Wo ich meinen Schal anbehalten darf

betr.: 122. Jahrestag der Eröffnung des „Maxim’s“

„Die lustige Witwe“ von Franz Lehár wurde schon bald nach ihrer Uraufführung als „The Merry Widow“ am Broadway gespielt (mit Songtexten von Adrian Ross) und bereits zur Stummfilmzeit verfilmt.
Auf beiden Seiten des Atlantiks setzte sich ein Glanzlicht durch, das die Stammkundschaft in einem real existierenden Lokal beschreibt. Am Broadway lautete der Text des Refrains zunächst folgendermaßen:

TO MAXIM’S THEN I GO
Where I’m well known, you know.
I’m welcomed by the ladies,
so neatly each arrayd is,
Lolo, Dodo, Jou-Jou,
Clo-Clo, Margot, Frou-Frou,
and that’s how I’m forgetting
the dear old Fatherland!

Als Jopi Heesters sich erstmals als Graf Danilo Danilowitsch zu Maxim aufmachte, hatte Maurice Chevalier schon eine Coverversion mit Songtexten von Lorenz Hart vorgelegt – unter dem neuen Titel „I’m Going To Maxim’s“. Bei ihm reimt sich der Refrain sogar am Schluß, was nicht einmal im Originaltext von Victor Leon der Fall ist. Da heißt es nun:

(…)
We promise to be faithful,
until the night is through!

1952 wurde ein „saucy“ MGM-Musical daraus. Paul Francis Webster spendierte wieder einen Satz neuer Liedtexte, und diesmal durfte Fernando Lamas dazu den Schal anbehalten.
Er darf sogar noch ein paar weitere Damen kennenlernen:

(…)
Mimi, Fifi, Yvette
and pretty Nicolette –
(…)
the heart I lost to Paris,
tonight I’ll give to you!

Dieses Lied, das übrigens auch bei uns immer neue Überschriften erhielt – „Da geh‘ ich ins Maxim“, „Heute geh’n wir ins Maxim“, „Heut‘ geh‘ ich ins Maxim“ u.v.a. – heißt eigentlich „Da geh‘ ich zu Maxim“. (Das mußte mal gesagt werden!)

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