Kultfilm Azubis: Einer gegen alle

Im heutigen Podcast sehen wir zwei einsamen Wölfen dabei zu, die sich gegen das System auflehnen. Der erste Film führt uns zurück in die idyllische Zeit, als es noch keine Shitstorms gab. Jemanden öffentlich zu vernichten, war noch richtig harte Arbeit!
Torben Sterner spielt zur Zeit Theater, deswegen bespreche ich das heutige Programm mit einer Kollegin, die hier schon zu Gast war: Franzi Blass.

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/ein-mann-wie-sprengstoff-michael-clayton

Ein Mann wie Sprengstoff / The Fountainhead
Amerikanisches Drama von 1949

Mit seiner Vision einer radikal neuen Architektur bringt Howard Roark Fachwelt, Kundschaft und Öffentlichkeit gegen sich auf, während sein gefallsüchtiger Weggefährte Peter Keating mit seinen müden Konzepten Erfolg hat. Die Architekturkritikerin Dominique Francon – ebenso stur und kompromisslos wie Roark – schlägt sich auf seine Seite, als der Medientycoon Gail Wynand ihn öffentlich vernichten will. Roark und Francon halten zusammen, obwohl sie einander zu ähnlich sind, um als Paar zu funktionieren. Sie geben auch in dieser Sache nicht auf …

Dies ist ein Kultfilm aus dem Giftschrank, eine durchgeknallte Kuriosität – und ein ganz und gar einzigartiger Film. Aus den Filmographien seines Regisseurs King Vidor wie aus der seines Stars Gary Cooper ist er so gut wie gelöscht. Seine in Europa praktisch unbekannte Autorin, die Russin Ayn Rand, wird in den USA noch immer heiß diskutiert. Das Internet ist uns keine Hilfe, dort schreibt ein verbohrter Polemiker vom anderen ab, und keiner von ihnen macht den Eindruck, als habe er einen der beiden 1600-Seiten-Romane von Rand tatsächlich gelesen. Gleichwohl ist Nr. 2 “Atlas wirft die Welt ab” laut einer Umfrage von 1991 in den USA das meistgelesene Buch nach der Bibel.

Michael Clayton
Amerikanischer Thriller von 2007

Der hochbegabte Anwalt Michael Clayton versauert als Ausputzer in einer noblen New Yorker Anwaltskanzlei. Nun soll er sich er sich um seinen durchgedrehten Kollegen Edens kümmern: der droht, die kriminellen Machenschaften eine wichtigen Geschäftskunden öffentlich zu machen. Clayton tut sein Bestes, Edens wieder auf Linie zu bringen. Dabei kommt er ins Nachdenken über die moralische Qualität seines Tuns – und gilt unversehens als Sicherheitsrisiko, das aus dem Weg geräumt werden soll …

George Clooney ist häufig mit dem legendären Cary Grant verglichen worden, der trotz seines fabelhaften Aussehens ein fähiger Komödiant war. Einen seiner besten Auftritte hatte Clooney in diesem Drama, in dem sein charmanter Witz gar nicht angerufen wurde. Die kluge Figurenzeichnung erinnert an Sidney Lumet, die Geschichte des an sich netten Burschen, der es mit einem krakengleichen System aufnimmt, an James Stewart – aber mit mehr Sarkasmus. Autor und Regisseur Tony Gilroy hat mit seichter Ware wie der „Bourne“-Trilogie größere Furore gemacht, doch immerhin wurde “Michael Clayton“ für sieben Oscars nominiert. Tilda Swinton erhielt einen davon für ihre Schurkenrolle.

