geführt von Monty Arnold

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Eine Zeitreise und eine Allegorie – fragt sich, was schlimmer ist. Wir klären es im heutigen Podcast mit unserem Gast Andi Latuska vom Podcast „Die Guten von gestern“.
https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/die-zeitmaschine-der-schwimmer
A) Die Zeitmaschine / The Time Machine
Amerikanischer Science-Fiction-Film von 1959
Der Londoner Erfinder George startet am Silvesterabend 1899 mit seiner Zeitmaschine, die wie ein gemütliches Möbelstück aussieht, in die Zukunft. Angewidert von den Eindrücken, die er bei einigen Stopps im 20. Jahrhundert sammelt, sieht er sich schließlich zu einem Sprung ins Jahr 802.701 gezwungen. Er trifft auf eine Gesellschaft von Naturkindern, die scheinbar im Paradies leben. Doch unter der Erde lauern die Stärkeren, die kannibalistischen Morlocks. Zwischen den beiden Völkern besteht eine fatale Abhängigkeit …
Erstaunlicherweise kam es erst Ende der 50er Jahre zur ersten filmischen Umsetzung dieses Klassikers der utopischen Literatur. Regisseur George Pal gibt dem Helden den Namen des Romanautors, des Briten H. G. Wells. Inzwischen gab es im Kino unzählige Zeitreiseabenteuer, darunter einige sehr gelungene, und 2002 ein Remake der MGM-Version von 1959. Doch das Original behauptet noch immer seinen Platz in den Herzen der Fans.
B) Der Schwimmer / The Swimmer
Amerikanische Parabel von 1968
Der Überflieger Ned, ein Mann in den „besten Jahren“, beschließt an einem Sonntagmorgen bei Freunden, alle Pools zu durchschwimmen, die zwischen deren und seinem Grundstück liegen. Am Abend will er sich von Frau und Töchtern als Champion der Familie feiern lassen. Nachdem Ned sich erst einmal aufgemacht hat, nimmt er die Sache sehr ernst, hat es eilig, verschmäht alle Einladungen, doch noch etwas zu bleiben. Im Laufe des Tages verstummen die Einladungen, werden die Gesichter an den Beckenrändern immer unfreundlicher, ja geradezu feindselig. Irritiert, aber unverdrossen setzt Ned seinen Weg fort, bis er – zu Hause angekommen – etwas erkennen muss …
Der Autor der Vorlage, John Cheever, wurde in den vergangenen Jahren wiederentdeckt, gefeiert und erneut vergessen. Eleanor Perry machte aus seiner dialogfreien 12seitigen Kurzgeschichte ein abendfüllendes Drehbuch, das ihr Mann Frank als Film realisierte. Hauptdarsteller Burt Lancaster macht das Verrinnen der Zeit ohne maskenbildnerische Hilfe geradezu physisch erlebbar.
Nächste Woche: Halloween – Die Nacht des Grauens und Frankenstein – Das Experiment, als Gäste: der Podcast Abspanngucker
betr.: Die aktuelle Filmkritik im Podcast
Clayface
Body-Horrorfilm von James Watkins
Matt Hagens Aufstieg vom Straßenjungen aus Gothams Elendsviertel zum oscarnominierten Hollywood-Star findet ein jähes Ende, als ein eifersüchtiger Gangsterboss ihm das Gesicht zerschneidet. Als grausam entstellter Außenseiter wird Matt von seinem Anwalt betrogen und von Freunden und Weggefährten im Stich gelassen. Sein letztes Geld investiert er in ein noch ungetestetes medizinisches Verfahren: die Injektion von Nanozellen. Nach und nach führt die Therapie der jungen Forscherin Caitlyn Corr zum Erfolg. Dr. Corr warnt Matt vor eventuellen Neben- und Nachwirkungen. Als diese einsetzen, verpasst er sich gegen den Willen der Ärztin eine Überdosis. Äußerlich ist er wieder hergestellt, doch seine Persönlichkeit verändert sich. Matt beginnt einen Rachefeldzug, der bald ebenso außer Kontrolle gerät wie seine frisch erworbenen Superkräfte …
Tom Rhys Harries spielt die Hauptrolle in diesem sehr expliziten Horrorfilm, der erbarmungslos dem Verderben zustrebt. Zu den Produzenten zählen James Gunn und Matt Reeves.
