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	<title>Bob Dylan Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Bob Dylan Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Richard Kummerfeldt &#8211; An den Rändern der Traumfabrik (15)</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Nov 2019 16:57:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Fortsetzung vom 8.11.2019 Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/11/16/richard-kummerfeldt-an-den-raendern-der-traumfabrik-15/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Fortsetzung vom 8.11.2019</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Diesen Bericht seiner späten Aktivitäten als freier Filmmusikproduzent verfasste Richard Kummerfeldt im Exil in Südamerika für ein (deutsches?) Fachmagazin. Es gewährt Einblicke in die letzten Jahre der Tonträgerindustrie vor deren Verschlafen der digitalen Revolution, in die Welt der käuflichen Filmmusik, die Seele des Sammlers (heute „Nerd“), die Finessen des sich wandelnden Urheberrechts und erzählt von der Arbeit mit schwierigen Bürohengsten und Künstlerpersönlichkeiten in den 90er Jahren</em>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hohle Gassen und andere Engpässe <br> </strong><br>Ich fuhr schon am Samstag los, um mit Heinz noch ein wenig plaudern zu können &#8211; ich brauchte immer einen Tag, um wieder in die Kinoroutine reinzukommen. Die Situation, die ich in Pirmasens vorfand, überstieg meine schlimmsten Befürchtungen. Der gesamte Komplex war eingerüstet, in der Einfahrt waren Türme aus Steinen aufgeschichtet, und Sandhaufen bildeten eine weiche Hügellandschaft. Ein schmaler Gang erlaubte den Zugang zum Kino. Da Samstags überwiegend amerikanische Soldaten aus der Garnison vorbeikamen, war die Besucherzahl an diesem Tag normal. Meist in mehreren kleinen Gruppen schauten sich den Film an, tranken jeder drei bis vier Bier und brachten sich in Stimmung für den anschließenden Discobesuch.<span id="more-14875"></span> Auch ein paar unserer Pirmasenser Stammgäste waren gegenwärtig, eigentlich Kundschaft, die tagsüber unter der Woche kam. Man kannte sich, also konnte ich mich mit den Herren unterhalten. Und das bekam ich zu hören: von montags bis freitags, 8 bis 17 Uhr wuselten die Arbeiter auf der Baustelle herum. Betrat ein Kunde die Einfahrt, wurde er lautstark mit anzüglichen Bemerkungen begrüßt. In einer Kleinstadt bedeutete das nicht nur 25 Meter Spießrutenlauf, sondern auch garantierte namentliche Weiterverbreitung aller Namen beim abendlichen Kneipenbummel der Bauarbeiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Sonntag hatte passable
Besucherzahlen; da kamen meist Pärchen aus dem benachbarten Saarland oder aus
Frankreich herüber. Heinz und ich nutzten diesen Tag, die Abrechnungen der
letzten Wochen durchzugehen und Auswege aus der Misere zu suchen. Meine Idee,
einen zwei Meter hohen Holzzaun mit Abdeckplanen zu errichten, wischte Heinz
vom Tisch. Schließlich gehörte die Einfahrt der Deutschen Bank, wir hatten nur
das Nutzungs- bzw. Zugangsrecht. Bis zum Ende der Bauarbeiten hieß es
Daumendrücken, Durchhalten und hoffen, dass Heinz danach mit seinem Filmverleih
Erfolg haben würde. Und sparen, wo es nur ging. Heinz versicherte mir
wortreich, dass mit seinem Deal keine großen Investitionen verbunden seien, und
so erteilte ich ihm meinen Segen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Montag: Heinz fuhr schon früh am Morgen Richtung Bayerischer Wald, ich kaufte etwas zum Essen ein und öffnete das Kino pünktlich 10 Uhr. Ich hätte es mir sparen können. Etwa gegen eins kam der erste Kunde, ein, zwei Stunden später der zweite, um 18 Uhr war ich bei 5 und zum Feierabend (kurz vor Mitternacht) bei 12 oder 13 zahlenden Gästen angelangt. Mir fehlten also rund 500 DM Umsatz. So ging es zwei Wochen lang. Ich war deprimiert, und auch ein überschwänglicher Heinz, der den Vertriebsvertrag mit Herrn Klick in den Händen hielt, konnte mich nicht recht aufmuntern. Meinem Vorschlag, den Laden sofort dichtzumachen, stimmte er nicht