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	<title>Ray Bradbury Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<title>Ray Bradbury Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Ein Bradbury mit Zusatz-Kick</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Apr 2025 15:51:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Fortsetzung vom 25. März 2025 Ein bestimmter Kollege und Zeitgenosse von Ray Bradbury scheint ein Autor zu sein, der es besser kann. Die – zugegeben &#8211; einzige mir bekannte Geschichte von Alan Rodgers, erweckt den Eindruck, dass dieser nicht nur &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/04/20/27800/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Fortsetzung vom 25. März 2025</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein bestimmter Kollege und Zeitgenosse von<strong> Ray Bradbury</strong> scheint ein Autor zu sein, der es besser kann. Die – zugegeben &#8211; einzige mir bekannte Geschichte von <strong>Alan Rodgers</strong>, erweckt den Eindruck, dass dieser nicht nur famose Ausgangsideen hat – wie der berühmtere Bradbury -, sondern, dass er – im Gegensatz zu ihm – auch in der Lage ist, sie exakt bis zu dem Punkt fortzuspinnen, da sie ihren maximalen Grad an fesselnder Irritation erreicht haben. Und dann aufzuhören. Würde nur eine weitere Zeile folgen, liefen wir auf eine Erklärung zu. Das Geheimnis würde wieder abnehmen, wir könnten etwas befriedigter aus dem Sessel aufstehen – und hätten die ganze Sache sehr schnell wieder vergessen. (Es ist wie in der <strong>„Truman Show“</strong>, als der Held  &#8211; der nicht weiß, dass er in seinem idyllischen Heimatstädtchen ein Gefangener ist &#8211; vom Reisen träumt und einen Golfball wie einen Globus zwischen den Fingern bewegt: „Hier sind wir. Und auf der anderen Seite des Erdballs: Fidschi. Du kannst nicht weiter weg, sonst wärst du wieder auf dem Rückflug!“) </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Stephen King</strong> präsentiert die besagte Rodgers-Erzählung 1987 in der Anthologie <strong>„Popsy“ </strong>(Hrsg.:<strong> J. N. Williamson</strong>) und lobt in seiner Einführung: „Die Chancen für einen Newcomer, in einer großen Hardcover-Anthologie den Platz für eine umfangreiche Novelle eingeräumt zu bekommen, liegen zwischen gering und nicht vorhanden. Aber dieses provozierende Kabinettstück liest sich geradezu rasend flott, ist voller Scharfblick und Ironie, sozialem Gewissen, phantasievollen Höhenflügen und häufig atemberaubender Kühnheit. Nichts, was Sie bisher gelesen haben mögen, ähnelt auch nur entfernt der Story <strong>‚Der Junge, der von den Toten auferstand‘</strong>.“</p>
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		<title>Meine zwei aktuellen Elefanten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Mar 2025 16:26:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Zufall hat mich zwei alte Bücher wieder aus dem Regal holen lassen, die zwei der größten phantastischen Erzähler des 20. Jahrhunderts repräsentieren: Roald Dahls erotischen Kurzgeschichtenband „Kuschelmuschel“ und den Ray&#8211;Bradbury-Roman „Das Böse kommt auf leisen Sohlen“ („Something Wicked This &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/03/25/27635/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Zufall hat mich zwei alte Bücher wieder aus dem Regal holen lassen, die zwei der größten phantastischen Erzähler des 20. Jahrhunderts repräsentieren: <strong>Roald Dahl</strong>s erotischen Kurzgeschichtenband <strong>„Kuschelmuschel“</strong> und den <strong>Ray</strong>&#8211;<strong>Bradbury</strong>-Roman <strong>„Das Böse kommt auf leisen Sohlen“</strong> („Something Wicked This Way comes“).