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	<title>BR Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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		<title>Ein Mann wird unnütz</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Mar 2025 11:51:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 84. Todestag von Max Herrmann-Neiße Stefan Zweig nannte die Gedichte von Max Herrmann-Neiße „die schönsten vielleicht, die seit Heinrich Heine im Exil geschrieben wurden“. Anlässlich des Erscheinens des Romans „Der Flüchtling“ 1921 schrieb die Prager Presse: „Was George Grosz &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/03/08/max-herrmann-neisse/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>betr.: 84. Todestag von <strong>Max Herrmann-Neiße</strong></p>



<p><strong>Stefan Zweig </strong>nannte die Gedichte von Max Herrmann-Neiße „die schönsten vielleicht, die seit Heinrich Heine im Exil geschrieben wurden“. Anlässlich des Erscheinens des Romans <strong>„Der Flüchtling“ </strong>1921 schrieb die Prager Presse: „Was<strong> George Grosz </strong>gezeichnet hat – Herrmann-Neiße hat es geschrieben. Der Goya unserer Tage und ein kongenialer Dichter, ein <strong>Karl Kraus </strong>des Romans“. Besonders aktuell (wer’s braucht) ist das letzte vor dem Exil veröffentlichte Prosawerk <strong>„Der Todeskandidat“</strong>, das als Hörspiel zur Zeit in der <strong>ARD-Audiothek</strong> nachzuhören ist. Der Titelheld ist nicht etwa Häftling eines despotischen Regimes, sondern ein recht sorgenfreier junger Mann aus Berlin, den unerklärlicherweise plötzlich eine Depression befällt.*<br>&nbsp;<br>1941 starb der Autor in London. Der <strong>Bayerische Rundfunk</strong>: „Max Herrmann-Neiße, über den unsere Literaturlexika kaum etwas wissen, der Leser noch weniger, Herrmann-Neiße, der dieses Deutschland verließ, ‘freiwillig‘, wie es zynischerweise eines dieser unwissend-dummen Lexika behauptet, war der enge Freund von George Grosz …, war bis in die dreißiger Jahre einer der bekanntesten deutschen Lyriker. Die Nazis schnitten ihm den Lebensnerv ab.“<br>Im Exil hat der Autor weitergeschrieben, und diese Texte sind mindestens leicht autobiografisch. Der Held der Kurzgeschichte <strong>„Schmitts Katze“</strong> etwa lebt als Berliner Emigrant in London – obschon weder der Grund seines Umzugs erwähnt wird noch ein Anlass besteht, ihn mit seinem Erfinder zu verwechseln. <br><br>Mit der Wiederentdeckung des famosen Stilisten Max Herrmann-Neiße ist es natürlich Essig, und das liegt in der Natur der Sache. Inzwischen ist der „Content“, der sich über allem Gewesenen aufhäuft, einfach zu gewaltig, um darunter noch etwas aufzuspüren, das nicht sehr prominent zitiert oder explizit weiterverarbeitet wird.<br>1986 – zum 100. Geburtstag des Autors – drückte der Verlag <strong>„Zweitausendeins“ </strong>zum bisher letzten Mal die Läden eines kleines Zeitfensters der Erinnerung auseinander, als er die gesammelten Werke Herrmann-Neißes in mehreren Tranchen als bibliophile schmuck-Ausgabe herausbrachte. Das Stadtmagazin <strong>„Zitty“</strong> freute sich: „Fadenbindung, Lesebändchen, klares Schriftbild, großzügiges Layout. Watt willste mer?“<br>Es hat nicht gereicht.&nbsp;<br>___________<br>* Siehe <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/20/27431/">https://blog.montyarnold.com/2025/02/20/27431/</a></p>
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		<title>Novel ist nicht gleich Novelle</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Feb 2025 12:11:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ähnlich wie das Wort „Chanson“, das im Französischen eine allgemeinere Bedeutung hat als im Deutschen, hat auch der Begriff „Novelle“ hat eine andere Bedeutung als die angelsächsische Entsprechung „Novel“ für „Erzählung“. Mir wurde im Deutschunterricht erklärt, eine Novelle sei eine &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/26/27468/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>Ähnlich wie das Wort „Chanson“, das im Französischen eine allgemeinere Bedeutung hat als im Deutschen, hat auch der Begriff „Novelle“ hat eine andere Bedeutung als die angelsächsische Entsprechung „Novel“ für „Erzählung“. Mir wurde im Deutschunterricht erklärt, eine Novelle sei eine nicht übermäßig lange Erzählung, bei der es kurz vor Schluss zu einer Wende kommt, die buchstäblich alles über den Haufen wirft (- die Neuigkeit, die in der Bezeichnung angelegt ist). Tatsächlich konnte ich diese Definition bei meinen literarischen Erlebnissen seither gut nachvollziehen.<br>Offiziell sei eine Novelle „eine sich ereignete unerhörte Begebenheit nach <strong>Goethe</strong>, straff komponiert und dicht“. Als Schwester des Dramas wird sie auch bezeichnet, als Geschichte, die einen &#8222;Falken&#8220; braucht.<br><strong>Stephanie Ahrens</strong> in einem <strong>BR</strong>-Feature der Reihe<strong> „radioWissen“: „</strong>Als Goethe 1828 einer kurzen Erzählung den Namen ‘Novelle‘ gibt, knüpft er an eine literarische Tradition an, die von<strong> Giovanni Boccaccio</strong> mit seinem <strong>&#8218;Decameron</strong>&#8218;, einem Zyklus von Geschichten, im 14. Jh. begründet wird. Boccaccio, der neben dem Spanier <strong>Cervantes</strong> (<strong>&#8218;Exemplarische Novellen&#8216;</strong>, 1613) als Vater der Novelle gilt, bettet seine Erzählungen in eine Rahmenhandlung ein: Edle Florentiner flüchten vor der Pest in ein Landhaus, wo sie einander Geschichten vortragen, um sich zu unterhalten und die Zeit zu vertreiben. Es sind anregende, überraschende und kurze Texte, die die eingeschlossene adlige Gesellschaft amüsieren und von der drohenden Pestgefahr ablenken. Das italienische novella für &#8218;kleine Neuigkeit&#8216; spiegelt die Vorstellung von der kurzen, hörens- und erzählenswerten Angelegenheit wider, die sich damit nicht für den langen epischen Text, den Roman eignet. Die Kürze bedient gleichzeitig eine im 14. Jh. neue Leserschaft: die der aufsteigenden Mittelschicht, wohlhabende, geschäftige Händler und Kaufleute.“ <strong>  <br></strong>Nach Goethe entdeckten im Laufe des 19. Jahrhundert immer mehr Schriftsteller diese kurze Prosaform für sich. Nachdem <strong>Anton Tschechow</strong> um die Jahrhundertwende eine Reihe von Beispielen vorgelegt hat, die bis heute als Klassiker gelten, waren es im 20. Jahrhundert vor allem US-amerikanische Schriftsteller, die sich als Meister und Vorbilder herausstellten: Popstars wie wie <strong>Ernest Hemingway</strong> und der längst verstorbene <strong>Edgar Allan Poe</strong>, ewige Geheimtipps wie John Cheever und Richard Matheson – die Verlängerung dieser kurzen, willkürlichen Liste ist ein Vergnügen, das man sich jederzeit bereiten kann: „Eine Novelle lässt sich sozusagen ‘zwischendrin‘ mal lesen.“ (Stephanie Ahrens).</p>


