Camgirls

In den späten 90er Jahren, bevor es Likes und Follower gab, zeigten sogenannte Camgirls ihr Leben im Netz. Im Laufe der Zeit sollten sie Intimität, Öffentlichkeit und Gemeinschaft im Internet neu definieren.
Webcams galten der Presse als bahnbrechende Technologie, und deren meist männliche Erfinder und Investoren als Internetpioniere. Die erfolgreichsten Personen vor der Kamera waren hingegen Frauen oder schwule Männer. Sie wurden nicht als Pioniere angesehen, sondern eher als Boten besorgniserregender sozialer Tendenzen. Ihren Anblick verband man mit der Angst vor wachsendem Narzissmus und einer neuen Kultur der Überwachung. Wer davon fasziniert war, dem gefiel die Illusion von Nähe.
Webcamming war zunächst nur ein Experiment, dafür sorgte schon das damalige, sehr begrenzte Bandbreiten-Angebot. „Streaming“ bedeutete, alle paar Minuten ein neues Standbild zu präsentieren. Die Camgirls waren die ersten, die ausprobierten, was es heißt online zu sein.
1996 ließ Jennifer Ringley als „Jennicam“ die Welt erstmals rund um die Uhr an ihrem Leben teilhaben und schrieb damit Internetgeschichte.

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