<br><br>Seit ich diese Autoren für mich entdeckte, sind über 40 Jahre vergangen, und das Wiedersehen verleitete mich nicht nur dazu, beide miteinander zu vergleichen, sondern auch mich selbst mit dem Leser von damals.<br>Ich habe die Dahl-Geschichte<strong> „Der letzte Akt“</strong> wiedergelesen, deren sexuelle Aspekte mir seinerzeit noch nicht nachvollziehbar waren. Unabhängig davon hat mich Dahls fesselnde Art, Menschen miteinander reden zu lassen, auf die gleiche Weise gefangengenommen wie heute. (Die meisten der Stories aus seiner mittleren und für mich besten Schaffensphase kommen ohne Sexszenen aus.) Es geht um eine Mutter soeben flügge werdender Kinder, die vom Unfalltod ihres Ehemannes überrascht wird. Ed war nicht nur Annas große Liebe bis zuletzt, er war auch der einzige Mann, mit dem sie je geschlafen hat. Es kostet sie gewaltige Anstrengungen, ins Leben zurückzufinden und sich von Selbstmordversuchen abzuhalten. Als sie auf einer Geschäftsreise den Mann wiedertrifft, den sie in ihrer Jugend für Ed verließ, kommt es zu einem für den Autor typisch abgründigen Kammer-Thriller. An das Ende der Geschichte konnte ich mich noch erinnern. Vergessen hatte ich die Details der Unterhaltung von Anna und Conrad in einer Hotelbar in Dallas, unter der ein großer Subtext brodelt. Eine amüsante Passage daraus sei hier aus demselben herausgerissen:<br>„Hast du mal darüber nachgedacht, warum eine Zigarette weiterbrennt, wenn du sie in den Aschenbecher legst? Tabak brennt nicht von allein. Jeder Pfeifenraucher kann dir das bestätigen.“<br>„Na ja, vielleicht benutzen sie Chemikalien.“<br>„Eben, eben. Sie benutzen Salpeter.“<br>„Brennt denn Salpeter?“<br>„Selbstverständlich. Früher war es ein Hauptbestandteil des Schießpulvers. Auch von Zündschnüren. Es ist sehr geeignet für Zündschnüre. Die Zigarette, die du da rauchst, ist eine erstklassige, langsam verbrennende Zündschnur. Verstehst du?“<br><br>Meine Rezeption von Ray Bradbury ist – trotz des hinzutretenden Erotikfaktors bei Dahl – volatiler gewesen. Ich halte ihn nah wie vor für den Erfinder großartiger Plots, weiß aber inzwischen, dass er nicht der ideale Produzent von Verfilmungen seiner eigenen Arbeiten ist. Ich habe einige seiner Kurzgeschichten als grässliche Fehltritte erlebt, als Versuche, irgendwem (seiner Frau?) zu beweisen, dass er auch ganz liebe Texte schreiben kann (<strong>„Die Laurel-und-Hardy-Liebesgeschichte“</strong>). Ich habe mich gewundert, wie wenig er aus seinen großartigen Ideen mitunter herausholte (<strong>„Die Stadt, wo niemand ausstieg“</strong>). Stilistisch hat mich die Kargheit der großartigen frühen Parabel <strong>„Fahrenheit 451“</strong> beim Wiederlesen verblüfft, und so empfand ich die hochmögende Verdrechselung seiner späteren Sprachbilder als Versuch, diesen von ihm selbst bemerkten Mangel mit der Flucht ins andere Extrem zu parieren. Das kann eine Fehleinschätzung sein, aber es steht Autoren nicht gut zu Gesicht, wenn sie ihre Leser auf solche Ideen bringen. Selbstverständlich bleibt Bradbury einer meiner bevorzugten Autoren. In seinem Klassiker <strong>„The Illustrated Man“ </strong>etwa gelingt es ihm, seinen Sprachrausch solide zu motivieren.<br><strong>„Das Böse kommt auf leisen Sohlen“ </strong>ist nun leider wieder ein Beispiel, in dem Monologe wie der folgende erklingen:<br>„Muss mich beeilen. Gewitter kommt bald. Wart nicht zu lange, Jim. Sonst – bums! Dann finden Sie dich, und die Münzen, das Taschenmesser und der andere Kram in deinen Taschen ist zu einem Klumpen zusammengeschmolzen, das Silber läuft dir die Hosenbeine runter. Und noch etwas: Wird ein Junge vom Blitz erschlagen, dann heb sein Augenlid hoch. Auf seiner Pupille kannst du die letzte Szene eingeprägt finden, die er erblickt hat, fein und winzig wie das Vaterunser auf einem Stecknadelkopf. Ein Foto, wie der Blitz herunterpfeift und deine Seele die glühende Treppe heraufholt! Beeil dich, mein Junge! Hol Hammer und Nägel, sonst bist du vor dem Morgengrauen tot.