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	<title>HBO Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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	<description>The St. George Herald / Copyright by Monty Arnold</description>
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	<title>HBO Archive - Monty Arnold blogt.</title>
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		<title>Glotzen ist nicht gleich Glotzen</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jul 2024 19:28:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Michael Haneke erklärt im Gespräch mit Olivier Père den Unterschied zwischen der Arbeit für das fiktionale Fernsehen und der für das Kino folgendermaßen: „Die beiden Medien sind sehr unterschiedlich. Dass ich einen Fernsehfilm sehe, ist ein Zufall. Das Kinopublikum hat &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/07/25/25836/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Michael Haneke </strong>erklärt im Gespräch mit <strong>Olivier Père</strong> den Unterschied zwischen der Arbeit für das fiktionale Fernsehen und der für das Kino folgendermaßen: „Die beiden Medien sind sehr unterschiedlich. Dass ich einen Fernsehfilm sehe, ist ein Zufall. Das Kinopublikum hat sich auf den Weg gemacht. Es hat sich entschieden, einen Film zu sehen und eine Karte gekauft. Das heißt, es will sich dem Film wirklich aussetzen und sich mit ihm konfrontieren. Das Fernsehpublikum tut meistens gerade etwas anderes, ist dabei zu essen, sich mit der Familie auseinanderzusetzen etc. Als Regisseur muss ich ganz andere dramaturgische und ästhetische Mittel einsetzen, um den Zuschauer zu erreichen. Im Kino kann ich ihn herausfordern und ihm auf Augenhöhe begegnen. Dort sind subtilere Mittel möglich. Im Fernsehen muss alles so einfach erzählt werden, dass man auch, wenn man zwischendurch mal draußen war, den Faden wiederfindet.“ (An der verbotenen Vorliebe des Regisseurs <strong>Zbynek Brynych</strong>, seine Schauspieler direkt in die Kamera blicken zu lassen, lässt sich ablesen, dass er viel fürs Fernsehen gedreht hat: &#8222;Wenn der Zuschauer direkt angesehen wird, kann er nicht weg. Unmöglich, dass er sich einen Kaffee kochen geht.&#8220;)<br><br>Passend zu dieser Gewichtung stand das Fernsehen gut 50 Jahre lang in der Bewertung durch Branche, Kritik und Publikum weit unter dem Kino. Es war nicht nur sein historischer Nachzügler (in Verbindung mit dem ebenfalls vorangegangenen Rundfunk), es war kleiner (die Amerikaner sprechen von <strong>„the small screen“</strong>, der kleinen Leinwand), technisch minderwertiger und mit kleineren Budgets ausgestattet. Dass man hier schneller auf die Zeitläufte reagieren und ein weitaus größeres Publikum erreichen konnte (vor allem in Deutschland mit seinem viel kleineren Markt für einheimische Produktionen), änderte an diesem Ansehensunterschied nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann lösten sich diese Differenzen auf – wenn auch nur scheinbar. Die Bildschirme wurden immer größer und die Inhalte immer hoch-auflösender. Rein optisch sieht heute jede Serienepisode wie ein Kinofilm aus. Um die Jahrtausendwende schien das Medium für kurze Zeit auch erzählerisch dem Kino den Rang abzulaufen. Die anspruchsvollen Serien des Bezahlsenders<strong> HBO </strong>setzten einen neuen qualitativen Standard und warteten mit einem neuen Pluspunkt auf: in einer über Wochen und Monate erzählten Geschichte lassen sich Charaktere viel gründlicher entwickeln und auserzählen. Der Boom, den das Serienfernsehen daraufhin erlebte, beruhte allerdings eher auf dem Vorurteil bzw. dem Versprechen, jede „moderne“, „episch erzählte“ Serie würde fortan die Qualität von<strong> „Die Sopranos“</strong> oder<strong> „Breaking Bad“</strong> haben, als auf dessen Einlösung. Außerdem gilt weiterhin, was <strong>John Cleese</strong> einmal so ausdrückte: „Nichts unterhält die Leute so gut wie eine 90minütige Geschichte.