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	<title>Radio Bremen Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>Radio Bremen Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Als Wahrheit Teile der Bevölkerung verunsichern durfte</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2026 13:47:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Als „Der gute Gott von Manhattan“ 1959 den renommierten „Hörspielpreis der Kriegsblinden“ bekam, war das Fernsehen zwar in der Bundesrepublik schon eingeführt, doch das Hörspiel stand noch in voller Blüte, und man versammelte sich &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2026/06/25/ingeborg-bachmann/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: 100. Geburtstag von <strong>Ingeborg Bachmann</strong><br><br>Als <strong>„Der gute Gott von Manhattan“ </strong>1959 den renommierten <strong>„Hörspielpreis der Kriegsblinden“</strong> bekam, war das Fernsehen zwar in der Bundesrepublik schon eingeführt, doch das Hörspiel stand noch in voller Blüte, und man versammelte sich abends um das Empfangsgerät, um ihm zu lauschen. Sogar die Dankesrede der Autorin für die Auszeichnung im Bundeshaus in Bonn hat Geschichte gemacht. Ihr Titel wurde zu einem geflügelten Wort: <strong>&#8222;Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar&#8220;</strong>. (Bundesinnenminister<strong> Thomas de Mezière</strong> aktualisierte diesen Satz 2016 mit dem vieldiskutierten Ausspruch: „Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern“ …)<br>Die Bedeutung des Mediums war auch daran abzulesen, dass von wichtigen Hörspielmanuskripten mehrere Fassungen produziert werden konnten – von Bachmanns „Gott“ etwa eine von <strong>Gert Westphal</strong> für <strong>SWF Baden-Baden</strong>, <strong>Radio Bremen</strong> und <strong>RIAS </strong>Berlin und eine von <strong>Fritz Schröder-Jahn</strong> als Koproduktion von <strong>NDR</strong> und <strong>BR</strong>. Der Deutschlandfunk sendete gestern eine Neufassung zum Jubiläumsjahr der Autorin.<br><br>Die Konzeption des Hörspiels ist auf eine für heutige Ohren ungewohnte Weise verwickelt, <strong>Günter Peters</strong> beschreibt sie so: »Hier geht die Autorin mit dem Thema der Kluft zwischen Liebe und Gesellschaft und der von Herrschaft und Machtansprüchen gelenkten Beziehung zwischen Mann und Frau auf radikale Weise buchstäblich ins Gericht. Die Handlung wechselt ständig zwischen drei Schauplätzen oder Ebenen des Geschehens: Auf der ersten Ebene hören wir das Gespräch eines Richters mit dem vor das Gericht geladenen “guten Gott”, der sich wegen eines mörderischen Brandattentats auf die weibliche Hauptfigur des Hörspiels zu verantworten hat und der diese Tat als Strafe für den asozialen Charakter einer derart absoluten und vorbehaltlosen Liebe rechtfertigt, wie sie das junge Paar auszuleben versuchte. Die zweite Ebene verfolgt die Liebesgeschichte der beiden jungen Leute Jan und Jennifer, deren Zuspitzung sich darin ausdrückt, dass sie in ihrem Wolkenkratzerhotel in immer höhere Stockwerke aufsteigen. Auf einer dritten Ebene treten zwei feuerrote Eichhörnchen auf, deren Doppelrolle darin besteht, die Liebenden tiefer in ihre Leidenschaft hineinzuzuziehen und gleichzeitig auf Geheiß des guten Gottes ihre Vernichtung zu betreiben. In einer Schlüsselszene schlägt die Bereitschaft der beiden Liebenden, sich wieder zu trennen, in eine Form absoluter Liebe um, die keine gesellschaftlichen Schranken kennt, aber auch eine schamlose Erniedrigung der Frau vor dem Mann und ein wechselseitiges Verfallensein impliziert. Direkt anschließend analysiert der vor Gericht geladene “gute Gott” diese Form der Liebe, die in seinen Augen ein Verbrechen gegen die Gesellschaft darstellt und deshalb unnachsichtig vertilgt werden musste.