Der Song des Tages: „The Ugly Bug Ball“

betr.: 117. Geburtstag von Burl Ives

Burl Ives spielte 1958 in der nicht unumstrittenen, aber heute klassischen Verfilmung von Tennessee Williams‘ Südstaatendrama „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ den Big Daddy – einen todkranken Patriarchen, dem die Familie verheimlicht, das er in Kürze an Krebs sterben wird. In Wahrheit dauerte es noch weitere 37 Jahre, bis Ives tatsächlich dieser Krankheit erlag.
Im Hauptberuf war er Folk-Sänger und wurde 1963 von Walt Disney in „Summer Magic“ („Sommer der Magie“) eingesetzt, einem Musical über eine verwitwete Mutter aus Boston, die mit ihren drei Kindern in ein idyllisches Städtchen in Maine zieht. Ives singt einen Song, der erheblich frecher ist, als der betuliche Plot ahnen lässt (Film und Song brauchen einander nicht). „The Ugly Bug Ball“ beschreibt ein Happening, auf dem sich Ungeziefer beim Tanz näherkommt. Das Ganze kommt als Kinderlied daher, doch in deutscher Sprache wäre es ein Chanson. Der Text ist pointiert, die Musik der Sherman-Brothers schmissig, und Ives‘ Gesang verströmt bärige Entspannung – kurzum: ein geniales Kabinettstückchen!

Veröffentlicht unter Chanson, Film, Filmmusik / Soundtrack, Musik | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Die Achtziger sind wieder da

betr.: 77. Jahrestag der Auszeichnung von „1984“ als „Buch des Jahres“ in den USA

„Im Jahr 1984“ war die erste deutsche Bearbeitung der berühmten Dystopie von George Orwell. Als ich das Buch im titelgebenden Jahr erstmals las, hatte der Ullstein-Verlag gerade aus aktuellem Anlass eine neue Übersetzung vorgelegt, und als ich diese mit einer der vorherigen verglich (ohne das englische Original zur Hand zu haben), erschien es mir, als sei das gar keine Neuübersetzung, sondern nur eine Umformulierung („um dem rauhen Wind zu entgehen“ statt „um sich vor dem rauen Wind zu schützen“ und ähnlicher Mumpitz) – aber das mag mir auch mein jugendlicher Hochmut geflüstert haben.
Die erste Fassung mag ich besonders, ganz einfach, weil sie am nächsten dran ist.
So fängt sie an:


Es war ein klarer, kalter Apriltag, und die Uhren schlugen dreizehn. Winston Smith, das Kinn gegen die Brust gepreßt, um sich wenigstens etwas gegen den ekelhaften Wind zu schützen, schlüpfte rasch durch die Glastüren des Victory-Apartmenthauses.
Im Treppenhaus unten roch es nach Kohl und muffigen, zerfledderten Fußmatten. An der einen Flurwand klebte ein riesiges buntes Plakat. Es stellte ein Gesicht in Großformat dar, über einen Meter hoch: das Gesicht eines Mannes Mitte vierzig, mit dichtem schwarzem Schnurrbart und – grob gesehen – ansprechenden Zügen. Smith steuerte auf die Treppe zu: der Fahrstuhl ging ja doch nicht. Selbst in besseren Zeiten funktionierte er selten, und momentan war der Strom tagsüber sowieso abgeschaltet.
Das gehörte zur Sparaktion für die kommende Haß-Woche.
Seine kleine Junggesellenwohnung lag in der siebenten Etage, und Smith tappte – mit seinen 39 Jahren nicht bei bester Gesundheit – langsam hinauf, immer wieder einmal verschnaufend. Auf jedem Treppenabsatz starrte das Plakat mit dem Gesicht in Großformat von der Wand. es war eines jener geschickt gezeichneten Portraits, deren Augen einen überallhin verfolgen, wo man auch geht und steht. DER GROßE BRUDER SIEHT DICH, stand in wuchtigen Lettern darunter.