<p><img decoding="async" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/9ce97c5d37e0442d9f95097d6807a45a" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/26/27468/">Novel ist nicht gleich Novelle</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Die zweiten hundert Jahre</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Nov 2024 13:37:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 100. Jahrestag der Veröffentlichung von &#8222;Der Zauberberg&#8220;* / Hörspielfassung auf BR2 und in der ARD Audiothek Und weil&#8217;s so schön ist: auch auf das Hörspiel nach der berühmten Vorlage soll noch einmal hingewiesen werden, mit allen Infos auf einen &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/11/28/zauberberg-thomas-mann/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/11/28/zauberberg-thomas-mann/">Die zweiten hundert Jahre</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>betr.: 100. Jahrestag der Veröffentlichung von &#8222;Der Zauberberg&#8220;* / Hörspielfassung auf <strong>BR2</strong> und in der <em> </em><strong>ARD Audiothek </strong></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="448" height="448" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2024/11/Zauberberg_BR-Hoerspiel_a598bd9a8453204b.jpg?resize=448%2C448&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-26774" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2024/11/Zauberberg_BR-Hoerspiel_a598bd9a8453204b.jpg?w=448&amp;ssl=1 448w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2024/11/Zauberberg_BR-Hoerspiel_a598bd9a8453204b.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2024/11/Zauberberg_BR-Hoerspiel_a598bd9a8453204b.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w" sizes="(max-width: 448px) 100vw, 448px" /></figure>



<p>Und weil&#8217;s so schön ist: auch auf das Hörspiel nach der berühmten Vorlage soll noch einmal hingewiesen werden, mit allen Infos auf einen Blick.<br>Auf die Wiederholung der TV-Verfilmung des <strong>&#8222;Lindenstraße&#8220;</strong>-Produzenten <strong>Hans W. Geissendörfer</strong> wird im aktuellen Trend übrigens verzichtet, obwohl sich ein solcher Beitrag im Festtagsprogramm gut machen würde. (Das muss gar kein abfälliges Werturteil sein, denn dazu müsste man den Anlass in unseren TV-Redaktionen ja immerhin ernst nehmen.)</p>



<p>BAYERN 2 RADIO REVUE<strong><br>Bayern 2 Hörspiel<br><br>&#8222;Der Zauberberg&#8220; </strong>von Thomas Mann<br>Hörspiel in 10 Teilen</p>



<p>Erste Folge: <strong>Mittwoch, 25.12.2024<br></strong>20:03 bis 21:00 Uhr</p>



<p>Mit Udo Samel, Horst Sachtleben, Konstantin Graudus, Hans-Werner Meyer, Felix von Manteuffel, Friedhelm Ptok, Oliver Stokowski, Angelika Bender, Christiane Bachschmidt und anderen<br>Komposition: Michael Riessler<br>Regie: Ulrich Lampen<br>BR 2000<br><em>Verfügbar ab 20.12. in der ARD Audiothek und als </em>CD-Edition bei Der Hörverlag</p>



<p><em>Der Zauberberg</em>, der 1924 erschien, ist ein Jahrhundertroman. Gerhart Hauptmann schrieb während der Lektüre an den Verleger Samuel Fischer: &#8222;Ich bin überzeugt, dass, wenn er sich fortsetzt wie bisher und an epischer Ruhe, Haltung und innerem Reichtum nichts verliert, er unter die wenigen Meisterwerke seiner Gattung zu rechnen ist&#8220;. Der Bayerische Rundfunk präsentiert nun eine zehnstündige Radiofassung des &#8222;Zauberbergs&#8220; mit Udo Samel als Erzähler und Konstantin Graudus in der Rolle des Hans Castorp.<br>Hans Castorp reist eigentlich nur für drei Wochen nach Davos, um einen kranken Vetter zu besuchen. Doch dann diagnostiziert Hofrat Behrens ein Lungenleiden, und der Aufenthalt des jungen Ingenieurs zieht sich über sieben Jahre hin. In Davos begegnet Castorp seinen zwei Erziehern, die allerdings nicht unterschiedlichere Positionen vertreten könnten. Lodovico Settembrini, ein gewandter, höflicher, italienischer Freimaurer, ist ein Vertreter der Aufklärung. Sein starker Hang zur Pädagogik erschwert jedoch den Umgang mit ihm. Als sein Gegenspieler tritt Leo Naphta auf, ein Jesuit und Kommunist, für den Georg Lukács als Vorbild diente. Und Castorp begegnet der schönen Russin Clawdia Chauchat, die ihn an seine homoerotische Neigung zu einem Schulkameraden erinnert. Nach Monaten wagt er es in der Faschingsnacht, sie anzusprechen. Die Russin erhört ihn, doch schon am nächsten Tag muss sie abreisen. Zwar kehrt sie zurück, doch zur großen Enttäuschung von Castorp in Begleitung von Mynheer Peeperkorn, einem reichen Lebemann, der aber von einem Fieber ausgezehrt ist. Gerhart Hauptmann gab für diese imposante Erscheinung das Vorbild ab. Der Selbstmord von Peeperkorn sowie ein Duell von Naphta und Settembrini läuten das Ende des &#8222;Zauberbergs&#8220; ein. Der 1. Weltkrieg setzt den &#8222;Siebenschläfer&#8220; Castorp vor die Tür. Der Roman endet auf einem namenlosen Schlachtfeld.<br><br>1. Teil:<br>Eintritt des vom Examen erschöpften Hans Castorp in die Welt des Sanatoriums. Sein Vetter Joachim klärt ihn über die Gesellschaft und ihre Regeln auf. Castorp begegnet zum ersten Mal dem scharfzüngigen Literaten Settembrini. (53&#8217;10)<br><br>2. Teil:<br>Madame Chauchat, die schöne Russin, erregt Aufsehen. Castorp akklimatisiert sich, er hat Anzeichen von Fieber und fühlt sich schwach. Er entwickelt die Theorie, dass Krankheit eine Art von Verfeinerung darstellt. Bei einer Bergwanderung befällt ihn ein heftiges Nasenbluten. (53&#8217;15)</p>