«<br><br>Schon aus dieser Inhaltsangabe wird deutlich, welche künstlerische Freiheit ein geachteter Literaturstar genoss, wenn er für den Rundfunk arbeitete – ganz zu schweigen von den immensen Honoraren, zumal wenn noch Mehrfachbearbeitungen entstanden. Auch andere große Schriftsteller schätzten diese Bedingungen. <strong>Alfred Andersch</strong> und <strong>Günter Eich</strong> – wie Bachmann zwei Vertreter der <strong>“Gruppe 47”</strong> (betätigten sich schwerpunktmäßig für das Hörspiel &#8211; und vor allem Zweiterer verunsicherte die Bevölkerung gern auch mit seiner Dichtung).<br>Bevor als Theaterautor groß wurde, schuf auch der Schweizer Friedrich Dürrenmatt Klassiker des Mediums, die heute noch gespielt werden &#8211; in jener eng gewordenen Nische, in der heute auch der Hundertste von Ingeborg Bachmann gefeiert wird.    </p>
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		<title>Alles für Vampirfans</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Aug 2024 13:13:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 68. Todestag von Bela Lugosi Literatur putzt – und im Falle von „Dracula“ putzt der Rest der Popkultur kräftig mit. Warum Rumänien vom einträglichen Hype um seinen halb-fiktiven berühmtesten Sohn touristisch lange nicht profitieren wollte, enthüllt das Radio&#8211;Bremen-Feature „Der &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/08/16/dracula/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: 68. Todestag von <strong>Bela Lugosi</strong><br><br>Literatur putzt – und im Falle von <strong>„Dracula“</strong> putzt der Rest der Popkultur kräftig mit. Warum Rumänien vom einträglichen Hype um seinen halb-fiktiven berühmtesten Sohn touristisch lange nicht profitieren wollte, enthüllt das <strong>Radio</strong>&#8211;<strong>Bremen</strong>-Feature<strong> „Der Dracula-Mythos – Ein Roadtrip durch Transsylvanien“</strong>. Lange Zeit fanden es die rumänischen Machthaber nämlich unschicklich, mit einem Vampirgrafen assoziiert zu werden und unterdrückten die Verbreitung von <strong>Bram Stoker</strong>s Roman ebenso wie dessen potenzielle Leser: „Bis heute gilt das rumänische Kernland Transsylvanien als mystisch, rückständig und nicht ganz ungefährlich. Irgendwas scheint nicht ganz geheuer – dort am Rande Europas. Doch als die ersten internationalen Dracula-Touristen in den 1970er Jahren ins kommunistische Land kamen, kannte nahezu kein Rumäne die Geschichte vom dämonischen Grafen Dracula. Der Roman wurde dort nämlich erst im Jahr 1990, also nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, veröffentlicht. Heute sind das vermeintliche Dracula-Schloss Bran in Brașov und der Borgo-Pass in den Karpaten Pilgerorte für Dracula- und Vampirfans.“<br><br><strong>Tobias Nagorny</strong>s hochamüsante Sendung steht in der <strong>ARD Audiothek</strong>.<br>Leider unauffindbar ist die großartige <strong>WDR</strong>-Doku <strong>„Diktatur der Vampire“</strong> (1998) über das Ceaușescu-Regime. (Wenn noch jemand einen VHS-Mitschnitt besitzt, bitte ich um eine Zuschrift.)<br>Leichter dürfte sich ein Buch auftreiben lassen, dass unserem heutigen Geburtstagskind und seinem einschlägigen Gegenspieler gewidmet ist: <strong>„Karloff And Lugosi: The Story Of A Haunting Collaboration“</strong>. <strong>Gregory Mank</strong>s Doppelportrait erschien 1990 – im rumänischen Erscheinungsjahr von „Dracula“ &#8211; bei <strong>McFarland</strong>, North Carolina.</p>