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Literatur, Medienphilosophie, Science Fiction | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Kultfilm Azubis: Little Boy Lost

Hollywoodfilme, die ihren Titel von einem beliebten Oldie beziehen, waren in den 80er Jahren schwer in Mode. Ben E. Kings Evergreen „Stand By Me“ kam erst nach der Spielhandlung heraus. Der Film war jedoch so ein Hit, dass ihm dieses Detail niemand zum Vorwurf gemacht hat.

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/stand-by-me-das-geheimnis-eines-sommers-das-waisenhaus

A) Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers / Stand By Me
Melancholische US-Komödie von 1986

Der Schriftsteller Gordon Lachance erfährt in der Zeitung vom Tod des Rechtsanwalts Chris Chambers und erinnert sich 30 Jahre zurück. Im Spätsommer 1959 sind Gordie und Chris Zwölfjährige in Castle Rock, einem Kaff in Oregon. Sie bilden mit Vern und Teddy, die aus problematischen Elternhäusern stammen, eine Klicke. Beflügelt von dem Wunsch, als Helden gefeiert zu werden, machen sie sich die Vier auf den beschwerlichen Marsch quer durch die Bergwelt Oregons, um die Leiche eines verschollenen Jugendlichen aus der Ortschaft zu suchen. Doch ein anderes Quartett, die Halbstarken um den Kleinkriminellen Ace, wollen ihnen zuvorkommen. Am Ende dieses Abenteuers werden die Jungs nicht mehr dieselben sein.

Wenn Stephen-King-Verfilmungen aufgezählt werden, wird diese hier oft vergessen – und das liegt nicht an ihrer mangelnden Beliebtheit. Dieser klassische Jugend- und Sommerfilm, der eine ganze Reihe späterer Stars in frühen Auftritten zeigt, ist die populärste Nicht-Horrorstory nach einer Vorlage des großen Kult-Autors.

B) Das Waisenhaus / El Orfanato
Spanisches Horrordrama von 2007

Laura kehrt mit ihrem Mann zurück in das ehemalige Waisenhaus, in dem sie aufwuchs und das sie wiedereröffnen möchte. Auch der zehnjährige Simón fühlt sich an der Küste wohl. Der Junge weiß weder, dass er adoptiert ist noch von seiner HIV-Infektion. In einer der Grotten in der Umgebung, die Mutter und Sohn auf einem Spaziergang erkunden, freundet sich der Junge offensichtlich mit dem Geist von Tomás an, der früher unter den Waisenkindern des Hauses ein entstellter Außenseiter war. Auch mit den übrigen Bewohnern von einst scheint er in einen regen Austausch zu treten, der Laura zunehmend unheimlich ist.
Eines Tages ist Simón plötzlich unauffindbar. Noch Monate später ist Laura sich sicher, dass er noch am Leben ist. Und dass bei dieser Katastrophe die Toten ihre Finger im Spiel haben. … Auf zahlreichen Festivals mit Preisen überhäuft, erreichte „Das Waisenhaus“ in seiner spanischen Heimat bereits am Startwochenende über eine Million Zuschauer und war dort der kommerziell erfolgreichste Film des Jahres 2007. Im Portfolio seines Produzenten Guillermo del Toro war er kurz danach so abwesend wie der kleine Simón. Regisseur Juan Antonio Bayona durfte danach in Hollywood Kommerzgeschütze wie „Jurassic World“ und „Herr der Ringe“ bedienen.

Nächste Woche: Manche mögen’s heiß und Das Privatleben des Sherlock Holmes

Veröffentlicht unter Film, Gesellschaft, Literatur, Podcast, Rezension | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Robin Hood kommt und geht

Spontan erscheint uns Robin Hood als ein mythologischer Popstar wie Peter Pan, Sherlock Holmes oder Robinson Crusoe. Doch heute wie in alter Zeit ist die Wirkung einer solchen Figur davon abhängig, wie präsent sie in der aktuellen Popkultur ist: wie regelmäßig sie dort verarbeitet bzw. neu interpretiert wird. Das ist heute sogar besonders wichtig, denn für einen Kanon älterer Bearbeitungen interessiert sich heute niemand mehr – das wiederum war früher (in der Glanzzeit des linearen Fernsehens mit seinen gern gesehenen Wiederholungen alter und neuerer „Klassiker“) ganz anders.