Nächste Woche: Bodyguard und Das Waisenhaus

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Gütesiegel Auftrittsverbot

betr.: Abschied von Gert Thumser im BKA Theater

So kann’s gehen: ein zurückliegender Blog zu Gert Thumser führte dazu, dass ich an der Abschiedsfeier und -show teilnehmen und ihr somit auch aus Zuseher beiwohnen konnte. Gerds wichtigste Bühnenpartnerin Cora Frost hat ihn ausgerichtet und moderiert.
Biggy van Blond sagte auf der Bühne u.a. dies über das legendäre Duo:

Sie schufen surreale Highlights wie ihren KurtWeill-Abend. Darin spielte Gert als sehr großes Kleingeld einen von drei Groschen nach gleichnamiger Weill-Oper, die das Leben des Komponisten erzählten. Weills Erben ließen das Stück verbieten. Klar, dass die beiden auch beim TIPI-Allstars-Hit „Frau Luna“ nicht fehlten und dort als Venus und Mars brillierten. Nein, Gert war NICHT die Venus! (…) die Teufelsberger um Ades Zabel (…) rekrutierten ihn für ihre „Edgar Wallace“-Parodie „Croco Diabolo – Der Tod steckt in der Handtasche“. Als Fressmonster Blob folterte er in seinem Keller und kopulierte auf offener Bühne mit seiner Herrin Karin Hoene* – ein verstörender Auftritt, der den Kindern der „Croco“-Kostümbildnerinn, die diese leichtsinnigerweise zur Premiere mitgenommen hatte, schlaflose Nächte bescherte.

Der schönste Witz aufs Gerts Kosten, an den ich mich erinnere, wurde an diesem kugellustigen Abend leider nicht zitiert, daher will ich ihn nachreichen. Er stammt von Thomas Hermanns, Gerts Entdecker und Förderer: „Wenn du so weiterfutterst, kriegst du noch eine eigene Postleitzahl!“
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* Name der Kunstfigur

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Das neblige Ende der langen Bank

„Schonnoch!“ – Meine Mutter liebte dieses Wort. Wann immer sie zu etwas keine Lust hatte, sagte sie mit mahnender Stimme, das würde sie „schonnoch“ erledigen. Und weil sie eine von Haus aus tüchtige Person war, konnte man sich felsenfest darauf verlassen, dass die besagte Verrichtung unerledigt bleiben würde, weil Mutter sie insgesamt für vernachlässigbar hielt. War man anderer Meinung, musste man sie eben selbst erledigen.
Was mich daran wurmte, war nicht, dass meine Mutter auf manche Dinge keine Lust hatte. Das ist ja allzumenschlich, wo kämen wir denn hin, wenn sich jeder für alles zuständig fühlte? Aber die Inaussichtstellung, sich ein andermal um etwas zu kümmern, was man ganz gewiss nie und nimmermehr tun wollte, verstimmte mich. „Schonnoch“ ist mir bis heute ein persönliches Unwort.
Es fasst zusammen, was ich mir selber nicht erlauben möchte. Wenn ich etwas unsinnig finde oder nicht als meine Aufgabe ansehe, mache ich anderen und vor allem: mir selbst auch nichts vor. Diese Vermeidungstaktik trifft nicht nur sinnlose Tätigkeiten oder tatsächlich bitter Notwendiges, sie verhindert auch Taten der Selbstoptimierung, der Regeneration und der Inspiration.
Inzwischen ist mir aufgefallen, dass es Dinge gibt, die sich überhaupt nur mit Muße erledigen lassen. Mein wohlbegründetes Vorurteil dazu lautet: Das berühmte Buch, für dessen Lektüre unsere Politiker keine Zeit haben, wie einige von ihnen manchmal sagen, wird auch dann nicht zur Hand genommen werden, wenn diese Leute einmal Urlaub machen, sich wegen eines Burn-out in einer Auszeit befinden oder wenn sie abgewählt werden, ihre Ämter niederlegen o.ä. Dieses Buch wird entweder kurzfristig gelesen – mittelfristig, in einer Kampfpause – oder schonnoch.

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Notes On A Podcast: „The Fountainhead“

betr.: 138. Geburtstag von Max Steiner / Podcast vom kommenden Freitag

Im Werk des Österreichers Max Steiner, der gemeinsam mit seinem Landsmann Erich Wolfgang Korngold die Grundlagen für das spätromantische Idiom der Filmmusik in Hollywood legte, nimmt „The Fountainhead“ eine fast nicht wahrnehmbare Position ein. Für den Film selbst gilt das insgesamt auch.