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		<title>Das Selbstgefallen des Virtuosen</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2022 22:04:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 20. Todestag von Gert Westphal Unter Funkschaffenden, Sprecherziehern und konservativen Freunden des Hörbuchs und der Rezitation gilt Gert Westphal als der unbestrittene König der epischen Vorlesekunst. Neben seiner Begabung und den zielstrebig erworbenen Fähigkeiten war es der historische Moment, &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2022/11/10/gert-westphal/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: 20. Todestag von <strong>Gert Westphal</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter Funkschaffenden, Sprecherziehern und konservativen Freunden des Hörbuchs und der Rezitation gilt Gert Westphal als der unbestrittene König der epischen Vorlesekunst. Neben seiner Begabung und den zielstrebig erworbenen Fähigkeiten war es der historische Moment, der diese unwiederholbare Karriere ermöglichte – so ähnlich wie es Jahrzehnte später Thomas Gottschalk auf einem anderen Gebiet gelang.<br><br>Der 1920 geborene Westphal hatte bereits als Teenager sein erstes Sprecherhonorar verdient (beim damaligen Mitteldeutschen Rundfunk – MIRAG – in Dresden). Nach dem Krieg, dessen Heimaturlaube er mit Vorleser-Tätigkeiten ausgefüllt hatte, wurde er Schauspieler, doch beständig suchte er die Nähe des Mikrofons und prägte damit auch die Art seiner Bühnensprache. Später ließ er die Bretter ganz hinter sich und zog kurz vor seinem Tode das selbstbewusste Resümee: „Ich muss kein Theater mehr bedienen, kann alles selber machen.“<br>1948 wurde er erst einmal Regisseur und Leiter der <strong>Hörspielabteilung von Radio Bremen</strong>, 1953-59 war er in solcher Funktion beim Südwestfunk tätig und trat immer wieder selbst ans Mikrofon. „Seine Aufnahmen aus den 50er und 60er Jahren strahlen noch heute großen Zauber aus, führte er seine samtig-melodiöse Stimme doch auf zurückhaltend distanzierte Weise so, als ob er sich in die Texte fragend hineinlesen würde.“* Die Sprechschallplatten dieser Zeit – etwa mit <strong>Hölderlin-, Rilke- und Trakl-Gedichte</strong>n – waren „so intelligent und modern“ wie man es bei kaum einem seiner Kollegen fand. „Nicht zuletzt bestach Westphal durch die Intelligenz seines Vorlesens. Mit einer Art von rezitatorischer Geistesgegenwart verstand er es, noch kleinste Nuancen auszuformen: ein Lächeln, einen traurigen Blick, eine wehmütige Stimmung, einen deftigen Witz. Nichts wurde einfach so dahingesprochen, nichts im Einheitston intoniert, wie dies unter seinen Nachfolgern häufig der Fall war. Im Gegenteil schien er sich die narrative Gesamtstruktur genau erarbeitet zu haben und vermittelte einen souveränen Überblick über das Werk. (…) Wie er mit feiner Differenzierung des Tempos und der Lautstärke die Spannungskurven und den narrativen Rhythmus dieser Werke herausarbeitete, ganz abgesehen von der Differenzierung der Stimmprofile der in direkter Rede vorgestellten Figuren, das hatte man so noch nicht gehört.“<br><p><span id="more-21711"></span></p>1963 las Westphal im NDR an 28 Abenden Thomas Manns „Joseph“-Roman, was heute als sein Durchbruch angesehen wird. In den folgenden Jahren festigte er diesen Ruf und mehrte er seinem Ruhm mit Marathonlesungen weiterer Klassiker, die in Sendereihen wie „Am Morgen vorgelesen“ präsentiert wurden. Parallel zur Manifestation von Hans Paetsch (1909-2002) als ultimativer Märchenonkel wurde Westphal zum gefeierten „Vorleser der Nation“, und Thomas Manns Tochter Katja erfreute ihn mit der Anrede „oberster Mund des Dichters“.<br>Ich glaube, wir können die Wertschätzung seiner Arbeit bei der Hörgemeinde noch heute allgemein voraussetzen.<br><br>Entsprechend schwer sind seriöse fachliche Analysen zu finden, die Gert Westphal kritisch würdigen oder ihn nach nicht-nostalgischen Gesichtspunkten einordnen.<br>Reinhart Meyer-Kalkus ging dieses Wagnis in „Geschichte der literarischen Vortragskunst“* endlich ein und folgt dabei zunächst dem Meister selbst, der wohlweislich einen Bogen um die Erzählkunst der Moderne gemacht habe. Vermutlich „war der rasche, häufig provokante Wechsel zwischen Erzähler- und Figurenperspektive, zwischen der Stimme der Hauptfigur und den vielen Stimmen des sozialen Ambientes nicht seine Sache. Wo der Erzähler dergestalt an die Grenzen seiner Souveränität gelangte, ja gar zum unzuverlässigen Erzähler wurde, da verstummte seine Vorlesekunst.