Die Kritik zum Hören:
https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/clayface
Der walisische Schauspieler Tom Rhys Harries sieht aus wie eine etwas herbere Variante von Heath Ledger, der als „Joker“ allgemeinen Beifall erntete. Es war sein größter Erfolg und der letzte vor seinem frühen Tod. Solche Assoziationen ploppen zahlreich auf, wenn man sich das neueste Produkt aus dem DC-Universum anschaut. Man muss an unzählige Filme denken, die hier gar nicht mal gewürdigt oder absichtlich zitiert werden, sondern aus denen sich einfach Teile wiederholen: Bilder, Szenen, Topoi, Klischees, ganze Dialoge … es ist reiner Zufall, weil scheinbar irgendwie alles schonmal dagewesen ist und niemand auf sowas achtet. Das Comic-Fan-Publikum wird es auch nicht so eng sehen, hat man sich wohl in Hollywood gesagt – und liegt damit sicher nicht ganz falsch.
Dass wir erfahreneren Nerds gegen Ende an ganz bestimmte ältere Filme denken müssen, ist aus zwei Gründen ungünstig. Erstens sind es inhaltlich sehr gute Filme, gegen die „Clayface“ auf keiner Ebene künstlerisch ankommt, und zweitens ist deren Tricktechnik – etwa die aus „Terminator 2“ oder „Der Tod steht ihr gut“, aus denen sogar Bewegungsabläufe kopiert werden – inzwischen über 30 Jahre alt. Eine lange Zeit, in der sich anscheinend nichts entwickelt hat.
„Clayface“ ist ein weiteres Beispiel für eine Art Mainstream-Kino, das gerade als Welle über uns hinwegrollt, ohne dass das sonderliche Aufmerksamkeit erregen würde. Wir bekommen zur Zeit regelmäßig Horrorfilme zu sehen, die wie A-Produktionen aussehen – obwohl dieser Film mit nur 40 Millionen US-Dollar Produktionskosten ein Schnäppchen war. Ein guter Look ist einfach inzwischen billiger zu haben. Diese Entwicklung ist aus mehreren Gründen irritierend. Erstens ist der Horror seit Beginn des Tonfilms – also seit beinahe einem Jahrhundert – ein Billig-Genre, häufig reiner Trash. Die preiswerte Machart gehört so untrennbar zum Markenkern dieser Gattung, dass die darin erzählten hastig gestrickten Gruselgeschichten sich mit der Hochglanz-Ästhetik unserer Tage einfach nicht vertragen. Es wirkt schief, unwuchtig, irgendetwas stimmt da nicht.
Man könnte auch sagen: der teils freiwillige, teils unfreiwillige Humor, den die niedrigen Budgets mit sich brachten, ließ die jeweilige haarsträubende Story sympathischer erscheinen. In den sozialen Medien wollen einige in „Clayface“ Humor erblickt haben, aber das halte ich für eine Falschmeldung.