In einer Woche startet ein Robin-Hood-Film, der auf einer solchen Vertrautheit aufbaut, denn er zeigt den Helden im Alter – und auch sonst von einer ungewohnten Seite.
_____________________

The Death Of Robin Hood
Historisches Abenteuer-Drama von Michael Sarnoski
(Start: 18.6.2026)

Die Legende vom wohltätigen Robin Hood, der von den Reichen nimmt und den Armen gibt, ist gelogen. Der wirkliche Robin von Locksley ist ein Verbrecher, vor dessen Bande nicht einmal Frauen und Kinder sicher sind. Auf seine alten Tage hadert Robin zunehmend mit einem Leben voller Mord, Raub und Schändung. Nach einer schweren Verletzung bietet eine mysteriöse Frau dem heruntergekommenen Recken einen Weg zur Erlösung an. Hugh Jackman, Jodie Comer und Bill Skarsgård erzählen den Epilog zur Legende vom Helden in Strumpfhosen und dekonstruieren dessen Mythos.
_____________________

Ronny Fanta (ein Millennial) und Volker Robrahn (alte Schule) haben den Film vorab gesehen und betrachten ihn im Gespräch von der eingangs beschriebenen und von der heutigen Seite:

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/the-death-of-robin-hood

Veröffentlicht unter Film, Podcast, Rezension | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Die Rebellen des Trickfilmkönigs

betr.: morgige Filmkritik im Podcast

Unter „Walt Disney’s Robin Hood“ verstehen wir im Sprachgebrauch einen Trickfilm, der erst sieben Jahre nach dem Tod des Meisters herauskam. Dennoch hat Disney das Potenzial dieser Sagengestalt erkannt und 1952 als Film präsentiert: als Realverfilmung mit Richard Todd in der Titelrolle, die wir heute gar nicht mehr mit Disney in Verbindung bringen, wenn sie uns der Zufall einmal wieder auf den Monitor wehen sollte: “Robin Hood und seine tollkühnen Gesellen“ (bzw. „Robin Hood – Rebell des Königs“ / “The Story of Robin Hood and His Merrie Men”). In der großen Jugendbuch-Cassette „Walt Disneys wunderbare Welt“ von 1965 taucht „Die Abenteuer des Robin Hood“ also noch in der alten Fassung auf.
Und so liest sich die Szene, die ein Kabinettstückchen von Wolfgang Reithermans 1973er Fassung werden sollte, das Turnier der Bogenschützen:

Veröffentlicht unter Film | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Noch ’ne unheimliche Begegnung

Neu im Kino:

Disclosure Day
Fantastisches Thrillerdrama von Steven Spielberg

Der wegen Hackings und Diebstahls vorbestrafte Wissenschaftler Daniel Kellner nutzt eine verdeckte Operation der Regierung zur Flucht, nachdem er ein kosmisches Artefakt an sich genommen hat. Noah Scanlon, der Leiter des Verteidigungsministeriums, hetzt eine Armee von Spezial-Einsatzkräften hinter ihm her. Doch Daniel hat einen Helfer. Der mysteriöse Hugo Wakefield lenkt ihn per Mobiltelefon und weist ihm immer neue Verstecke zu.
Hugo will Daniel mit der Fernseh-Wetterfee Margret zusammenbringen, die zu ihrer eigenen Überraschung seit kurzem über die Gabe verfügt, das ganze Leben eines Menschen zu sehen und alle seine Geheimnisse zu wissen, sobald sie ihm nur ins Auge blickt. Seit sie vor laufender Kamera in Trance eine kosmische Botschaft das Publikum gerichtet hat, wird auch sie von Noahs Leuten gejagt.
Margaret und Daniel kennen einander nicht, doch sie sind Teil eines großen Plans – und einer alten Rechnung, die Hugo und Noah miteinander offen haben …

Steven Spielberg kehrt mit Emily Blunt, Josh O’Connor, Colin Firth und Colman Domingo zu seinen thematischen Wurzeln zurück. Ein weltweites Phänomen erschüttert das Vertrauen der Menschen in die Politik, die etablierte Wissenschaft und die Medien – und es kommt von irgendwo da draußen.

