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	<title>ZDF-Krimi Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>ZDF-Krimi Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Was ist Inspiration? (1)</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Sep 2018 20:10:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der hochproduktive “Pulpsmith” Lester Dent* hatte 1936 Grund, sich über sich selbst zu ärgern: er formulierte eine etwas gönnerhafte Gebrauchsanweisung, wie man einen erfolgreichen Groschenroman schreibt und bekam dann hunderte von dankbaren Zuschriften; einige davon stammten von seinen Kollegen bzw. &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/09/17/was-ist-inspiration/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der hochproduktive “Pulpsmith” <strong>Lester Dent</strong>* hatte 1936 Grund, sich über sich selbst zu ärgern: er formulierte eine etwas gönnerhafte Gebrauchsanweisung, wie man einen erfolgreichen Groschenroman schreibt und bekam dann hunderte von dankbaren Zuschriften; einige davon stammten von seinen Kollegen bzw. Konkurrenten, die ihm versicherten, mit seiner Hilfe ihren Output gesteigert zu haben. Doch Dent ließ nicht locker. Eine spätere, noch detailliertere Anleitung für junge Autoren kam am Ende auch auf das Thema Titelfindung zu sprechen (… und Dent war verdammt gut darin, Titel zu erfinden!):</p>
<p><em>Ihr könnt eure Titel bei <strong>Shakespeare</strong> finden. Jede beliebige Seite aus seinem Werk enthält ein Dutzend Titel. Aber konzentriert euch auf den Plot: lasst euren Helden niemals etwas tun, was ihr nicht selbst gern tun würdet! Wo bekommt ihr als Autoren eure Ideen her? Indem ihr alles klaut, was in Sichtweite kommt! So etwas wie Inspiration existiert nicht!<span id="more-11330"></span></em><br />
Natürlich hat Lester Dent mit seiner Anleitung nicht unrecht; sein apodiktischer Schlusssatz ist pure Koketterie – wie auch sein „Ärger“ über die famose Anleitung zum Erfolg seiner Kollegen Koketterie gewesen sein dürfte.<br />
In einem Essay von 1981 hält Cadwiller Olden dagegen bzw. führt er weiter aus, wann und inwieweit „klauen, was in Sichtweite kommt“ und „Inspiration“ ein und dasselbe sind.</p>
<p><em>Niemand kann etwas ausscheiden, was er nicht zuvor verzehrt hat. Aber das Wenigste wird unverdaut ausgeschieden. Und außerdem besteht auch die primitivste Mahlzeit – bis hinab zu Pommes mit Majo oder einem Butterbrot &#8211; zumeist aus mehreren Zutaten.<br />
Mit Inspiration verhält es sich ähnlich.<br />
Die meisten von uns (die meisten Autoren der Gegenwart) haben ihr gesamtes Leben in einer friedlichen Welt verbracht und erleben nichts, was im Sinne einer </em>Aventure <em>erzählenswert wäre. Die wenigsten derjenigen, die wirklich ein abenteuerliches Leben führen – Auslandskorrespondenten z.B. oder jene, deren gemütliche Pauschalreise außerplanmäßig in einen Alptraum mündet – machen daraus ein Drehbuch oder einen Roman. Hin und wieder verkaufen sie es an jemanden, der dann einen Tatsachenroman daraus macht, die zugrundeliegende &#8222;wahre Begebenheit&#8220; betonend.</em></p>
<p>(Apropos: was dabei herauskommt, wenn man reihenweise Pauschalreisen zu Geschichten verarbeitet, auf denen <em>alles planmäßig</em> verlaufen ist, lässt sich an den TV-Krimi-Mehrteilern ablesen, die Herbert Reinecker in den 60er und 70er Jahren für das ZDF geschrieben hat …)</p>
<p>Große Geschichten setzen sich zumeist aus einer Vielzahl von Vorbildern und Anregungen zusammen, und je mehr davon ein Mensch in sich aufnimmt, desto kleinteiliger und handverlesener sind die Zutaten, desto größer ist seine kompositorische Eigenleistung. Und dann „verdaut“ er das Ganze ja auch noch, wenn diese etwas archaische Metapher ein letztes Mal erlaubt ist.</p>