Dabei könnten wir ihn gut gebrauchen, denn der Held ist mit der beliebten Donald–Trump-Vokabel „erratisch“ gut umschrieben. Selbst wer seinen Rachefeldzug nachvollziehen kann, könnte ihn im letzten Drittel des Films für einen reinen Mistkerl halten, dem man ungern zusieht. Noch ein sehenswerter Film kommt mir gerade in den Sinn: „Joker“ (diesmal der mit Joaquin Phoenix, auch er ein Erfolg bei Kritik und Publikum). Auch er war gerade so dicht am DC– bzw. Batman-Universum gebaut, dass er von der Prominenz des Franchise profitierte, ohne sich wirklich darauf einlassen zu müssen. Beide Filme halten sich von den Figuren und Gesetzen des Superhelden-Kinos möglichst fern. Doch im Gegensatz zum Joker ist Clayface nur ein sehr nachrangiger Bösewicht aus der Comic-Vorlage, der überdies mit der Figur im Film so gut wie nichts zu tun hat. Matt Hagen ist dem Gestaltwandler Odo aus „Star Trek“ ähnlicher als dem gleichnamigen Bösewicht. An seine Herkunft erinnert vor allem der Schauplatz Gotham City, ein expressionistisch verfratztes New York, in dem der amerikanische Traum sogar in den besseren Gegenden offensichtlich gescheitert ist. Nur selten lotet „Clayface“ sein relevantes Thema aus: unsere Oberfläche und die immens gesteigerte Wichtigkeit, die sie heute hat. In einer Szene wird der Held mit dem Hinweis getröstet, es sei ja nur die Haut, ein kleiner Teil von uns, mit dem er Probleme habe. – Aber leider ist die Haut unser größter Körperteil …
Der Film hat Potenzial, doch er kann sich nicht entscheiden. Er will keine Wendung, keine Eskalation, keinen Ekelkram in Großaufnahme auslassen, und so bekommt er die üblichen leidigen Probleme mit dem dritten Akt. Am Ende ist alles nur noch absurd. Das ist bedauerlich, denn mit etwas Maß und Zeil hätte etwas daraus werden können. Der Film ist flotter als „Venom“ und „Morbius“ – zwei sehr vergleichbare Marvel-Stoffe der letzten Jahre, die in ihrer Tristesse gut zu DC gepasst hätten – und außerdem besser als “Darkman“, eine billige 90er-Jahre-Gruselklamotte, die wie eine Vorstudie zu „Clayface“ wirkt.
„Clayface“ wird die Genre-Fans gut unterhalten. Er zeigt aber eines deutlich: Ob in Hollywood künftig eine KI für die Drehbücher zuständig ist oder eine ignorante Generation von Regisseuren und Autoren, die die Ideen irgendwelcher Geldgeber umzusetzen hat, spielt keine Rolle; es wird zu den selben austauschbaren Ergebnissen führen. Immerhin werden sie gut aussehen.
Wenn Jahrzehnte in Mode kommen, hat das weniger mit den Qualitäten der Zeitspanne zu tun, sondern schlicht und ergreifend damit, dass jene, die sie als junger Mensch erlebt haben, sie genau deshalb verherrlichen und verklären. Wenn die wilden Jahre einer Generation lange genug zurückliegen, geht das Revival los. Aus diesem Grund haben ja die alten Knacker früher auch immer vom Zweiten Weltkrieg geschwärmt.
Heute las ich zu meiner Überraschung, dass der Neunziger-Jahre-Trend „nicht enden wolle“. Ausgerechnet den hatte ich bis dahin vollkommen verpasst. In meinem (persönlichen und medialen) Umfeld leben noch immer die Achtziger hoch, eine Phase, die ich schon ihrerzeit ganz abscheulich fand. Und obwohl ich da noch zehn Jahre jünger war als in den Neunzigern, habe ich letztere sehr geliebt – schon deshalb, weil die Achtziger endlich vorbei waren.
Beim Lesen des Artikels erwischte ich mich dabei, auf diesen Trend aufspringen und ihn rasch noch nachzuinhalieren zu wollen – wo ich doch so selten mit dem Zeitgeist übereinstimme.
Ich beruhigte mich schnell wieder, denn was die Mehrheit heute an den 90er Jahren interessiert, ist nicht etwa das „Ende der Geschichte“ oder die Ruhe vor dem Sturm des Berliner Zentralismus, nein es sind die üblichen popeligen Schlagworte: Baggy-Jeans, Bauchfrei-Tops, Raider (das, was jetzt Twix heißt), Boygroups (wie die „Backstreet Boys“, die in Düsseldorf nun wieder zehn! Reinkarnations-Konzerte geben), Scout-Schulranzen (die in aktuellen Editionen mit nostalgischem Dekor an den alten Glanz anknüpfen wollen) und ähnlicher Wohlstandsmüll. Da fällt mir auf: bei den meisten Menschen bilden die um 30 Jahre verschleppt-wiedergehenden Jahrzehnte den Zustand einer glücklichen Kindheit nach. Da ich meine Kindheit gar nicht mochte, träume ich von einer Dekade meines frühen Erwachsenseins – also nicht vom Zweiten Weltkrieg, sondern vom Wiederaufbau, um im Bild zu bleiben.