“<br>Aber ich werde noch ein wenig weiterlesen, wenn auch langsamer als ich es bei Dahl getan habe. Das hat auch mit der uralten Widmung zu tun, die vorn im Buch steht. Sie ist nicht an mich gerichtet (es ist ein Second-Hand-Buch), aber wirklich süß: „Lieber Yorck, das Leben ist ein Abenteuer mit unverwüstlich erscheinenden Schattenseiten. Es gibt eine Möglichkeit, sich ihnen erfolgreich entgegenzustellen … nach der Lektüre dieses Buches wirst du wissen, wie sie aussieht …“<br><br></p>
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		<title>Lesen vom Blatt &#8211; Lange Sätze</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Nov 2024 21:39:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung Wann immer sich Ray Bradbury außerhalb der Science-Fiction betätigte, meinte man ihm die Freude darüber anzumerken, wie souverän er jederzeit aus seiner großen, offiziellen Schublade herauszusteigen in der Lage war. Seine große stilistische Leidenschaft &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/11/03/26591/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wann immer sich <strong>Ray Bradbury</strong> außerhalb der Science-Fiction betätigte, meinte man ihm die Freude darüber anzumerken, wie souverän er jederzeit aus seiner großen, offiziellen Schublade herauszusteigen in der Lage war. Seine große stilistische Leidenschaft pflegte er genreübergreifend: die kolossale Wandmalerei. Eine seiner berühmtesten Erzählungen,<strong> „Der illustrierte Mann“</strong>, könnte geradezu um die Schilderung herum entstanden sein, die Bradbury den Tätowierungen auf dem Körper des Helden widmet – und den Ideen, die sie in einem Betrachter auslösen, der die nötige Muße und Phantasie mitbringt.<br>In der Kurzgeschichte <strong>„Zur warmen Jahreszeit“ </strong>schildert der Autor das andere Extrem. Sein Gegenentwurf zu jener Hautverzierung, die man nicht mehr loswird, ist das Panoramabild, das der alte <strong>Picasso </strong>in den Meeresstrand kritzelt. Als er die letzten Figuren zeichnet, haben die Wellen die ersten längst wieder weggewischt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn dort am flachen Ufer waren Bilder griechischer Löwen, mediterrane Ziegen, Mädchen mit Fleisch aus Sand wie Goldpuder, Satyrn, die auf handgeschnitzten Hörnern bliesen, und tanzende Kinder, die am Strand entlang Blumen streuten, von springenden Lämmern gefolgt, Musikanten, die zum Klang ihrer Harfen und Leiern hüpften, Einhörner, die Jünglingen nachjagten, auf ferne Wiesen zu, Tempelruinen und Vulkane.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hand mit dem hölzernen Stift dieses Mannes, der sich in Fieber und Schweißregen vorbeugte, schrieb, knüpfte und schlang eine ununterbrochene Linie am Ufer entlang, herum, herüber und hinauf, quer darüber hin, hinein, hinaus, stockte, flüsterte, verharrte und eilte dann weiter, als müsste dieses wandelnde Bacchanal zu Ende gedeihen, bevor das Meer die Sonne ausgelöscht hatte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/11/03/26591/">Lesen vom Blatt &#8211; Lange Sätze</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Irgendwo da draußen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jun 2023 15:43:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 10. Todestag von Richard Matheson Zumindest auf dem deutschen Buchmarkt ist der Science-Fiction-Autor Richard Matheson ein Phantom. Die vereinzelten Erzählungen, die von ihm in deutscher Sprache erschienen sind, sind entweder lange vergriffen oder in Sammelbänden versteckt, die ihrerseits vergriffen &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2023/06/23/richard-matheson-irgendwo-da-draussen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">betr.: 