“ Den „Leistungen seiner Glanzzeit stehen (…) Lesungen gegenüber, in denen er seine humoristische Erzähler-Persona dramatisch-mimisch ausagierte und die Grenzen zur unfreiwilligen Komik überschritt.“<br>Als positives Gegenbeispiel wird einmal Erich Ponto angeführt, der im Hauptberuf Schauspieler blieb, dessen Lesungen heute aber als besonders kostbare Tondokumente gesucht und geschätzt werden. (Ironischerweise ist Pontos beständigste Leistung die Rolle des geschraubt daherredenden Paukers Crey in der „Feuerzangenbowle“ – der mit dem „wänzigen Schlock“.) „Während Ponto (…) nie aus der Rolle des Vorlesers heraustrat, auch wenn er die Stimmen der einzelnen Tierhöflinge charakterisierte, im Übrigen durch kunstvolle Rhythmisierung deutlich machte (…), löste sich Westphal von der Vorleserrolle, indem er das Lesepult zur Bühne (…) eines Tierstimmenimitators machte. Andere Grenzen werden hörbar, wenn er Frauen- und Kinderstimmen sprechen muss. Ohne, dass er die Kopfstimme einsetzt, timbriert er die Stimmen junger Frauen und von Kindern durchweg mit hohen, unangenehm gebrochenen Tönen, die gegenüber dem sonoren Bassbariton seiner Männerstimmen einen übel klingenden Kontrast schaffen.“<br>Die meiste Kritik an Gert Westphals Unbegabung zu speziellen Effekten und Kunststücken („Chargen“) wird anlässlich verrutschter oder unsauberer Akzent- und Dialektfärbungen geübt, was fehlende Selbsterkenntnis und die Bereitschaft mit einschließt, diese (bzw. die betreffenden Werke) schlicht auszulassen, wenn sie jenseits des eigenen handwerklichen Portfolios liegen. „Dazu gehört (…) Westphals Unfähigkeit, französischsprachige Ausdrücke, Redewendungen und ganze Sätze ohne Gekünsteltheit auszusprechen. (…) Verstörend wirken auch die dialektalen Partien in Fontanes und Thomas Manns Erzählwerken.“ In der „mitteldeutsch weichen Sprechweise“ einschlägiger Figuren hingegen „blüht der sächsische Komödiant hörbar auf“.<br>Der Gefahr, in die er sich da begab, muss Westphal bewusst gewesen sein. In einem Radiofeature zu seiner Vorlesekunst in Radio Bremen gestand er 1999: „Der Regisseur in mir lässt die Puppen tanzen, die aus meinem Fundus kommen.“ Das ist eine Aussage, die unseren Seitenblick auf das Versagen der Regie lenkt: man hat sich offenbar nicht mehr getraut, einem solchen Giganten überhaupt noch Regieanweisungen zu geben – und ihm damit ja möglicherweise unrecht getan.<br>&nbsp;<br>Letztlich schreibt Meyer-Kalkus Westphal das immense Verdienst zu, die drei stimmlichen Ausdrucksmittel für das epische Vorlesen ausdefiniert zu haben: Erzählerstimme (<em>nichtdiegetische</em>, also nicht in die Handlung verwickelte Figur / mitfühlend betroffener Berichterstatter), Rede und Figurenrede (inszenierte Mündlichkeit ohne die „Realität abgehackter, von unvollständigen Syntagmen, ‚repair‘-Elementen und Hesitationen durchzogenen Äußerungen“).<br>Demnach stehen alle guten Vorleser unserer Tage auf seinen Schultern – auch ohne seiner Kunst zwingend persönlich gelauscht zu haben.<br>____________________________<br>* Auch die übrigen Zitate sind dem erwähnten zweibändigen Quellenwerk entnommen, J. B. Metzler Verlag 2020</p>
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		<title>Die schönsten Hörspiele, die ich kenne (3): „Fahrerflucht“</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Sep 2018 17:40:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Fahrerflucht“ von Alfred Andersch, Musik: , Regie: Marcel Wall-Ophüls, Produktion:  SWF/RB 1957 &#8211; c.a. 54 min. – Besetzung und weitere Infos unter  https://krimikiosk.blogspot.com/2016/07/fahrerflucht-krimi-horspiel-von-alfred.html Kentucky Blaue Weide Riesige rote Barns manchmal von Tornados getroffen Vollblut in Herden Rappen in blauem Gras. Das harte &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/09/05/die-schoensten-hoerspiele-die-ich-kenne-3/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Fahrerflucht“ von <strong>Alfred Andersch</strong>, Musik:<strong> </strong>, Regie:<strong> </strong><strong>Marcel Wall-Ophüls</strong>, Produktion:  SWF/RB 1957 &#8211; c.a. 54 min. – Besetzung und weitere Infos unter  <a href="https://krimikiosk.blogspot.com/2016/07/fahrerflucht-krimi-horspiel-von-alfred.html">https://krimikiosk.blogspot.com/2016/07/fahrerflucht-krimi-horspiel-von-alfred.html</a></p>
