Seid doch wenigstens ehrlich!

betr.: Berlin-Wahl

Über das Erstarken rechtsdumpfen Nationalismus allerorten und über das der AfD in unserem Lande wird inzwischen täglich berichtet und in unseren Medien nachgedacht. Es wird viel und von überaus kundigen Menschen über die Gefahr gesprochen, die unserer Demokratie droht, wenn zu viele Menschen Nationalpopulisten wählen. Das Wort „Denkzettel“ wird in diesem Zusammenhang auch heute wieder strapaziert werden.
Was ich in all diesen Nachrichten, Artikeln, Magazinen und Talkshows seit Monaten vermisse, ist ein bißchen Klartext über das Thema Protestwähler.

Auch Adolf Hitler wurde in einer deutschen Demokratie von Protestwählern ins Amt gehoben – sonst hätte er auch das Ermächtigungsgesetz nicht erlassen können.
Auch Adolf Hitler hat nicht mit der „Endlösung der Judenfrage“ oder mit dem Zweiten Weltkrieg Wahlkampf gemacht sondern mit jenen Schreckgespenstern, die auch gegenwärtig wieder herhalten müssen. Dagegen sind die KollegInnen von der Afd, die z.B. deutlich ihren Wunsch bekunden, die europäische Einigung wieder rückgängig zu machen, geradezu offenherzig.

So wie es einen Antisemitismus vor und einen nach Auschwitz gibt, gibt es auch eine Protestwählerei vor und eine nach 1933. Wer das verharmlost oder abstreitet, der hat entweder keine Ahnung von der Geschichte unseres Landes, oder er mag die Demokratie einfach nicht. Das ist in einer Demokratie erlaubt, aber man sollte es offen an- und aussprechen.
Auch als Journalist.

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