“ Ein erheblicher Teil von ihnen mag sich schon aus Zeitgründen prinzipiell nicht auf ein Entertainment einlassen, das seine Aufmerksamkeit auf Monate bindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von Michel Haneke bemerkten Unterschiede bestehen fort, wenn sie auch durch zwei Aspekte verwässert werden. Nicht jeder Filmemacher will die beschriebene Bereitschaft des Publikums nutzen und es in Hanekes Sinn herausfordern. Es steht jedem Regisseur frei, dem Publikum eben nicht auf Augenhöhe zu begegnen.* Weiterhin sorgt die serielle Struktur (die wir längst auch im Kino finden) dafür, dass wir den Faden wiederfinden können, auch wenn wir zwischendurch mal draußen waren. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><p>___________________<br>* Die kommerziell erfolgreichsten Regisseure tun alles andere als das, siehe <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/08/06/steven-spielberg-duel/">https://blog.montyarnold.com/2024/08/06/steven-spielberg-duel/</a></p><img decoding="async" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/a25cab7389c74dd8af0ef71ef17117d7" width="1" height="1" alt=""></p>
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		<title>Medienlexikon – Film und Fernsehen (Hap-Ind)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 May 2021 18:58:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Fortsetzung vom 18. Mai 2021 Happy Endsiehe https://blog.montyarnold.com/2023/10/25/23888/ Healing Fictionsiehe https://blog.montyarnold.com/2025/09/30/28790/ Heldenreisesiehe https://blog.montyarnold.com/2025/02/27/27470/ Heist MovieKrimi, in dessen Mittelpunkt Planung und Ausführung eines Raubüberfalls (engl. „Heist“) stehen. Auch die Zusammenstellung des Spezialistenteams ist ein wichtiger Teil des Vergnügens. Begründet wurde die &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/05/20/18123/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Fortsetzung vom 18. Mai 2021</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Happy End</strong><br>siehe <a href="https://blog.montyarnold.com/2023/10/25/23888/">https://blog.montyarnold.com/2023/10/25/23888/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Healing Fiction</strong><br>siehe <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/09/30/28790/">https://blog.montyarnold.com/2025/09/30/28790/</a><br><br><strong>Heldenreise</strong><br>siehe <a href="https://blog.montyarnold.com/2025/02/27/27470/">https://blog.montyarnold.com/2025/02/27/27470/</a><br><br><strong>Heist Movie<br></strong>Krimi, in dessen Mittelpunkt Planung und Ausführung eines Raubüberfalls (engl. „Heist“) stehen. Auch die Zusammenstellung des Spezialistenteams ist ein wichtiger Teil des Vergnügens. Begründet wurde die Gattung in Frankreich („Rififi“*, 1955, und Nachfolger), hinzugekommen sind amerikanische Erfolge wie „Reservoir Dogs“ (1992) oder „Heat“ (1995).<br><br><strong>Historienfilm</strong><br>siehe <a href="https://blog.montyarnold.com/2022/01/31/19882/">https://blog.montyarnold.com/2022/01/31/19882/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Horizontales Erzählen<br></strong>Klassische TV-Serien erzählten gern angeschlossene Abenteuer. Das erleichterte dem Publikum das nachträgliche Einsteigen. Es war auch gut fürs Marketing, da Sender, die die Serie einkauften, Folgen weglassen oder bei Wiederholungen die Reihenfolge ändern konnten. (Bei Sitcoms und Cartoons ist das immer noch möglich.) Diese Struktur bezeichnet man heute als „vertikales Erzählen“ – und freut sich darüber, dass moderne Serien „horizontal“ erzählt werden: der gesamte Staffelverlauf wird für dramatische und charakterliche Entwicklungen genutzt. Die Episoden bauen aufeinander auf und fügen sich – wie bei „Breaking Bad“ (2008-13) &#8211; zu einer großen Geschichte.<br>Ungerechterweise wird HBO heute als Gründungssender dieses Verfahrens und „Die Sopranos“ (1999-2007) als erstes Beispiel dafür angesehen. (Siehe dazu auch <em>-&gt;Cliffhanger </em>und <em>-&gt;Soap</em>.)