<p><em>Kentucky<br />
Blaue Weide<br />
Riesige rote Barns<br />
manchmal von Tornados getroffen<br />
Vollblut in Herden<br />
Rappen<br />
in blauem Gras.<br />
Das harte Knappern<br />
des weidenden Pferdemauls.<br />
Orlando, Sieger des Derbys von Saratoga,<br />
allein hinter weißem Staketenzaun.<br />
Geruch von Sätteln<br />
und Buchmacherei.<br />
</em><em>Gary Cooper, ehe er nach Hollywood ging,<br />
und Henry Wallace, die Chancen einer sozialistischen<br />
Agrarpartei erwägend<br />
und verwerfend.</em></p>
<p>Die Schicksale dreier Menschen entscheiden sich an diesem Morgen &#8211; zwei davon in dem Augenblick, der ihrem weiteren Leben eigentlich eine kühne Wendung geben sollte.<span id="more-11243"></span><br />
Eine junge Verkäuferin wird auf dem Weg zu ihrer ersten Reitstunde von einem Auto erfasst und stirbt. Der Fahrer, ein schwer krebskranker Manager, begeht Fahrerflucht. Er will sich den Traum, seine letzten Monate frei von allen Verpflichtungen zu verbringen, nicht verderben. Auch ein Tankwart wird ins Geschehen verstrickt. Er hat hundert Mark für sein Schweigen kassiert, doch nun plagt ihn sein Gewissen &#8230;</p>
<p>Der legendäre Hörspiel-Autor Norman Corwin hat einmal festgestellt, dass von allen Goldenen Zeitaltern dasjenige des Rundfunks das kürzeste gewesen sei. Im Falle der deutschen Rundfunkgeschichte trifft das ganz besonders zu, denn zwischen dem Ende der nationalsozialistischen Gleichschaltung und dem Siegeszug des zu Weihnachten 1952 gegründeten Deutschen Fernsehens lagen nur ganz wenige Jahre. In dieser Zeit war das Hörspiel ein Programmpunkt, zu dem sich das Publikum vor dem Empfänger versammelte wie später nur noch zu Samstagabendshows und heute zum Public-Viewing hauptsächlich sportlicher Ereignisse. Große Literaten schrieben diese Hörspiele, Darsteller und Regisseure waren hochgeachtete Künstler, der Lyriker Günter Eich fand in dem Medium sogar zu seiner eigentlichen künstlerischen Bestimmung.<br />
Von Alfred Andersch stammt das Hörspiel, das mich vielleicht am allertiefsten beeindruckt hat &#8211; als Zeitdokument, als Drama, als akustisches Gesamtkunstwerk.</p>
<p>Titel und Sujet zum Trotz ist „Fahrerflucht“ kein Krimi, sondern eine Montage aus drei Monologen sowie einiger kunstvoller Sprechchöre (in denen sich der junge Horst Frank versteckt hat) und eines coolen Soundtracks. Besonders der Solo-Text des Mädchens ist hochinteressant. Sein Zeitkolorit &#8211; das damalige Frauen(selbst)bild &#8211; wäre in aktuellen TV-Movies, die diese Zeit (die Wirtschaftswunder-Jahre) vorgeblich akkurat wiedergeben, völlig undenkbar. Den meisten heutigen Autoren sind diese Aspekte gar nicht bekannt, die übrigen würden sie als politisch unkorrekt vorsorglich  verwerfen. Dass „Fahrerflucht“ noch immer im Radioprogramm auftaucht – zumeist in der Krimi-Sparte – ist unter diesen Umständen nicht unerstaunlich. Der Text ist auch als Reclam-Heft zu haben.<img decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/377b4aa350324058bd93a842b1c509e5" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/09/05/die-schoensten-hoerspiele-die-ich-kenne-3/">Die schönsten Hörspiele, die ich kenne (3): „Fahrerflucht“</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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