<p>Soweit Cadwiller Olden in „Transvestit spielt Hosenrolle“. Auch Lester Dent macht zwischen den Zeilen überdeutlich, dass er verdammt viel (und nicht nur Shakespeare) gelesen hat. Und auch Shakespeare hat das seinerseits getan. Mein persönliches Lieblingsbeispiel – es gibttausend andere, ebensogute &#8211; für die Frische, die eine Geschichte aus einer Vielzahl von Vorbildern generieren kann, ist „Le pirate des abîmes&#8220; von Leon Cimpellin**, in dem auch Shakespeare (als Vorbild eines von dessen Vorbildern) enthalten ist. Das ist wirkliche Beutekunst, und es ist gleichsam das Ergebnis höchster Inspiration. Ich sehe Mr. Dent lächeln, während ich dies schreibe … zustimmend natürlich.</p>
<p><em>(Forstsetzung am 5.11.2018)</em></p>
<p>Dieser Text ist ein Auszug aus dem Essay „Humor Omnia Vicit“.<img decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/d081a283381848a8a5ae8f38ecf7a1c2" alt="" width="1" height="1" /><br />
_________________</p>
<p>* Siehe dazu auch <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/09/14/fast-ein-retortenmensch/">https://blog.montyarnold.com/2018/09/14/fast-ein-retortenmensch/</a> und <a href="https://blog.montyarnold.com/2014/09/29/ueberflieger-von-ganz-unten-was-ist-pulp/">https://blog.montyarnold.com/2014/09/29/ueberflieger-von-ganz-unten-was-ist-pulp/</a><br />
** Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2017/01/07/die-schoensten-comics-die-ich-kenne-10-tom-patapom/">https://blog.montyarnold.com/2017/01/07/die-schoensten-comics-die-ich-kenne-10-tom-patapom/</a><img decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/e286ee53eecb4ecfbb3a618e069f2c69" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Die Sehnsucht nach der Sehnsucht</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Mar 2018 11:44:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: das Handy-Zeitalter / Interview mit Greta Gerwig in der SZ vom 3./4.3.2018 / DLF-Interview mit Manfred Spitzer Ich weiß noch, wann mir die Allgegenwart von Mobiltelefonen zum ersten Mal so richtig auf den Keks gegangen ist: es war in der ZDF-Serie &#8222;Der Alte&#8220;. Rolf Schimpf telefonierte auch &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/03/09/die-sehnsucht-nach-sehnsucht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/03/09/die-sehnsucht-nach-sehnsucht/">Die Sehnsucht nach der Sehnsucht</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: das Handy-Zeitalter / Interview mit<strong> Greta Gerwig</strong> in der <strong>SZ</strong> vom 3./4.3.2018 / <strong>DLF</strong>-Interview mit <strong>Manfred Spitzer</strong></p>
<p>Ich weiß noch, wann mir die Allgegenwart von Mobiltelefonen zum ersten Mal so richtig auf den Keks gegangen ist: es war in der <strong>ZDF</strong>-Serie <strong>&#8222;Der Alte&#8220;. </strong><strong>Rolf Schimpf</strong> telefonierte auch nicht häufiger mobil als andere TV-Helden, aber irgendwie machte es dieser Beamtendarsteller anders (nämlich so, dass es mich nervte). Bei ihm merkte man am deutlichsten, wie froh die jeweiligen Autoren waren, dass sie dank dieser Erfindung nun wieder eine Unmenge Erklärungen und Dialog gespart hatten &#8211; nicht begreifend, dass sie damit auch am Wert ihres Produktes sparten.</p>
<p>Nun ist es wenig gewinnbringend, den übermäßigen Handykonsum zu beklagen* und dann gleich wieder nach dem eigenen Maschinchen zu grabbeln. Umso wohltuender sind differenzierte Klagen über dieses Medium, das ein solcher Segen sein könnte, würde der moderne Mensch nicht ausschließlich alles augenblicklich übertreiben.<br />
<strong>Greta Gerwig</strong> hat ihren aktuellen Film <strong>„Lady Bird“</strong> auch deshalb im Jahr 2002 angesiedelt, weil sich das ganze Drama der Adoleszenz längst auf Snapchat und Instagram verlagert hat und weil sie „keine Smartphones abfilmen wollte.<span id="more-9905"></span> Ich habe keine Ahnung, wie man einen Film über Teenager im Jahr 2018 drehen soll.“ Es ist ein Dilemma, in dem ganz offensichtlich viele Filme- und Serienmacher stecken.<br />