<p>3. Teil:<br>Castorp lässt sich endlich untersuchen. Behrens stellt ein Lungenleiden fest. Castorp, der sich in Chauchat verliebt hat, bleibt also. Settembrini diagnostiziert eine erste Entfremdung vom gewöhnlichen Leben und die Anpassung Castorps an die ausgesetzte Zeit des Zauberbergs. (53&#8217;15)</p>



<p>4. Teil:<br>Nachdem er drei Wochen liegend eine Erkältung auskuriert hat, kehrt Castorp in den Ess-Saal zurück. So kann er für Frau Chauchat die Tür öffnen. In den Zimmern von Hofrat Behrens sieht er das Ölporträt der Angebeteten. (53’30)</p>



<p>5. Teil:<br>7 Monate ist Castorp schon in Davos. Er liest anatomische Lehrbücher und besucht die Todkranken. Beim Fasching tanzt er mit Chauchat, die er einfach zu duzen beginnt. Aber schon am nächsten Tag wird sie abreisen. (53’10)</p>



<p>6. Teil:<br>Castorp hat als Pfand von Chauchat eine Röntgenaufnahme bekommen. Der Jesuitenschüler und Kommunist Naphta tritt auf und befindet sich sogleich im Streit mit Settembrini um Gott und die Welt. Der italienische Literat sorgt sich um die geistige Unversehrtheit Castorps. (49’45)</p>



<p>7. Teil:<br>Ein ganzes Jahr schon wohnt Castorp im Sanatorium. Der Vetter Joachim Ziemßen reist gegen den Rat der Ärzte ab, und auch Castorp wird von Behrens freigegeben. Er bleibt. Die Familie schickt einen Onkel, um nach dem verlorenen Sohn zu schauen. Doch der Onkel flieht nach wenigen Tagen Halsüberkopf. Bei einem Schneesturm kommt der mutwillige Castorp fast ums Leben. (53’10)</p>



<p>8. Teil:<br>Castorp erfährt von Naphta, dass Settembrini einer Freimaurerloge angehört. Der Vetter Joachim kehrt zurück, ernster erkrankt als bei seiner Abreise. Innerhalb weniger Monate stirbt er. Auch Chauchat trifft wieder ein, in Begleitung des Holländers Peeperkorn. Sie macht beide Verehrer miteinander bekannt. (53’30)</p>



<p>9. Teil:<br>Die imposante Erscheinung Peeperkorn hat eine starke Wirkung auf Castorp, was Clawdia Chauchat irritiert. Im Gespräch muss Castorp ihm alles von der Faschingsnacht mit Chauchat erzählen. Wegen seiner Impotenz begeht Peeperkorn Selbstmord. (53’30)</p>



<p>10. Teil:<br>Der große Stumpfsinn beginnt. Castorp bekämpft seine Langeweile mit Kartenlegen, einem Grammophon, dann mit Seancen. Naphta erschießt sich beim Duell mit Settembrini. Der Ausbruch des 1. Weltkriegs beendet Castorps siebenjährigen Aufenthalt. (53’50)<br><br>Thomas Mann (1875-1955) zog nach dem Tod seines Vaters mit seiner Mutter 1893 von Lübeck nach München. Dort war Thomas Mann zunächst Volontär einer Versicherungsgesellschaft. 1898 arbeitete er als Redakteur beim &#8222;Simplizissimus&#8220;. Nach Stationen in Oberammergau, Tölz, Davos, lebte er von 1914 bis 1933 wieder in München. 1929 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Mann emigrierte 1933 über Holland, Belgien und Frankreich in die Schweiz. 1939 folgte er einem Ruf als Professor an die Princeton University (USA), später zog er nach Kalifornien. Während des Zweiten Weltkriegs nutzte er die BBC für Rundfunkansprachen, in denen er das Hitler-Regime scharf angriff. Ab 1952 wohnte er in der Nähe von Zürich. Wichtige Romane und Erzählungen sind&nbsp;„Die Buddenbrooks“&nbsp;(1901),&nbsp;„Tonio Kröger“&nbsp;(1903),&nbsp;„Der Tod in Venedig“&nbsp;(1912),&nbsp;„Der Zauberberg“&nbsp;(1924),&nbsp;„Josef und seine Brüder“&nbsp;(1933-1943),&nbsp;„Dr. Faustus“&nbsp;(1947) und&nbsp;„Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“&nbsp;(1954).<br>___________<br>* Siehe auch <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/11/20/100-jahre-zauberberg/ ">https://blog.montyarnold.com/2024/11/20/100-jahre-zauberberg/ </a>und <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/11/10/26657/">https://blog.montyarnold.com/2024/11/10/26657/</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/11/28/zauberberg-thomas-mann/">Die zweiten hundert Jahre</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Hendrik Höfgen beim Namen nennen</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Oct 2024 13:49:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: das Hörbuch &#8222;Der Wendepunkt. Ein Lebensbericht&#8220; Über Ulrich Noethen habe ich mich häufiger ärgern müssen. Nun erlege ich mir bis auf weiteres eine Pause auf. Seine 1999 von BR und mdr produzierte und vom HörVerlag 2004 herausgebrachte gekürzte Lesung &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/10/18/der-wendepunkt-ein-lebensbericht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>betr.: das Hörbuch <strong>&#8222;Der Wendepunkt. Ein Lebensbericht&#8220;</strong></p>



<p>Über <strong>Ulrich Noethen</strong> habe ich mich häufiger ärgern müssen. Nun erlege ich mir bis auf weiteres eine Pause auf. Seine 1999 von <strong>BR</strong> und <strong>mdr </strong>produzierte und vom <strong>HörVerlag</strong> 2004 herausgebrachte gekürzte Lesung der Erinnerungen von <strong>Klaus Mann</strong> ist eine Spitzenleistung. Das obligatorische Eigenlob des gegenwärtigen Distributors DAV &#8211; „einfühlsam gelesen“ &#8211; stimmt zufälligerweise haargenau. Der frühe Vorleser Noethen (die Wikipedia zeigt „Der Wendepunkt“ sogar als seinen ersten Eintrag in dieser Disziplin) klingt nicht nur so jung wie man den Autor von den populären Portraitfotos kennt. (Klaus Mann starb mit Anfang 40 durch eigene Hand.) Er legt auch den feinen Witz in seine Darbietung, der dem Text so gut bekommt. Die verfügbare Gratis-Hörprobe im Netz wird dieser Leistung übrigens nicht ganz gerecht, weil es sich hier um den Beginn der Vorrede handelt. Die Funken beginnen erst später so richtig zu sprühen, besonders wenn das historische Personal ins Bild tritt.</p>



