Der Song des Tages: „Sail Away“

betr.: 91. Geburtstag von Elaine Stritch

Es fällt unglaublich schwer, etwas Erreichtes auch wieder freizugeben – das ist eine der tieferen Botschaften von „Sail Away“. Dass es trotzdem ein flotter, optimistischer Song ist, liegt daran, dass er von Noël Coward stammt:

When the storm clouds are riding through a winter sky
Sail away, sail away
When the love light is fading in your sweetheart’s eye
Sail away, sail away
When you feel your song
Is orchestrated wrong
Why should you prolong your stay?
When the wind and the weather blow your dreams sky high
Sail away, sail away, sail away

Um diesen Song von 1955 herum baute Coward sechs Jahre später eines seiner Spätwerke, das Broadway-Musical gleichen Titels. Als er Elaine Stritch für „Sail Away“ engagieren wollte, stand sie in „Goldilocks“ auf der Bühne, dem einzigen Musical des begnadeten Orchesterhumoristen Leroy Anderson.
„Das können wir nicht machen“, wandte Stritch ein. Ich weiß doch gar nicht, wie lange meine Show noch laufen wird.“ – „Ich weiß es!“ antwortete Coward. „Woher?“ – „Ich habe die Show gesehen!“
Das Repertoire von „Goldilocks“ ist hinreißend, wie das Cast-Recording beweist, aber Coward sollte Recht behalten. Elaine Stritch spielte den Part der lebensfrohen Geschiedenen in „Sail Away“ am Broadway und später im West End. Eine ihrer Glanznummern war das Kabarett-Chanson „Why Do The Wrong People Travel?“ – Wer selbst hin und wieder auf Reisen ist, wird sich diese Frage auch schon gestellt haben.

Elaine Stritch hatte acht Jahre später einen fulminanten Erfolg in Stephen Sondheims „Company“.
„Why Do The Wrong People Travel?“ blieb in ihrem Solo-Repertoire wie in dem von Noël Coward.

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