? (2)</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Nov 2018 18:16:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Forstsetzung vom 5.11.2018 Vor nicht langer Zeit sagte der Off-Sprecher einer Magazinsendung einen ganz ungeheuerlichen Nebensatz. Darin bezeichnete er die Bundesrepublik Deutschland als „das fortschrittlichste Land der Welt“. Superlative sind immer gefährlich, und dieser hier hat außerdem den strengen Geruch &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/11/05/was-ist-inspiration-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Forstsetzung vom 5.11.2018</em></p>
<p>Vor nicht langer Zeit sagte der Off-Sprecher einer Magazinsendung einen ganz ungeheuerlichen Nebensatz. Darin bezeichnete er die Bundesrepublik Deutschland als „das fortschrittlichste Land der Welt“. Superlative sind immer gefährlich, und dieser hier hat außerdem den strengen Geruch des Eigenlobs. Ich gebe: noch ehe ich bei dieser Formulierung hochanständig zusammenzucken konnte, nickte ich zustimmend. Wir Deutschen mögen „humorlos“ sein (stimmt übrigens nicht), bürokratisch und pinselig (stimmt zumindest bei mir) und welche der Klischees da noch sein mögen (Klischees sind bekanntlich wahr) – „wir Deutschen“ hinterfragen und optimieren uns mit einer Emsigkeit, die mir insgesamt sehr sympathisch ist.<span id="more-11717"></span></p>
<p>Dass wir „im Herzen“ Europas leben und seit gut 70 Jahren keinen Krieg mehr auf unserem Boden austragen mussten, erfüllt mich jeden Morgen beim Aufwachen mit Dankbarkeit. (Das ist mein Ernst!)<br />
Aber diese lange Zeit der Abwesenheit von defensiver Historie birgt eine Tücke für unsere Unterhaltungsindustrie: nicht auch unsere (Medien-)Autoren haben in der Regel noch nie einen Krieg erlebt. Die letzten Entertainer mit persönlicher Bombenerfahrung sind in den frühen 80er Jahren altersbedingt ausgeschieden. Seither herrscht in den Geschichten, die uns erzählt werden, zunehmend jener Alltag vor, dem ich eigentlich zu entrinnen wünsche, wenn den Fernseher einschalte / Kino, Theater, Event aufsuche / mich von Dritten unterhalten lasse.<br />
Was erzählt man mir nun in Krimi, Soap, Kabarett und Comedy? &#8211; Wie dämlich man die Menschen findet, denen man im Alltag begegnet, wie sehr sie einem im Supermarkt, im Straßenverkehr, in der Haus- und Wohngemeinschaft auf die Nerven gehen. Was also erzählt man mir? Lauter Wohlstandsproblemchen, noch weitaus pupsiger und dröger als mein tatsächlicher Alltag. Wir wollen die Alternative nicht unerwähnt lassen: das große Reich des Kinderkrams (Fantasy, Feengeschichten u.ä.), in dem zwar Schwerter getragen und von bevorstehenden Schlachten geredet wird, doch ist die fehlende Kompetenz in diesen Fragen offenkundig. (Auch auf die hilfreiche Lektüre solcher Autoren wie etwa Joseph Conrad oder Leon Bloy wird zumeist verzichtet &#8230;)<br />
Was tut das Publikum angesichts dessen? Es nimmt dieses gleichmäßige Brummen hin – schließlich hat es seit 70 Jahren keinen Krieg mehr austragen müssen und ist froh, wenn es mal nicht die eigene Partnerin / der eigene Partner ist, der im Haushalt nervt.</p>
<p>Bereits zu einer Zeit, als im Reich des Erfundenen noch wahrhaft paradiesische Zustände herrschten, wurde über dieses Problem nachgedacht.<br />
In den 70er Jahren legte der Autor Hans Hubberten seiner Frau, der Entertainerin Gisela Schlüter, das Bonmot in den Mund: &#8222;Ein Fernsehautor muss in der Lage sein, einen brandaktuellen im Handumdrehen zu einem alten Hut umzumodeln!&#8220;<br />