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Idiot Box</strong><br>siehe <a href="https://blog.montyarnold.com/2024/03/19/24921/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://blog.montyarnold.com/2024/03/19/24921/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Indiefilm<br></strong>= Film, der abseits der großen Studios entsteht und unabhängig finanziert wird. Solche Filme sind eher von der Vision eines Autors getrieben als von den Vorgaben des Marketings. Mit ihnen verbindet man spezielle Themen und Botschaften, die im Mainstream nicht zu realisieren wären.<br>Dass solche Befürchtungen unbegründet sein können, bewies „Pulp Fiction“ (1994). Auch „500 Days Of Summer“ (2009) und „Donnie Darko“ (2001) fanden ein großes Publikum.Zur kleinen wenn auch längeren Schwester des Indiefilms, der Indieserie, siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2015/06/12/die-seriale-1/">https://blog.montyarnold.com/2015/06/12/die-seriale-1/</a> und die folgenden Beiträge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">_________________<br>* Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2016/03/31/4742/">https://blog.montyarnold.com/2016/03/31/4742/</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-16433" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2020/08/Forts.-folgt1-1024x67-1.jpg?resize=768%2C50&amp;ssl=1 768w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure>


<p><img decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/2513fc7e987f4fcc8d71f3b84012b791" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2021/05/20/18123/">Medienlexikon – Film und Fernsehen (Hap-Ind)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Fabelhaft gealtert: „Für alle Fälle Fitz“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2020 20:30:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: Binge-Watching in der Corona-Krise Ab Oktober 1993 war ganz Großbritannien im Fitz-Fieber, drei Jahre später war es auch bei uns soweit. In der Zwischenzeit hatte es überall auf der Welt hymnische Rezensionen und Auszeichnungen geregnet. Nie zuvor hatte sich &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/11/19/fabelhaft-gealtert-fuer-alle-faelle-fitz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">betr.:<strong> Binge-Watching in der Corona-Krise</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab Oktober 1993 war ganz Großbritannien im Fitz-Fieber, drei Jahre später war es auch bei uns soweit. In der Zwischenzeit hatte es überall auf der Welt hymnische Rezensionen und Auszeichnungen geregnet. Nie zuvor hatte sich eine Krimireihe so tief in kleinbürgerliche Abgründe gegraben und dabei so lebensnah und dreckig gewirkt. Der katholisch vorgeschädigte <strong>Jimmy McGovern</strong> unterwarf in seinen Drehbüchern die Tristesse unserer 70er-Jahre-Tatorte den Gesetzen des amerikanischen Großstadt-Dschungels, aber ohne den Glamour des Film Noir. Die Dialoge waren so schlagfertig wie in einer Neil-Simon-Komödie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Serie „Für alle Fälle Fitz“ (der anspielungsreiche Originaltitel <strong>„Cracker“</strong> wird zu Beginn der dritten Folge erklärt) kreist um den Psychologen Edward Fitzgerald. Der wird eher zufällig zum Profiler der Polizei von Manchester – wiewohl dieser Begriff in der Serie nicht auftaucht, da er damals noch nicht zum deutschen Sprachgebrauch gehörte.<br>Fitz ist spielsüchtig, wiegt 127 Kilo, raucht 50 bis 80 Zigaretten am Tag, säuft rund um die Uhr und setzt seinen analytischen Verstand zumeist in angriffslustigen Sarkasmus um. Eine solche Figur, wie sie der Autor nach seinem eigenen Bild geformt haben will, hätte auf dem Bildschirm leicht etwas konstruiert wirken können, doch ihr Darsteller füllte sie prachtvoll aus. Der übergewichtige schottische Comedian und Charakterdarsteller <strong>Robbie Coltrane</strong>&nbsp; war bei der „Rolle seines Lebens“ angelangt – so sah man das, bis er ein paar Jahre später<span id="more-17016"></span> die vergleichsweise gemütliche Nebenrolle des Hagrid in der „Harry Potter“-Reihe übernahm.