<p>In Klaus Manns Lebensbericht reisen wir nicht nur in eine bewegte Epoche und rund um die Welt, es erweist sich auch einmal mehr die Trefflichkeit des Ausspruchs von <strong>Truman Capote</strong>: „Alle Literatur ist Klatsch!“ Dieser Klatsch ist ausgewogen und wird durch seine Fairness nur umso komischer. Noethen lässt uns ahnen, wie es gewesen sein mag, Klaus Mann als Kabarettist zu erleben.<br>Die Regie hatte Petra Meyenburg.</p>
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		<title>Sensitivity Reading – Dichtung und Wahrheit</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Apr 2024 14:17:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Sensitivity Reading]]></category>
		<category><![CDATA[Sören Sieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sensitivity Reading gibt es zweimal. Einmal so wie es sinnvoll sein könnte und wie es von den Verlagen dargestellt wird. Und ein andermal so wie es sich zuweilen tatsächlich abspielt und vom Autor als ein Akt der Zensur erlebt werden &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/04/10/25076/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>Sensitivity Reading gibt es zweimal. Einmal so wie es sinnvoll sein könnte und wie es von den Verlagen dargestellt wird. Und ein andermal so wie es sich zuweilen tatsächlich abspielt und vom Autor als ein Akt der Zensur erlebt werden kann.<br>Dahinter steht die löbliche Absicht, im Rahmen des Lektorats zu kontrollieren, ob sich in einem Manuskript Formulierungen finden, die einzelne Lesende in ihren Gefühlen bzw. in ihrer Selbstwahrnehmung verletzen könnten. Der Autor soll auf diese Weise davor bewahrt werden, ungewollt und unbewusst den Eindruck zu erwecken, rassistisch, frauenfeindlich oder sonstwie angreifbaren Geistes zu sein. (Und der Herausgeber davor, sich mit kritischen Reaktionen herumplagen zu müssen.)<br><br>In einer Gegendarstellung, die ein Verlag auf Anfrage des <strong>BR</strong> abgab, hört sich das Verfahren (hier in Auszügen) so an: „Ein Sensitivity Reading wie es im Fall von <strong>Sören Sieg</strong>s Buch <strong>&#8218;Oh, wie schön ist Afrika&#8216;</strong> stattgefunden hat, ist ein übliches Verfahren. Der Autor war von Anfang an in den Prozess einbezogen. Die Sensitivity Readerin wurde in vollstem Einvernehmen beauftragt, den Text zu prüfen. Das Ergebnis ihrer Lektüre wurde besprochen und dabei diskutiert, ob und wo man den Empfehlungen folgt. Ein Stellen vor vollendete Tatsachen hat es nicht gegeben. Sensitivity Reading ist für uns eine Form der Beratung. Ob wir den Empfehlungen folgen, wo wir sie weiterentwickeln oder ggf. auch verwerfen, ergibt sich immer im Gespräch zwischen Lektorat und Autor*innen. Letztere haben die entscheidende Stimme in diesem Prozess, so auch Sören Sieg.“<br>Der genannte Autor, Sohn des verstorbenen Satirikers <strong>Wolfgang Sieg</strong> und im Hauptberuf ein international erfolgreicher Komponist, erlebte das anders. Er erklärte in einem Interview mit dem BR, künftig gar nicht mehr über einen Verlag publizieren zu wollen. Er hatte zuvor ein Dutzend gut verkaufter Bücher geschrieben, einige davon unter humorvoll-provozierenden Titeln wie <strong>„Ich bin eine Dame, Sie Arschloch“</strong>.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/54b6e198f5304d88a39824d0ec0e941b" width="1" height="1" alt=""><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/04/10/25076/">Sensitivity Reading – Dichtung und Wahrheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Loriot feiern &#8211; aber richtig!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Nov 2023 15:21:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: der 100. Geburtstag von Loriot – und wie die alten Medien ihn feiern Obwohl er nicht mein ganz persönlicher Humor-Spitzenreiter ist, verehre ich Loriot doch so sehr, dass ich die Ehrungen mitnehme, die Print, Funk und Fernsehen dieser Tage &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2023/11/12/100-jahre-loriot/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>betr.: der 100. Geburtstag von Loriot – und wie die alten Medien ihn feiern</p>



<p>Obwohl er nicht mein ganz persönlicher Humor-Spitzenreiter ist, verehre ich Loriot doch so sehr, dass ich die Ehrungen mitnehme, die Print, Funk und Fernsehen dieser Tage zu seinem 100. auffahren. Meine Verehrung geht sogar so weit, dass ich die große ARD-Gala unbedingt auslasse, denn was gibt es dort schon zu sehen? Dasselbe wie allen vergleichbaren „Würdigungen“: da setzen sich wild- und fachfremde Promi-Nasen in Szene, die hinsichtlich des Themas genauso schlau sind wie ich. Und in den Einspielern dazwischen hängt mal wieder das Bild schief, saugt und bläst der Heinzelmann und war früher mehr Lametta – und das in Form winziger Filmschnipsel, die oben und unten abgesägt werden, damit sie ins Breitbild passen und die mit Logos zugekleistert werden (da lasse ich die Hotelbadewanne, aus der die Ente draußen bleibt, doch lieber mit meinen eigenen Loriot-DVDs &nbsp;volllaufen) – kurzum: ein Umgang mit Loriot wie er respektloser und unersprießlicher nicht sein könnte und der keinen einzigen Erkenntnisgewinn bereithält. Das ist angesichts der prall gefüllten Archive, in denen sich Interviews mit dem echten Loriot geradezu stapeln, unbegreiflich. Zumal man ja beides senden könnte …</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="414" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2023/11/Loriot_ST.GH_.jpg?resize=640%2C414&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-23992" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2023/11/Loriot_ST.GH_.jpg?resize=1024%2C663&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2023/11/Loriot_ST.GH_.jpg?resize=300%2C194&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2023/11/Loriot_ST.GH_.jpg?resize=768%2C497&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2023/11/Loriot_ST.GH_.jpg?w=1240&amp;ssl=1 1240w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>



<p>Umso sorgfältiger höre ich mir das Radioprogramm zum Thema an. Schon zu Loriots Lebzeiten und anlässlich seiner vielen runden Geburtstage war es eine große Herausforderung, eine Sendung zu seinen Ehren zu füllen, ohne die immergleichen Auszüge aus seinen Klassiker-Miniaturen allzu offensichtlich zu wiederholen. Vermeiden lässt sich solcherlei nicht, kann aber mehr oder weniger geschickt geschehen.<br>Hier will ich den Vierteiler (zu je 25 Minuten) des Kultursenders <strong>Ö1 </strong>hervorheben, der aus dem Powerplay-Problem das Beste macht und dessen gebetene Gäste und Zeitzeugen für mein bundesrepublikanisches Ohr etwas Frisches hatten: <strong>„Loriot – Der preußische Bajazzo“</strong>.<em> </em>Damit kommt der ORF nicht das unerreichte Feature heran, das der Deutschlandfunk vor 25 Jahren hergestellt hat, aber das geht schon in Ordnung. Sehr anständig schlägt sich die aktuelle BR-Produktion „Auf den Spuren des unbekannten Loriot: ‚Och nö, Kinder, muss das sein?‘&#8220;.</p>