10. Todestag von <strong>Richard Matheson</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest auf dem deutschen Buchmarkt ist der Science-Fiction-Autor Richard Matheson ein Phantom. Die vereinzelten Erzählungen, die von ihm in deutscher Sprache erschienen sind, sind entweder lange vergriffen oder in Sammelbänden versteckt, die ihrerseits vergriffen sind. Ganz anders ist es bei <strong>Philip K. Dick</strong>, der das adäquateste Gegenstück zu Matheson darstellt. Dicks Romane und Kurzgeschichten wurden und werden immer wieder aufgelegt, letztere sind sogar vollständig in einer fünfbändigen Hardcover-Edition versammelt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matheson und Dick dürften die beiden meistverfilmten und -adaptierten phantastischen Erzähler ihrer Generation sein (Ray Bradbury folgt mit wenigen Lichtjahren Abstand), in Film, TV, Streaming und den noch unbekannten Medien der Zukunft.<br>Doch während Dick seinem überfälligen Durchbruch zum Weltruhm knapp weggestorben ist – kurz nach der Premiere der Verfilmung seines „Blade Runner“-Stoffes &#8211; hat Matheson frühzeitig für das Kino geschrieben oder seine literarischen Arbeiten selbst adaptiert. Das ist für die ungleiche Präsenz im Bücherregal freilich keine Erklärung, denn seine Leser hat er nie vergessen und emsig weiter beliefert.<br><br>Die Juniausgabe 1986 des Magazins „The Twilight Zone“ hatte ihn auf dem Titelbild. Das „hat ihm nicht den Kopf verdreht … wohl aber einer Anzahl von Leserinnen“, erinnert sich der Herausgeber J. N. Williamson. „Doch der hochgewachsene, sportliche Richard Christian Matheson kann mit ganz anderen Dingen auftrumpfen als mit seinem beneidenswerten Aussehen. Er ist als Redakteur, Berater oder Drehbuchautor für die Fernsehserien &#8218;Quincy&#8216;, &#8218;The Incredible Hulk&#8216;, &#8218;Simon &amp; Simon&#8216;, &#8218;Three&#8217;s Company&#8216;, &#8218;Amazing&#8216; und &#8218;The A-Team&#8216; tätig, ferner als Autor einer brandneuen Sammlung mit dem Titel &#8218;Scars And Other Distinguishing Marks&#8216; [wieder so ein Buch, das es nicht in die deutschen Regale geschafft hat &#8230;]. Richards ansprechendes Äußeres habe ich nur erwähnt, weil ich mir kaum jemanden vorstellen kann, der besser geeignet wäre, um eine Sammlung eigenwilliger und mysteriöser Geschichten (…) vor der Kamera zu präsentieren.“ &#8211; Die Art von <strong>Anthologie-Formate</strong>n, auf die Williamson hier anspielt – Serien, in denen grundsätzlich Mystery verabreicht wird -, sind bei uns erst seit einigen Jahren heimisch geworden &#8211; mit Präsentatoren wie William Shatner, Forest Whitaker, Morgan Freeman oder Jonathan Frakes. Die wenigen deutschen Beiträge zu diesem Schema liegen gut 40 Jahre zurück und wurden ohne Moderator präsentiert. Für Richard Mathesons persönlichen Einsatz auf der Mattscheibe ist es zu spät. Für eine Übersetzung und Herausgabe seiner Bücher nicht.</p>


<p><img decoding="async" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/d55c7e78c823481c85d669c5c31302ea" alt="" width="1" height="1" /></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2023/06/23/richard-matheson-irgendwo-da-draussen/">Irgendwo da draußen</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Wo nie ein Taktstock zuvor gewesen ist &#8211; Der Komponist Bernard Herrmann (19)</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Nov 2018 16:51:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Forstsetzung vom 3.11.2018 betr.: Herrmanns Jahre nach und mit den Jüngern von Alfred Hitchcock (1) Unter Herrmanns neuen Arbeitgebern befanden sich aufstrebende Jungtalente und spätere Starregisseure, seriöse Hitchcock-Bewunderer und schluderige Hitchcock-Nachahmer. Bereits 1966 schrieb Herrmann seine erste Partitur für den &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/11/10/bernard-herrmann-19/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/11/10/bernard-herrmann-19/">Wo nie ein Taktstock zuvor gewesen ist &#8211; Der Komponist Bernard Herrmann (19)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Forstsetzung vom 3.11.2018</em></p>