<br>Dieses Detail macht es bereits deutlich: „Cracker“ (1993-96, 1997, 2006), der Straßenfeger, dessentwegen einst ehrbare Bürger ihre Opernkarten verfallen ließen, ist heute vergessen. Das merkt man auch daran, dass immer so getan wird, als habe erst mit der HBO-Serie „The Sopranos“ (1999-2007) das epische Erzählfernsehen heutigen Stils begonnen. Auch die nunmehr zum Service gehörende Angewohnheit, wichtige Figuren über die Klinge springen zu lassen, wird in „Cracker“ bereits vorgelebt. Christopher Ecclestone wollte zum Film und ließ sich aus der Serie herausschreiben. Das wirklich grauenvolle Ende seines jungen, cholerischen Chief Inspector Billborough machte Platz für einen neuen Dienststellenleiter, der fortan als Vorfahr des Maulhelden Hank Schrader aus „Breaking Bad“ ein komödiantisches Glanzlicht setzte.&nbsp;&nbsp; &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wiedersehen mit einem Klassiker</strong><br><br>Ich habe mich zuletzt häufiger gefragt, wie viel von dieser Faszination 25 Jahre später noch übrig ist. Ich wollte mir die erste Episode nochmals gönnen (es handelt sich um insgesamt 18 Spielfilme von 100 bzw. 150 Minuten Länge, die für die Ausstrahlung jeweils zweigeteilt wurden) und dann weitersehen.<br>Ich sah weiter. Und bin begeistert! Die Serie wirkt exakt so auf mich wie damals. Soweit es mich betrifft, ist sie keine Minute gealtert.<br>Mehr noch: über weite Strecken war meine Erinnerung so lebendig, dass mir einige darstellerische Finessen auffielen, die ich beim ersten Betrachten nicht ausreichend gewürdigt hatte, z.B. die Entwicklung der ambitionierten jungen Beamtin Sgt. Penhaligon, die nach einer Vergewaltigung in verhärmter Kälte erstarrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Robbie Coltrane hatte nach drei Jahren keine Lust mehr, da er um die Qualität der kommenden Drehbücher fürchtete. Die zwei Fitz-TV-Specials, zu denen er sich dann doch noch überreden ließ, bestätigten seine Bedenken. Das spießige US-Remake, in dem man sich für jeden der Fälle nur noch 45 Minuten Zeit nahm, war sogar noch weitaus schlimmer. Hoch lebe „Cracker“, das Original!</p>


<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/1c33da89ab1743f7991ab098783f5aca" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/11/19/fabelhaft-gealtert-fuer-alle-faelle-fitz/">Fabelhaft gealtert: „Für alle Fälle Fitz“</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Geschichte des Komiker-Handwerks (32)</title>
		<link>https://blog.montyarnold.com/2020/07/29/humor-omnia-vincit-32/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[montyarnold]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2020 16:35:30 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kabarett und Comedy]]></category>
		<category><![CDATA[Chevy Chase]]></category>
		<category><![CDATA[Comedy im US-Fernsehen (70er Jahre)]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte der Comedy]]></category>
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		<category><![CDATA[Humor Omnia Vincit]]></category>
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		<category><![CDATA[On Location (HBO)]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fortsetzung vom 22.7.2020 „Saturday Night Live“Mitte der 70er Jahre kam das Kabelfernsehen auf, und damit wurden Stand-Up Comedians erstmals in abendfüllender Länge präsentiert. HBO (Home Box Office) z.B. tat dies mit der Reihe „On Location“. Das hatte nichts mit dem &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/07/29/humor-omnia-vincit-32/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/07/29/humor-omnia-vincit-32/">Geschichte des Komiker-Handwerks (32)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Fortsetzung vom 22.7.2020</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Saturday Night Live“<br></strong><br>Mitte der 70er Jahre kam das Kabelfernsehen auf, und damit wurden Stand-Up Comedians erstmals in abendfüllender Länge präsentiert. <strong>HBO</strong> (Home Box Office) z.B. tat dies mit der Reihe <strong>„On Location“</strong>. Das hatte nichts mit dem Innovationsgeist zu tun, für den der Sender Jahre später zuzeiten des Serienbooms gefeiert wurde, es waren schlicht finanzielle Erwägungen. Eine Comedy-Show kostete 75.000 Dollar, während das Budget für einen TV-Film bei einer Million lag. Die Resonanz der Abonnenten war die gleiche, wie sich bald herausstellte.