<p>Beim unvermeidlichen Sketche-Wiederhören – man kann es ja wahrlich schlechter treffen – fällt mir übrigens etwas auf, was mich schon immer ein wenig irritiert hat. Loriot ist im Original immer besser, als wenn er sich selbst kopiert – das gilt auch für seine Partnerin <strong>Evelyn Hamann</strong>. Nutzen sie doch die vielen Cartoons und Sketche der laufenden Festspiele für einen Vergleich. Finden Sie nicht auch, dass Frau Hamanns Vortrag von „Inhaltsangabe“ (einer englischen Krimiserie) in der TV-Version (bei geschlossenen Augen) viel präziser und schlichtweg komischer ist als ihre Studio-Aufnahme für die Schallplatte? Ist Loriots eigener Erwin Lindemann nicht etwas weniger trefflich als das Original von <strong>Heinz Meier</strong> in der visuellen Version? Gleiches denke ich auch über die LP-Fassungen von „An der Opernkasse“, „Frühstück und Politik“, „Jodelschule“ …<br>Einzig die Cartoons sind hier wie dort gleich gut, denn es wurden ja die gleichen Tonspuren benutzt. <strong>Bernd Eilert</strong> ist in der F.A.Z. vielleicht ähnlicher Ansicht, wenn er ganz allgemein feststellt: „Nachspielen lassen sich Loriots Klassiker kaum ohne erhebliche Qualitätsverluste.“</p>



<p>Das bringt mich zu den gedruckten Würdigungen. Die Zeitungen und Magazine feiern den Jubilar vielleicht auf die schönste Weise. Gedrucktes wird doch immer noch ein klein wenig sorgfältiger und gewogener hergestellt als das „Er ist der Größte“-Geblubber auf einer Fernsehgala. Das optische Angebot ist auf dem Papier weitaus reichhaltiger, denn die Abbildungen speisen sich aus drei Quellen. Während das Fernsehen sich mit Loriot als Autor / Darsteller begnügt, erleben wir ihn hier außerdem als unbewegten Cartoonisten. Der Zeichner Loriot hat uns ein weiteres, schier unüberschaubares Werk rund um seine Knollenmännchen und –frauchen hinterlassen. Außerdem wird im Feuilleton als Zugabe zu den bekannten Szenenfotos immer mal wieder ein überraschendes Privat- oder Werkstattfoto ausgegraben. Das Nachher-Bild vom Set der <strong>„Zimmerverwüstung“ </strong>etwa kannte ich noch nicht: Loriot sitzt fröhlich und wohlbehalten in der Wüstenei, die wir so gut kennen wie unser eigenes (unaufgeräumtes) Wohnzimmer.</p>



<p>Zurück zu Bernd Eilert, der angesichts von <strong>„Steinlaus“</strong>, „Filmmonster“ &amp; Co. sogar nachdenklich wird: „Ob sie auch künftige Generationen noch zum Lachen bringen werden, ist schwer vorherzusagen. Die biedermeierlichen Benimmregeln, deren Erlernen und Befolgen in der alten Bundesrepublik noch als Verbindlich galt, verschwinden seit 1968. (…) sprachliche Sonder- und Irrwege gibt es zwar immer noch, sie haben aber den Leerformeln und Fachjargons, die Loriot mit Vorliebe parodierte und zitierte, wenig mehr gemein.“ &nbsp;</p>



<p><strong>Thomas Gottschalk</strong>, ein weiteres Idol der Ära, ist uns mal wieder voraus. Er meinte kürzlich in einem großen <strong>ZEIT</strong>-Interview: „Gucke ich einen Loriot-Film, ist das von einer unglaublichen Langatmigkeit“. &nbsp;Aber Gottschalk hat zuletzt ja auch sonst nichts Fröhliches mehr auf der Platte – wie das häufig so ist, wenn man ein Leben lang vom Publikum geliebt wurde. Im selben Gespräch sagt er rückblickend über seine Karriere: „Ich habe das Tor zur Hölle aufgestoßen, also musste ich auch durchgehen“.<br>Na, dann doch lieber einen ollen Loriot-Sketch zur Feier des Tages! Oder zwei. Ich wähle meine Lieblingssketche: <strong>„Der sprechende Hund“</strong> und „Der K 2000“ (in der TV-Version natürlich).</p>


<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/36589ca6f24043e1961e3bdecfac1073" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2023/11/12/100-jahre-loriot/">Loriot feiern &#8211; aber richtig!</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Die schönsten Hörspiele, die ich kenne (21): „Corpus Delicti“</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2022 17:10:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hörfunk]]></category>
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		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
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		<category><![CDATA[Krimi-Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Temple-Reihe]]></category>
		<category><![CDATA[Rene Deltgen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieses Familiendrama von Charles Maitre entstand 1970 beim BR. Credits, Hintergründe und komplette Präsentation unter https://www.bremenzwei.de/audios/hoerspiel-kein-mucks-226.html „Warum haben Sie keine Meldung gemacht?“ – „Vielleicht aus Angst, man könnte sie wiederfinden. Seit drei Tagen herrscht eine wunderbare Ruhe hier im Hause. &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2022/12/22/21965/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p>Dieses Familiendrama von <strong>Charles Maitre</strong> entstand 1970 beim <strong>BR</strong>. Credits, Hintergründe und komplette Präsentation unter <a href="https://www.bremenzwei.de/audios/hoerspiel-kein-mucks-226.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.bremenzwei.de/audios/hoerspiel-kein-mucks-226.html</a></p>



<p><em>„Warum haben Sie keine Meldung gemacht?“ – „Vielleicht aus Angst, man könnte sie wiederfinden. Seit drei Tagen herrscht eine wunderbare Ruhe hier im Hause. Das Verschwinden meiner Frau bereitet mir einiges Vergnügen. Wieso sollte ich so tun, als ob ich zutiefst verzweifelt wäre? Schreiben Sie Ihren Bericht, und machen Sie sich um mich keine Sorgen! Ich bin mit meinem Gewissen im Reinen!“</em></p>