Durch meine frühe Geburt bin ich auch dem Zweiklassensystem entgangen, in das sich die Kids der 90er einzusortieren hatten: „Nirvana“ oder „Guns N’Roses“, „Bravo“ oder „Popcorn“, Super Nintendo oder Sega Mega Drive, Doc Martens oder Chunks. In dieser Selbstdefinition der Jugendkultur entlang an Musik, Mode und Marken wäre ich genauso abgesoffen wie ich es in meinem Umfeld in den Siebzigern getan habe. Bei mir hätte es „Electric Light Orchestra“, „Gong“, „Videorecorder“ heißen müssen … aussichtslos. Ein Glück, dass ich das verpasst habe.
betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung
„Guten Abend. Wären Sie so nett und …“, ein Bettler vor der Tür, ‚Gegen die hilft bloß noch ein Kanister Benzin, kipp es ihnen über den Kopf und halt’n Streichholz dran‘, Haß und Hunger auf den Straßen, jeden Tag häßlicher und aussichtsloser, keine Lösung in Sicht, verzweifelte Agenten versuchen aus dem Film zu entkommen, sie wissen wie alles enden wird, ich selbst habe es oft genug erlebt … das grün schillernde Fleisch, eine tote Gallerte auf den Straßen von Marrakesh in der Mittagshitze als der Film aus der Führung rutschte und stehen blieb … jeden Tag kann es wieder passieren, die Filmkulisse des Himmels über Marrakesch wellt sich und klappt zusammen, die Pest frißt sich durch die Leiber, sie waren schon lange tot und wurden nur noch als Lebende simuliert in einem Film, auf Zelluloid, und wer sich damit ansteckt wird wahnsinnig, und deshalb ist dir jedes Mittel recht, um dein bißchen Fleisch zusammenzuhalten, anderenfalls bist du nur noch eine Schleimspur von hier bis zur nächsten Ecke.
William S. Burroughs: „Die Zelluloid-Leichen von Marrakesch“ – „Die alten Filme“ – Stories, Fischer Taschenbuch Verlag
geführt von Monty Arnold

betr.: Die aktuelle Filmkritik
Jane Austen, die Pfarrerstochter aus Hampshire, hinterließ sechs Romane, die mit etwas Verzögerung allesamt zu Klassikern wurden. So erfolgreich wie heute, mehr als 200 Jahre nach ihrem Tod, war sie noch nie. Sogar ein eigener Zweig der Tourismusbranche lebt von ihr. Jetzt gibt es sie auch wieder auf der großen Leinwand.
Volker Robrahn, Kathrin Schwarz und Anne Sola sahen den Film vorab und besprechen ihn im heutigen Podcast:
https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/sinn-und-sinnlichkeit-2026
Sinn und Sinnlichkeit
Literaturverfilmung von Georgia Oakley
England um 1800: Nach dem Tod ihres Vaters haben die Schwestern Elinor und Marianne Dashwood als Frauen keinen Anspruch auf das Haus, das nun in den Besitz ihres älteren Halbbruders übergeht. Ohne finanzielle Unterstützung ziehen die Schwestern mit ihrer Mutter in ein bescheidenes Cottage. Nur durch eine Eheschließung können sie sich ein Auskommen verschaffen. Die besonnene Elinor hält ihre Gefühle für Edward Ferrars geheim, da ihr eine gemeinsame Zukunft aufgrund gesellschaftlicher Hindernisse aussichtslos scheint. Die jüngere Marianne folgt ihrem Herzen und verliebt sich in den charismatischen John Willoughby. Wie sich zeigt, lassen sich Liebe, Konvention und finanzielle Absicherung nicht ohne Kompromisse in Einklang bringen.