<br>Für das Genre bedeutete diese Entwicklung nichtsdestoweniger eine weitere Aufwertung. Die produktive Wechselwirkung zwischen Fernsehen und Live-Comedy setzte am 11. Oktober 1975 einen besonders stabilen Meilenstein.<br><br>Im <strong>NBC</strong>-Studio 8H war ein Wohnzimmer für ein Live-Publikum aufgebaut worden. Als das Rotlicht brannte, kam <strong>John Belushi</strong> als europäischer Einwanderer herein, gekleidet in einen dunklen Mantel und mit Einkaufstüte im Arm. Er setzte sich in einen Sessel, seinem Englischlehrer gegenüber, und wiederholte hochkonzentriert dessen alberne Übungssätze, Sachen wie „I would like to feed your fingertips to the wolverines.“ und „I am afraid we are out of badgers.“. Wenige Zeilen später griff sich der Lehrer ans Herz und fiel tot um. Auch das tat ihm der gelehrige Schüler gleich. Dann trat <strong>Chevy Chase </strong>aus der Kulisse, mit Headset und Klemmbrett als Aufnahmeleiter erkennbar, und rief: „Live, from New York, it‘s Saturday Night!!!“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="640" height="42" src="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=640%2C42&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-4804" srcset="https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=1024%2C67&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?resize=300%2C20&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https://i0.wp.com/blog.montyarnold.com/wp-content/uploads/2016/04/Forts.-folgt1.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption><em>Auszug aus dem Essay &#8222;Humor Omnia Vincit&#8220;</em></figcaption></figure>


<p></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/1d9921f952a9489aa8943b815c5a41dd" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/07/29/humor-omnia-vincit-32/">Geschichte des Komiker-Handwerks (32)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Daheimbleiben mit &#8230; &#8222;Follow The Money&#8220;</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Mar 2020 21:14:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: die Serie „Follow The Money – Die Spur des Geldes“ auf arte, in der Mediathek und zum kostenlosen Download Der Erfolg der Streamingdienste wäre nicht denkbar ohne ein Phänomen, das einen mediengeschichtlichen Wimpernschlag zuvor geschehen ist. Es war vor &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/03/19/daheimbleiben-mit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">betr.: die Serie <strong>„Follow The Money – Die Spur des Geldes“</strong> auf <strong>arte</strong>, in der Mediathek und zum kostenlosen Download<br><br> Der Erfolg der Streamingdienste wäre nicht denkbar ohne ein Phänomen, das einen mediengeschichtlichen Wimpernschlag zuvor geschehen ist. Es war vor allem der amerikanische Bezahlsender <strong>HBO</strong>, der den Menschen vor der guten alten Glotze mit ihrem „linearen Fernsehen“ das Gefühl gab, etwas zu versäumen: Serien, die besser sind als früher. Auch wenn immer von der Wichtigkeit des Fußballs die Rede ist, lebt das Exklusiv-Angebot der heutigen Anbieter in besonderem Maße von diesem Versprechen und von der Utopie, dass es möglich ist, Qualität am Fließband zu produzieren (an mehreren Fließbändern gleichzeitig), die sich im Regelfall mit der der <strong>„Sopranos“</strong> (1999-2007) messen kann. Das ist selbstverständlich Unsinn, denn eine Geschichte wird ja nicht dadurch besser, dass man sie „episch“ erzählt. Im Grunde weiß dass auch jeder. Aber wer monatlich für ein Abo zahlt, der möchte wohl einfach glauben, es müsse wahr sein. <br><br> Es ist wieder einmal eine dänische Serie, die dieser Verheißung sehr nahe kommt. Sie ist als DR-Produktion auf maximal drei Staffeln angelegt und wird wie üblich von arte präsentiert. So begeistert war ich zuletzt bei „Die Erbschaft“ – wenn auch nur in der ersten Staffel. <br> „Follow The Money – Die Spur des Geldes“ („Bedrag“) ist als Thrillerserie um eine Einheit von Drogenfahndern eine Spur konventioneller, lernt aber von den beiden besten Vorbildern, die sich in