In „Lady Bird“ taucht auch das Tolstoi-Zitat auf, nach dem Langeweile nichts anderes als der Wunsch nach Wünschen sei.</p>
<p>Gestern fiel mir der Zusammenhang zwischen diesem Wunschmangel und dem medialen Aspekt wieder einmal auf, als mich ein Freund besuchte. Er freute sich nicht etwa über seine Jugend und das bevorstehende Ende einer ungeliebten Ausbildung. Immer wieder in das blaue Licht seines Smartphone-Displays getaucht, klagte er über seine Ratlosigkeit, wie er nun weiter vorgehen solle. Er weiß zwar sehr genau, was er nicht will, aber hat keine Idee, womit er sich lieber beschäftigen möchte.</p>
<p>Der Psychologe Manfred Spitzer erklärte dieser Tage in einem Telefoninterview mit dem Deutschlandfunk, wer schon in der Grundschule auf Tablets herumzuwischen lernte (wie viele Bildungspolitiker es empfehlen), der begäbe sich damit auf den Weg zur Reinigungsfachkraft und nicht zum IT-Spezialisten. Es hagelte viel Protest und ein gut gemeintes Gegen-Interview am folgenden Tag. Leider fand sich darin kein einziges Gegen<em>argument</em>.<br />
__________<br />
* Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/01/14/die-spinnen-alle-die-da-oben/">https://blog.montyarnold.com/2018/01/14/die-spinnen-alle-die-da-oben/</a><img decoding="async" src="http://vg02.met.vgwort.de/na/9fa02c3497d34a03a46794e556b02a09" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/03/09/die-sehnsucht-nach-sehnsucht/">Die Sehnsucht nach der Sehnsucht</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Der ehemals gute Deutsche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 May 2016 21:16:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 93. Geburtstag von Horst Tappert Seit posthum aufgedeckt wurde, dass Horst Tappert Mitglied der Waffen-SS war, ist vielen auch die unbefangene Betrachtung seiner 271 „Derrick“-Auftritte verdorben. (Ohne eingeschlafene Füße konnte man sie schon vorher nicht genießen.) Auch Tapperts Erinnerungsbuch &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/05/26/5153/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/05/26/5153/">Der ehemals gute Deutsche</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 93. Geburtstag von <strong>Horst Tappert</strong></p>
<p>Seit posthum aufgedeckt wurde, dass Horst Tappert Mitglied der Waffen-SS war, ist vielen auch die unbefangene Betrachtung seiner 271 <strong>„Derrick“</strong>-Auftritte verdorben. (Ohne eingeschlafene Füße konnte man sie schon vorher nicht genießen.) Auch Tapperts Erinnerungsbuch wurde damit – endgültig – zur Makulatur. Mich hat bei der Lektüre seinerzeit sehr irritiert, dass mir Tapperts Buch so viel mehr Spaß machte als das seines Vorläufers <strong>Erik Ode</strong> „Der Kommissar und ich“, hatte dieser doch die weitaus spannendere persönliche und künstlerische Biographie. Auch seine Krimiserie <strong>„Der Kommissar“</strong> ist weitaus anständiger gealtert als &#8222;Derrick&#8220;.<span id="more-5153"></span><br />
Nichtsdestotrotz: „Derrick und ich“ ist ein launig geschriebenes und informatives Sachbuch über die Wiederauferstehung der deutschen Theaterlandschaft nach dem Krieg. Natürlich erfährt man auch viel über die Erfindung des Deutschen Fernsehens. Um die Krimiserie geht es im späteren Verlauf in angemessenem Umfang, aber es wird ihr nicht übermäßig viel Platz eingeräumt. Wenn man das Buch liest, sieht man vor dem geistigen Auge nicht den amtsmüden Interpreten der immer zäher werdenden Reinecker-Krimis, sondern den ambitionierten Schauspieler aus „Die Gentlemen bitten zur Kasse“.<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/64bd1b2a96604d37acbc28adcd56de32" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/05/26/5153/">Der ehemals gute Deutsche</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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