Die Handlung: Mit seiner Vision einer radikal neuen Architektur bringt Howard Roark Fachwelt, Kundschaft und Öffentlichkeit gegen sich auf, während sein gefallsüchtiger Weggefährte Peter Keating mit seinen müden Konzepten Erfolg hat. Die Architekturkritikerin Dominique Francon – ebenso stur und kompromisslos wie Roark – schlägt sich auf seine Seite, als der Medientycoon Gail Wynand ihn öffentlich vernichten will. Roark und Francon halten zusammen, obwohl sie einander zu ähnlich sind, um als Paar zu funktionieren. Sie geben auch in dieser Sache nicht auf …

Das erste und dezentere der beiden Schlussbilder des Films „Ein Mann wie Sprengstoff“ (WB).

„The Fountainhead“ von 1949 ist für mich als Leser von Film-Biographien lange Zeit ein Phantom gewesen. Er wird immer wieder erwähnt als ein Schlagwort, unter dem sich jeder etwas vorzustellen vermag, ohne dass man weiter darüber zu reden wünscht oder überhaupt reden müsste.
Die Wenigen, die sich mit diesem Film näher befassen, verwerfen ihn als geschmackloses, verbohrtes Schrillstück, gestehen ihm aber vereinzelt einen Unterhaltungswert zu (was ich persönlich am wichtigsten finde).
Wer über seinen Regisseur King Vidor schreibt, übergeht das Werk nach Möglichkeit. Gary Cooper lässt es aus seiner ohnehin sehr schmalen Autobiographie gänzlich heraus, und in der Tat ist „The Fountainhead“, der im Deutschen „Ein Mann wie Sprengstoff“ heißt (ein Titel von „zweifelhaftem Sex-Appeal“, wie Heinz Emigholz schrieb), in dessen Werk ein ähnlicher Fremdkörper wie die Hitchcock-Filme in dem von James Stewart. Immerhin haben sich letztere als Klassiker bewährt, während kommerzieller Misserfolg und spätere Unbeliebtheit von „The Fountainhead“ ein Grund dafür sein dürften, dass man Rands zweiten Mammutroman „Atlas wirft die Welt ab“ zu ihren Lebzeiten gar nicht erst fürs Kino adaptiert hat. Ab 2011 gab es einen lieb gemeinten Versuch, ihn als Dreiteiler zu realisieren, eine Unternehmung, die buchstäblich versandete. Zugegeben: „Atlas“ ist bei ähnlichem Umfang (1660 Seiten) viel verwicklungs- und figurenreicher als „The Fountainhead“.
Rands zwei Elefanten sind als Bücher hierzulande meistens vergriffen und kursieren zu Mondpreisen in den Online-Antiquariaten. Als das Hamburger Thalia-Theater „The Fountainhead“ 2018 auf die Bühne brachte, erzählte die Dramaturgin in der Einführung, wie schwierig es war, von beiden Übersetzungen („Der Ursprung“ und „Der ewige Quell“) je ein Exemplar aufzutreiben, um den Theatertext aus beiden zu generieren.
Dann entschuldigte sie sich vorsichtshalber beim Publikum für die Präsentation einer Autorin, die eine üble Sektiererin im Stil der Scientologen gewesen sei. Dass der offenkundige Nichtleser Donald Trump auch bei dieser Gelegenheit als Ayn-Rand-Fan verkauft wurde, spricht in seiner wohlfeilen Schrägheit für sich selbst.*
Inzwischen ist „Der Ursprung“ wieder als Buch zu haben, dafür ist „Atlas“, zuletzt 2012 unter dem Titel „Der Streik“ verlegt, gerade wieder out of print.