<p>Marthe Moureau ist verschwunden. Als Oberhaupt einer kleinstädtischen Familie war sie unbeliebt, denn sie regierte mit starker Hand, auch wenn sie und ihr Mann Eduard ihrer Verwandtschaft aus einigen Nöten heraushalfen. Eduard ist der Erste, der zugibt, dass ihn die mysteriöse Abwesenheit seiner Frau aufrichtig freut. Er bleibt auch dann noch dabei, als die Polizei zu ermitteln beginnt &#8230;<br><br>Alte Krimi-Hörspiele sind ein zweischneidiges Vergnügen. Ihre szenische Atmosphäre ist unter den heutigen Produktionsbedingen nicht mehr herstellbar (nur ganz wenige der alten Ateliers sind noch in Betrieb). Doch die unfreiwillige Komik, die sich aus den putzigen Umständlichkeiten der Nachkriegszeit (von der Sorte: „Jim ist der Kosename von James.“), einer arg konstruierten Handlung ohne jede Logik (siehe <strong>Francis Durbridge</strong>) und einer betulichen Auffassung von weltläufiger Lebensart und Polizeiarbeit ergibt, steht der angestrebten Spannung oftmals im Wege.<br>Das Kammerspiel „Corpus Delicti“ weist keinen einzigen dieser Mängel auf. Das Buch ist bei aller Deftigkeit menschlich einleuchtender als uns lieb ist, die Dialoge sind frei von den zeittypischen Klischees und Verkrampfungen. Außerdem haben wir es hier mit dem seltenen Fall eines perfekten Verbrechens zu tun. Dass ausgerechnet Rene Deltgen die männliche Hauptrolle spricht, der sich als onkelhafter Star der <strong>„Paul Temple“-Reihe</strong> unter Tonnen von Krimi-Trash beerdigt hat, gibt diesem Glücksfall eine besondere Ironie.<br><br>Vor wenigen Jahren hat mit dem Podcast <strong>„Kein Mucks!“</strong> endlich eine gründliche Zugänglichmachung historischer Hörspiele eingesetzt. Nur zwei Dinge sind daran zu kritisieren. Bedauerlich ist, dass sich bislang nur um Krimis gekümmert wird &#8211; immerhin lässt der Erfolg der Reihe auf eine entsprechende Ausweitung der Bemühungen hoffen. Ärgerlich ist, dass in der gut recherchierten Moderation des Podcasts immer wieder von „verschollenen“ Hörspielen die Rede ist. Lasst uns bei der Wahrheit bleiben, Freunde: die betreffenden Bänder gingen nicht versehentlich verloren, sie wurden mutwillig gelöscht, weil es den Verantwortlichen an historischem Bewusstsein mangelte. Wer das aus unerfindlichen Gründen nicht zugeben will, der sollte es lieber unerwähnt lassen.<br>Wir leben in einer Epoche, in der analoge Archivbestände in nie dagewesener Weise vernichtet werden, um sie nicht aufwändig digitalisieren zu müssen.<br>Beliebte Podcasts wie „Kein Mucks!“ können dazu beitragen, dass dieses grauenvolle Treiben zumindest vor den Schatzkammern des Rundfunks Halt macht … einstweilen. </p>


<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/45baa0d05c3d4399b11d452463979d98" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2022/12/22/21965/">Die schönsten Hörspiele, die ich kenne (21): „Corpus Delicti“</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Technicolor für die Ohren – Die Kunstkopf-Stereophonie (2/3)</title>
		<link>https://blog.montyarnold.com/2021/09/05/kunstkopf-2/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2021 19:24:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hörfunk]]></category>
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		<category><![CDATA[Berliner Funkausstellung 1973]]></category>
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		<category><![CDATA[WDR]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fortsetzung vom 3.9.2021 In den Hörspielredaktionen war man Anfang der 70er Jahre von diesem Qualitätssprung hellauf begeistert, der vom Konsumenten mit gewöhnlichen Kopfhörern genossen werden konnte. Der Hörspielregisseur Ulrich Gerhardt (Leiter der Abteilung Wortproduktion beim RIAS Berlin 1970-80) war es, &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/09/05/kunstkopf-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/09/05/kunstkopf-2/">Technicolor für die Ohren – Die Kunstkopf-Stereophonie (2/3)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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<p><p><em>Fortsetzung vom 3.9.2021</em><br><br>In den Hörspielredaktionen war man Anfang der 70er Jahre von diesem Qualitätssprung hellauf begeistert, der vom Konsumenten mit gewöhnlichen Kopfhörern genossen werden konnte. Der Hörspielregisseur <strong>Ulrich Gerhardt </strong>(Leiter der Abteilung Wortproduktion beim <strong>RIAS Berlin </strong>1970-80) war es, der der neuen Technik den Weg in die Rundfunksender ebnete. Zur Präsentation auf der <strong>Berliner Funkausstellung 1973</strong> und zur Ausstrahlung auf RIAS, BR und WDR wurde der amerikanische Science-Fiction-Krimi <strong>„Demolition“ </strong>als erstes Kunstkopf-Hörspiel weltweit aufbereitet. <strong>Alfred Bester</strong>s zugrundeliegender Roman <strong>„The Demolished Man“</strong> von 1953 spielt im 24. Jahrhundert: Telepathie wird zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt, und die beiden letzten Wirtschaftsimperien des Sonnensystems bekriegen sich. Das Hörspiel hatte nicht nur die abendfüllende Länge von 100 Minuten (üblich sind maximal 55 Minuten, um problemlos ins Sendeschema zu passen), seine Besetzung wartete auch mit einigen der beliebtesten Synchronsprecher auf:&nbsp; <strong>Gert Günther Hoffmann</strong>, <strong>Arnold Marquis</strong> und <strong>Friedrich W. Bauschulte</strong>.</p><span id="more-18862"></span></p>



<p>Ulrich Gerhardt, der in den nächsten Jahren zum Spezialisten für die Kunstkopf-Regie werden sollte, konnte bei „Demolition“ noch auf keinerlei Erfahrungswerte zurückgreifen. Von vorneherein war ihm nur eines klar, wie er 2013 dem BR erzählte: „dass der Kunstkopf Räume braucht. Und diese Räume müssen so interessant und so unterschiedlich wie möglich sein.“ Im Studio konnte eigentlich nur gemischt und geschnitten werden, die eigentlichen Aufnahmen brauchten, wie beim Film, <em>Schauplätze</em>. Zunächst fand man diese im Funkhaus &#8211; in den Gängen und im Treppenhaus. Für eine planetarische Open-Air-Szene zog das Team in den frühen Morgenstunden in einen Garten in Zehlendorf, wo eben die Vögel zu zwitschern begannen. Viel musste mit der Distanz zum Mikrofon experimentiert werden, mit dem Winkel, in dem sich die Schauspieler auf den Kunstkopf zubewegten usw. (Das Schneiden von einem Teil der Szene in den anderen ist bei diesem Erstlingswerk noch nicht zufriedenstellend und sollte sich rasch bessern.) Hinzu kam, dass der Kunstkopf überaus empfindlich ist (ähnlich wie die hochauflösenden Kameras unserer Tage) und nicht nur das aufnimmt, was er soll. An Originalschauplätzen wimmelt es naturgemäß von Nebengeräuschen.<br>Der sensationelle Effekt dieser Mühen rechtfertigte jedoch alle Begeisterung der Hörspielmacher.</p>