In einem seiner späteren Interviews* hat Alfred Hitchcock diesbezüglich von „Von-Spüle-zu-Spüle-Filme“ gesprochen: „Es ist wie mit der armen Hausfrau, die Geschirr spült, als der Mann von der Arbeit kommt. Er sieht seine ein wenig unglückliche Frau an und sagt: ‚Hör mal, Schatz, trockne deine Hände ab, und zieh dir ein schickes Kleid an! Wir besorgen einen Babysitter und gehen essen und danach in einen schönen Film.&#8216; Sie ist entzückt, legt ihre Schürze ab, der Babysitter kommt, sie gehen essen und ins Kino, und was müssen sie auf der Leinwand sehen? Eine Frau, die Geschirr spült.“</p>
<p>_________________<br />
* 1972 im Gespräch mit Pia Lindstrom, der Tochter von Ingrid Bergman<em><br />
</em></p>
<p><em>Dieser Text ist ein Auszug aus dem Essay „Humor Omnia Vicit“.</em><img decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/d081a283381848a8a5ae8f38ecf7a1c2" alt="" width="1" height="1" /><img decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/fc70248f500c4880a313f6f05e5dba8b" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Der Song des Tages: „Wenn ich tanzen will“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Nov 2017 17:18:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 74. Geburtstag von Michael Kunze In meinem Viertel gibt es eine Bar, in der die schwule Kneipenkultur der 70er und frühen 80er Jahre fortlebt: plüschig, rotbeleuchtet und – obwohl im Erdgeschoss gelegen – mit der Anmutung eines Kellerlokals ausgestattet, &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/11/09/der-song-des-tages-wenn-ich-tanzen-will/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 74. Geburtstag von <strong>Michael Kunze</strong></p>
<p>In meinem Viertel gibt es eine Bar, in der die schwule Kneipenkultur der 70er und frühen 80er Jahre fortlebt: plüschig, rotbeleuchtet und – obwohl im Erdgeschoss gelegen – mit der Anmutung eines Kellerlokals ausgestattet, in das sich in trüberen Zeiten ein Teil der Gesellschaft vor einer unfreundlichen Mehrheit verkrochen hätte. Sogar das kleine Fensterchen ist noch in die Tür eingearbeitet, das einst auf ein Klingeln hin zu Vergewisserungszwecken von innen geöffnet werden musste, ehe der Gast eintreten durfte. Es wird nicht mehr genutzt, die Tür ist meistens offen. In der Regel wird Schlagermusik gespielt, durchaus auch zeitgenössische. Die Rekonstruktion einer gewissen Heruntergekommenheit ist Teil des nostalgischen Konzeptes.<br />
In diesem Lokal hatte ich kürzlich ein bemerkenswertes Erlebnis.<span id="more-9084"></span></p>
<p>Zwei Gäste bettelten darum, der Barmann möge ein bestimmtes Musikstück streamen … (Die Anlage ist hinter einem schwarzen Vorhang versteckt. Vielleicht, um die Old-School-Atmo nicht durch einen aufgeklappten Laptop zu ruinieren, vielleicht damit nicht häufiger Musikwünsche geäußert werden.) Die Herren wünschten sich „Wenn ich tanzen will“ aus dem „DramaMusical“ (so die selbstgewählte Gattungsbezeichnung des Autors) „Elisabeth“. Der Barmann gab mit einem pathetischen Bäuerchen sein Einverständnis und bewegte sich auf seine Online-Discothek zu. In einer knappen Minute würde die Nummer starten.<br />
Jetzt saß ich in der Falle.<br />
Einen Song dieser Art hatte nicht mehr in voller Länge gehört, seit ich nachließ, mich beruflich mit neueren Musicals auseinanderzusetzen. Ich war nicht im Training und schon rein physisch einfach nicht darauf vorbereitet.<br />
Was sollte ich tun? Hastig austrinken und zahlen? &#8211; Das würde ich nicht rechtzeitig schaffen. Einfach stiften gehen? &#8211; Das wäre feige und außerdem Zechprellerei. Aufs Klo verschwinden, bis alles vorbei ist? &#8211; Das wäre würdelos, und außerdem wissen wir aus Splatterfilmvorführungen, dass man wohl seine Augen zumachen, nicht aber seine Ohren verschließen kann.<br />