zu. Ich bräuchte nur Geduld zu haben. <br> Meine Geduld ging ziemlich genau ein Jahr später zu Ende: der Umbau war fertig, die Festung stand, die Einfahrt war frei und nun durch Kameras und Bewegungsmelder gesichert. Betrat ein Amüsierwilliger die Einfahrt, sprangen die Bewegungsmelder an, vier riesige Strahler erleuchteten die Einfahrt taghell, und die Kameras surrten los. Die Schalterbeamten konnten sich am nächsten Tag über die bekannten Gesichter amüsieren. <br> Heinz´ Abenteuer mit dem Filmverleih funktionierte übrigens nicht und wurde sehr viel teurer als veranschlagt. Dieses Geld, zusammen mit den Verlusten aus dem Kino, sollte mir dann in Odense und Berlin fehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Weihnachtsgeschäft lief nicht wie erwartet. Das lag nicht daran, dass der Außendienst etwa faul gewesen wäre oder das Proton nur uninteressante Titel im Angebot hatte. Nein, die Firma war mit den wichtigen Titeln nicht lieferfähig. Hinter dem Rücken von VRC wurde gemunkelt, er schulde hier, da und dort seinen Lieferanten erhebliche Summen. Mein Blick in die leeren Regale sagte mir, dass an dem Gerücht etwas dran sein könnte. Victor sprach von einem „vorübergehenden Engpass“, den er bis zur nächsten MIDEM beheben würde. Ich solle einfach mit Alhambra weitermachen. Aber auch Alhambra war nicht ganz unschuldig an der finanziellen Misere. Der Vertrieb in Griechenland hatte die erste Lieferung vereinbarungsgemäß bezahlt, bei den Nachlieferungen hatte er dann die Zahlungen eingestellt. Wir hatten die gleiche Situation in Schweden, und auch Österreich zahlte nur sehr zögerlich. Hatten sich bei uns nur solche Firmen gemeldet, die von anderen Lieferanten nicht mehr bedient wurden, weil man sie schon kurz vor dem Konkurs sah?<br><br>Zur MIDEM fuhr ich also mit wenig Begeisterung. Ich erwartete nicht, dort einen unserer Schuldner anzutreffen, und was sollte ich meinen anderen Partnern sagen? Ich hatte noch keinen Veröffentlichungsplan für das Jahr und mit Vertröstungen war auch niemandem gedient. Zwar hatten wir nun einige aktuelle Titel im Programm, aber neben den Problemen in Pirmasens und Hamburg hatte ich den Flop mit Frederick Talgorns „Le brasier – Höllenglut“ noch im Gepäck. Der Film war von der Produktionsfirma groß als neues französisches Epos beworben worden und dann sang- und klanglos untergegangen. Wir hatten ein hübsches, aber unverkäufliches Produkt. Rezensionen von Filmmusik-CDs gibt es fast nie in der normalen Presse, und wie sah es in unserer Nische aus? Luc van de Veens Magazin hatte ich abgehakt. Er war zu sehr damit beschäftigt, seine eigenen Produktionen in höchsten Tönen zu loben (oder loben zu lassen), und als nicht gerade deutschlandfreundlicher Mensch war ihm auch nicht gerade daran gelegen,  einem dortigen Minilabel zu helfen. Vielleicht gefiel ihm aber nur meine Nase nicht. Kurzum: die MIDEM verlief ohne nennenswerte Höhepunkte … außer einer Begegnung mit Christina Haralambidis (siehe weiter oben). </p>



<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-4804" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>
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		<title>„Preise sind wie Hämorrhoiden …“*</title>
		<link>https://blog.montyarnold.com/2017/05/24/preise-sind-die-haemorrhoiden/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 May 2017 22:01:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 76. Geburtstag von Bob Dylan Als Dario Fo 1997 den Literaturnobelpreis bekam, war das etwas Neues, eine Entscheidung, die es offensichtlich darauf anlegte, als besondere Überraschung zu beeindrucken. Zu Beginn der nächsten Ausgabe des „literarischen Quartetts“ überließ es der &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/05/24/preise-sind-die-haemorrhoiden/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/05/24/preise-sind-die-haemorrhoiden/">„Preise sind wie Hämorrhoiden …“*</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 76. Geburtstag von <strong>Bob Dylan</strong></p>