<p>Im ersten Jahr nach dem Erfolg von „Demolition“ entstanden 15 Kunstkopf-Hörspiele in den Ateliers der ARD sowie beim ORF und beim Rundfunk der DDR, bis zum Ende der 70er Jahre waren es rund 60. Einige dieser Produktionen machten Furore, es wurden sogar Remakes von „Hörspiel-Klassikern“ hergestellt. Ulrich Gerhardt glaubte an den dauerhaften Erfolg der Technologie und erwartete sogar ihre Anwendung bei Gesprächsrunden, im Feature und in der Reportage. In der Musik rechnete er mit spannenden Konzept-Alben. Das sollte sich nicht bewahrheiten, und auch im Hörspiel ließ Begeisterung nach einigen Jahren wieder nach. Bis in die 80er Jahre hinein gab es immer wieder ambitionierte Projekte – besonders beim RIAS und dem Rundfunk der DDR -, doch die Kunstkopf-Stereophonie konnte sich langfristig nicht als reguläres Produktionsverfahren etablieren und im ausgestrahlten Programm halten.<br><br>Der erhöhte Aufwand schlug sich auch in der Disposition nieder. Für ein Mono-Hörspiel wurden regulär fünf Tage veranschlagt, für eines in Stereo zehn. Nun verdoppelte sich wiederum die Produktionszeit &#8211; mindestens.<br>Und eine Banalität wurde zum Ärgernis: die Notwendigkeit von Stereo-Kopfhörern, um in den Genuss des Raumklangs zu kommen.<br>Zunächst sprachen die Anmoderationen von einer “kleinen Unbequemlichkeit“, die bald überwunden werden würde (ein Irrtum). Vor der Ausstrahlung eines Kunstkopf-Hörspiels wurde mit deutscher Gründlichkeit die richtige Verteilung der Kanäle auf rechts und links angemahnt, die Einstellung des Balance-Regler, der Höhen- und Tiefenregler genau auf die Mitte. Die Einweisung gipfelte in der herrlichen Aufforderung: „Stellen Sie bitte Ihr Gerät so ein, dass ich aus einer Entfernung von etwa eineinhalb Meter zu Ihnen zu sprechen scheine!“ Die Wahl der richtigen Lautstärke fand man nämlich auch sehr wichtig.<br><br>Wer all diese Anweisungen befolgte, hatte noch ein bis heute ungelöstes Problem: der Rundum-Sound kommt tatsächlich aus allen Richtungen, mitunter sogar von oben, aber nicht von vorne. Ulrich Gerhardt hat dieser Mangel keine Ruhe gelassen, den auch die Erfinder des Verfahrens nicht&nbsp; hatten beheben können. Er kam zu dem Ergebnis, dass die Ursache in der Funktionsweise des menschlichen Ohres liegt. Es sortiert eine Klang-Information, zu der es kein Bild gibt, automatisch nach hinten in den Toten Winkel. Diese evolutionäre Gesetzmäßigkeit ist unveränderlich.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-16433" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=768%2C50&amp;ssl=1 768w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>


<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/bce9d58303184b96b3e34968a75fd79c" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/09/05/kunstkopf-2/">Technicolor für die Ohren – Die Kunstkopf-Stereophonie (2/3)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Technicolor für die Ohren – Die Kunstkopf-Stereophonie (1/3)</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2021 19:52:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hörfunk]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Erstsendung des ersten Kunstkopf-Hörspiels „Demolition“ Ende der 60er Jahre trat der Stereoton seinen Siegeszug im Hörspiel an und wurde dort freudiger begrüßt als zuvor in Klassik und Popmusik, wo es einige prominente Zweifler gab.** Der SfB hatte bereits 1963 &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/09/03/kunstkopf/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/09/03/kunstkopf/">Technicolor für die Ohren – Die Kunstkopf-Stereophonie (1/3)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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<p>betr.: Erstsendung des ersten Kunstkopf-Hörspiels <strong>„Demolition“</strong><br><br>Ende der 60er Jahre trat der Stereoton seinen Siegeszug im Hörspiel an und wurde dort freudiger begrüßt als zuvor in Klassik und Popmusik, wo es einige prominente Zweifler gab.** <br>Der<strong> SfB</strong> hatte bereits 1963 ein erstes Hörspiel in stereo aufgenommen, den Kurzkrimi <strong>&#8222;Gewitter über Elmwood&#8220;</strong>, der allerdings erst im Oktober 1964 urgesendet wurde.<br>Im Überschwang dieses Fortschritts entwickelten drei Wissenschaftler am Heinrich-Hertz-Institut (heute <strong>Fraunhofer-Institut</strong>) ein Aufnahmeverfahren, das den natürlichen Hörvorgang noch realistischer reproduzierte: die Kunstkopf-Stereophonie, auch binaurale oder kopfbezogene Stereophonie.<br>Dazu mussten zwei Mikrofone in einem Kopf aus Holz oder Plastik platziert werden, dessen Ohren denen des Menschen nachgebildet waren. Der Effekt war  überwältigend. Er lässt sich am ehesten mit dem Surround-Effekt im Kino oder mit der 3D-Optik vergleichen, aber das wird der Sache nicht gerecht. Der Hörer kann sich als stiller Teilnehmer mitten im Geschehen fühlen. Der Höreindruck ist gleichzeitig übermäßig realistisch und eine berauschende Illusion.</p>