Ich verordnete mir Gleichmut. „Nimm dich zusammen“, sagte ich zu mir selbst. „Diese knapp vier Minuten wirst du ja wohl durchhalten! Ich glaub‘, es geht los!“ (Das ist eine süddeutsche Redensart, die so viel bedeutet wie: Ich glaub‘ mein Hamster bohnert!)<br />
Los ging es tatsächlich, und nur Wimpernschläge später befand ich mich im Klammergriff der Pastiche. Parallel dazu brachen die Verantwortlichen am Tresen in helles Entzücken aus.</p>
<p>Nach einem kurzen Intro begannen die Sänger mit der Arbeit. Sie bringen das Kunststück fertig, keinen einzigen wahren Ton herauszulassen, während sie doch das Einstudierte zweifellos fehlerfrei und technisch sauber ablieferten. Elisabeth von Österreich-Ungarn mutiert in dieser Darbietung zu einem zickigen Motivationscoach. Von einem seltsamen Entsetzen in Bann geschlagen, lausche ich einer Originalschöpfung, die wie eine Übersetzung klingt: „&#8230; dann tanze ich auf meine ganz besond&#8217;re Art. Am Rand des Abgrunds oder nur in deinem Blick.“<br />
Von dem lauwarmen Krampf, in dem ich vor mich hinbebe, will ich mir auf keinen Fall etwas anmerken lassen. Vermutlich kucke ich gerade ähnlich dumm aus der Wäsche wie ein gelangweilter Partygast, der versucht, einen Gähnanfall zu verheimlichen.<br />
Während ich mich wie das Opfer in einem Bela-Lugosi-Film fühle, das von näherkommenden Wänden bedrängt wird, wird auch Sisi zu einem klebrigen Würfel gepresst.<br />
Endlich imitiert der Synthesizer einen Posaunen-Abschluss: Sisi hat es geschafft, der Tod leistet keinen Widerstand mehr.<br />
War das denn jetzt wirklich sooo schlimm, fragt mich das Trash-Teufelchen auf meiner Schulter – es ist eine rhetorische Frage.</p>
<p>Älter an Seele und Gesicht wanke ich ins Freie, fünf Stunden vor Sonnenaufgang bereits restlos verkatert. Der Sisi-Zeitgenosse Leon Bloy hat es ganz richtig erkannt: „Der echte Wahnsinn ist jener, der am stärksten auf volkstümlicher Einbildungskraft ruht.“<img decoding="async" src="http://vg02.met.vgwort.de/na/1e0a5edf6c3e4867bac61656b4d170b6" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Ein Haufen toller Hunde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Nov 2017 18:10:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 100. Todestag von Léon Bloy Die Metapher vom leeren Magen, mit dem die größten Werke geschaffen wurden, ist sarkastisch aber zutreffend. Das Wort „Werke“ steht für alle Kunst, der „leere Magen“ für jegliche Art von Entbehrung jenseits der uns &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/11/04/ein-haufen-toller-hunde/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/11/04/ein-haufen-toller-hunde/">Ein Haufen toller Hunde</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 100. Todestag von <strong>Léon Bloy</strong></p>
<p>Die Metapher vom leeren Magen, mit dem die größten Werke geschaffen wurden, ist sarkastisch aber zutreffend. Das Wort „Werke“ steht für alle Kunst, der „leere Magen“ für jegliche Art von Entbehrung jenseits der uns so vertrauten Zivilisationswehwehchen &#8211; wie etwa die Zumutung, alt werden zu dürfen. Totalitäre Systeme sind ein zuverlässiger Nährboden für phantastische Literatur, wie die Russen uns immer wieder bewiesen haben, aber vor weniger als 100 Jahren war ganz Europa ein verheerter Landstrich, und wer imstande war zu formulieren, der konnte aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen.<br />