Kluge Heldinnen, feiner Witz und große Gefühle: Jane Austens Werke gehören heute zu den populärsten Romanklassikern – und das auch, aber nicht nur in Buchform. Sie werden regelmäßig verfilmt, eingelesen und verhörspielt. „Sinn und Sinnlichkeit“ kommt ein paar Monate zu spät, um den kürzlich gefeierten 250. Geburtstag der Autorin mitzunehmen, was ihm vermutlich nicht schaden wird. Der Stoff wurde zuletzt vor gut 30 Jahren von Ang Lee mit Starbesetzung ins Kino gebracht.
Vom Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Nutzung digitaler Tonträger
Heute erreichte mich per Post etwas, wovon ich annehmen musste, dass es seit Jahren gar nicht mehr existiert: der Katalog eines Musikversenders in gedruckter Form. Seit Jahren war er ausgeblieben, und ich hatte mir die Produktpalette ab und zu im Netz aufgerufen.
Passend zu diesem kleinen Bruch der Zeitachse fiel auch das abgedruckte Editorial des Geschäftsführers aus:
»Vom “Vinyl-Boom” und der “Rückkehr der Schallplatte” ist ja schon seit fast 20 Jahren zu lesen. Die gute alte CD hingegen wird mindestens genauso lange für tot erklärt. Doch warum eigentlich? Hier (…) erleben wir jeden Tag, wie quicklebendig die CD als Tonträger ist. Viele tausend dieser Silberlinge verlassen täglich unser Lager, um Kunden in aller Welt Freude zu bereiten. Und auf dem deutschen Musikmarkt war die CD auch 2025 noch das umsatzstärkste physische Musikformat, knapp vor der LP.
Für Schlagzeilen sorgten jüngst neue Zahlen aus den USA. Dort zogen die CD-Verkäufe im ersten Halbjahr 2026 um satte 16% an. Verantwortlich für diese positive Entwicklung sind ausgerechnet Angehörige der Gen Z. Also Musikfans, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind und damit eigentlich zu jung sind, um die CD in ihrer “Hochzeit” erlebt zu haben. Doch gerade diese digitale Generation entdeckt jetzt die Vorzüge der kleinen Kunststoffscheibe für sich: den besseren Klang gegenüber der Streaming-Variante und die haptische Erfahrung, ein “echtes” Produkt in den Händen zu halten. Außerdem lenkt der CD-Player beim Abspielen nicht mit Nachrichten oder sozialen Medien ab. Darüber hinaus geht auch bei der Musik – ähnlich wie beim Film – der Trend wieder in Richtung Kauf, Besitz und damit zur uneingeschränkten Nutzung der liebsten Titel.«
Im Podcast und am Rande der Gespräche wurde mir zuletzt Ähnliches berichtet: zumindest ihre Lieblingsfilme wollen viele jetzt wieder auf Tonträger im Schrank haben. Die meisten Nutzer haben inzwischen auch schon erleben müssen, dass die “gekauften” Titel – also Bezahltes, das dann aber nur abrufbar und nicht real vorhanden ist – untergegangen sind, als ihr Anbieter verschwand oder geschluckt wurde. Für musikalische Playlists gilt das selbstverständlich erst recht …
Für einen lebenslangen Sammler wie mich sind das völlig schräge Erlebnisberichte, Geschichten, die sich Philip K. Dick für eine seiner Dystopien ausgedacht haben könnte. Auch die Branche bewegt sich. Ein Kollege, der mir vor einem Dreivierteljahr berichtet hatte, mehrere große Anbieter seien aus der Produktion der Bluray ausgestiegen (währen die DVD-Herstellung noch weiter tröpfelte), hat diese Nachricht kürzlich widerrufen: es ginge nun doch (wieder) weiter.
Natürlich hat die Vernunft auf Erden noch keineswegs gesiegt: »Wie nachhaltig die Begeisterung dieser neuen Hörer für das Format ist, wird die Zeit zeigen. Für den Moment lässt sich jedoch festhalten: Die CD ist noch lange nicht tot.«