Der Song des Tages: „Where Do You Go To My Lovely?“

betr.: 73. Geburtstag von Peter Sarstedt

Peter Sarstedt kam als Sohn eines britischen Kolonialbeamten im indischen Delhi zu Welt. Er trampte durch Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland und Skandinavien und unterstützte seinen Bruder Rick – ein englisches Teenie-Idol mit dem Künstlernamen Eden Kane – als Bassist. Von Paris aus startete er dann seine eigene Sängerkarriere.
In englischer Sprache – mit einem starken (wenn auch wohlklingenden) französischen Akzent – verarbeitete er sein zurückliegendes Vagabundenleben; seine erste Single erschien 1968: „I’m A Cathedral“. Im Jahr darauf kam der eine große Welthit, der unverwüstliche Evergreen, ein gerade mal vierzeiliges Motiv im Dreivierteltakt: „Where Do Yo Go To My Lovely?“.
Ein One Hit Wonder.

Sarstedt besang ein Mädchen namens Marie Claire, das er in Paris kennengelernt hatte, und diese kritische Liebeserklärung klingt frisch und zeitlos – heute würde sicher noch der unmäßige Umgang der jungen Dame mit dem Smartphone im Text moniert und die Wichtigkeit, die sie ihren Facebook-Freunden zubilligt.
Er schont sie nicht, beinahe fünf Minuten lang:

I’ve seen all your qualifications
You got from the Sorbonne
And the painting you stole from Picasso
Your loveliness goes on and on, yes it does

When you go on your summer vacation you go to Juan-les-Pins
With your carefully designed topless swimsuit
You get an even sun tan, on your back and on your legs
When the snow falls you’re found in Saint Moritz
With the others of the jet-set
And you sip your Napoleon brandy
But you never get your lips wet, no you don’t

(…)

Your name, it is heard in high places
You know the Aga Khan
He sent you a racehorse for Christmas
And you keep it just for fun, for a laugh ahaha

Im (melodisch beinahe identischen) Refrain heißt es immer wieder: „Ich möchte einmal in deinen Kopf hineinschauen können.“
Es muß eine frustrierende Beziehung zu einer sehr attraktiven Frau gewesen sein.

Peter Sarstedt hatte noch zwei moderate Single-Erfolge, dann zog er zu seiner Freundin nach Kopenhagen und wandte sich der Filmmusik zu.
1973 tat er sich mit seinem Bruder Clive und wiederum mit Rick zusammen, doch dieses Comeback verlief nicht nach Wunsch.

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