diesem Zusammenhang denken lassen. Sie kombiniert die Parallelmontage aus den Lebenswelten der Bullen und der Drogengangster, ohne dass wir uns bequem auf eine Seite schlagen können – so gut wie es zuletzt in „The Wire“ (2002-08) gelang – mit der frustrierten Kleinbürgerfigur, die Gefallen am Verbrechen findet, weil sie dafür fachlich prädestiniert ist und zum ersten Mal im Leben so etwas wie Anerkennung erfährt. Aber die Bankangestellte Anna ist nicht einfach eine weibliche Version des krebskranken Chemielehrers aus „Breaking Bad“ (2008-13), sie ist nur eine von drei Hauptfiguren neben dem Ermittler Alf und dessen Gegenpart Nicky und tritt erst in der zweiten Folge in Erscheinung. <br> Die Autoren von „Follow The Money“ haben das Prinzip der Vorbilder verstanden und gehen kreativ damit um, ohne abzuschreiben, sich auf Anspielungen herauszureden oder auf das schlechte Gedächtnis des Publikums zu vertrauen. Zugegeben, hin und wieder wird es ein wenig haarsträubend – wie z.B. in einer Szene in Folge 7, bei der ein Aquarium eine Rolle spielt …<br><br> Die erste Staffel von „Follow The Money“ steht dieser Tage bei Mediathek View kostenlos zum Download bereit. </p>


<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/0aed330346c149d9be60bd0c22992f5b" width="1" height="1" alt=""></p><p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2020/03/19/daheimbleiben-mit/">Daheimbleiben mit &#8230; &#8222;Follow The Money&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Der Tod kommt zweimal</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Mar 2018 09:33:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: 18 Jahrestag vom Start der Serie „Die Sopranos“ im ZDF / bevorstehende Adaption der Serie &#8222;Die Sporanos&#8220; fürs Kino / Umbesetzungen in TV-Serien  Der Schauspieler Peter Dinklage, der wegen seiner markanten Statur auch mit Sonnenbrille mühelos auf der Straße erkannt &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/03/12/der-tod-kommt-zweimal/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: 18 Jahrestag vom Start der Serie<strong> „Die Sopranos“</strong> im <strong>ZDF </strong>/ bevorstehende Adaption der Serie &#8222;Die Sporanos&#8220; fürs Kino /<strong> Umbesetzungen in TV-Serien </strong></p>
<p>Der Schauspieler <strong>Peter Dinklage</strong>, der wegen seiner markanten Statur auch mit Sonnenbrille mühelos auf der Straße erkannt wird, bekommt gelegentlich von den Fans der Serie <strong>„Game Of Thrones“</strong> den Satz hinterhergerufen: „Wir hoffen, du stirbst nicht!“ Das spielt auf ein heute alltägliches Phänomen der Serien-Erzählkunst an. Das Publikum muss bei allen Charakteren – auch bei den ganz wichtigen und heiß geliebten – jederzeit darauf gefasst sein, dass sie ihm wegsterben. Inzwischen gehört es zum guten Ton, möglichst oft und (soweit das in der indiskreten Ära des Internets überhaupt möglich ist) unerwartet Helden aus der Geschichte herauszuschreiben.<br />
Naheliegenderweise waren es „Die Sopranos“ (1999-2007), die wegweisende Mafia-Serie der<strong> HBO</strong>, in der es häufiger als bisher zu Todesfällen im Ensemble kam – angeregt durch das Kino-Epos <strong>„Der Pate II“</strong>. „Game Of Thrones“, ein noch weitaus brutaleres Sujet, hat diese Disziplin in neue Höhen getrieben.<br />
Kein Wunder, dass sich so viele Passanten um Peter Dinklage sorgen.<span id="more-9839"></span></p>
<p>In der guten alten Zeit des linearen Fernsehens alterte und starb man möglichst gar nicht. Wenn doch, ließen sich vereinzelte Personalwechsel bei abgeschlossenen Episoden gut überspielen, besonders in komödiantischen Formaten.<br />
Die langlebigen US-Seifenopern* der 80er Jahre mit ihren durchgehenden dramatischen Verwicklungen sahen sich erstmals mit dem Problem konfrontiert, dass sie immer wieder reale Veränderungen der Besetzung in ihren Drehbüchern parieren mussten. Zu Beginn war man dabei noch recht unbeholfen. Als 1980 der „Dallas“-Schauspieler Jim Davis starb, war der von ihm verkörperte Familienpatriarch Jock Ewing zunächst wochenlang verschollen, ehe man ihn auch in der Fiktion sterben ließ. Sein Filmsohn Larry Hagman alias J.R. sah 31 Jahre später das eigene Ende kommen, und so konnte sein Tod in der inzwischen neu aufgelegten Serie auch in der Handlung dramaturgisch effektvoll abgebildet werden.<br />