<p>betr.: Herrmanns Jahre nach und mit den Jüngern von <strong>Alfred Hitchcock</strong> (1)</p>
<p>Unter Herrmanns neuen Arbeitgebern befanden sich aufstrebende Jungtalente und spätere Starregisseure, seriöse Hitchcock-Bewunderer und schluderige Hitchcock-Nachahmer. Bereits 1966 schrieb Herrmann seine erste Partitur für den längst arrivierten <strong>Francois Truffaut</strong>, der mit seinem Interviewbuch <strong>„Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“</strong> den wichtigsten Beitrag zur filmhistorischen Einordnung Hitchcocks – und damit auch Herrmanns – geleistet hatte.</p>
<p>Der Regisseur wünschte sich vom Komponisten „eine imaginäre Musik des 21. Jahrhunderts“, ohne Modernismen, dabei gleichsam kühl und aufwühlend, wie ein melancholischer Kommentar. Truffaut schrieb in sein Filmtagebuch: „Die Musik wird reichlich und wichtig sein. Aber wir sind mit Bernard Herrmann übereingekommen, dass sie nichts bedeuten darf. Sollte ‚Fahrenheit 451‘ eine kommerzielle Pleite werden, würde die Musik daran nichts ändern. Es geht also nur darum, die Fremdartigkeit der Szenen zu begleiten: keinerlei sentimentale Musik bei Montag und Clarissa, nichts Erschreckendes beim Captain, kein komischer Effekt, nicht einmal ein heiterer. Es wird eine Musik sein, die beunruhigen soll.“</p>
<p>Eine Suite aus „Fahrenheit 451“ findet sich bereits auf einem der <strong>DECCA</strong>-Alben*. „Fahrenheit 451“ basiert auf der <span id="more-11756"></span>gleichnamigen Erzählung von Ray Bradbury. Die in einem totalitären Staat der Zukunft angesiedelte Geschichte handelt von den Gewissenskonflikten eines Feuerwehrmannes, dessen einzige Aufgabe es ist, die von der Regierung verbotene Literatur aufzuspüren und zu verbrennen – jegliche Literatur! In Anlehnung an dieses Schriftverbot lässt Truffaut den Vorspann in der unbeschrifteten Titelsequenz zu Herrmanns Musik einsprechen. Besonderen Eindruck machte das musikalische Schlussmotiv, die Beschreibung der anarchischen „Book People“. Die Kritik der F.A.Z. spricht hier von „der Rettung des europäischen Geistes, der sich nur behaupten kann, wenn man die Wohlstandshäuser hinter sich verbrennt, von vorn beginnt, stockend, lernend, frierend, in den Wäldern.“</p>
<p>Im folgenden Jahr entstand „La Mariée etait en noir“, eine Rachephantasie, in der das Publikum einige von Hitchcocks Lieblingsmotiven wiederfinden konnte. Eine Klicke von fünf Männern verschuldet versehentlich den Tod eines Bräutigams auf seiner Hochzeitsfeier. Die junge Witwe Julie wird die nächsten Jahre damit zubringen, diese fünf, die sich ihrer Verantwortung feige entzogen haben, aufzuspüren und nacheinander umzubringen. Das klingt finster – ist es auch. Die Hauptdarstellerin Jeanne Moreau hat später selbstkritisch angemerkt, inzwischen würde sie diesen Part sehr viel humorvoller anlegen. Wegen einer Musikpassage kam es zum Streit zwischen Herrmann und Truffaut. An dieser Stelle – ein Seidentuch schwebt über den Schauplatz des Mordes dahin – setzte der Regisseur das Andante aus dem Mandolinenkonzert von Vivaldi ein, das schon in seinem Drama „L’Enfant sauvage“ erklungen war.</p>
<p>_____________________<br />
* Siehe dazu&nbsp;<a href="https://blog.montyarnold.com/2018/11/03/bernard-herrmann-18/">https://blog.montyarnold.com/2018/11/03/bernard-herrmann-18/</a></p>