Charaktere wie in „Ein Mann wie Sprengstoff“ gibt es in dieser Selbstverständlichkeit nur bei Ayn Rand. Sie treten weder in anderen vergleichbar professionellen Kulturprodukten auf, noch im wirklichen Leben, noch im politischen Diskurs. Die allgemeine Kritikerschelte trifft insofern zu: so wie in diesen Dialogen „redet doch kein Mensch“. Doch das ist bedauerlich. Von einer Ausnahme abgesehen (Roarks feiger Konkurrent Peter Keating) sind sämtliche Kombattanten sehr gescheit und wissen sich auszudrücken. Das ist nicht nur ein unendlicher Spaß, es wirkt wie ein Kurbad für die geschundene Seele eines Menschen der Gegenwart, der einem unüberhörbaren Diskurs ausgesetzt ist, in dem das hohle Geschirr immer am lautesten klappert. Wiederum ist egal, welcher Seite ich inhaltlich zuneige: einer argumentiert so dumm wie der andere.
Der Film ist so pompös wie seine Figuren, seinem Architekturthema entsprechend prächtig ausgestattet (wenn auch mit einer Unzahl von Modellen und gemalten Hintersetzern) und herrlich fotografiert (von Hitchcocks späterem Kameramann Robert Burks).
Weiterhin fasziniert mich daran, was mich schon bei der Lektüre von„Atlas Shrugged“ in Erstaunen versetzte: kaum ein hier verhandeltes Thema lässt uns Heutige kalt. Es geht Wort für Wort um das, was gerade in unserem Land und auf der Welt los ist. 

Und was ist mit Rands Standpunkten, die erkennbar einer Zeit entstammen, als man sich über die Verderbtheit der menschlichen Gattung noch vereinzelte Illusionen machen konnte (– dem real existierenden Neoliberalismus ist Rand durch ihren Tod im Jahre 1982 davongekommen)? Sind diese amerikanischen Rand-Institute nicht reichlich unappetitlich? Gewiss, aber längst nicht so mächtig wie die zahllosen totalitären Systeme, die sich auf den weithin geschätzten Karl Marx berufen oder jenes, das bis heute behauptet, im Sinne von Jesus Christus zu handeln.

Nach Zerstreuung suchend lasse mich lieber von einer blitzgescheiten philosophischen Irrläuferin ärgern als von den intellektuellen Kleinbürgern, die mich in Alltag und Kunst mit ihren sozialmedialen Einlassungen ermüden. Leider gilt das in beide Richtungen.
Nehmen wir die Genderdebatte, zu der ich einen klaren Standpunkt habe. Weder mit Michael Mittermeier (der der Meinung ist, von Gendern stürbe doch niemand, also come on! …) noch mit Dieter Hallervorden (der im Gendern ein untrügliches Symptom für linken Gesinnungsterrorismus erblickt – meine Wortwahl) möchte ich mich gemeinmachen. Beide, und ihre Namen sind beliebige Beispiele, möchte ich bitten, mich vor Belehrungen irgendwelcher Art erst einmal annähernd so gut zu unterhalten wie es Ayn Rand auf jeder ihrer Buchseiten und in jeder Filmminute tut, Irritationen inbegriffen.
Ich fühle mich bei ihr wie stets nicht dazu angehalten, meine Überzeugung leichtfertig durch eine mir überbrachte Botschaft auszutauschen. Ich lasse sie in meine Überlegungen einfließen, falls es sich lohnt. Und ich weiß gutes Entertainment zu schätzen.
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* Eine Wiedergabe der Einführung von Susanne Meister folgt.

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Kultfilm Azubis: Aus dem Grünen ins Graue

Aus grauer Städte Mauern ziehn wir durch Wald und Feld … nein, wir machen es im heutigen Podcast umgekehrt und begleiten zwei Sonderlinge – einen alten und einen jungen – aus der Natur in die Menschensiedlung. Beide werden mit ihrem Kulturschock nicht alleingelassen:

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A) Willkommen, Mr. Chance / Being There
Amerikanische Mediensatire von 1979

