Die wiedergefundene Textstelle: North Cothelstone Hall revisited

betr.: 72. Geburtstag von James Clavell

Niemand von uns hat je bezweifelt, dass Loriots berühmter Sketch „Inhaltsangabe“, in dem sich eine Fernsehansagerin in der Unaussprechlichkeit englischer Krimi-Figurennamen verheddert, absolut realistisch ist. Heute, da es immer mehr Krimis im Fernsehen gibt, aber eben keine Ansagerinnen mehr, hat sich Nostalgie über das früher häufig wiederholte Kabinettstückchen gelegt.
Jenes „Was bisher geschah“ wurde zumeist nicht in der Ansage abgeliefert, sondern vom Deutschen Fernsehen hergestellt, auf eine Reihe von Standbildern gelegt und vor die aktuelle Folge montiert. Die Umnöglichkeit, aus dem Geschilderten eine Sinn ergebende Geschichte herauszuhören, hat Loriot wiederum genau getroffen – wie dieses echte Beispiel beweist: es stammt aus dem TV-Vierteiler „Noble House“, in dem 1988 der junge Pierce Brosnan glänzte.
Ich habe nie begriffen, worum es da eigentlich ging. Ich werde wohl irgendwann den zugrundeliegenden Roman nach James Clavell zur Hand nehmen müssen …

Was bisher in „Noble House“ geschah

Ian Dunross, Tai Pan von Noble House und einer der mächtigsten Männer Hongkongs, befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten. Um die Krise zu überwinden, verhandelt er mit dem Amerikaner Lincoln Bartlett, dem Präsidenten der Firma Par-Con Industries, der jedoch auch mit Quillan Gornt, dem größten Widersacher des Tai Pan, Kontakt aufnimmt. Gornt inszeniert einen Run auf die HoPak Bank, um Bartlett seine Machtfülle zu beweisen. Casey Tcholok, Vizepräsidentin von Par-Con, die von dem doppelten Spiel Bartletts nichts ahnt, empfindet starke Sympathie für Ian Dunross.
John, der Sohn von Philipp Chen, dem Comprador des Tai Pan, ist von einer Organisation, die sich „Werwolf“ nennt, entführt und ermordet worden. Sie nehmen die halbe Münze an sich, die er seinem Vater gestohlen hat. Einem alten Brauch zufolge, muss der jeweilige Tai Pan des Noble House dem Überbringer dieser Münze bedingungslos eine Gunst erfüllen.
Der Polizist Robert Armstrong, der mit der Aufklärung der Entführung John Chens beauftragt ist, stößt bei seinen Ermittlungen auf die alte Chinesin Ah Tam, die erst seit drei Jahren in Hongkong lebt. Bei ihr findet Armstrong ein Foto, das seinen Assistenten Brian Kwok zeigt. Unter Spionageverdacht wird Brian festgenommen und verhört.
Während einer Wohltätigkeitsveranstaltung auf einem Schiff bricht ein Großfeuer aus. Die Anwesenden, unter ihnen auch Dunross, Casey und Bartlett, der mit Orlanda, einer früheren Freundin Gornts anwesend ist, können sich in letzter Minute retten; ebenso Gornt. Dunross erhofft sich Hilfe von dem Chinesen Vier-Finger-Wu und bittet ihn um einen Kredit. Daraufhin versucht Vier-Finger-Wu, ihn in seine Opiumgeschäfte mit einzubeziehen. Dunross lässt sich darauf jedoch nicht ein …

Na? Mitgekommen?

Dieser Beitrag wurde unter Fernsehen, Literatur, Manuskript, Medienphilosophie abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.