<p>Als Dario Fo 1997 den<strong> Literaturnobelpreis</strong> bekam, war das etwas Neues, eine Entscheidung, die es offensichtlich darauf anlegte, als besondere Überraschung zu beeindrucken. Zu Beginn der nächsten Ausgabe des <strong>„literarischen Quartetts“</strong> überließ es der leicht angewiderte <strong>Marcel Reich-Ranicki</strong> seinen Kollegen, zu dieser Sache kurz Stellung zu nehmen. <strong>Sigrid Löffler</strong> bezeichnete die Bekanntgabe als die übliche &#8222;Lachnummer im November“, was so klang, als wäre sie gar nicht besonders überrascht.</p>
<p>Im vorigen Jahr wagte die Jury mit Bob Dylan wieder ein solches Crossover. Spontan fand ich die Entscheidung ähnlich daneben wie die knapp zwanzig Jahre zuvor – ganz einfach, weil ich die Würdigung von Musikern bzw. politischen Chansonniers lieber durch andere Institutionen erledigt wüsste – schon aus Kompetenzgründen.** Ich konnte mir auch bis jetzt den Verdacht nicht ausreden, Bob Dylans Erreichen des 75. Lebensjahres könnte der eigentliche Erreger dieser Ehrung gewesen sein.<span id="more-7916"></span><br />
Ich versuchte, mir meine Ignoranz damit zu erklären, dass ich mich ja mit Bob Dylan nie angemessen auseinandergesetzt hatte. Rein musikalisch macht er mich einfach nicht satt, und somit ist es mir nie gelungen, zur sicherlich preiswürdigen Botschaft hinter der Musik durchzudringen. (Einen moralischen Kompass erwarte ich mir von ihm ohnehin nicht, denn gegen Krieg, Despotie u.ä. bin ich von Haus aus.)<br />
Es folgte das ehrfurchtsvolle Lauern der Akademie auf die Reaktion des Geehrten. Doch Dylan schwieg. Ist es nicht keck und ein Zeichen zivilen Ungehorsams, sich bei sowas nicht zu freuen, nicht einmal anzurufen? Ist das nicht cool (im Sinne von verwegen-unangepasst)? Nö. Ich finde es stoffelig oder bestenfalls kindisch.<br />
Die Verlage reagierten umso schneller und praktizierten Dylan nun für gutes Geld nachträglich zwischen dicke Buchdeckel. (Damit verscheuchten sie auch den berechtigten Einwand, Dylans Wortkunst ließe sich aus ihrer Einheit mit Musik und Gesang nicht herauslösen.)<br />
Monate später wurde verbreitet, das Preis<em>geld</em> von 8 Millionen Kronen bekäme aber nur, wer persönlich vorbeikommt und vor der Akademie eine Rede hält. Kurz darauf war zu lesen, der Meister überlege es sich doch noch mal, demnächst sei er ja zufällig in der Gegend.<br />
(Merke: Frechheit gegenüber Obrigkeiten ist sexy, solange sie nix kostet!)</p>
<p>Ich war erleichtert, als mit Reinhard Mey endlich ein Kollege Dylans etwas zu diesem Thema sagte***. Er erzählte der SZ, dass ihm „die Vorstellung (des Literaturnobelpreises für Dylan) eigentlich nicht behagt. Es müsste einen Nobelpreis für Singer-Songwriter geben. So sehr mich das für Dylan freut – ich habe gerade wieder Alice Munro gelesen, das ist schon eine andere Spielklasse. Oder wenn ich an Thomas Mann und Pasternak denke, da ist die Luft schon dünn mit ‚Blowin’ In The Wind’.“ Mey hätte den herkömmlichen Nobelpreis eventuell seiner „Vaterfigur“ Georges Brassens zugestanden. „Und an zweiter Stelle Leonard Cohen.“<br />
Ich finde, noch vor ihnen allen hätte Noël Coward drankommen müssen, zumal er zusätzlich zu seinen Liedtexten auch Theaterstücke und Erzählungen geschrieben und es sich gesellschaftspolitisch gar nicht so gemütlich gemacht hat, wie die (geringe) heutige Rezeption vermuten lässt.**** Aber er war zu früh dran. Als man in Stockholm mit Dario Fo erstmals eine so quirlige Wahl traf, war Coward schon fast fünfundzwanzig Jahre tot. Und selbst für Reinhard Meys Spezialpreis wäre er zur Unzeit gekommen, denn als Coward diesen Beruf ausübte, nannte man das noch gar nicht Singer-Songwriter.</p>
<p>_____________________<br />
* „… irgendwann kriegt sie jedes Arschloch“, meinte Billy Wilder, selbst mehrfacher Oscar-Preisträger.<br />
