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	<title>Kabarett der Komiker Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Kabarett der Komiker Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Durch die Hintertür zum großen Kino</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Feb 2020 17:38:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 105. Geburtstag von Georg Thomalla Unter jüngeren Mediennutzern und –schaffenden ist es Ehrensache, die deutsche Synchronisation generell zu verschmähen. Kameraleute, Regisseure, Schauspieler unter 35 beeilen sich stets, (ungefragt) darauf hinzuweisen, dass ihnen selbstverständlich nur die Originalfassung ins Haus kommt. &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/02/14/georg-thomalla/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph"> betr.: 105. Geburtstag von <strong>Georg Thomalla</strong> <br><br>Unter jüngeren Mediennutzern und –schaffenden ist es Ehrensache, <strong>die deutsche Synchronisation</strong> generell zu verschmähen. Kameraleute, Regisseure, Schauspieler unter 35 beeilen sich stets, (ungefragt) darauf hinzuweisen, dass ihnen selbstverständlich nur die Originalfassung ins Haus kommt. <br> Einer der schönsten Gründe, diesen kategorischen Imperativ für einen Irrtum zu halten, ist Georg Thomalla. </p>



<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="341" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/02/Thomallablog.jpg?resize=640%2C341&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-15438" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/02/Thomallablog.jpg?resize=1024%2C545&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/02/Thomallablog.jpg?resize=300%2C160&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/02/Thomallablog.jpg?resize=768%2C409&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/02/Thomallablog.jpg?resize=940%2C500&amp;ssl=1 940w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/02/Thomallablog.jpg?w=1090&amp;ssl=1 1090w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption> <em>So sah Georg Thomalla eigentlich immer aus (lks., Qulle: Youtube / Pidax Medien) und so in einem anderen Leben (r.; Quelle: Oldthing, Internet-Portal für historische Autogrammfotos).</em> </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Georg Thomalla war einer der Lieblingsschauspieler<span id="more-15437"></span> meiner Oma mütterlicherseits (ebenfalls aus Oberschlesien), und als ich klein war, war er häufig im Fernsehen zu erleben: in angestaubten Nachkriegs-Lustspielen und aktuellen Boulevardklamotten für das Fernsehen, die aber keine Minute neuer oder frischer wirkten. Sein Spiel schien immer ein klein wenig übereifrig, doch das täuschte. Ich hatte nie das Gefühl, dass er übertreibt; es sah eher so aus, als kämen die anderen nicht richtig aus sich heraus. In diesem generell zur Outrage neigenden Umfeld war das ein bemerkenswerter Effekt … Thomalla hatte sich nie Schauspielunterricht leisten können und sein Handwerk auf der Schmiere gelernt. <br><br> Georg Thomalla war ein Star der leichten Muse und spielte auch im „Kabarett der Komiker“, aber im Grunde hatte man weder für seinen schrägen Personalstil noch für seine Subtilität eine rechte Verwendung. Wie so viele seiner Schauspielerkollegen, die ihr Talent in Heimatfilmen, Reihenkrimis oder im neuen deutschen Sozialarbeiterkino vergeuden mussten, versandete auch er im Unterhaltungsbegriff der frühen Bundesrepublik. <br><br> Er entkam dieser Klemme zumindest stimmlich. Fast von Anfang an und bis zum Ende war er der Stammsprecher des legendären Charakterkomödianten Jack Lemmon, der irgendwann beschloss, auch ernste Rollen zu spielen und dem das Publikum so andächtig wie begeistert auf all seinen Wegen folgte. Die beiden alterten gemeinsam (oder sagen wir parallel &#8211; Thomalla war fast auf den Tag genau zehn Jahre älter), bekamen etwa zur selben Zeit ihr Gebiss eingesetzt (Lemmon das hochwertigere, Thomalla das deutlicher hörbare) und verschwanden quasi gemeinsam von dieser Welt. Thomalla ist im Hauptberuf Schauspieler geblieben, doch nach seiner Mitwirkung in einer Kinoklamotte, die auch von seinen Freunden als Tiefpunkt deutschen Filmschaffens anerkannt wurde, war seine Kinokarriere Ender der 70er de facto beendet. Danach spielte er noch Boulevardtheater und hat gelegentlich synchronisiert. Besonderen Eindruck machte er auf mich in „Lolita“ als deutsche Stimme von Peter Sellers, der hier seine abgründigste (und beste) Rolle spielt.<br><br> Georg Thomalla war der Inbegriff des Synchron<em>schauspielers</em>. Er brachte die Kunst von Jack Lemmon näher an mich heran, als es das Original vermochte. Und er tat das ganz im Dienste des Schauspielers, ohne ihn neu erfinden oder übertrumpfen zu wollen. So etwas gelingt nur jenen, denen ihr Können erlaubt, ohne Furchtsamkeit und Anstrengung zu agieren. Thomalla konnte am Mikrofon eine Sphäre bedienen, die in der Amüsierkultur der deutschen Nachkriegszeit nur als Import zu haben war.</p>