Der Analphabet Chance hat sein Leben komplett im Gewächshaus verbracht und kennt die Welt nur aus dem Fernsehen. Als sein Dienstherr stirbt, steht der lebensuntüchtige Gärtner plötzlich auf der Straße und droht, in kürzester Zeit im Großstadt-Dschungel unter die Räder zu kommen. Das geschieht tatsächlich, doch es sind die Räder einer Millionärsgattin, die ihn mit nach Hause nimmt, um ihn wieder gesund zu pflegen. Ein erstaunlicher Aufstieg beginnt, an dessen Ende Mr. Chance sogar übers Wasser gehen wird … 

Unter den Fans des britischen Charakterkomikers Peter Sellers hält sich hartnäckig das Gerücht, dies sei sein letzter Film gewesen, krönender und würdiger Abschluss eines früh abreißenden genialen Lebenswerkes. Dass in Wahrheit die biedere Trash-Klamotte „Das boshafte Spiel des Dr. Fu Man Chu“ noch folgte, wird der Ambivalenz des Sellers’schen Schaffens, in der der Kalauer allweil seinen festen Platz hatte, ebenso gerecht. Die leise, fast zärtliche Bosheit von Hal Ashbys Parabel auf den Wunsch der westlichen Zivilisation, sich für dumm verkaufen zu lassen, nimmt sich in unseren Tagen wie ein utopisches Märchen aus.

B) Der Wolfsjunge / L’enfant sauvage
Französisches Drama von 1970

Eine südfranzösische Bäuerin sieht sich 1798 beim Pilzesuchen plötzlich einem nackten, langhaarigen Jungen gegenüber, der bei ihrem Anblick panisch auf allen Vieren flieht. Als Dr. Itard in der Zeitung von dem viehischen Findling erfährt, erwacht sein wissenschaftliches Interesse. Mit Fürsorge und Geduld glaubt er, den Knaben zivilisieren zu können. Der erhält den Namen Victor – und wehrt sich gegen die Optimierungsversuche …

All seiner unbestreitbaren Beiträge zum Klassiker-Kanon zum Trotz, kann man Francois Truffaut auf einem anderen Gebiet für noch verdienstvoller halten: dem Filmjournalismus und seiner Arbeit als Filmhistoriker. Dieses Nebenwerk des früh verstorbenen Regisseurs und Nouvelle-Vague-Mitbegründers ist auch deshalb bemerkenswert, weil es sich innerhalb und außerhalb seines Schaffens kaum einsortieren lässt. Es zeigt Truffaut auch in einer der Hauptrollen – eine späte Entscheidung des Regisseurs, nachdem er die Mitarbeit am Drehbuch schon beendet hatte.

Nächste Woche: Ein Mann wie Sprengstoff und Michael Clayton

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Der Song des Tages: Tribute to Mr. Burns!

betr.: 111. Geburtstag von Orson Welles

Orson Welles lässt sich in seiner ersten Filmrolle von der Schar seiner Untergebenen feiern. Es ist der Moment, in dem der bis dato ehrenfeste Aufsteiger Charles Foster Kane in den Größenwahn hinüberkippt.

Tribute to Charles Foster Kane“ (from „Citizen Kane“)
Lyrics: Herman Ruby – Music: Pepe Guizar („A Poco No“)

Charles Bennett and RKO Orchestra and Chorus conducted by Bernard Herrmann

There is a man – a certain man –
And for the poor you may be sure
That he’ll do all he can!
Who is this one?
This fav’rite son?
Just by his action
Has the Traction magnates on the run?
Who loves to smoke?
Enjoys a joke?
Who wouldn’t get a bit upset
If he were really broke?
With wealth and fame,
He’s still the same.
I’ll bet you five you’re not alive
If you don’t know his name.
What is his name?
It’s Charlie Kane.
(Chorus: It’s Mister Kane!)
He doesn’t like that Mister
He likes good old Charlie Kane.

Who says a miss
Was made to kiss?
And when he meets one, always tries
To do exactly this?
Who buys the food?
Who buys the drinks?
Who thinks that dough was made to spend,
And acts the way he thinks?
Now is it Joe?
(Chorus: No, no, no, no!)
I’ll bet you ten you aren’t men
If you don’t really know!

