Langs kurze Geschichten

betr.: 6. Jahrestag der Uraufführung der wiederhergestellten Schnittfassung von „Metropolis“ auf der Berlinale

Fritz Lang ist der Regisseur eines der drei (aus heutiger Sicht) wichtigsten deutschen Stummfilme (siehe oben).
Er war kein übermäßig charmanter Plauderer, aber seine Anekdoten über sich selbst sind prinzipiell sexy und haben Pfiff. Unvergessen seine wackere Selbstauskunft, er habe sich vor einer Beförderung durch Joseph Goebbels so sehr geekelt, das er umgehend alles stehen und liegen lassend Nazideutschland verlassen habe und nach Hollywood gegangen sei. (Pingelige Historiker haben diese Darstellung nach dem Studium von Fahrscheinen, Bankauszügen und ähnlichem Kleinkram später in Zweifel gezogen.) Imposant, aber einleuchtend auch Langs Behauptung, er habe für seinen Film „Frau im Mond“ den Countdown erfunden, für den die wirkliche Welt ja erst Jahre später Verwendung hatte. (Das könnte stimmen – wenn es nicht Thea von Harbous Idee war …)

Eine weitere seiner Schnurren ist in jedem Fall ganz einfach köstlich, unabhängig davon, ob sie sich genauso zugetragen hat.
Lang erzählt: „… das war im Jahr 1904. Im Kino sah ich eine Szene, wo die Bösewichter mit einem großen Balken eine Türe einrammen wollen. Und dann fing ich an, mit meinen Freunden mit den Füßen Geräuscheffekte zu machen – je nachdem, wie der Balken die Türe traf. Das ganze Kino machre es nachher mit. Das war das erste Mal, dass ich im Film tätig war.“

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