<p><img decoding="async" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/44c1a84e6f264c7aad71df616685ef99" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/02/14/georg-thomalla/">Durch die Hintertür zum großen Kino</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Und immer schön fröhlich geblieben</title>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2019 13:43:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 30. Todestag von Walter Gross Walter Gross war ein Komödiant. Das bedeutet: in komischen Partien machte er den größten Spaß, aber auch die ernsteren wusste er zu gestalten. In der Leichten Muse – heute würde man sagen: in den &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2019/05/17/walter-gross/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 30. Todestag von <strong>Walter Gross</strong></p>
<p>Walter Gross war ein Komödiant. Das bedeutet: in komischen Partien machte er den größten Spaß, aber auch die ernsteren wusste er zu gestalten. In der Leichten Muse – heute würde man sagen: in den Medien – hat er nichts ausgelassen. So war er nicht nur Schauspieler, sondern auch Kabarettist … und in dieser Funktion diente er auch als Inspizient und Vorhangzieher. Wenn er in der Kulisse stand – aus Gründen der Überlastung nur teilweise umgekleidet, halb im Biedermeierfrack und halb in Unterhosen -, kam es schon mal vor, dass die Kollegen auf der Bühne ihr Duett verlachten. Hilfsgarderobier war er auch und außerdem Einspringer, wenn ein berühmter Kollege, der während der Vorstellung zwischen zwei Theatern pendelte, einmal nicht pünktlich kam. Es waren wilde Zeiten damals im Berlin der Revuetheater, Kellerbrettl und Amüsierpaläste.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-13397" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/05/G%C3%BCnter-Neumann_Kabarettist-an-der-Front-des-Kalten-Krieges.jpg?resize=640%2C906&#038;ssl=1" alt="Günter Neumann_Kabarettist an der Front des Kalten Krieges" width="640" height="906" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/05/G%C3%BCnter-Neumann_Kabarettist-an-der-Front-des-Kalten-Krieges.jpg?w=1181&amp;ssl=1 1181w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/05/G%C3%BCnter-Neumann_Kabarettist-an-der-Front-des-Kalten-Krieges.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2019/05/G%C3%BCnter-Neumann_Kabarettist-an-der-Front-des-Kalten-Krieges.jpg?resize=723%2C1024&amp;ssl=1 723w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><em>In der Collage links oben: der köstliche Walter Gross.</em> <em>Rechte Seite Mitte: <strong>Günter Neumann</strong>, der Chef der Insulaner.</em><span id="more-13396"></span></p>
<p>Walter Gross kam 1903 als Sohn eines Hoteliers in Eberswalde zur Welt, wurde erst Speditionskaufmann und studierte dann an der Schauspielschule des Deutschen Theaters. Bei Max Reinhardt lernte er, Pointen zu setzen, und qualifizierte sich für Auftritte in Friedrich Hollaenders Programmen und im „Kabarett der Komiker“.<br />
Dann kam das Dritte Reich, und nun konnte der Beruf des Komikers auch gefährlich werden. Als Walter Gross zusammen mit Werner Finck und Günther Lüders im Kabarett „Tingeltangel“ allzu frech gegen die neuen Machthaber wurde, landete er im KZ und erhielt anschließend einige Jahre Auftrittsverbot. Bereits zu Kriegszeiten konnte er auf die Theaterbühne zurückkehren.</p>
<p>Eine seiner Glanzrollen, den „Jenosse Funzionär“, fand er in Günter Neumanns RIAS-Radiokabarett „Die Insulaner“ nach dem Krieg. Die Figur war in einer buchstäblichen Schnapslaune entstanden: beim spätabendlichen Zusammensein mit Kollegen hatte er sich erhoben und eine Ur-Berliner Rede gehalten, die Neumann so komisch fand, dass er sie sofort ins Programm aufnehmen wollte. Doch Walter hatte improvisiert und sich kein einziges Wort davon gemerkt. Man redete nicht mehr davon, bis der Chef eines Tages mit einer Nummer wiederkam, die dieser Darbietung deutlich nachgebildet war. Der trottelige SED-Funktionär wurde zu einem Renner bei den Hörern und zu einer Säule der Insulaner-Programme.  Ab 1953 spielte Walter Gross auch bei den „Stachelschweinen“. Unterdessen brachte er es auf unzählige Theateraufführungen, 120 Fernsehproduktionen und 160 Kinofilme.</p>