Bald gönnten sich die TV-Produzenten dieser Seifenopern zum Ende jeder Staffel den einen oder anderen absichtlichen  Cast-Wechsel. Einzelne Figuren kamen nicht aus der Sommerpause zurück – sie waren dann tot, weggezogen oder wurden einfach nicht wieder erwähnt. Gelegentlich gab es zum Saisonfinale auch einen lebensgefährlichen Cliffhanger, von dem niemand wusste, wer ihn überleben würde – auch die Schauspieler nicht. „Der Denver-Clan“ (1981-1989) hat hier wiederholt Akzente für die Ewigkeit gesetzt und sogar das Ende der Serie im Stil einer Vendetta gestaltet.<br />
Solche Ausbootungen hatten nicht inhaltliche, sondern betriebliche Gründe: das  konnte nachlassende Beliebtheit oder eine unverschämte Gagenforderung sein. Es konnte auch passieren, dass der Darsteller nicht mehr mitspielen wollte. Dann hatte er im Herbst entweder stillschweigend ein neues Gesicht oder – in Ausnahmefällen – ein Erlebnis, das sein verändertes Aussehen erklärte.**<br />
Legendär ist eine Geschichte, die im Rahmen von „Falcon Crest“ (1981-1990) passierte. Gina Lollobrigida hatte die Klausel in ihren Vertrag aufnehmen lassen, dass man sie nicht zum Saisonende entlassen dürfe. Als sie beim Publikum nicht den erwarteten Beifall fand, schrieb man sie kurzerhand während der laufenden Staffel aus der Serie heraus. Die Diva hatte das Nachsehen, und die Fans ihren Spaß.</p>
<p>Die ersten horizontal erzählten TV-Serien, in denen der rein künstlerisch motivierte Serientod gepflegt wurde, waren hierzulande große Erfolge. Robert Stromberger ging in „Diese Drombuschs“ (ZDF 1983-1994) noch sehr behutsam zu Werke – in zwölf Jahren gab es unter den Hauptfiguren zwei Trauerfälle und eine folgenreiche Demenzerkrankung. Der um bundesrepublikanischen Realismus bemühte, teilweise geradezu bürokratische Stil des Formates führte allerdings dazu, dass sich diese Schicksalsschläge wie höhere Gewalt anfühlten. Bei „Für alle Fälle Fitz“ (1993-1996, im ZDF 1996-1998) wurde der Tod des hochfahrenden jungen Chefinspektors Bilborough als griechische Tragödie inszeniert. Er blieb nicht das letzte Opfer.<br />
Vieles spricht dafür, dass die Serienmacher von heute das aufmerksam verfolgt haben.</p>
<p>_______________<br />
* Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2014/10/23/ist-eine-soap/">https://blog.montyarnold.com/2014/10/23/ist-eine-soap/</a><br />
** Siehe dazu <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/02/21/wie-siehst-du-denn-aus/">https://blog.montyarnold.com/2018/02/21/wie-siehst-du-denn-aus/</a><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg02.met.vgwort.de/na/1862c952d51c43efa5d8638eb752a90f" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/03/12/der-tod-kommt-zweimal/">Der Tod kommt zweimal</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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		<title>Das Programm ist nicht verfügbar! (Grummelsmiley)</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Feb 2018 18:01:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>betr.: MeToo-Debatte / DIE ZEIT / DER SPIEGEL 6/2018 Die Regel, dass das Internet nichts vergäße, wird in nächster Zeit auf eine Probe gestellt werden. Der Furor der Sexismusdebatte schlägt bereits erste Schneisen in die mediale Landschaft. Bisher hat es &#8230; <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/02/04/das-programm-ist-nicht-verfuegbar-grummelsmiley/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/02/04/das-programm-ist-nicht-verfuegbar-grummelsmiley/">Das Programm ist nicht verfügbar! (Grummelsmiley)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>betr.: <strong>MeToo-Debatte</strong> / DIE <strong>ZEIT</strong> / DER <strong>SPIEGEL</strong> 6/2018</p>
<p>Die Regel, dass das Internet nichts vergäße, wird in nächster Zeit auf eine Probe gestellt werden. Der Furor der Sexismusdebatte schlägt bereits erste Schneisen