Volker Robrahn, Torben Sterner, Ronny Fanta und Monty Arnold sahen und besprechen den Film gemeinsam:

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/disclosure-day

Veröffentlicht unter Film, Podcast, Rezension, Science Fiction | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Fabelwesen und ein Brüderpaar

betr.: 11. Todestag von Christopher Lee

Als Christopher Lee starb, war er einer der angesehensten und populärsten Schauspieler überhaupt. Die Mischung, die er zu bieten hatte, war unwiderstehlich: eine jahrzehntlange Karriere, seine bis zuletzt imposante Erscheinung, die Würde, die er jeder seiner Rollen mitgab, von denen mehrere in der Popkultur Legendenstatus erreichten, und schließlich seine britische Herkunft, die alles wie ein Kitt zusammenhielt. (Er konnte sogar deutsch, und wir hören in einigen Filmen seine Originalstimme.)
Ihm war es vergönnt, als Ensemblemitglied des kleinen britischen Hammer-Filmstudios mit „Dracula“ das wichtigste Filmmonster der neuen Welle zu verkörpern. Dass es Lee sogar gelang, diesen Part seinem großen Vorgänger aus Hollywood zu entreißen, dem unlängst verstorbenen Bela Lugosi, lag nicht zuletzt daran, dass er tatsächlich die bessere Arbeit ablieferte.
Doch der Ruhm als Gruselfilm-Star behinderte ihn auch und schloss ihn von allen anspruchsvollen Projekten aus. Erst 1970 kam ein großer Hollywood-Regisseur und befreite Christopher Lee aus dieser Notlage: „Da ich in einem Film von Billy Wilder spielen konnte, dessen Werk die ernsten wie auch die komischen Momente beinhaltet, konnte ich wirklich für jeden arbeiten. Wenn mich ab diesem Zeitpunkt jemand noch immer auf mein altes Rollenfach festlegen wollte, hatte er schlicht und einfach seine Hausaufgaben nicht gemacht.“
Der Film hieß „Das Privatleben des Sherlock Holmes“.

Lee war stolz darauf, als einziger Schauspieler nicht nur Sherlock Holmes, sondern außerdem auch dessen Bruder Mycroft verkörpert zu haben.
Er erinnert sich:

»Ich kannte Adrian Conan Doyle, einen der beiden Söhne des Autors. Er verriet mir, dass die Namen Sherlock und Holmes beide von bedeutungslosen Cricketspielern stammten, ich weiß nicht, ob das wirklich stimmt.
Adrian war sehr nett zu mir, auch nachdem er mich in meinem fürchterlichen ersten Film als Holmes gesehen hatte, den ich in den frühen 60er Jahren in Berlin gedreht habe: „The Deadly Necklace“ („Sherlock Holmes und das Halsband des Todes“). Dr. Watson war Thorley Walters. Es waren gute deutsche Schauspieler dabei, die solide Englisch sprachen, aber alles – auch mein Part – wurde anschließend synchronisiert. Der Ausstatter baute die schönste Baker Street, die ich je gesehen habe, Terence Fisher führte Regie.
Ich habe die Rolle noch einmal gespielt. Es waren zwei Filme, die parallel von „Harmony Gold“ produziert wurden. In „Sherlock Holmes And The Leading Lady“ deckt Holmes den Plan auf, den Kaiser von Österreich zu ermorden. In „Incident At Victoria Falls“ wird er von König Edward VII nach Simbabwe geschickt, um den „Stern von Afrika“ mitzubringen, den berühmten Diamanten. Er liegt heute im Tower Of London bei den Kronjuwelen, wirklich wahr. Ich nehme den Stein also an mich, und er wird gestohlen. Wir enden mitsamt allen Verdächtigen in den Victoria-Wasserfällen. Claude Akins spielte Theodore Roosevelt. Es gibt eine wunderbare Szene, in der er fröhlich plaudernd vorne auf einem fahrenden Zug sitzt. Patrick Macnee war auch mit dabei – er ist ein paar Monate älter als ich, woran ich ihn immer gern erinnere.
Es waren zwei sehr gute Filme, die fürs Fernsehen auf die Hälfte gekürzt wurden.

