„Doc Savage – Die Festung der Einsamkeit“ (12)

Eine phantastische Erzählung von Kenneth Robeson

Siehe dazu: https://blog.montyarnold.com/2021/10/06/19056/

Fortsetzung vom 17. Dezember 2021

Doc schleppte seinen Gefangenen um den Häuserblock und zwei Häuserblocks weiter nach Norden zum Hafen und zu einem Lagerhaus. An dem Lagerhaus hing ein Schild: HIDALGO TRADING COMPANY. Es war ein großes Backsteingebäude, das scheinbar seit Jahren nicht mehr benutzt worden war. Es gehörte Doc Savage und diente ihm als Bootshaus und Hangar.
Doc schleifte seinen Gefangenen in das Gebäude, schloss das Tor, legte den Mann auf den Boden und bearbeitete mit den Fingerspitzen die Halsmuskeln des Mannes. Er hatte den Fahrer vorhin durch einen Druck auf die Nervenzentren gelähmt und brachte ihn jetzt durch eine leichte Massage wieder zur Besinnung.
Während der Mann allmählich wieder zu sich kam, durchsuchte Doc seine Taschen, fand aber nur eine flache automatische Pistole. Der vierschrötige Mensch setzte sich auf und starrte Doc an.

Zeitgenössische Illustration von Paul Orban

„Na, war das nicht eine feine Sache?“ brummelte er.
Für Doc war die Bemerkung eine Warnung. Entweder war der Mann zu dumm, um Angst zu haben, oder er behielt auch in aussichtslosen Situationen die Nerven. Doc war es gewöhnt, seine Gegner nicht zu unterschätzen, und er beschloss, den Mann nicht für dumm zu halten.
„Wer sind Sie?“ fragte er.
Der Mann antwortete nicht gleich. „Angeblich hat noch nie jemand Sie mit Erfolg bekämpft”, sagte er dann langsam. „Ich fange an, es zu glauben —wenn ich Sie so vor mir sehe …“
Doc fiel der schwere russische Akzent des Mannes auf.
„Woher kommen Sie?“ wollte er wissen.
„Das geht Sie nichts an“, sagte der Mann.
„Warum wollten Sie mich ermorden?“
„Was ist, wenn ich es Ihnen nicht sage?“ fragte der Mann. „Würden Sie mich foltern?“
„Nein.“ Doc schüttelte den Kopf. „Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie besonders ängstlich sind.“ Der Mann zuckte zusammen.
„Nicht Besonders“, sagte er. „Aber Sie kennen John Sunlight nicht. Ich glaube, es ist keine Schande, vor ihm Angst zu haben.“
Doc fragte: „John Sunlight?“
„Vergessen Sie’s“, sagte der Mann. Die Panik in seinen Augen schwand, er hatte sich wieder in der Gewalt. „Von mir erfahren Sie nichts.“
„Das ist noch nicht raus“, sagte Doc.
In diesem Augenblick schlug der Mann zu. Er war sehr stark, und er schlug mit voller Kraft. Doc war darauf vorbereitet; er riss eine Schulter hoch und fing den Hieb ab, der seiner Kinnspitze galt. Er warf sich auf seinen Gefangenen, der sich heftig zur Wehr setzte. Plötzlich schrie der Mann vor Schmerz auf. Doc ließ ihn los. Sein Gegner wich bis zur Mauer zurück, blieb dort sitzen und sah Doc vorwurfsvoll an.
„Warum wollten Sie mich ermorden?“ fragte Doc noch einmal.
„Mein Name ist Civan“, sagte der Mann. Er beantwortete damit Docs erste Frage, als wäre seitdem nichts geschehen.
Civan lehnte an der Mauer. Sein Gesicht war blau angelaufen, er fühlte sich am ganzen Körper wie zerschlagen. Vorsichtig befingerte er seine Schrammen und stöhnte leise. „Ich hab‘ bisher niemand gekannt, der stärker ist als ich”, sagte er einfältig.
„Weshalb wollten Sie mich ermorden?“ fragte Doc zum drittenmal.
„Ich hatte den Auftrag . . .“, sagte Civan.
„Von wem?“
„Ich hab‘ den Mann nicht gekannt“, sagte Civan. „Er hat sich Eli Camel genannt. Er ist ein großer Kerl mit einer ungewöhnlich langen Nase, eine Nase wie ein Ameisenbär. Er hat eine hohe Stirn und schmale Lippen und krumme Beine, als wäre er in seiner Jugend viel geritten.“
Doc kannte keinen Eli Camel mit einer Nase wie ein Ameisenbär; aber es gab viele Leute, die er nicht kannte und die ihm den Tod wünschten.
„Warum wollte dieser Eli Camel mich umbringen lassen?“ fragte er ruhig.
„Er hat es mir nicht verraten“, erwiderte Civan. „Er hat mir einfach zwanzigtausend Dollar gegeben. Danach ist er abgereist, gestern, nach Südamerika.“

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