Im Falle von Léon Bloy, der als Freischärler am <strong>Deutsch-Französischen Krieg</strong> teilgenommen hatte und dann in Armut weiterlebte, trug das Entsetzliche zwanzig Jahre später Früchte: in Form dreißig kurzer Erzählungen, die sich vor dem Hintergrund dieser Katastrophe abspielen. Sie sind in <strong>„Blutschweiß“</strong> versammelt.*<span id="more-9056"></span><br />
Perverse Zeitläufte bringen selten nette Unschuldslämmer hervor: Bloy war ein erzkatholischer Patriot, der den Krieg nicht als Prüfung, als Heimsuchung betrachtete (das konnte er sich als Betroffener wohl nicht leisten), sondern als etwas Unvermeidliches, etwas „Heiliges“. Für das, was der Begriff „Heiliger Krieg“ heute bedeutet, sollten wir ihn dennoch nicht in Haftung nehmen.<br />
In der Tat wehte mich beim Lesen dieser Geschichten stets Zeit- und Lokalkolorit an, aber niemals der Versuch des Autors, mich auf irgendeine Seite zu ziehen. Die Gräuel des Krieges werden niemals verherrlicht oder auch nur verharmlost, seine Absurdität nicht in Frage gestellt &#8211; im Gegenteil. Eine ganze eher handlungsarme Erzählung ist allein dem Schmerz einer einzigen Trauernden gewidmet, um die sich der müde Tross der Geschundenen klaglos herumwindet.<br />
Immer wieder bleibt Zeit für Miniaturen, hinreißende Versager- und Verliererportraits, die uns aus unseren Tagen sehr bekannt vorkommen. Und diese Verlierer finden sich auf beiden Seiten der Front – je nachdem, wer sich im Einzelfall eine Blöße gegeben hat.</p>
<p>Und dann ist da noch die Sache mit dem Humor. Jorge Luis Borges wird vom Verlag mit dem Hinweis zitiert, den Schwarzen Humor** habe „niemand (…) mit der Vollendung und dem Wortreichtum von Léon Bloy erreicht.“ Clemens Setz, der „Blutschweiß“ für die „ZEIT“ (positiv) rezensierte, traute diesem Urteil zunächst nicht recht und fürchtete, es könnte sich bei dem, was Borges amüsiert hat, um wuchernde Stilblüten gehandelt haben, unfreiwillige Komik zwischen weltgeschichtlicher Logik und wirklicher Erzählkunst. Ich, den eine findige Sprache beinahe zwangsläufig erheitert, hatte da niemals einen Zweifel. Die Bosheit, mit der Bloy beispielsweise einen entsetzlich unbegabten Maler beschreibt, dessen Hauptwerk – ein Bildnis zweier weinender Frauen – geeignet ist, Dutzende Preußen in eine tödliche Falle zu scheuchen, ist allerbestes literarisches Kabarett.</p>
<p>Natürlich gibt es vor allem reichlich <em>Grand Guignol</em>: durch all den Schlamm, über all die Leichenberge stapfen hünenhafte Mutanten des Krieges, wie sie Stallone oder Schwarzenegger gespielt haben könnten, aber auch Figuren, die in ihrer Kraft und Tumbheit eher an den Hulk erinnern; mitunter ist die Grenze fließend.<br />
Bloys Geschichten sind in jeder Zeile saftig und haarsträubend – im Sinne eines wirklich fesselnden Leseerlebnisses – und doch sind sie das Gegenteil von Kolportage. Sie sind nicht recherchiert, sie sind miterlebt. Das ist eine rare Kombination.<br />
Diese wusste auch ein späterer Fußsoldat zu schätzen: Heinrich Böll. „Das Blut der Armen“ war für ihn eine bleibende Lektüreerfahrung. Darin entwickelt Bloy &#8211; selbst oftmals an der Elendsgrenze &#8211; eine Theologie der Armut. Böll: „Er hat sehr viel über Geld geschrieben. Das Geld hat ihn ungeheuer beschäftigt. Die rein materialistische Bedeutung des Geldes, wie sie Marx analysiert hat, ergänzt er mit einer Metaphysik des Geldes. Weiterhin attackiert er einen bestimmten spießigen Katholizismus. Seine innerkatholischen Polemiken haben ganze Schriftstellergenerationen beeinflusst.“</p>
<p>In einer Literaturszene, in der Benjamin von Stuckrad-Barre uns in unserem führenden Nachrichtenmagazin allen Ernstes Udo Lindenberg als seligmachenden Philosophen hinhalten darf, heben mir Bloys Erzählungen für einen beglückenden Augenblick die Schädeldecke &#8211; einen belebenden Wind hindurchlassend, der auch die Seele streichelt -, um sie dann präzise wieder an ihrem Platz abzusetzen. Zurück bleibt ein mit den Plattheiten unserer digitalen Bequemlichkeit kurzzeitig versöhnter Leser, ein Getrösteter.</p>
<p>_______________________<br />
* Matthes &amp; Seitz, Berlin 2011<br />
** &#8230; ein Ausdruck, der freilich erst später geprägt wurde.<img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg02.met.vgwort.de/na/6fcd0f9394e142519557cdfbaca34b21" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Der Saurier und Du</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Nov 2014 11:30:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Clemens Setz zum 32. Geburtstag Dass es das “Literarische Quartett” nicht mehr gibt, ist ohnehin ein großer Jammer, aber angesichts eines Objektes wie “Indigo” überkommt mich die schiere Untröstlichkeit. Nicht auszudenken, welches Vergnügen es bereitet hätte, den Herrschaften beim &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2014/11/15/der-saurier-und-du/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2014/11/15/der-saurier-und-du/">Der Saurier und Du</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p lang="en-US"><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">betr.: <strong>Clemens Setz</strong> zum 32. Geburtstag</span></span></p>
<p><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="en-US">Dass es das <strong>“Literarische Quartett”</strong> nicht mehr gibt, ist ohnehin ein großer Jammer, aber angesichts eines Objektes wie <strong>“Indigo”</strong> überkommt mich die schiere Untröstlichkeit. Nicht auszudenken, welches Vergnügen es bereitet hätte, den Herrschaften beim Zerpflücken und Rezensieren dieser Geschichte und ihres Schöpfers zuzuhören.<br />
</span></span></span>“Indigo”, der zuletzt erschienene Roman von Clemens Setz, spielt mit der Idee einer mysteriösen Krankheit, an der weniger die Betroffenen leiden als ihre unmittelbaren Mitmenschen. Gleich nach der Geburt geht von den Patienten eine unheilvolle Wirkung aus: ihr Gegenüber <span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">befallen Übelkeit, Schwindel und heftige Kopfschmerzen. Das bald Indigo-Syndrom genannte Phänomen ist nicht heilbar, aber es wächst sich mit der Zeit aus. Bis dahin müssen die betroffenen Kinder isoliert werden. Dazu wird ihnen ein abgelegenes Internat errichtet. </span></span><br />
<span id="more-667"></span><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">Es gibt hier freilich auch einen Helden und eine „richtige“ Handlung, aber mich faszinierte vor allem der sauber konstruierte fiktive historische Hintergrund: Im Rückblick wird auf zwei Zeitebenen erzählt, wie dieses Phänomen auftrat, wie lange es dauerte, bis sich irgendjemand einen Reim darauf machen konnte und was die Betroffenen persönlich auszustehen hatten. </span></span><br />
<span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">Der Autor schafft sich ein haarsträubendes Tableau und weiß dann auch darin herumzulaufen – ein seltenes Zusammentreffen. Weiterhin ist das Werk gespickt mit liebevoll faksimilierten Dokumenten und literarischen Miniaturen. (Allein die Geschichte über die „Zigarettenmänner“, die aus ihrem Leben fliehen und ja schließlich irgendwo bleiben müssen ist ein kleines Kunstwerk für sich!)</span></span></p>
<p>Mit Büchern konnte der Schriftsteller Clemens Setz lange nichts anfangen. Er vertrieb sich die Zeit mit Computerspielen, bis ihn eine Erkrankung und ein Gedicht von Ernst Jandl den heutigen Weg einschlagen ließen. Daraufhin begann er exzessiv zu schreiben. Schon sein Debütroman wurde 2007 für den &#8222;Deutschen Buchpreis&#8220; nominiert, tatsächlich ausgezeichnet wurde er 2015 mit dem Preis der &#8222;Leipziger Buchmesse&#8220;.<br />
Clemens Setz kam in Graz zur Welt, wo er Mathematik und Germanistik studierte und noch heute als Übersetzer und freier Schriftsteller lebt. Wie viele seiner Figuren ist auch der Autor ein hochsensibler Synästhetiker, bei dem Alltagsgeräusche wie das Rascheln trockener Blätter oder das Knistern von Stoff und Papier innere Farbenspiele und körperliche Empfindungen auslösen.</p>
<p>Dass ich<span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;"> </span></span><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">nach einer einzeiligen Inhaltsangabe in einem län</span></span><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">geren SPIEGEL-Artikel sofort wild darauf war, &#8222;Indigo&#8220; zu lesen, lag natürlich an seinem unwiderstehlichen Plot, hatte aber auch damit zu tun, dass ich Clemens Setz in der Hamburger Veranstaltungsreihe „Seitensturm“ schon einmal persönlich erleben durfte – ich glaube, sein Erzählungsband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ und eine Auszeichnung mit dem &#8222;Ingeborg-Bachmann-Preis&#8220; waren der aktuelle Aufhänger.<br />
</span></span>Da ich mich an seine üblicherweise  sehr umfangreichen Romane nicht recht herantraue, freue ich mich über seine gelegentliche Gastbeiträge in seriösen Zeitungen, Interviews oder Radio-Auftritte.<br />
Im Vorwort zum Bildband „<span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">Die verlorenen Welten des Zdenek Burian“, in dem historische Saurier-Illustrationen versammelt sind,</span></span><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;"> beschreibt </span></span><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">er</span></span><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;"> zunächst „</span></span><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;">den aristokratischen Nullblick des Riesennashorns, diese unglaubhafte Selbstsicherheit mitten in der Einöde. Oder den sonderbaren Chasmosaurus mit seinem riesigen keilförmigen Kopf. Er wirkt als wäre er festgeklemmt in der Luft, in einer evolutionären Sackgasse“. Er erzählt aber auch, wie „missverstanden“ diese urzeitlichen Ungetüme auf ihn wirkten, als er sie Jahrmillionen später als Monumente in Crystal Palace wiedertraf.<br />
In seiner Rezension eines Bandes mit Erzählungen aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 schildert er ein Dilemma, wie es wohl jeder Bücherwurm schon einmal erlebt hat: „Eigentlich wollte ich über Léon Bloy schimpfen, aber seine Geschichten aus &#8218;Blutschweiß&#8216; haben mich tagelang umgetrieben.“ Wenn er das näher ausführt, will ich dieses Buch auch lesen, und sein Autor wird sich auch stilistisch an der Rezension messen müssen.</span></span><span style="font-family: Cambria,serif;"><span style="font-size: medium;"><br />
</span></span><img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/aff037752dea433da6fc94084ed48882" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2014/11/15/der-saurier-und-du/">Der Saurier und Du</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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