betr.: 81. Geburtstag von Dupa
Der dicke, weiße, menschlaue Hund „Cubitus“ hieß in der deutschen Übersetzung der 70er Jahre zunächst „Hannibal“, hatte ein jugendliches Herrchen namens Pit und lief noch auf allen Vieren, ehe er seinen angestammten Besitzer fand, mit dem er auf völliger Augenhöhe kurze, gag-orientierte Abenteuer erlebte. Sein Sparringspartner war nun ein alter, walrossbärtiger Herr: Ossi, Walfisch-Harpunier Zweiter Klasse a. D. Da er sich mit diesem bei aller Konkurrenz doch gut vertrug, hatte Cubitus noch einen Lieblingsfeind: den schwarzen Kater Napoleon.
Dupa (Luc Dupanloup) war im Comic-Magazin „Tintin“ Assistent von Greg (Michel Louis Albert Régnier), dem Erfinder der Serie „Albert Enzian“ („Achille Talon“), für den er, wie das so üblich war, Hintergründe zeichnete, besondere Requisiten, technische Geräte …
Dupa hatte mit seinem Künstlerleben eigentlich etwas ganz anderes, Epischeres vor, wurde aber zuletzt glücklich mit „Cubitus“, dieser Serie, die zumeist aus Einseitern bestand: „Damals gab es zwei Ausgaben des Magazins, eine belgische und eine französische. Der Hauptunterschied bestand in den Werbeseiten, die von Land zu Land variierten. Auf diesen Seiten kam es manchmal zu Lücken, zum Beispiel weil ein Inserent seine Reklame nicht rechtzeitig geliefert hatte. Greg, der Chefradakteur war, kam eines Tages auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht etwas Kleines, Schnelles machen könnte, um weiße Seiten zu füllen. Ich, der davon träumte, Abenteuer im Stile von Tilleux‘ „Jeff Jordan“ zu zeichnen, wurde nun gefragt, ob ich bis morgen einen Gag anfertigen könne! Dann habe ich einen Ball aus Haaren gezeichnet, eine Nase, zwei Augen und das war’s.“ Passend zu seiner flotten Konzeption, hatte das Geschöpf autobiographische Züge, „was seine Moral betrifft, nicht sein Äußeres. Cubitus bläht die einfachsten Dinge zu großen Problemen auf, wie bei mir. Er ist naiv wie ich. Er mag die schönen Dinge, und auch ich bin ein Genießer.“
Anfangs quälte den Künstler dieser völlig un-epische, nicht-abenteuerliche Ansatz, doch es freute ihn, in so einem wichtigen Magazin wie „Tintin“ veröffentlicht zu werden. Wie wir wissen, wurde die Serie ein Erfolg und erschien irgendwann in beiden Ausgaben, der belgischen und der französischen. Immer häufiger wurde Dupa nun auf „diesen komischen dicken Bären“ angesprochen.