Horror im Parkett

betr.: 22. Erstaufführungstag des Films „Braindead“ / Jugendsünde

Mein Soloprogramm „Madame wünscht kein Aufsehen“ nahm zwar mehr das Krimi- als das Horrorgenre hoch, der Film „Friedhof der Kuscheltiere“ aber fand dennoch seinen Niederschlag (- besonders in der 7. Zeile der 3. Strophe). Im ersten Akt erklingt – neben viel Musik aus Hollywood und vom Broadway – auch ein selbstgeschriebenes Chanson. Rainer Bielfeldt hat es vertont, er begleitete mich bei diesem Programm und auch auf der folgenden Aufnahme.

Giesskanne mit Rainer_rm

TERROR IM PARKETT
Text: Monty Arnold, Musik: Rainer Bielfeldt

I.
Durch die Laube von Herrn Jeff und seiner Linda –
ihre Schwester starb als Kind an Leukämie –
tollen zwei echt amerikanische Kinder,
reißen ein Gespenst aus seiner Lethargie.
Es erhebt sich und verkündet böse Worte,
hebt den Finger, der sich häutet – nein, wie nett …
Gib fein Acht, und weiche nicht von meiner Seite.
Hier beginnt er schon, der Terror im Parkett!
Aber damit nicht genug des Schaurig-Schönen.
Dazu kommt für Dich noch mein verliebtes Stöhnen.

Refrain:

Ach, mein Schatz, komm geh mit mir in einen Horrorfilm,
denn heut nacht brauch ich was Hartes zum Verzagen.
Ich will sein mit Dir allein bei diesem Horrorfilm,
um zu wagen, was Privates Dir zu sagen.
Laß uns zwei, wenn die Gedärme sich verrenken,
voller Wehmut an den alten Boris denken.
Wenn ein Kind mit der Machete seine Mutter ruft,
sag ich Dir, wie heiß und wild ich für Dich fühl.

II.
Ein Gespenst mit einem Hut aus Blut und Knochen
hat zu Anfang gleich ein mahnend Wort gespsochen:
„Weiche rückwärts, hier sind Zwillinge gestorben!
Dieser Ort ist wie das Drehbuch so verdorben!“
Linda wagt sich hinter untersagte Türen,
als ein Pfaffe, übersät mit Krebsgeschwüren,
aus der Standuhr springt und brüllt: „Mein ist die Macht!“
– Hätt ich doch bloß was zum Lesen mitgebracht!
Aus dem Sumpf naht Tante Hilde, die Beschmierte,
die vor langer Zeit ein Rottweiler entführte.
Doch nun lebt sie wieder, Kubrick hab sie selig.
Ihre Gallenblase leert sich ganz allmählich.
Und derweil sich Bas‘ und Schwiegermutter schlachten,
frag ich Dich: „Willst Du bei mir nicht übernachten?“

Refrain:
Ach, mein Schatz, komm geh mit mir in einen Horrorfilm,
denn heut nacht brauch ich was Hartes zum Verzagen.
Ich will sein mit Dir allein bei diesem Horrorfilm,
um zu wagen, was Versautes Dir zu sagen.
Auf der Leinwand seh ich Zombie-Kinder kämpfen,
und mein Kunstverständnis windet sich in Krämpfen.
Wenn Papa bei Vollmond plötzlich den Verstand verliert,
sag ich Dir, wie heiß und wild ich für Dich fühl.

Madame wünscht kein Aufsehen_FB

III.
Baby Dodo, es verstarb im zarten Alter,
schwingt das rechte Bein vom guten Onkel Walter.
Halt mich fest, der penetrante Anti-Knabe
hebt zum dritten Mal für heut sich aus dem Grabe.
Während er mit Eiter das Foyer verkleckert,
seine Kinderstimme gluckst und höhnisch meckert:
„Daddy komm, ich möcht so gerne mit Dir spielien!
Mama zählt von unten schon die Petersilien!“
Tante Margret, deren Magen so zerrissen,
sudelt ihre Innerei’n aufs Sofakissen.
Mutter Linda grüßt final aus ihrer Lache,
dann verschlägt mit einem Beil es ihr die Sprache.
Und ich fleh Dich an: „Mein Herz, bring mich nach Haus!
Ich bin auch nur ein Vampir, mach Dir nichts draus!“

Refrain:
Ach, mein Schatz, komm geh mit mir in einen Horrorfilm,
denn heut nacht brauch ich was Hartes zum Verzagen.
Ich will sein mit Dir allein bei diesem Horrorfilm,
um zu wagen, was Versautes Dir zu sagen.
Und werd hinterher ich erst allein im Bett sein,
wird für mich der wahre Horror erst komplett sein.
Wenn ein Totenschädel grinsend von Vergeltung singt,
sag ich Dir, wie heiß und wild ich für Dich fühl.

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