<p>Meine Generation kennt ihn noch als muffigen Kauz in „Drei Damen vom Grill“, die noch reiferen Jahrgänge haben ihn als Synchronsprecher in zwei prominenten Cartoon-Rollen erlebt: als Winnie Puuh und (mit praktisch unverstellter Stimme) als Schweinchen Dick.<br />
Davon ist heute nichts mehr übrig, diese Kunst erwies sich als beinahe ebenso flüchtig wie die Theaterauftritte. Der Disney-Bär wurde längst umbesetzt, und die Serie „Schweinchen Dick“ geriet schon beim ersten Durchlauf im ZDF 1972 wegen zu großer Brutalität in die Kritik und wurde abgesetzt. Als zehn Jahre später die Warner-Cartoons mit „Mein Name ist Hase“ ins Kinderfernsehen zurückkehrten, fehlte Schweinchen Dick im ansonsten vollzähligen Ensemble um Bugs Bunny und Daffy Duck – so als wollte man kein Risiko eingehen. Ein einziges Mal rutschte das kleine Ferkel in einer winzigen Nebenrolle in eine Ritterfilm-Parodie. Für diesen Auftritt wurde der Walter Gross nicht mehr bemüht. Mir hallt noch sein Schlusswort aus „Schweinchen Dick“ in den Ohren: „Und immer schön fröhlich bleiben!“<em><img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/6ae5a6ba29224e779dccd7d0d3da8c3a" alt="" width="1" height="1" /></em></p>
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		<title>Gar nicht komisch</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2015 19:06:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 53. Todestag von Willy Schaeffers Wer in Berlin gegen Ende der zwanziger Jahre am KaDeWe in Richtung Westen fuhr, passierte das nicht weniger berühmte KadeKo am Ku’damm, das Kabarett der Komiker. Dieses heute vergessene Etablissement ist eine jener Kabarett-Institutionen, &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/08/10/gar-nicht-komisch/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/08/10/gar-nicht-komisch/">Gar nicht komisch</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>b</strong>etr.: 53. Todestag von <strong>Willy Schaeffers</strong></p>
<p>Wer in Berlin gegen Ende der zwanziger Jahre am KaDeWe in Richtung Westen fuhr, passierte das nicht weniger berühmte KadeKo am Ku’damm, das <strong>Kabarett der Komiker</strong>. Dieses heute vergessene Etablissement ist eine jener Kabarett-Institutionen, die das Dritte Reich überdauerten – sieht man einmal von der kurzzeitigen Schließung sämtlicher öffentlichen Einrichtungen um das Kriegsende ab.<br />
Seit seiner Gründung 1924 war das KadeKo weniger literarisch-politisch gewesen als andere Kabarett-Bühnen und hat die Nationalsozilisten mit seinem Kleinkunst- und Varietéschwerpunkt weniger provoziert. Weiterhin hatte es ab 1938 mit Willy Schaeffers einen sehr diplomatischen Leiter, der es gut verstanden haben soll, sich mit dem Propagandaministerium zu arrangieren, ohne sein satirisches Berufsethos völlig dranzugeben. Er leitete die Bühne, bis sie 1950 aus finanziellen Gründen aufgeben mußte.<span id="more-2866"></span></p>
<p>Werner Finck ist einer der Kabarettisten, die in jenen Jahren dort gespielt haben und der die Zeit in der jungen Bundesrepublik reflektierte, als Zeitzeuge und eben als Kabarettist. Mir als Nachgeborenem fällt es schwer zu glauben, dass er seine in den 60er Jahren wiederaufgeführten alten Programme nicht ein wenig frisiert hat. In den 70er und 80er Jahren, als man keineswegs Gefahr lief, deswegen im KZ zu landen, traute sich kaum jemand, derart treffliche Hitlerwitze zu machen wie Finck, aber vielleicht greift diese Überlegung ja zu kurz.<br />
Sehr viel plastischer ist uns das Kabarett der DDR überliefert, eine ähnlich absurde Konstruktion. Der beteiligte Satiriker Peter Ensikat, Autor für die Dresdner Herkuleskeule und das Berliner Kabarett Die Distel, hat mehrfach beschrieben, wie für alle Beteiligten schmachvoll und lichtlos die Abende waren, an den die Zensoren der SED in der Voraufführung saßen, um das Programm abzunehmen. Auf der Bühne habe man versuchen müssen, so subversiv zu sein, dass die Zensoren die Pointen nicht mitbekamen, das Publikum aber wohl. Ich weiß nicht, ob das geglückt ist, aber Ensikats gramzerfurchtes Gesicht bei all seinen Nach-Wende-Auftritten und Interviews ließ den Horror der totalitären Humorarbeit so eindrucksvoll wieder aufleben, als wäre man dabeigewesen.<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg01.met.vgwort.de/na/1bcfb620e95b49d580653b20e5f884a8" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/08/10/gar-nicht-komisch/">Gar nicht komisch</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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