Was ist ein Score?

betr.: 34. Todestag von Hugo Friedhofer

Wer das Wörterbuch bemüht, um diesen Ausdruck vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen (bzw. dessen Konjunktiv „to score“), erhält eine Latte von Erklärungen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Hier kommt ein fließtextliches Erklärungsangebot, das die wichtigsten historischen und thematischen Aspekte dieser umtriebigen und blendend vernetzten Vokabel in einen Zusammenhang bringen möchte.

Score bedeutet ursrünglich „Kerbe“. In uralter Zeit verschafften sich Kaufleute mittels Einkerbungen im Holz einen Überblick, und darauf geht die Redensart „to know the score“ („bescheid wissen“) zurück.
Der Score ist daher auch die Tafel, auf der die Besucher einer Sportveranstaltung sehen können, wie ihre Mannschaft gerade abschneidet. „to score a goal“ („ein Tor schießen“) ist die danach benannte Maßnahme, den angezeigten Spielstand zu verändern.
Wenn ein Dirigent wissen will, was zu tun ist, blickt er in den Score (die Partitur) bzw. den Vocal Score (den Klavierauszug).
Der Begriff „Original Motion Picture Score“ für „Filmmusik“ leitet sich wiederum von der Tonspur ab, die neben dem Bild im Filmstreifen eingekerbt ist. Das führt zu der schönen Ableitung „Underscoring“ (für das Unterlegen einer Spielszene im Film / Musiktheater mit Instrumentalmusik).
Unser Begriff läuft sich in der Musik gewissermaßen selbst über den Weg. Dass der Dirigent eines Scores (einer Filmmusik) einen Score (eine Partitur) vor sich hat, ist philologisch betrachtet reiner Zufall.

Dieser Beitrag wurde unter Filmmusik / Soundtrack, Musik, Philologie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.