In „Das Privatleben des Sherlock Holmes“ wurde Sherlock von Robert Stephens gespielt, Colin Blakely war Dr. Watson. Die geschnittenen Szenen habe ich nie gesehen. Es gibt mindestens zwei weitere Geschichten, die man für eine Laserdisc-Veröffentlichung versuchte, wieder herzustellen. Ich kenne nur das, was im Film ist: die Ballerina, die Holmes als Vater für ihr Kind engagieren will, und die Affäre um Loch Ness, das Ungeheuer und Queen Victoria.
Ich kann die Geschichten, die man sich über Loch Ness erzählt, gut nachvollziehen, Es ist wirklich ein gruseliger, finsterer Ort. Es würde mich nicht überraschen, wenn da wirklich etwas  im Wasser wäre. Der See ist weitläufig, kalt, still und dunkel – ganz besonders, als wir dort unsere Nachtszenen drehten.
Billy Wilder hat mich nie auf  meine Vergangenheit angesprochen. Es kam nur zu dieser einen Bemerkung. Während eines Nachtdrehs an der Burg – es war dunkel, und Fledermäuse flogen herum – warf er mir einen Seitenblick zu und sagte: „Du musst dich hier ja wie zu Hause fühlen.“ Dann hat er nie wieder etwas in der Art gesagt.
Der beste Regisseur, mit dem ich je gearbeitet habe.«

Veröffentlicht unter Popkultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Kultfilm Azubis: Eine Dienstfahrt, die ist lustig

Es scheint, jede dritte der großen Spürnasen, die uns spontan in den Sinn kommen, ist ein Held, der die Sache mit Humor angeht. Auf einen Dirty Harry und einen Ethan Hunt kommt ein Columbo, auf einen halben Sherlock Holmes ein ganzer Inspector Clouseau. Neben dem knalligen Frank Drebin betrachten wir im heutigen Podcast auch eine frühe Version von Hercule Poirot – und schon hier ist die Grenze fließend:

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/die-nackte-kanone-die-morde-des-herrn-abc

Die nackte Kanone / The Naked Gun: From the Files of Police Squad!
Amerikanische Krimiparodie von 1988

Frank Drebin ist ein tüchtiger Ermittler des LAPS, der sogar internationale Politgangster zur Strecke bringt. Andererseits geht auch manches schief, und selbst bei seinen erfolgreichen Einsätzen pflegt er, eine Schneise der Verwüstung zu hinterlassen, diplomatische Verwicklungen auszulösen und seine Kollegen mehr zu gefährden als die Vertreter der Unterwelt. Aktuell steht sowohl ein Besuch von Queen Elizabeth II als auch die Aufklärung des versuchten Mordes an einem Kollegen an …

Der Film, ein typisches Abenteuer aus der Slapstick-Produktion der Zucker-Brüder,  ging aus der gefloppten Fernsehserie „Die nackte Pistole“ hervor, zog Fortsetzungen und ein Remake nach sich und machte den ergrauten Nebendarsteller Leslie Nielsen für den Rest seines Lebens zum Kino-Comedy-Star der Spitzenklasse.