** Wer vor einigen Jahren dieselbe Idee hatte, steht unter <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/11/28/der-song-des-tages-a-fool-in-love/">https://blog.montyarnold.com/2015/11/28/der-song-des-tages-a-fool-in-love/</a><br />
*** SZ vom Samstag/Sonntag, 22./23. April 2017<br />
**** Mehr dazu unter <a href="https://blog.montyarnold.com/2014/12/16/noel-coward-und-die-erfindung-des-promis/">https://blog.montyarnold.com/2014/12/16/noel-coward-und-die-erfindung-des-promis/</a><img decoding="async" src="https://vg06.met.vgwort.de/na/41ad5d9382f147a1b5f68397b94b26ee" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/05/24/preise-sind-die-haemorrhoiden/">„Preise sind wie Hämorrhoiden …“*</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Dickköpfigkeit sei sexy!</title>
		<link>https://blog.montyarnold.com/2016/11/04/dickkoepfigkeit-sei-sexy/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2016 11:06:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 5. Jahrestag des &#8222;Auffliegens&#8220; des NSU Im Zusammenhang mit dem neuen Nationalpopulismus in Europa und der Wahrscheinlichkeit, dass die Amerikaner in wenigen Tagen einen Fachmann zum Präsidenten wählen, wurde in letzter Zeit viel über den Verlust der guten Sitten &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/11/04/dickkoepfigkeit-sei-sexy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/11/04/dickkoepfigkeit-sei-sexy/">Dickköpfigkeit sei sexy!</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 5. Jahrestag des &#8222;Auffliegens&#8220; des NSU</p>
<p>Im Zusammenhang mit dem neuen Nationalpopulismus in Europa und der Wahrscheinlichkeit, dass die Amerikaner in wenigen Tagen einen Fachmann zum Präsidenten wählen, wurde in letzter Zeit viel über den Verlust der guten Sitten in der öffentlichen Debatte geklagt. Selbst, wenn Donald Trump nicht gewählt werden sollte, sei das gesellschaftliche Niveau auf Jahre vergiftet. Wir Europäer haben auch nach dieser Wahl noch genügend Personal, das diese Vergiftung weiter betreibt.</p>
<p>Dieses Problem hat noch einen Nebenschauplatz. Er ist vergleichsweise harmlos, aber dennoch treibt er mich um. <span id="more-6547"></span>Ein alter Hase des deutschen Showgeschäfts, der Name ist hier völlig unwichtig, wurde kürzlich im Fernsehen portraitiert. Sowohl er selbst als auch ein langjähriger Angestellter des Künstlers betonten in einzelnen Statements, wie wenig sich der Betreffende je die Butter vom Brot habe nehmen lassen, wie genau er immer wisse, was er tue, dass er sich nicht reinreden ließe u. dergl. Das wurde von beiden mehrmals betont, und ganz offensichtlich war es dem Portraitierten wichtig, diese Botschaft über die ganze Sendung zu verteilt zu wissen. In weniger dick aufgetragener Form wurde das auch anlässlich des Nobelpreises für Bob Dylan gesagt – hier natürlich ohne dessen Zutun. Die durchweg lieb gemeinten Dylan-Lobgesänge enthielten stets Begriffe wie „Aufmüpfigkeit“ und „Unbequemlichkeit“ als Komplimente. Schließlich ist Dylan ja ein großer Protestierer und Feuerkopf. Diese beiden Beispiele sind beliebig ausgewählt. Mangelnde Teamfähigkeit – sei sie nun selbst- oder fremdbehauptet, wahr oder gelogen – ist in der Unterhaltungsindustrie zu einem offiziellen Qualitätsmerkmal geworden. Das passt gut zum Klischee des Künstlers, der schließlich seine Vision gegen die Verhältnisse und den Dumpfsinn der jeweiligen Verantwortlichen verteidigen muss.<br />
Wer tatsächlich Teil der Medienbranche ist, kann dieses Klischee nur schwer ertragen. Je größer und ertragreicher die Unterhaltungsbranche und je breiter der Mainstream wird, desto weniger Platz ist für Individualismus und persönliche Befindlichkeiten. Die geringste kritische Position – auch wenn sie nicht „persönlich“ ist, sondern der Sache dienen möchte – birgt das Risiko, zurückgepfiffen werden. Die beschriebene „Unbequemlichkeit“ darf ich sich nur erlauben, wer den Spielraum hat, nach unten zu treten.</p>