<p><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4804" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="Forts. folgt" width="640" height="42" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><img decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/35b750deea7348219e83fd6d057eb68c" alt="" width="1" height="1"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/11/10/bernard-herrmann-19/">Wo nie ein Taktstock zuvor gewesen ist &#8211; Der Komponist Bernard Herrmann (19)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Die wiedergefundene Textstelle: Mathesons böser Knopf</title>
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		<pubDate>Sun, 20 May 2018 12:50:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Medienphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Popkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>
		<category><![CDATA["Button Button"]]></category>
		<category><![CDATA["Knopfdruck für einen Chinesen"]]></category>
		<category><![CDATA["Krimistunde"]]></category>
		<category><![CDATA["The Box" (USA 2009)]]></category>
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		<category><![CDATA[„The Twilight Zone“ (1985-87)]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: &#8222;The Box&#8220; um 1.00 Uhr auf SAT.1 Das Päckchen lag auf der Türschwelle: ein würfelförmiger Karton, der mit normalem Klebeband verschlossen war und auf dem in Großbuchstaben ihre Adresse von Hand geschrieben stand: MR. UND MRS. ARTHUR LEWIS; 217 &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/05/20/die-wiedergefundene-textstelle-mathesons-boeser-knopf/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.:<strong> &#8222;The Box&#8220;</strong> um 1.00 Uhr auf <strong>SAT.1<br />
</strong></p>
<p style="padding-left: 60px;">Das Päckchen lag auf der Türschwelle: ein würfelförmiger Karton, der mit normalem Klebeband verschlossen war und auf dem in Großbuchstaben ihre Adresse von Hand geschrieben stand: MR. UND MRS. ARTHUR LEWIS; 217 E, 27. STRAßE, NEW YORK. Norma hob es auf, öffnete die Tür und trat ein. Die Nacht brach an.<br />
Als sie die Lammkoteletts angebraten hatte, mixte sie sich einen Wodka-Martini und setzte sich, um das Päckchen zu öffnen.<br />
Sie fand einen Schaltknopf, der auf einer kleinen Sperrholzschachtel befestigt war. Eine Glaskugel schützte den Schalter. Norma versuchte, sie hochzuheben, aber sie war solide befestigt. Sie drehte die Schachtel um und sah einen zusammengefalteten Zettel, der mit Tesafilm auf dem Boden der Schachtel befestigt war. Sie las folgendes: „Mr. Steward wird sich heute abend um zwanzig Uhr bei Ihnen einfinden.“<strong><br />
</strong></p>
<p>Mit diesen Worten beginnt die Erzählung <strong>„Button, Button“</strong> (1970) von <strong>Richard Matheson. </strong>Sie entwickelt eine augenblickliche Sogwirkung, sie wurde mehrfach verfilmt, erschien m. W. aber niemals auf Deutsch. All das ist typisch für diesen Schriftsteller.<span id="more-10446"></span><br />
Abgesehen von wenigen verschimmelten Taschenbüchern aus der Wirtschaftswunder-Zeit steht Matheson dem hiesigen Leser nicht zur Verfügung. Das ist auch unter kommerziellen Gesichtspunkten barer Unfug, ist doch dieser Autor seit den seligen Zeiten der „Twilight Zone“* vor fast 60 Jahren durchgehend ein Liebling Hollywoods und des Fernsehens, der Vorlagengeber vieler sog. „Blockbuster“ unserer Tage und Gegenstand zahlreicher Parodien**. Doch haben wir allen Grund, froh und munter zu sein: Mathesons baldige Entdeckung durch den Buchmarkt  ist abzusehen (nachdem dies Ray Bradbury und Philip K. Dick schon widerfahren ist).</p>
<p>Heute nacht um eins können wir uns „Button, Button“ auf SAT.1 in einer Filmversion von 2009 anschauen. Dummerweise wird die Pointe schon in der 35. Minute geliefert (nach etwas mehr als einem Viertel der Laufzeit) und gleich darauf auch noch erklärt!!! Die kurze Umsetzung für die erste Wiederauflage der TV-Serie &#8222;The Twilight Zone&#8220; (1985) ist eleganter. Apropos Bearbeitungen: Henry Slesar hatte die Matheson-Vorlage sehr aufmerksam gelesen, als er die fürs deutsche Fernsehen verfilmte Kurzgeschichte &#8222;Knopfdruck für einen Chinesen&#8220; schrieb.</p>