in die mediale Landschaft. Bisher hat es vor allem Kleinkram getroffen: im linearen Fernsehen wird die Serie <strong>„Derrick“</strong> nach Aussage des <strong>ZDF</strong> künftig nicht mehr laufen, seit sich <strong>Horst Tappert</strong> posthum als SS-Mann entpuppt hat. (Die DVDs werden noch verkauft.) Auch die Shows mit dem <strong>BBC</strong>-Horrorclown <strong>Jimmy Savile</strong> (dessen systematisches Misshandeln von hauptsächlich minderjährigen Opfern beiderlei Geschlechts zu seinen Lebzeiten ohne juristische Folgen blieb) werden sicher nicht wieder im TV-Programm auftauchen* – allenfalls als sekundenlange Flashbacks in jener Enthüllungs-Doku, die bislang aussteht.<br />
Seit <strong>Harvey Weinsteins</strong> Verfehlungen den Machtmissbrauch in der Medienbranche zu einem Schlagzeilen-Thema gemacht haben, sind nun aber zunehmend abendfüllende Kunstwerke von einigem Rang bedroht. <span id="more-9732"></span>Die „ZEIT“ fragt im aktuellen Aufmacher „Darf man diesen Film noch zeigen?“ (dazu ist ein Szenenfoto aus Woody Allens „Stadtneurotiker“ zu sehen) und weitet die Frage im Artikel dazu noch auf andere Künstler und Objekte aus. Es ist sogar Platz für eine kurze professionelle Ehrenrettung von Dieter Wedel, der für seine Vorwegnahme eines HBOhaften Erzählstils gewürdigt wird. &#8211; Nichts für ungut, aber da war Robert Stromberger nicht nur früher dran, er hatte auch den längeren erzählerischen Atem.</p>
<p>Vielleicht hilft uns die frische Erinnerung an die die jahrzehntelange moralische Debatte um das Werk Richard Wagners – der lange vor Auschwitz lebte, aber sehr germanozentrisch dichtete und komponierte und antisemitische Hetzschriften in die Welt setzte. Zuletzt schien es mir, als würde angesichts seiner Musik eine allgemeine Versöhnlichkeit überwiegen. Schließlich hat sogar der Holocaust-Überlebende und Klassik-Liebhaber Marcel Reich-Ranicki wiederholt dafür geworben, die Musik nicht mit der Persönlichkeit ihres Schöpfers zu verwechseln. Im aktuellen „Spiegel“ wirbt der Schauspieler Ulrich Tukur dafür, es auch mit Wedels Arbeit so zu halten.<br />
Bei Wedels Mehrteilern hält sich meine persönliche Sorge in Grenzen, aber wenn es um die mögliche Ächtung des Werkes von Woody Allen oder Roman Polanski geht, laufe ich rasch zum DVD-Regal, um nachzählen, ob noch alles da ist.</p>
<p>Auch falls die MeToo-Debatte langfristig nicht zu einer Verbesserung der beklagten Verhältnisse führen sollte (denn erwachsene Männer wussten sich noch immer zu verschaffen, was sie haben wollen), steht fest: sie wird dem quasimoralisch entrüsteten Kleinbürger in seinem (jeweiligen) heiligen Amoklauf weiteren Auftrieb geben. Und das werden vor allem Nachbarn, Briefträger, Lehrerinnen &#8230; ausbaden müssen, keine tyrannischen Lustmolche aus der Medienbranche.<br />
Vor einigen Tagen erzählte mir ein Freund von Eltern in seinem Umfeld, die sich einer Art Bürgerwehr angeschlossen hatten. Eine Lehrerin hatte einem beständig störenden Kind für fünf Minuten ein Pflaster auf den Mund geklebt und es damit wohl schwer verletzt und traumatisiert. Die Eltern geben sich nicht mit der erfolgten Strafversetzung dieser Lehrerin zufrieden, sie betreiben nun ihre restlose Vernichtung als Pädagogin &#8211; und als Individuum. Theaterfreunde kennen diese Situation aus dem amüsanten Theaterstück „Frau Müller muss weg“. Vielleicht ist das Stück ja gar nicht so amüsant, aber immerhin hat es ein Happy-End.</p>
<p>_________________________<br />
* Zuletzt sah man einige Folgen von „Top Of The Pops“ (1976) mit Jimmy Savile in dessen Todesjahr 2011 auf EinsFestival. Da ahnte die Öffentlichkeit noch nichts von seinen Untaten.<img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg02.met.vgwort.de/na/d369c87c8f3040648b392b9c9964d07e" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.montyarnold.com/2018/02/04/das-programm-ist-nicht-verfuegbar-grummelsmiley/">Das Programm ist nicht verfügbar! (Grummelsmiley)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.montyarnold.com">Monty Arnold blogt.</a>.</p>
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