<p>Während das politische Leben zunehmend einer Feuerwehrübung in der Klapsmühle gleicht, lernt man als Künstler, was Artigkeit und Stillsitzen bedeuten.<img decoding="async" src="https://vg05.met.vgwort.de/na/500ba981adb9475e9be397646c06db00" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Der Song des Tages: „A Fool In Love“</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2015 14:42:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 72. Geburtstag von Randy Newman 2001 war wieder einmal ein Song von Randy Newman für den Oscar nominiert (seine insgesamt 16. vergebliche Nominierung für Song oder Soundtrack). Er stammte aus dem Film „Meet The Parents“, einer Komödie mit Adam &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/11/28/der-song-des-tages-a-fool-in-love/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/11/28/der-song-des-tages-a-fool-in-love/">Der Song des Tages: „A Fool In Love“</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 72. Geburtstag von <strong>Randy Newman</strong></p>
<p>2001 war wieder einmal ein Song von Randy Newman für den Oscar nominiert (seine insgesamt 16. vergebliche Nominierung für Song oder Soundtrack). Er stammte aus dem Film <strong>„Meet The Parents“</strong>, einer Komödie mit Adam Sandler und einem angenehm selbstparodistischen Robert DeNiro, die – wie wir heute wissen – noch Sequels nach sich ziehen sollte.<br />
<strong>„A Fool In Love“</strong> war ein flotter Tune im Musical-Comedy-Stil, ein Duett, das sich auch solo vortragen ließ, ein unausweichlicher Ohrwurm, der beste amerikanische Filmsong in Jahren.<br />
Den Oscar bekam er trotzdem nicht. Stattdessen wurde Bob Dylan für seinen Beitrag für <strong>„The Wonder Boys“</strong> ausgezeichnet.<br />
Jetzt mal ganz unter uns: Diese Wahl hatte nichts mit Qualität zu tun. Die Academy freute sich einfach, eine solche Musik-Legende im Hause zu haben und gab ihm den Preis gewissermaßen als Anerkennung eines gewaltigen Lebenswerkes – was verständlich und berechtigt ist, aber nicht der Sinn und Zweck des Oscars für den besten Filmsong. („Thema verfehlt!“ hätte meine Deutschlehrerin gesagt und der Academy Of Motion Picture Arts And Sciences mit kaltem Lächeln eine Sechs gegeben.)<br />
Zumal <strong>„Things Have Changed“</strong> auch kein eigentlicher Filmsong war, sondern einfach ein fabelhafter Bob-Dylan-Song, wie er ihn auch ohne „The Wonder Boys“ komponiert hätte.<span id="more-3642"></span></p>
<p>Im folgenden Jahr war Randy Newman wieder nominiert, diesmal für “If I Didn’t Have You” aus dem Pixar-Film „Die Monster AG“.<br />
Das schlechte Gewissen wegen der Lachnummer des Vorjahres und den vielen vergeblichen Nominierungen Newmans führten dazu, dass er diesmal den Oscar bekam &#8211; für ein eher braves, popeliges Liedchen, das Henry Mancini zuvor schon mehrmals und viel besser geschrieben hatte.<br />
Die Jury hatte in diesem Jahr noch einen aktuelleren Grund für Gewissensbisse: den Oscar für den besten Animationsfilm bekam nämlich nicht „Die Monster AG“, der ihn verdient gehabt hätte, sondern der tutige Familien-Schnarchfilm „Shrek“. Insofern hatte man mit der Randy-Newman-Trophäe gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3669" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2015/11/Randy-Newman-deutsch.jpg?resize=640%2C317&#038;ssl=1" alt="Randy Newman deutsch" width="640" height="317" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2015/11/Randy-Newman-deutsch.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2015/11/Randy-Newman-deutsch.jpg?resize=300%2C149&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2015/11/Randy-Newman-deutsch.jpg?resize=1024%2C507&amp;ssl=1 1024w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<p>Ich riß mich los von so viel Kunstverständnis, schaltete den Fernseher aus und legte eine Randy-Newman-Platte auf.<br />
Hätte es sie damals schon gegeben, hätte ich sicher zu „Political Science“ gegriffen, dem Doppel-Album mit den deutschen Versionen zahlreicher Songs des Meisters, aus der Feder der Kollegen vom Hamburger „Polittbüro“.<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg01.met.vgwort.de/na/9bdfe78877014faa979ac559eba2ac74" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/11/28/der-song-des-tages-a-fool-in-love/">Der Song des Tages: „A Fool In Love“</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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