<p>________________<br />
* Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/09/14/die-schoensten-filme-die-ich-kenne-45-ferngespraech-fuer-miss-keene/">https://blog.montyarnold.com/2017/09/14/die-schoensten-filme-die-ich-kenne-45-ferngespraech-fuer-miss-keene/<br />
</a>** Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2014/11/20/bart-simpsons-siamesischer-zwilling/">https://blog.montyarnold.com/2014/11/20/bart-simpsons-siamesischer-zwilling/</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/05/20/die-wiedergefundene-textstelle-mathesons-boeser-knopf/">Die wiedergefundene Textstelle: Mathesons böser Knopf</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Der illustrierte Mann revisited</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2015 19:44:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belletristik (eigene Texte)]]></category>
		<category><![CDATA[Hommage]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzung und Adaption]]></category>
		<category><![CDATA["Der illustrierte Mann"]]></category>
		<category><![CDATA[Die Mars-Chroniken]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrenheit 451]]></category>
		<category><![CDATA[Futura Fantasia]]></category>
		<category><![CDATA[Mr. Jonathan Powers Phelps]]></category>
		<category><![CDATA[Ray Bradbury]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 95 Geburtstag von Ray Bradbury &#8222;Zutritt, Zutritt, meine Damen und Herren! Der illustrierte Mann!&#8220; Eine Dampforgel prustet, und hoch oben auf dem Podium, unter dem Baldachin der Sommernacht, steht mit verschränkten Armen Mr. Jonathan Powers Phelps, er selbst schon &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/08/22/der-illustrierte-mann-revisited/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/08/22/der-illustrierte-mann-revisited/">Der illustrierte Mann revisited</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 95 Geburtstag von <strong>Ray Bradbury</strong></p>
<p>&#8222;Zutritt, Zutritt, meine Damen und Herren! <strong>Der illustrierte Mann</strong>!&#8220;<br />
Eine Dampforgel prustet, und hoch oben auf dem Podium, unter dem Baldachin der Sommernacht, steht mit verschränkten Armen Mr. Jonathan Powers Phelps, er selbst schon ein Menschenauflauf.<br />
Er ist sein ganzes Heimatland, seine eigene einst glorreiche Nation.<br />
Auf den ersten Blick erkennt man diese unwiderstehlichen Umrisse, die doch immer für Demokratie, Jugend, Sex-Appeal und die Rettung weniger aufgeweckter Landstriche aus selbstverschuldeter Not gestanden haben, für Hollywood und Coca Cola und die Popkultur der Westlichen Welt, für unbegrenzte Möglichkeiten und den Geburtsort einer Menge guter Jungs.</p>
<p>&#8222;Immer Zutritt, Zutritt, meine Damen und Herren! Jetzt ist Anfang! Jetzt ist Beginn einer neuen Vorstellung!&#8220;<br />
Doch wer da nähertritt, der sieht nichts von alledem, der sieht ein irritierend heutiges Bild dieses Sehnsuchtsortes, der über ein Jahrhundert am Ende einer Straße der Verheißung gelegen hat.<br />
Mr. Phelps ist offensichtlich erst vor kurzer Zeit beim Tätowierer gewesen.<span id="more-2944"></span><br />
