Der Song des Tages: „Das haben die Mädchen so gerne“ (mit Noten)

betr.: 73. Todestag von Jean Gilbert

Als Maximilian Schell die 81jährige Marlene Dietrich für sein berühmtes Filmportrait interviewte, hatte die Diva nicht die beste Laune. „Sie werden das hier nie nach Amerika verkaufen!“ warnte sie ihn. Sie redete über ihre Karriere („Hab ich nie ernst genommen“), Fritz Lang („ein Ekel“), Gott („Meschugge!“) und den „Blauen Engel“ („Der hängt einem doch zum Halse raus!“). Legendär wurde ihre Begründung, warum sie im besagten Film nur zu hören, aber nicht zu sehen sein wollte: „Ich bin zu Tode fotografiert worden!“
Gegen Ende der Unterhaltung wird sie dann doch sentimental. „Das ist meine schönste Platte!“ schluchzt sie in bezug auf ihre letzte LP „Marlene Dietrich singt Alt-Berliner Lieder“ von 1972. (Danach war sie nur noch mit einem Song auf dem Soundtrack zu „Just A Gigolo“ vertreten, ihrem letzten Filmauftritt.)

Die besagte Platte wartet vor allem mit Liedern von Walter Kollo auf, läßt das Berlin von Heinrich Zille wieder auf- und hochleben.
Unter den Titeln befinden sich auch einige Beiträge des Operettenkomponisten Jean Gilbert, dessen Sohn Robert zuerst ein wichtiger Songtexter, nach dem Krieg einer der ersten Musical-Übersetzer war.* Das Lied „Ja, das haben die Mädchen so gerne“ widerlegt schon auf dem Titelblatt Marlenes Behauptung: „Is‘ doch alles Kitsch! Sowas gab’s nicht bei uns!“ – Und das ist auch gut so.

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* siehe dazu auch die Blogs vom 15. September und 18. November 2015

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