In der Episode „Marge muss jobben” aus der 4. Staffel der Serie „Die Simpsons“ (5.11.1992) wird das Lied auf den Bösewicht der Serie Charles Montgomery Plantagenet Schicklgruber Burns umgewidmet und von dessen hündischem Privatsekretär Waylon Smithers vorgetragen. („Citizen Kane“-Anspielungen waren in der Frühzeit der „Simpsons“ obligatorisch.)

There is a man…
A certain man…
A man whose grace
And handsome face
Are known across the land.
You know his name…
It’s Mr. Burns!
He loves to smoke.
Enjoys a joke.
(Chorus: Ha-ha-ha-ha!)
Why, he’s worth ten times what he earns.
He’s Mr. Burns!
He’s Monty Burns!
(Monty Burns: I’m Mister Burns!)
To friends, he’s known as Monty,
But to you, it’s Mr. Burns!
BUR-BURBUR

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Untergehen in Farbe

betr.: 65. Jahrestag der Deutschlandpremiere von „Atlantis, The Lost Continent“

„Atlantis, der verlorene Kontinent“
ist der Film des Regisseurs George Pal, der auf den Klassiker„Die Zeitmaschine“ (1960) folgte. Der Qualitätsunterschied könnte größer nicht sein, obwohl es sich auch hier um einen Film handelt, der im schönsten Sinne campy und sehr unterhaltsam ist.
Über das sagenhafte Atlantis hat man versucht, sich auch abseits fröhlicher Fiktionalisierungen ein einheitliches Bild zu machen, sozusagen eine verbildliche Mythologie zu formulieren. Einiges zu diesem Thema war schon im ST. GEORGE HERALD zu lesen, die „Musikstunde“* des SWR entschied sich vor einigen Monaten für diese Version der Legende:

»Auf ihrer Reise durch die Weltmeere besucht die Nautilus auch Atlantis, dieses sagenumwobene Reich, das um 400 vor Christus das erste Mal der griechische Philosoph Platon erwähnt und detailliert beschrieben hat. Atlantis soll im Atlantik gelegen haben, eine große Inselgruppe, deren weite Ebenen äußerst fruchtbar gewesen sein sollen. Herrscher war der Sohn des Poseidon Atlas, daher der Name Atlantis. Um 9600 vor Christus, so schreibt es Platon, soll die Insel durch eine Naturkatastrophe innerhalb „eines einzigen Tages und einer unglückseligen Nacht“ untergegangen sein. Schon in der Antike war den meisten klar, dass Atlantis eine reine Erfindung war. Dennoch haben Seefahrer und Gelehrte Jahrhundertelang danach gesucht. Und es auch – in Anführungszeichen – gefunden. 1492 zum Beispiel glaubten viele Europäer, dass das soeben durch Kolumbus entdeckte Amerika Teil von Atlantis war. Ein modernes Atlantis ist das Tuanaki Atoll mitten im Pazifik zwischen Australien und Südamerika. 1842 soll ein Seefahrer die Inseln besucht haben, seitdem sind sie unauffindbar, im Meer versunken wie einst Atlantis.«
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* In der Sendung „Singer-Songwriter: In Meerestiefen –
Musik vom Abtauchen
“ von Moritz Chelius

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Kultfilm Azubis: Männerwirtschaft

Wir beginnen im heutigen Podcast mit einem Film, an dem denen sich die Synergien zwischen Hollywood und dem europäischen Klassikerkino am Stück bestaunen lassen, ohne dass man aus dem Sessel aufstehen müsste.