Die Morde des Herrn ABC / The Alphabet Murders
Amerikanische Krimikomödie von 1965

Hercule Poirot reist nach London, um seinen Schneider aufzusuchen. Zufällig beginnt dort zur selben Zeit ein Serienmörder, seine Opfer in alphabetischer Reihenfolge um die Ecke zu bringen. Poirot macht die verstörende Bekanntschaft der mutmaßlichen Täterin (einer offenbar verwirrten Blondine) und des britischen Agenten Hastings, der ihm von der Regierung als Leibwache aufgezwungen wurde. Er braucht nach dem ersten noch einen zweiten Showdown, um den Fall aufzuklären.

„The Alphabet Murders“ entstand in den Swinging Sixties parallel zur „Miss Marple“-Reihe mit Margaret Rutherford, übernahm davon das altmodisch-spleenige Flair – mit ein paar Abweichungen, die die Handschrift des Regisseurs Frank Tashlin tragen und dessen Vorleben im amerikanischen Trickfilm verraten. Auch ein paar Gesichter aus der Rutherford-Reihe treten auf, z.B. der Komödiant Robert Morley in einer ungewöhnlich großen Rolle und Miss Marple herself, die Poirot in der Literatur nie getroffen hat.

Nächste Woche. Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers und Das Waisenhaus (2007)

Veröffentlicht unter Film, Podcast, Rezension | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Lesen vom Blatt – Lange Sätze

betr.: Sprechen am Mikrofon / Übung

Aber ich hielt es für interessant, eine ungewöhnliche Figur zu erwähnen, die ich als historisch garantieren kann und die daran gemahnt, dass der Krieg voll war von unsagbarem Staunen und unaussprechlicher Verzweiflung, und dass er durch eine bekannte Macht, deren Sieg naht, beschlossen wurde – über die Köpfe der Mittelmäßigen hinweg, die dachten, die Initiatoren oder die profunden Taktiker dieses Krieges zu sein – einer Macht, der der Schatten der Auslöschung voranschritt.

Leon Bloy: „Ein deutscher Mönch“ („Blutschweiß“) – Matthes & Seitz Berlin

Veröffentlicht unter Literatur, Mikrofonarbeit | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Masters Of The Universe (2026)

Ronny war auf der Pressekonferenz in Berlin, das Video dazu ist schon online. Außerdem gibt es in unserem Podcast eine ausführliche Besprechung des gleichnamigen Klassikers von 1987:

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/masters-of-the-universe-ein-mann-geht-durch-die-wand

Hier steht unsere kleine Kritikerrunde zum aktuellen Film:

https://alle42kultfilme.letscast.fm/episode/masters-of-the-universe-2026

Masters of The Universe
US-amerikanischer Superhelden- und Fantasy-Film von Travis Knight

Der abscheuliche Skeletor erobert Eternia und bannt die Macht der guten Zauberin. In letzter Sekunde gelingt es ihr, den Königssohn Adam und das magische Schwert in die Menschenwelt zu teleportieren. Leider werden Knabe und Waffe beim Transport getrennt, und Adam wächst unverstanden unter großstädtischen Kleinbürgern auf. Eines Tages steht seine Jugendfreundin Teela vor ihm und will ihn und das wiedergefundene Schwert nach Eternia mitnehmen, um Skeletor endlich zu bestrafen. Adam wird zu He-Man und führt seine alten Gefährten in die Schlacht – wenn auch mit Hindernissen.

In einem anderen Jahrtausend konnte der Spielwarengigant Mattel innerhalb von fünf Jahren weltweit 120 Millionen He-Man-Actionpuppen verkaufen. Es folgte eine Zeichentrickserie und ein Film der berüchtigten „Cannon“-Gesellschaft, ohne deren hurtig produzierte Produkte die Videotheken der 80er Jahre halbleer geblieben wären. Die zweite Realverfilmung des Kulturphänomens erklärt uns nun alles, was wir bisher noch nicht verstanden haben – und niemals jemanden gefragt hätten.

Veröffentlicht unter Film, Podcast, Rezension, Science Fiction | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen