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	<title>Reihenkrimi Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Reihenkrimi Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Wie bei armen Leuten</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jan 2025 19:58:18 +0000</pubDate>
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<p>betr.: TV-Kritik <strong>&#8222;Tatort: Restschuld&#8220;</strong></p>



<p>Wer über den neuen Kölner „Tatort“ schreiben will, dem fällt zwangsläufig auch der letzte vom vorigen November wieder ein. Die beiden Folgen sind nämlich qualitativ so unterschiedlich, als würden sie das mit Absicht machen. <strong>„Siebte Etage“</strong> (der vom November) war ein elend-wüster Kitsch (Drehbuch: Eva und Volker A. Zahn, Regie: Hüseyin Tabak), der sich aus der Affäre zog, indem er durch die Wahl eines hehren Sujets – das Leben der Kölner Sex-Arbeiterinnen – eine edle Botschaft vortäuschte, die nur ein Schuft kritisieren bzw. missachten würde. (Wie sollte die Botschaft eigentlich lauten?) Wer damit zurechtkam, dem gaben schwülstig-belehrende Dirnen-Monologe, grell überzeichnete Knallchargen (ununtertroffen: <strong>André Eisermann</strong> als aufgeschwemmter Betreiber eines Konzept-Puffs) und ein quietschbunter Look den Rest, wie er auch bei Rosamunde Pilcher (und eben in den anderen Kölner „Tatorten“) üblich ist.<br>Der aktuelle Fall „Restschuld“ (der Titel ist so popelig, dass man sicher ist, ihn schon mehrmals erlebt zu haben) macht alles anders und alles richtig (<strong>Drehbuch: Karlotta Ehrenberg, Regie: Claudia Garde</strong>). Auch hier gibt es mit Menschen, die aus der Mittelschicht in die Überschuldung und Verarmung rutschen, ein Thema, das uns nachdenklich machen könnte. Wir können das aber auch auf später verschieben und uns erst einmal dem Krimi hingeben. Es liegt in der Natur des Genres, dass sein bunter Strauß an Verdächtigen auch viele Kleinstrollen und Kurzauftritte bereithält, die bei der heutigen Arbeitsweise meist sehr nachlässig inszeniert werden. Nicht so in diesem Fall. Die Figuren stammen aus unterschiedlichen Milieus, sind sorgfältig konzipiert, treffend besetzt und fabelhaft gespielt: das schwule Yuppie-Pärchen wie auch die arbeitsunfähige Geigerin und ihre wohlhabende Freundin, vor der diese sich so entsetzlich schämt, die Schwester des Vermissten und ihr etwas schlichter Ehemann. Dass es längst keine Abspänne mehr gibt, die uns nach der Sendung die Möglichkeit geben, einzelne Leistungen zu würdigen, war besonders schade angesichts der Reklamationsszene im Kaufhaus. Die verzweifelte Verdächtige Frau Schreiter (Wikipedia sagt: <strong>Katharina Marie Schubert</strong>), der Verkäufer (<strong>Daniel Drewes</strong>) und sein stummer Kollege (keine Auskunft) machen ihre Sache so gut, dass man sich hinter der Herrenoberbekleidung verstecken möchte.<br><br></p>
<img decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/4228b80828114a4588090de91693bf7a" width="1" height="1" alt=""><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/01/05/27078/">Wie bei armen Leuten</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Der allerfeinste Hintersinn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Sep 2024 19:09:18 +0000</pubDate>
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<p>betr.: 110. Geburtstag von <strong>Siegfried Lowitz</strong></p>



<p>In der allgemeinen Wahrnehmung deutscher Krimihasen ist <strong>„Der Alte“ </strong>Siegfried Lowitz nie so präsent gewesen wie<strong> „Derrick“</strong> <strong>Horst Tappert</strong>, sein Kollege vom selben Krimi-Sendeplatz am Freitagabend im <strong>ZDF</strong> und tätig im selben Münchner Polizeipräsidium. Das hängt natürlich auch mit der viel kürzeren Amtszeit zusammen (1977-86, also 9 statt 24 Jahre) und damit, dass er unter den nämlichen Titel von teilweise erheblich niedriger versierten Kollegen abgelöst wurde; die Serie läuft noch immer, nunmehr in der 48. Staffel. (<strong>Michael Ande</strong> spielte seinen redlichen Assistenten &#8211; und den seiner Nachfolger &#8211; Gerd Heymann noch 30 weitere Jahre, über 400 Folgen lang.)<br>Lowitz profitierte davon, dass die Drehbücher (anders als bei „Derrick“) von einem ganzen Team geschrieben wurden, dem auch junge Talente und namhafte Gast-Schreiber (wie etwa <strong>Herbert Rosendorfer</strong>) angehörten. Die Qualität war unterschiedlich, aber insgesamt hochanständig – was Lowitz nach seinem selbstgewählten Ausstieg freilich in Frage stellte. Auch den Serientitel fand er ganz fürchterlich. Solche Vorbehalte merkte man ihm jedenfalls nicht an; seine Spielfreude war ungebrochen, bis ihm der spätere <strong>Bond-Bösewicht</strong> <strong>Christoph Waltz </strong>in der 100. Folge den Serien-Tod bescherte. Dem Nachruhm von Siegfried hat es nichts genutzt: niemand macht in der Bewertung zwischen ihm und den anderen ZDF-Kommissaren einen Unterschied, obwohl er mehr als diese ein menschliches Wesen auf den Bildschirm brachte, das nur wenig von einer Kunstfigur hatte.</p>



<p>Siegfried Lowitz trug ein unaufdringliches, verschmitztes Komödiantentum in das Format, das in dieser Form nicht einmal sein direkter Vorgänger, der famose<strong> Erik Ode</strong>, aufbieten konnte oder wollte. Er ließ dezent durchblicken, dass er manche Kollegen / Zeugen / Verdächtige etwas mehr oder weniger mochte als andere, was seiner Figur weitere Wahrhaftigkeit verlieh. Hatte Lowitz alias Erwin Köster ältere Herrschaften zu verhören (also Kollegen seiner eigenen Generation), kam es mitunter zu einer ganz besonderen Chemie, einem unausgesprochenen „Wir wissen doch beide, was hier los ist“. Das galt auch für seine Duette mit dem etwas jüngeren <strong>Henning Schlüter</strong>, der ihm in den ersten Jahren als blasierter Kriminaldirektor Millinger das Leben schwer machte. (In der 78. Folge „Perfektes Geständnis“ vom 9.3.1984 tritt diese herrliche Charge letztmalig auf.) An Schlüters &#8222;komischer Nebenrolle&#8220; wiederum ist beachtlich, dass sie das Gesamtkonzept nicht in dem Schmunzelkrimi abrutschen ließ. So skurril er sich in seinen Wutausbrüchen auch gebärdete, er blieb immer eine Type wie es sie in echten Büros und Amtsstuben tatsächlich gibt.<br><br>Ab und an griffen die Regisseure zu fiesen kleinen Tricks, um das großartige Spiel des Siegfried Lowitz noch weiter zu pimpen.<strong> Zbynek Brynych</strong> erzählt, auf die Episode „Der Freund“ habe er sich besonders gefreut, weil Lowitz hier auf <strong>Walter Sedlmayr </strong>traf. „Und die beiden haben sich dann auch gehasst wie die Pest. Nun bin ich aber jemand, der nie genug Spannung haben kann. Also bin ich von Zeit zu Zeit in den Wohnwagen vom Lowitz gegangen und hab gesagt: ‚Herr Lowitz, der Sedlmayr ist doch wirklich ein guter Schauspieler, nicht wahr?‘ Und so bekam ich, was ich haben wollte.“</p>


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