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/rififi-ein-offizier-und-gentleman

A) Rififi / Du rififi chez les hommes
Französischer Gangsterfilm von 1954

Nach fünf Jahren im Zuchthaus steht Tony vor dem Nichts. Seine früheren Gangsterkollegen Jo und Mario schlagen ihm einen Coup vor, doch nach anfänglichem Zögern macht er ihnen einen noch ambitionierteren Vorschlag. Der hochkomplizierte Fischzug gelingt, doch leider ruft er nicht nur die Polizei auf den Plan …

Der Amerikaner Jules Dassin trug auf der Flucht vor dem McCarthy-Terror entscheidend zur Definition des französischen Kriminalfilms und über diesen Umweg auch zu der des Caper Movies bei. Beim Vortrag des Titelsongs spüren wir, wie wichtig eine gute Nachtclub-Szene ist, und der halbstündige schweigsame Raubzug ist legendär. Wir sind auf der Seite der Einbrecher, erleben jedoch keine selbstbesoffenen Mafia-Primaten wie später bei Scorsese & Co., sondern melancholische Malocher, die zuweilen an ihrer Branche verzweifeln wie die meisten von uns. Als „Rififi“ im Jahre 2000 endlich restauriert in die amerikanischen Kinos kam, kursierten davon noch immer Piratenvideo-Kopien dieses Klassikers – so geht die Legende.

B) Ein Offizier und Gentleman / An Officer And A Gentleman
Amerikanisches Feelgood-Drama von 1982

Angewidert vom Lebensstil seines saufenden Vaters will sich Zack Mayo zum Piloten ausbilden lassen, zum Marine. Dazu muss er zunächst die Offiziersschule besuchen. Der 13wöchige Drill durch den sadistischen schwarzen Sergeant Foleymacht ihm bewusst, dass er seinem Vater in moralischer Hinsicht weniger voraus hat, als er dachte. Foley, der auch den anderen Kadetten nichts schenkt, ist entschlossen, an Mayo ein Exempel zu statuieren. Er macht es sich zur Aufgabe, ihn scheitern zu lassen …

Das künstlerisch wertvollste Vehikel für den damals aufstrebenden „Sexiest Man Alive“ in Hollywood, Richard Gere, war ein Triumph. Der Drill-Sergeant Louis Gossett jr. bekam einen Oscar – genau wie der chartstürmende Titelsong „Up Where We Belong“. Dieser Film schien ein augenblicklicher Klassiker zu sein – und wurde bald darauf gründlich vergessen. Heute ist er ein Beleg dafür, dass erbarmungsloser Kommerz, Schmusekram für die ganze Familie und echtes Schauspieler-Kino einander nicht ausschließen müssten.

Nächste Woche: Willkommen, Mr. Chance und Der Wolfsjunge

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Pannen sind harte Arbeit (höm höm)

betr.: „Das große Upps!-REVIVAL“: Pannenshow mit Dennie Klose & Monty Arnold | RBTV Home

Heute live zu Gast bei bei Lars Paulsen und Florentin Will und dann online: Intimes aus der Welt der „einzig wahren Pannenshow“ (Klose), die von 2005-2012 auf SuperRTL und RTL Quotenrekorde brach, zwei in Echtzeit performte Zuspieler mit Moderation und vieles mehr:

https://www.youtube.com/watch?v=hi-ZPUpNYuY

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Bedtime for Hitchcock

betr.: 26. Todestag von Alfred Hitchcock

In jenen leider vergangenen Zeiten, da Hitchcocks Leichen noch die besten waren, sah man sein Konterfei oft auf den Titelbildern von Krimi-Buchreihen. Das war insofern kein reiner Etikettenschwindel, als sich viele dieser Produkte auf Anthologien aus den USA bezogen, die von Hitchcocks Team sehr kundig zusammengestellt wurden. Den „Drei Fragezeichen“ gab diese Lizenz Starthilfe, und der Meister trat sogar als Freund der jungen Detektive auf (was mich im Kindesalter so neugierig machte, dass ich mir ein Buch aus der Reihe zulegte. Mission erfüllt!).

Hitchcock mit Claude Jade am Set von „Topaz“ und im wohlverdienten Feierabend …

Als Coverboy im Jugendbuchsektor war Hitchcock häufiger anzutreffen. Besonders gern erinnere ich mich an die Sammelbände, in denen die gleichen famosen Autoren zu finden waren, die auch für die Erwachsenen schrieben. Die Geschichten wurden nicht zensiert, sondern einfach nur geschmackvoll ausgesucht.

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