Im Herzen des Landmasse, auf seiner Brust, leben die Revolverhelden – berufsmäßige Bürgerrechtler, die mit ihren gezückten Schusswaffen auf seinem fleischigen Rumpf, seinen geradezu weiblichen Brüsten ihre Kunststückchen machen und den vierten Verfassungszusatz in die Höhe halten, der jedem Amerikaner das Recht einräumt, sich bis zum heutigen Tage von Bären, Berglöwen und feindlichen Rothäuten umringt zu sehen. Und es gibt geheime Höhlen, in denen Figuren lauern, die man für Parodisten aus „Saturday Night Live“ halten könnte, die jedoch für amerikanische Verhältnisse seriöse Politiker sind: seine Achselhöhlen, wo zähe, unterirdische Säfte tropfen und wo republikanische Finsterlinge aus eifersüchtig funkelnden Augen durch wild wuchernde Kletterpflanzen auf eine Krankenversicherung blicken und von Kommunismus reden.</p>
<p>Mr. Jonathan Powers Phelps grient aus tausend Pfauenaugen von seinem Abnormitätenpodium herab. Seine Hände sind Darstellungen der Anständigkeit, die <em>god’s own country</em> auszeichnet. Auf seiner rechten sehen wir ein kleines Kind, das von einer Spezialeinheit abgeholt wird, weil es sich im Planschbecken seinem Schwesterchen unsittlich genähert haben soll, wie eine gewissenhafte Nachbarin meldete; auf seiner linken aber – unsichtbar für den eiligen Betrachter – entfaltet sich das trickreichste Gaukelspiel: immer neue weiße Polizisten erlegen immer andere unbewaffnete schwarze Jugendliche – in putativer Notwehr!<br />
Um seinen Bauchnabel herum gruppiert sich das frisch restaurierte Monument vom Mount Rushmore: es sind lauter Gesichter mit großer Familienähnlichkeit, ein Clan texanischer Ölmilliardäre.</p>
<p>Das alles aber wäre nur ein wirres Gekritzel, hätte der Tätowierer dem Ganzen nicht eine Grundierung gegeben, die wie eine schattierende Körperbehaarung die Elemente in eine einigende Fugenmasse kleidet.<br />
„Zutritt, Zutritt, meine Damen und Herren! Der ganze Reichtum dieser filigranen Arbeit erschließt sich nur dem, der mutig nähertritt!“<br />
Auch das Volk ist auf diesem Panorama vertreten, eine Masse demokratischer Wähler, die von einem religiösen Fundamentalismus wie ein verfaulender Apfel weiter und weiter überzogen wird, die sich das Recht erstritten hat, die Darwin’sche Lehre zugunsten eines infantilen aber keineswegs harmlosen Kreationismus von den Lehrplänen zu fegen, die es – nach kurzen Phasen der Verunsicherung – immer wieder für das Allerwichtigste hält, in entlegenen Winkeln der Welt Diktatoren zum Teufel zu jagen, ohne sich dafür zuständig zu fühlen, wer oder was an ihre Stelle treten wird.</p>
<p>Mr. Jonathan Powers Phelps scheint mit grimmiger Entschlossenheit auf die Masse hinabzublicken, die ihn gleich mit ihren Spargroschen für seine Anwesenheit belohnen wird. Wer das winzige Lächeln entdecken wollte, das seine Mundwinkel umspielt, der müsste noch dichter herantreten, als es die Hausordnung zulässt.<br />
Mr. Phelps lächelt, weil er ein Freund des Doppelten Bodens ist, weil er es liebt, so missverstanden zu werden. „In Wahrheit“, so sagt er sich, „bin ich gar nicht der illustrierte Mann auf diesem Jahrmarkt. Ich bin der Bombenmensch. Und ich brauche nicht einmal eine Kanone, die mich abschießt, um irgendwann zu explodieren!“</p>
<p>______________________</p>
<p>Ray Douglas Bradbury wurde 1920 in Waukegan im US-Bundesstaat Illinois geboren und starb 2012 in Los Angeles. Nach dem Highschool-Abschluss stellte er sich an eine Straßenecke und verkaufte die Zeitschrift <strong>„Futura Fantasia“</strong>. Unter verschiedenen Namen verfasste er den Großteil der Beiträge selbst. Der literarische Durchbruch gelang Bradbury mit dem 1950 veröffentlichten Roman in Erzählungen <strong>„Die Mars-Chroniken“</strong>. Sein berühmtester Roman ist <strong>„Fahrenheit 451“</strong>. Bradbury zählte zu den vielseitigsten modernen Schriftstellern der USA, sein Werk umfasst Horror, Science Fiction, Fantasy und Kriminalromane. Die Zahl seiner Kurzgeschichten wird auf über 500 geschätzt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg01.met.vgwort.de/na/a58904a148a5403680744bcc29542874" alt="" width="1" height="1" /></p>
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