<p><span id="more-18854"></span></p>


<p>1974 machte Dr. Georg Plenge &#8211; Angehöriger des Forscherteams, das die Technik entwickelt hatte – im BR die Unterschiede zwischen der Kunstkopf-Stereophonie und den herkömmlichen Alternativen deutlich: „Monofonie und Stereophonie gehen von folgendem Gedanken aus: der  Schall, der in der Nähe der Quelle – vor dem Mund des Sprechers oder nahe am Musikinstrument – herrscht, wird durch ein Mikrofon aufgenommen und als elektrisches Signal übertragen. Dieses speist einen Lautsprecher im Raum des Zuhörers. Der Lautsprecher ist Repräsentant des Sprechers oder des Instruments, die Schallquelle ist in den Zuhörerraum versetzt worden. Der Unterschied zur Realität ist folgender: der Raumeindruck wird unterdrückt und ersetzt durch den Raumeindruck des Wohnzimmers, in das wir die Schallquelle geholt haben. Der Richtungseindruck ist bei normalem Abhören stets vorn. Diesem Verfahren gemeinsam ist die beschränkte Richtungsabbildung in der Horizontalebene: keine Abbildung der Richtungen oben / unten, geringe Rauminformation. Ein Raumeindruck wird meistens durch künstlich zugesetzten Hall erzeugt. Ein Vorteil dieser Verfahren Mono, Stereo und Quadrophonie besteht darin, dem Hörer alle Quellen besonders präsent zu machen, näher als das in der Wirklichkeit möglich ist. Die kopfbezogene Stereophonie geht nun von dem Gedanken aus, dass alle akustischen Eindrücke eines Hörers vollständig in dem Schall enthalten sein müssen, der an den menschlichen Trommelfellen auftrifft. Dazu gehören auch alle Schall-Einfallsrichtungen vorn / hinten / oben / unten / seitlich, alle Entfernungs- und Raumeindrücke.* Gelingt es nun, den Schall in den Gehörgängen eines Menschen aufzuzeichnen, zu speichern und später in den Gehörgängen des selben Menschen wieder zu erzeugen, so müsste dieser Mensch den selben Hör-Eindruck haben wie zur Zeit der Aufnahme, auch wenn er zu Hause in seinem Wohnzimmer sitzt. Die Ohren des Hörers sind in den Aufnahmeraum versetzt worden.<br>Die technische Realisierung dieses Gedankens erfordert nun zwei Abweichungen davon. Studiomikrofone mit ausreichender Qualität sind so groß, dass der menschliche Kopf durch einen Kunstkopf mit akustisch gleichen Eigenschaften ersetzt werden muss. Die Wiedergabe sollte nicht im Ohrkanal direkt, sondern um eines besseren Hörkomforts willen vor dem Hörkanal unter Ausschaltung der Ohrmuschel durch Kopfhörer erfolgen. Der nun verbleibende Unterschied zur Realität ist folgender: der Hörer hört nicht mit seinen Ohrmuscheln, sondern mit denen des Kunstkopfs.“<br><br>Es entstand eine Reihe von Hörspielproduktionen, die auch dramaturgisch mit dieser Möglichkeit spielten und die ihrer Faszination mal mehr, mal weniger auch qualitativ gerecht wurden. Das erste entstand 1973: „Demolition“.<br>____________________<br>* Das ist nicht die ganze Wahrheit, wie wir in Kürze an dieser Stelle erörtern werden.<br>** Siehe <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/12/15/fidelio/">https://blog.montyarnold.com/2016/12/15/fidelio/</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-16433" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=768%2C50&amp;ssl=1 768w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>
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		<title>Die schönsten Hörspiele, die ich kenne (19): &#8222;Der Kauf&#8220;</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2021 20:56:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>19. „Der Kauf“ – Hörspiel von Paul Plamper, Produktion: WDR/BR/Deutschlandfunk/Schauspiel Köln 2013, 69 min. &#8211; Credits und Details: https://www.srf.ch/audio/hoerspiel/der-kauf-von-paul-plamper?id=10282642 „Wie wär’s, wenn wir einen Teil von dem ganzen Geld spenden? Dann kann man konsequent sagen, wir nehmen das Geld, und &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/06/30/paul-plamper-der-kauf/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/06/30/paul-plamper-der-kauf/">Die schönsten Hörspiele, die ich kenne (19): &#8222;Der Kauf&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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<p>19. „Der Kauf“ – Hörspiel von <strong>Paul Plamper</strong>, Produktion: WDR/BR/Deutschlandfunk/Schauspiel Köln 2013, 69 min. &#8211; Credits und Details: <a href="https://www.srf.ch/audio/hoerspiel/der-kauf-von-paul-plamper?id=10282642">https://www.srf.ch/audio/hoerspiel/der-kauf-von-paul-plamper?id=10282642</a></p>



<p><em>„Wie wär’s, wenn wir einen Teil von dem ganzen Geld spenden? Dann kann man konsequent sagen, wir nehmen das Geld, und zwar das ganze Paket! … ‘n gutes Projekt. Afrika oder so … Afrika ist gut … Afrika find‘ ich richtig gut! Oder Umwelt. Umwelt geht auch …“</em></p>



<p>Ein altlinkes Paar hat sich einst in einem alternativen Wohnprojekt eine Wohnung eingerichtet, die im Lauf der Jahre zu einer Luxusimmobilie in bester Lage herangereift ist. Die beiden spielen mit dem Gedanken, ihr Heim – ihrer ausgestellt antikapitalistischen Gesinnung zum Trotz – zu verkaufen und mit dem Erlös ein paar alte Träume zu verwirklichen, solange es noch geht (eine Weltreise oder so …). Ein hippes Ehepaar macht ihnen ein überraschend großzügiges Angebot, und alle sind platt vor Freude. Doch als der Wohnungsverkauf seinen Lauf nimmt, beginnen sich die alten Besitzer des Ausverkaufs ihrer alten Ideale zu schämen. Sie nehmen fürchterliche Rache an den Käufern …</p>



<p>Dass sich zwei bourgeoise Ehepaare beharken und man nach kurzer Zeit alle vier Beteiligten abscheulich findet (einer präzise so neurotisch und verkommen wie der andere), ist das große Erfolgskonzept von <strong>Yasmina Reza</strong> und ihren Epigonen in der französischen Boulevardkomödie. Paul Plamper macht es sich mit dieser Konstellation nicht ganz so leicht – zu unserem Vergnügen. Die Figuren sind differenziert, die Dialoge und das Spiel der Darsteller so überzeugend, dass man das Gefühl hat, eine Indiskretion zu begehen. Neben dieser Qualität ist es die betörende Wirkung der <strong>Kunstkopf-Stereophonie</strong> – eine akustische 3-D-Technik der 70er Jahre, die sich heute kein Regisseur mehr antun möchte –, die dieses Hörspiel zu einem so bestrickenden Erlebnis macht. Weder im Film noch in einer Serie noch im Theater hat mich der Maelstrom der Ereignisse in Jahren so erbarmungslos verschlungen.</p>



<p>„Der Kauf“ – das nur nebenbei – wird rückwärts erzählt, ein Effekt, an den wir uns inzwischen schon beinahe gewöhnt haben. An den prominenten Stimmen von Peter Kurth und Milan Peschel merkt man, dass man hier tatsächlich Schauspielern zuhört und nicht etwa dem wirklichen Leben.&nbsp;</p>


<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/f5c33b7a1554402bb1e04387edb558ef" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/06/30/paul-plamper-der-kauf/">Die schönsten Hörspiele, die ich kenne (19): &#8222;Der Kauf&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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